Montag, 24. Oktober 2022

Son

I don't like my mind right now
Stacking up problems that are so unnecessary
Wish that I could slow things down
I wanna let go, but there's comfort in the panic

I'm holding on
Why is everything so heavy?
Holding on
To so much more than I can carry

I keep dragging around what's bringing me down
If I just let go, I'd be set free
Holding on


Why is everything so heavy?

 

(Heavy - Linkin Park)

Mittwoch, 19. Oktober 2022

Mauve

Manchmal sind es wahnsinnig kleine Dinge, die wahnsinnig viel ausmachen.

Ich habe mir, als Belohnung für den Job, eine Tee-Thermoskanne von Panda Tea geholt. Eigentlich vor allem, weil sie süss ist, ich eh Tee bestellt habe und ich schon lange mal eine haben wollte.
Spontan habe ich diese dann heute zu meinem ersten Arbeitstag mitgenommen. Ganz simpel mit Pfefferminztee gefüllt, nix grosses, einfach... so.

Und ich rede es mir möglicherweise ein, aber das hat mich so wahnsinnig durch den Tag getragen! Nicht, dass der Tag schlimm gewesen wäre, so gar nicht, aber ich hatte das Gefühl, eine extra Portion.. Leichtigkeit mit auf den Weg genommen zu haben. Ich hab lecker Tee dabei. Warm gehaltener, toller Tee. Ein Stück Vertrautheit in einer so neuen Umgebung. Ich hab Tee dabei! In einer süssen Flasche. Einfach nur Tee.
Schon bescheuert. Aber auch einfach gut.

Generell merke ich, in Momenten wie diesen, in denen ich noch viel Schwierigkeiten habe, weil ich mit neuen Dingen schlecht zurecht komme, wie gut es mir tut, mich an Vertrautes zu halten. Und das war nicht nur der Tee, meine Tattoos, der Hana Kimi-Manga auf dem Weg zur Arbeit, sondern auch die Arbeit an sich. Ich hab keine Ahnung, wo ich dieses Selbstvertrauen hernehme, aber boy, anscheinend hab ich die letzten drei Jahre tatsächlich was gelernt. Ich kann was. Unheimlich.

Das ich das Programm schon kenne ist natürlich ein grosser Pluspunkt, aber auch so.. ich merke, ich... kann, was von mir verlangt wird. Ich muss das nicht erst neu lernen. Ich weiss, was ich da tue, ich kann selbstständig nach Fehlern suchen, ich /kann/ das. Ich mein, das ich so ziemlich die einzige in der Firma bin, die überhaupt weiss, was zu tun ist (zumindest in diesem Bereich) setzt die Latte schon einen Ticken ZU hoch, und ich würde frech lügen, wenn ich sage, dass spukt mir nicht im Hinterkopf rum, aber, davon abgesehen; ich kann es. Ich verstehe, was man von mir will. Ich kenne diese Zahlen, ich kenne diese Buchungen, ich /verstehe/ es.

Das klingt vielleicht ein bisschen seltsam, aber für mich... ist das wahnsinn. Und es gibt mir so unheimlich viel Mut für all die Dinge, die ich noch werde lernen müssen, weil mein Arbeitsbereich auch Aufgaben umfasst, die mir neu sind. 

Ich kann was. Und ich hab richtig viel Spass an dieser Arbeit. Und ich habe eine tolle Tee-Thermosflasche.

Ich glaube, grade gehts mir unverschämt gut.

Donnerstag, 13. Oktober 2022

Milchglasmauern

 Bevor ich mich beschweren kann, dass ich in mancher Menschen Leben keinen Platz mehr habe, sollte ich erst Mal selber Platz für andere schaffen.

Oder eher den Platz auch freigeben, keine Leere horten. Sie kann mich nicht ausfüllen.

Einmal mehr wird mir bewusst, wie kilometerhoch und -dick die Mauern sind, die ich um mich gebaut habe. Mein eigenes kleines Gefängnis aus venezianischen Spiegeln, Wände aus Silberbliss. Ich sehe hinaus, aber keiner sieht hinein, und manchmal vergesse ich das.
Manchmal vergesse ich, dass mich keiner hört, wenn ich still bin, das mich keiner versteht, wenn ich nicht die richtige Sprache wähle.
Das mich keiner sieht, solange ich keinen Schritt nach vorne mache.

Aber ich weiss nicht, wie. Ich weiss nicht, wo anfangen und wo wieder aufhören. Ich weiss nicht, wie das geht; Kontakt. Ich weiss nicht, wie ich diese Mauern eingerissen kriege. Und vielleicht, vermutlich, irgendwie finde ich die Vorstellung auch ein bisschen zum fürchten. Es ist halt so bequem hier, einsam, aber sicher. Aber wovor denn eigentlich sicher? Der, der mir am meisten zusetzt, bin ohnehin ich selber. Ich bin nirgends sicher. Nur alleine - das bin ich hier.

Alle diese wundervollen, wundervollen Menschen, die nie aufgehört haben, mit mir zu reden, auch wenn sie mich schon lange nicht mehr sehen konnten, weiter vor den Mauern sassen und mich, das Phantom, nie zurückgelassen haben - all diese grossartigen Menschen; ich danke euch. Von Herzen.

Ich will mutiger werden. Ich will nicht weiter auf Mauern weiterbauen. Ich will auf Beziehungen bauen. Auf Menschen. Ich will Beziehungen aufbauen.

Ich weiss einfach nicht wie.