Ich habe sehr gemischte Gefühle, schon fast den ganzen Tag.
Und ich denke viel nach, ohne auf eine schlüssige Lösung zu kommen.
Habe mich heute mit Koni getroffen.
Normalerweise tun mir diese Treffen sehr gut, ich mag diesen Menschen furchtbar gerne,
und ich verbringe gerne Zeit mit ihm. Es ist irgendwie einfach nicht so schwierig.
Heute wars das.
Er ist im Sommer mit seiner Ausbildung fertig und hat bereits eine Stelle gefunden,
als Klassenlehrer einer fünften Klasse.
Ich habe mich total für ihn gefreut, weil er direkt was gefunden hat.
Er will ja auch im Sommer mit T. zusammenziehen, und so haut das auch hin.
Aber irgendwie hatte ich den Eindruck, er wollte da gar nicht wirklich drüber reden,
er ist dem so ausgewichen.
Er meinte ja auch, dass er im Moment das Gefühl hat, dass das eigentlich gar nicht sein Beruf ist,
und dass es verdammt schwierig wird, wenn er fertig ist mit der PH.
Und darauf wusste ich nichts zu antworten.
Alles, was mir eingefallen ist, war "Das schaffst du schon".
Und das ist ungefähr das Dümmste was ich in dem Moment hätte sagen können, gg Jin.
Aber es stimmt eigentlich schon; ich glaube, das er das hinkriegt.
Und das nicht, weil er "alles irgendwie hingekriegt hat bis jetzt", sondern weil ich vertrauen darin habe,
das er Lösungen finden kann, das er damit umgehen lernen kann, weil ich ihn anschaue und ihm wünsche, dass sein Schicksal nicht schlecht entscheidet.
Er ist so ein guter Mensch, er kann gar nicht so bestraft werden.
Aber ich weiss, dass er an sowas nicht glaubt, Schicksal und so, deswegen sage ich das auch nicht.
Ausserdem hat er sich wortwörtlich bei mir dafür entschuldigt,
dass ich nicht seine beste Freundin bin.
Und das war im ersten Moment so unfassbar dumm, dass ich das gar nicht richtig gecheckt habe.
Ich meine um Gottes Willen, was hat er denn s,Gefühl?
Er muss für sowas Rechenschaft ablegen?
Er muss es allen damit recht machen?
Ich meine, entschuldige, aber er bestimmt immer noch selber, wer ihm wie wichtig ist.
Und es hat mich auch gar nicht getroffen, als er das so gesagt hat,
vermutlich, weil ich das schon längst weiss.
Vielleicht wusste ich es schon, als wir noch zur Schule gegangen sind,
das es einfach nicht für eine so tiefe Bindung reichen wird.
Er verlässt sich auch nicht auf mich, er sucht keinen Rat bei mir.
Das ist okay, es ist seine Entscheidung, aber es verletzt mich schon ein bisschen.
Es hat mich heute ein bisschen verletzt.
Ich komme mir dumm vor, das so zu schreiben,
denn eigentlich hab ich gar nicht wirklich das Recht dazu, von sowas verletzt zu werden,
es ist einfach nicht meine Angelegenheit, mit wem er seine Sorgen teilt und bei wem er aktiv Rat sucht.
Es ist ja auch einfach so, dass ich nie die richtigen Worte weiss, ich bin nicht hilfreich in schwierigen Situationen.
Das macht mich etwas traurig.
Also, was ist der Kern des Problemes?
Das ich wieder Komplexe kriege, weil mir bewusst geworden ist, das mich nicht alle lieben?
Ziemlich hart ausgedrückt, aber vermutlich wahr.
Und dieser Satz tut echt scheisse weh,
und das nicht nur, weil er mir zeigt, wie weit ich von meinem "idealen Ich" entfernt bin,
einer gütigen, geduldigen, verständnisvollen, bescheidenen Persönlichkeit.
Utopien.
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