Donnerstag, 26. Mai 2016

Tag 60 | Klinikimpressionen

Ich werde mein Studium abbrechen.
Punkt.

Die Entscheidung ist gefallen, und das eigentlich schon letze Woche.
Darauf musste mich aber erst meine BP aufmerksam machen,
das ich.. nur irgendwie noch sperre, das wahrzuhaben.
Okay, jetzt weiss ich es.
Habe heute auch meinen Vater informiert, morgen folgt die Mail an die Zuständige an der PH.

Es ist.. seltsam.
Manchmal tut es weh, manchmal macht es mir Angst, manchmal ist es erleichtern.
Ich weiss noch nicht so recht, wie ich es finden soll.
Ich bin noch nicht daran gewöhnt, wirklich auf meine Gesundheit einzugehen,
und es ist wohl immer schwer, wenn man einen Traum aufgeben muss.
Aber das schafft Platz für neue Träume.

Im Einzelmalen gings ganz viel um diese Entscheidung und meine Erkenntniss,
das mich Glück stresst.
Dazu haben wir noch rausgefunden - oder ich habe rausgefunden - das ich grosse Angst davor habe,
dass mein Vater mit Zuneigung zeigt.
Wie soll man damit denn zum Teufel auch umgehen, nachdem man sich knapp 21 Jahre daran gewöhnt hat,
dass da keine ist?
Gruselig.
Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass mein Vater nicht so der Emotionale Typ ist.

Als Bild gabs Träume - oder das, was Träume für mich auf dem Papier repräsentieren.



Höhö.. ausserdem haben wir heute den Aufenthaltsraum mit Eiern zugestellt.
Eier "aufstellen" ist eine beliebte Achtsamkeitsübung, und wenn man mal angefangen hat mit dem Scheiss hört man nicht mehr auf :D
Aber wir hatten nur zehn Eier, deswegen war irgendwann doch Schluss.
Es war recht göttlich zu beobachten,

wie einfach alle die in den Aufenthaltsraum reingekommen sind,
ersma dumm geguckt haben, weil da normalerweise nicht unbedingt Eier rumstehen.. :D
Hat Spass gemacht.
Ich fühle mich der Gruppe zugehörig, und das ist ein Geschenk für mich.





Dienstag, 24. Mai 2016

Tag 58 & 59 | Schnitt Happens

Ich hab Montag tatsächlich überlebt, und irgendwo dazwischen meinen schwarzen Humor wieder gefunden..^^

Ich hatte ein sehr gutes Gespräch mit meinem Psychologen,
mein Rückfall wird keine weiteren Konsequenzen mit sich bringen,
ausser vielleicht, dass ich mich jetzt damit anfreunden darf, die VHA öfters machen zu dürfen.
Und nächste Stunde gibts ne Auffrischung meiner Skilliste und des (nicht existenten) Notfallkoffers.
Damit kann ich leben, das passt.

Aber ich hab.. angelehnt an die VHA endlich mal einiges sagen können,
dass ich mich nicht getraue, zu sagen wenn grade alles scheisse ist,
und das ich oft so unsicher im Umgang mit mir und der Welt bin.
Es war wirklich gut und ich glaube, wir haben einiges anschauen können, was lange liegen geblieben ist.
Mit ist aber auch klar geworden, dass ich, wenn ich wirklich weiter kommen will,
meine Vergangenheit aufarbeiten muss.
Also, so richtig, im Therapiesinne.
Bisher hatte ich ja nur Stabilisierung und Situative Verhaltenstherapie,
die Vergangenheit wurde nur kurz gestreift zwecks Diagnosestellung.
Ich erfahre immer mehr über mich selber, über meine Vergangenheit,
und manchmal denk ich mir, dass das doch alles gar nicht so passiert sein kann.
Ich meine, ein Ereignis davon alleine reicht schon für nen lebenslangen Dachschaden aus.
Aber es ist ja oft so, wenn man erst mal drinnsteckt häuft sich das automatisch,
weil man auch einfach nicht in der Lage ist, sowas abzufangen.
Hab das auch mit dem Psychologen beredet, und er sah das genau so.

Montag war auch noch Sozialberatertypintermin,
und wir haben.. nicht viel gemacht. Antrag für AHV-Ausweis is raus,
und der nächste Termin steht.
Ach, und ich hab erfahren,
dass in meinen Akten vermerkt ist,
dass ein Kostenverlängerungsantrag an die Krankenkasse gestellt wurde,
mit der Notiz, dass nach Juni mindestens noch zwei Monate Aufenthalt nötig sein werden.
Spaaaannend. Das wusste ich nicht. Toll ^^
Aber es.. nimmt etwas Druck raus. Das ist so viel Zeit noch.. °sfz°

Heute (Dienstag) bin ich dafür irgendwie Null wach geworden.
Im Yoga hatte ich furchtbare Schwierigkeiten, nicht zu werten und nicht in den Wettbewerb mit anderen zu gehen.
(OhMeinGottDerKannDasVielBesserAlsIchNoooiiiiiin!!!eins!!elf)
Hat einfach nicht hingehauen, aber das ist okay.
Es kommt wieder ein Dienstag und da gehts dann besser.

Ausserdem habe ich heute etwas.. interessantes festgestellt.
Glück stresst mich.
Ich kann nicht damit umgehen, wenn man mir ein Kompliment macht,
oder wenn richtig ausgelassene Stimmung ist und einfach alle gut drauf.
Dann kippt das bei mir insta ins Negative, weil ich nicht weiss wie man mit guten Gefühlen umgeht.
Schlechte kenne ich, da hab ich Strategien.
Aber Glück? Fürchterlich, das Zeugs. Eklig.
Das würde ich gerne lernen, einfach Spass zu haben ohne danach der grosse Knall.

Anlass dazu war übrigens, dass ich mich getraut habe, eins meiner Gedichte in die Literaturgruppe mitzubringen.
Und gott verdammt, ich war so endlos erleichtert, als es "gut" ankam und ein Gespräch draus entstehen konnte,
das ich fast ein bisschen Übermütig geworden bin und viel mitdiskutiert hab.
Nachher hat mich eine Mitpatientin noch nach Hause gebracht und wir haben ganz lange geredet.
Sie ist auch Dyskalkulistin, und damit der erste Mensch der mir begegnet, der das ebenfalls hat.
Es war echt.. irgendwie mega erleichtern mal von wem anderes zu hören, das Dinge wie "500-7" quasi unmöglich sind, so ausm Stehgreif.
Das ich nicht die einzige bin, die keine analogen Uhren lesen kann und nie auf die Kette kriegt,
dass 6 Uhr nicht gleich 16 Uhr ist.
Das ist SO erleichternd!

Ja, und bei all den Happy Happy Feelings hab ich gemerkt, dass mich das Ends Stresst.
Das ist irgendwie traurig.
Aber Erkenntnisse helfen, daran zu arbeiten.


Which colour should we add to the cobalt blue?
Destroy the sad reality reflecting in your eyes.
We sure are fallen angels,

singing right from our hearts!

-Crazy Rainbowstar | One Piece OP






Sonntag, 22. Mai 2016

Wochenplan





Einzel mim Psychologe fehlt,
meine BP meinte am Freitag, dass ich Montag erfahre wann der ist,
der ist einfach nur nicht eingetragen.
Ich hoffe, er ist Morgen.
Ich weiss nicht, ob ich andernfalls den Mut aufbringe,
auf einen vom Pflegeteam zuzugehen und von meinem Rückfall zu erzählen.


Freitag, 20. Mai 2016

Verhaltensanalyse SvV

So.
Jetzt, wo ich wieder ein wenig klarer im Kopf bin,

setze ich mich mal mit meiner heiss geliebten Verhaltensanalyse auseinander.

Die Verhaltensanalyse ist eine in der DBT oft verwendete Möglichkeit,

über (vorallem) selbstschädigendes Verhalten wie SvV (=Selbstverletzendes Verhalten) oder bulimische Rückfälle usw. zu reflektieren und herauszufinden,
was denn grade los war und ob sich das eventuell verhindern lässt ein weiteres Mal.

Ich bin kein Freund dieser VAs, aber es ist nötig und kann tatsächlich Klarheit bringen,
vorallem wenn man absolut nicht weiss, wie es zu einem Rückfall kommen konnte.

Also, auf auf..
(Es gibt übrigens gefühlte 287349347892784 verschiedene Varianten der Verhaltensanalyse)


1. Was habe ich gefühlt, das es nötig gemacht hat, mich mit SvV runterzuregeln?

Ha! Ich weiss es nicht genau. 
Ich hab mich sehr mies gefühlt, weil ich nicht wusste wie ich bestimmte Äusserungen von Mitpatienten/Pflegepersonal zu deuten habe, weil ich mein inneres Wertesystem einfach nicht abstellen kann, und dauernd das Gefühl habe, es ist nicht okay so zu sein wie ich bin.
Ausserdem zweifle ich an meiner Entscheidung das Studium betreffend, weil.. ich grundsätzlich alles anzweifle.
Ich habe darüber nachgedacht, dass es mich frustriert das ich in der Therapie nicht so vorwärts komme, wie ich es gerne hätte,
und das ich das gerne meiner BP sagen würde, die ist aber Montags abwesend.
Ich habe mich über mich selber geärgert, weil ich nicht offen sagen kann wenns mir schlecht geht,
dass ich mich nicht traue zu sagen "Eigentlich will ich grade nicht mehr leben",
aus Angst, als DramaQueen abgestempelt zu werden.
Aus Angst, dass es falsch ist, dass ich so denke.
Ich war verzweifelt weil ich plötzlich nicht mehr wusste wohin mit mir und meinem Leben und mir alles so hoffnungslos erschienen ist,
weil ich so viele Probleme mit mir habe, und ich das Gefühl hatte, keine Fortschritte zu machen.

2. Habe ich Skills angewendet? Welche? Warum haben sie nicht funktioniert?

Jaeinein.
Ich habe versucht, mit Musik und Serien auf ein stabiles Level zu kommen,
aber ich konnte mich gar nicht drauf konzentrieren.
Da waren zuviele Gefühle

3. Was wollte ich damit erreichen, als ich mich selber verletzt habe?

Runterregeln. Einen klaren Kopf kriegen.  

4. Welche Probleme können langfristig aus dieser Selbstverletzung entstehen?

Zum Glück ist es nur oberflächlich. 

5. Wie habe ich mich nach der Selbstverletzung gefühlt?

Es hat geholfen und mich runtergebracht,
aber danach hatte ich schreckliche Angst, dass das jetzt Konsequenzen hat auf meinen Klinikaufenthalt bezogen, weil ich die Regelung da nicht kenne.
Ich hatte Angst, jetzt wieder völlig zurückzufallen und nichts gelernt zu haben aus den letzen Jahren.
Ich habe gefühlt, dass ich es eigentlich gar nicht will, und dass ich sehr erschrocken war über mich selber und die Situation.

6. Was habe ich nach der Selbstverletzung getan? Habe ich meine Wunden versorgt?

Ja, ich habe sie versorgt, Desinfektionsmittel war keines im Haus,
aber Kompresse und Verband drumrum.

7. Was kann ich mir jetzt Gutes tun, um mich nicht nochmals selbst zu verletzen weil ich einen Rückfall hatte?

Ich weiss es nicht.
Es ist schwierig für mich, es nicht als Rückschlag, als Fehler, als Versagen zu sehen.
Ich finde es schwer, mich jetzt auch noch zu "Belohnen".

8. Was könnte mir in Zukunft helfen, solche Rückfälle zu verhindern?

Aggressivere Skills. Chili- oder Zimtpulver.
Nach draussen gehen, mich mit Menschen treffen oder mich in die Menge begeben,
damit ich keine Möglichkeit habe, mich zu verletzen.

Tag 57 | Fuck.

"Through a different kind of silence
I'm waiting, I'm wasting
Into the road of sadness

Hello, hello, hello, hello
Is it gonna last?"

Blackfield ~ Hello



Tag 0.
Nach zwei, oder drei Jahren ist heute Tag Zero,
alles auf Anfang.
Es spielt nicht mal mehr eine Rolle, ob es zwei oder drei Jahre waren,
weil sie es jetzt sowieso nicht mehr sind.

Ich kann kaum schreiben, das ich versagt habe,
das ich wieder rückfällig geworden bin und mich geschnitten habe.
Zerstört, zerfetzt, verunstaltet.

Ich habe ganz ganz viel Angst, dass ich deswegen Montag aus der Klinik fliege.
Ich habe ganz ganz viel Angst, jemandem davon zu erzählen, ich habe Angst vor mir selber und davor,
dass von 100 auf Null oder umgekehrt plötzlich alles wieder so eskalieren kann.
Wie eine Explosion lösen sich Wut, Frust, Trauer, Verzweiflung und alles alles ALLES zusammen ab und auf,
ein Wirbel aus Farben und Emotionen die ich nicht zuordnen und nicht verarbeiten kann.

Ich schäme mich und ich habe Angst.

Aber ich bin heute weiter als noch am letzten Tag Null,
ich kann vernünftig sein, danach.
Das Drama da rausnehmen, es hinnehmen, aktzeptieren.
Warten.

Ich fürchte mich davor, darüber zu reden.
Aber ich muss.
Ich will verstehen und ich will lernen, ich will wachsen können.

Das Leben macht mich grade müde.
Aber das ist okay.
Es wird wieder besser werden.
Vielleicht nicht Morgen, vielleicht nicht Montag.. aber irgendwann.
Es wird wieder werden.

Donnerstag, 19. Mai 2016

Tag 54 / 55 / 56 DINGÄÄ

Jaja, ich sollte mehr schreiben...
Aber manchmal ist mir halt nicht danach.
Manchmal.. ist alles, was gesagt werden sollte, schon gesagt worden.

Oder ich will einfach nicht nochmals drüber nachdenken.

Heute.. ist glaube ich die Entscheidung gefallen, was mein Studium betrifft.
Ich meine, ich bin noch nicht 100% sicher, aber es zeichnet sich eine Tendenz ab,
und ich weiss nicht, ob die Sache jetzt schon über die Bühne ist, so rein emotional.
Mäh.

Im Einzelmalen heute hatte ich zwei richtig.. spannende Erkenntnisse.
Zum einen eben diese Entscheidung betreffend: Es gibt kein Richtig oder Falsch.
Es gibt nur Entscheidung, und die führt mich auf verschiedene Wege.

Aber jeder dieser Wege ist okay und richtig, es ist nur.. anders halt.

Wir haben richtig lange geredet darüber, am Schluss gabs dann aber doch noch ein Bild:


Ich könnt jetzt dies und das und jenes über den tieferen Sinn erzählen, aber das will ich nicht. 
Dieses Bild und seine Bedeutung gehört mir, die Erkenntnis die ich daraus ziehe gehört mir.

Und ist auch schwer in Worte zu fassen.

Ansonsten.. hatte ich am Mittwoch das Gespräch mit meinem Vater.
Das... frustrierendguteleuchtendverwirrendblödargerschreckendtoll war. 
Heh.

Ich merke, wie ich anfange, wirklich in die Gruppe der Mitpatienten zu gehören.
Und das ist ein Gefühl, das ist.. woah.
Am Mittwoch war ich mit zwei anderen Patienten und einer ehemaligen Patientin essen,
die haben mich einfach so eingeladen und wir haben einfach so geredet und Spass gehabt und... Q_Q
Überforderung. 
Positive Überforderung, aber; Überforderung.

Es geht es tut es macht.
Ich kann grade nicht weiterschreiben, weil mir die.. Dingens dazu fehlt.
Die Motivation, die Idee, die.. die die die den Grundstein dazu.
Dinge.

Ach, aber was Letztes hab ich noch;
meine Op-Op no Mi ist fäärtig!
Geschaffen aus Papiertaschentüchern, Acrylfarbe und Flüssigleim.
Cora-San <3




Samstag, 14. Mai 2016

Wochenend-ToDo

Ich muss mir unbedingt irgendwo aufschreiben, was ich in nächster Zeit noch so tun muss.
Ich bin zwar extrem mies darin, mich an ToDo-Listen zu halten, aber ich versuchs trotzdem.


  • Agogis Anrufen und Nachfragen wegen Sozialem Vorjahr
  • Termin mit der Peer ausmachen und offengebliebene Fragen klären
  • Aushang für Nachhilfe erstellen
  • Gipsprojekt weiterführen
  • Bett neu beziehen
  • Abklären wegen Studiengang Sozialpädagoge
  • Mail an Frau W. von der PH zwecks Abklärung wies weiter geht
  • Stark bleiben

Ja, reicht erstma, denk ich.
Meh.

Freitag, 13. Mai 2016

Tag 53

Show me how to be whole again
Fly me up on a silver wing
Past the black where the sirens sing

Warm me up in the nova's glow
And drop me down to the dream below
'Cause I'm only a crack in this castle of glass





Donnerstag, 12. Mai 2016

Tag 52 | Empty Ocean

"You can't see the whole picture until you look at it from the outside."
~ Trafalgar Law, Arc Punk Hazard


Ich erlebe aktuell meine Vergangenheit und die Aufarbeitung davon erneut,
nur dieses Mal ohne Dissoziation und dementsprechend mit der vollen Breitseite an Emotion.
Das tut weh.

Aber es ist nötig, und manchmal auch interessant, wie ich heute mit meiner Erfahrung und Weltsicht Dinge anders wahrnehme.
Meine Bezugsperson ist so lieb, das ich nur schon deswegen weinen will,

als erste Weibliche "Respektsperson" vor der ich mich nicht fürchten muss.


Ich bin erschöpft.


Mittwoch, 11. Mai 2016

Tag 51 | Geschenke q_q

Jin hat etwas gekriegt!
Das ist ohne Witz so lieb, das ich gar nicht weiss wie damit umgehen o_o

Und zwar hat eine Mitpatientin extra für mich (q_q) eine Kette aus Fimo gebastelt.
Die ist.. keine Ahnung, gut 30 Jahre älter als ich, und macht das einfach so.
Wäääh.. das ist toll.
Bild des Kettchen gibts unten.

In der Ergo hab ich heute die Maske aus Mononoke Hime fertiggekriegt.
Die Maltherapeutin hat mir letzen Donnerstag Gipsbinden gegeben,
die liegen seither lustig bei mir rum und warten auf ihre Bestimmung.
Die kommen wird... früher oder später.. irgendwann.

Ich weiss eigentlich auch schon was ich daraus machen will, aber.. aber aber aber. Höh.
Heute hab ich dann endlich mal noch die Ballone dafür gekauft, damit ich die Maske dadrauf fertigen kann.
Aber irgendwie hats mehr Spass gebracht, die aufzublasen und anzumalen mit Edding.
Nun, man muss ja was für seinen Ruf tun.. ähm :D

Ansonsten war heute komisch.
Ich fühle mich komisch, die Mitpatienten waren komisch, alles komisch.

Ich hab etwas bammel vor Morgen, einzel mit der Bezugsperson und so.
Das ist.. schwierig. Ich weiss, was ich ansprechen will.. aber ich weiss nicht, ob ichs tu.
Ih.

Gute Nacht.

(Bild von der supertollen Kette & der gebastelten Maske)




Dienstag, 10. Mai 2016

Tag 49 / 50 | Trüffelkuchen

Es tut mir echt leid, dass ich nicht täglich schreibe aktuell.
Irgendwie.. irgendwie ist mir nicht danach.
Es passiert so viel, dass ein bisschen schriftlich ordnen nicht schaden würde,
aber da ist so vieeeeeeeeeel.. und viel, vor dem ich Angst habe.

Ich muss bis zum 1. Juni wissen, ob ich mein Studium wieder aufnehme oder nicht.
Und ich WEISS ES NIEEECHT. Mensch.
Aber ich arbeite dran.
Ich habe privat soviele Entscheidungen, bei denen ich komplett ratlos bin.
Zum Glück hab ich den Regenbogen-Drehwurm, der mir dabei hilft. *tralalalaaa*
Muss man nicht verstehen. Therapie-Insider.

Ausserdem steht in einer Woche das Gespräch mit meinem Vater an und wenn ich daran denk,
dann muss ich meinen Regenbogendrehwurm leider im Pool ertränken.
Bäh.

Was heute recht spannend war, war eine dieser klassischen Situationen,
wo dir bewusst wird, das du im Irrenhaus bist.

Wir haben im Aufenthaltsraum ein White-Board, wo die Anwesenheitsliste, generelle Infos,
Zeitungsschnipsel usw usw hängen,
ausserdem ist da eine Liste mit den anstehenden Austritten der Patienten.
Diese wird von den Patienten selber geführt und mit Stift auf das Board geschrieben.
Jaa.. nun gibt es welche, denen das total egal ist, die schreiben das einfach irgendwie hin,
hauptsache steht da.
Manche schreiben es ganz klein, weil sie nicht wollen, dass es auffällt.
So, dann kommen die, die alles genormt haben wollen, nach Datum geordnent,
alles gleich gross, alles untereinander.
Das passt aber jenen nicht, die finden, das man weniger "Genormt" sein soll,
weil das Leben sonst keinen Spass macht.
Dann treten jene in Aktion, die es nervig finden, das sich die Leute übereinander aufregen,
und in der Ecke steht nur das Pflegeteam und schüttelt den Kopf.

Yes, willkommen in der Klapse!

Aber solche Auseinandersetzungen gibts zum Glück eher weniger.
Was öfters vorkommt, aber genauso klassisch ist, ist die "Wer räumt die Abwaschmaschine aus"-Diskussion.
Nun.. es gibt dafür einen Aufgabenplan, zwei sind eingeteilt.
Nun ist die eine Krank und die andere in einer Therapie,
das dumme Ding will aber ausgeräumt werden.
Die eine Hälfte verlässt den Raum, wenns zur Sprache kommt.
In der verbliebenen Hälfte gibt es welche, die zwar wollen, sich aber nicht trauen,
welche, die als Therapieauftrag haben, nicht immer alles zu erledigen,
welche die als Therapieauftrag haben, mal zu Nein zu sagen,
und welche, die fremdes Geschirr nicht anfassen wollen.

Ja, es besitzt eine ganz eigene Komik, das Klinikleben!

Ansonsten.. Dienstag ist immer noch Scheisse, zumindest am Montagabend.
Aber dann stelle ich fest, das mir der Dienstag gut tut. Yay!

Mein Kousei ist fertig!
Bild ist angehängt.

Das zweite Bild ist mein Werk vom Montag.
Wir hatten in der Gestaltungsgruppe den Auftrag, unsere Lieblingsfarbe zu nehmen,
und zusammen mit einer Farbe, die wir (aktuell) gar nicht mögen, ein Bild zu kreiiren.
Well, das ist bei Jin dabei rausgekommen.
Ihr dürft raten, welche Farbe die tolle und welche die blöde ist.. viel Spass :P





Sonntag, 8. Mai 2016

Nachtrag | Wochenplan

Hab ich ganz vergessen:
Wochenplan dieser Woche!

Nichts besonderes, same shit as everyday^^
Die Maskengeister bei Ergo sind da, weil ich da aktuell die Maske von Mononoke-Hime versuch nachzubasteln xD
Mehr oder weniger erfolgreich.


Freitag, 6. Mai 2016

Tag 48 | Erdbeertee

Erdbeertee ist sehr sehr eklig.
Also, so richtigen, aus getrockneten Erdbeeren.
Um Gottes Willen, nie wieder :'c

Aber heute war in Ordnung.
Irgendwie bin ich furchtbar müde die ganze Zeit,
ich weiss nicht obs an den Medis liegt oder am Wetter oder an sonstwas,
aber das macht mir zu schaffen.
Es drückt die Stimmung irgendwie nochmehr.

BZA war heute der andere Pfleger Vertretung,
und es war mal ganz interessant selber die Führung in den Übungen zu übernehmen,
also ohne Input von Aussen die Folgen durchgehen.
Es geht jetzt immer besser mit dem zurückweisen und zulassen,
dieser Tanz mit dem Gegner. Denn irgendwie ist Eskrima wirklich mehr tanzen als kämpfen.
Aber am Ende haben wir wieder diese Übung aus dem Kung-Fu gemacht,
mit dem Igelball.
Die ist son Overkill für mich.

Dann nachmittags inner Achtsamkeit gleich nochmal sone "Komm mir nahe"-Aufgabe,
das war etwas viel.
Es ging darum, in einem Raum mit den anderen umherzugehen, zuerst normal, dann schneller, dann seitwärts und zuletzt rückwärts.
Dann mit Augen zu und mit Augen zu rückwärts.
Das hab ich aber nicht mitgemacht und hab ausgesetzt, bei dem mit geschlossenen Augen.
Irgendwie.. ich weiss gar nicht, wieso ich mühe damit hab, wem nahe zu kommen.
Spontan fallen mir zwei Gründe ein:

1. Ich will niemanden verletzen
2. Ich will niemandem zu nahe kommen, der mir vielleicht nicht nahe kommen will

Irgendwie spielt da aber auch mitrein, das ICH nicht näherkommen will,
aber ich verbiete mir dieses Denken.
Weil mein Empfinden nicht wichtig ist, weil es "egoistisch" ist.
Ich weiss nicht, ob ich einfach so kaputt bin im Kopf, oder mir nur was vormache,
wobei ich nicht ganz sicher bin, ob das nicht dasselbe ist.

Es war aber auf jeden Fall sehr... erhellend.
Weil ich angefangen habe drüber nachzudenken.

In der Schlussrunde dann habe ich es endlich geschafft, auszusprechen,
was ich gestern schon für mich beschlossen habe:
Ich muss aufhören, alles nur mit mir selber auszumachen.
Ich will anfangen, den anderen was von mir zu zeigen,
mich zu öffnen.

Aber ich hab so schreckliche Angst davor, Angst wieder verletzt zu werden,
wieder nur Schläge einstecken zu müssen.
Ich habe Angst davor.

Aber es war gut, es ausgesprochen zu haben,
weil es jetzt.. irgendwie fix ist.
Und meine Mitpatienten und die Pflege weiss es auch,
und kann mich notfalls drauf hinweisen.
Das ist beängstigend, aber gut.

Fürs Wochenende wünsche ich mir, einmal richtig durchschlafen zu können.
Das wäre toll.

Donnerstag, 5. Mai 2016

Tag 47 | Meh

Ich bin unzufrieden mit dem Gespräch von Gestern.
Also Einzel mit der Bezugsperson.
Und das nicht wegen ihr, sondern wegen mir.

Ich merke, dass ich mich selber so krass ausbremse, weil ich nicht sage was ich denke und fühle,
weil ich alles sofort niederbewerte im Kopf.
Aber bis ich gemerkt habe, dass es so ist, ist die Stunde auch rum und ich kann erst nächste Woche wieder "reinen Tisch" machen.
Aber so bespricht man jedes Thema quasi zweimal, und das ist suboptimal.

Ich muss aufhören damit, alles mit mir selber auszumachen,
aber das ist leider gar nicht so einfach wie gedacht.
Ehrlich gesagt ist es verdammt schwierig, weil ich so in diesem Film der letzen 21 Jahre drin bin,
dass ich erst ganz langsam anfange zu merken, wo eigentlich die Ausfahrten für neue Wege wären.
So Autobahnmässig.

Ich weiss nicht, was ich machen soll.



Dienstag, 3. Mai 2016

Tag 46 | Ein entspannender Scheiss-Tag

Es ist besser.
Es ist heute besser als die letzten Tage, und das ist schön.

Lustigerweise hasse ich den Dienstag, ich hab soviele Therapien die fordern und bis spät Nachmittags,
und sowieso bääh blöd.
Aber genau dieser Tag tut mir oft total gut,
mag am Yoga liegen, mag am Zeichnen liegen, mag an der Literaturgruppe liegen,
ich weiss es nicht.
Irgendwie stimmt es einfach und bringt mich auf ein Level, das es mir erlaubt,
genug Abstand von mir und meiner Stimmung zu nehmen, um mich zu sammeln.

Zum Gemeinsamen Mittagessen hat heute eine Mitpatientin Asiatischen Gemüsereis gekocht, mit etwas Hühnchenfleisch.
Es war echt lecker, nur leider war Zitronengras dran.. ich hasse Zitronengrass :'D
Aber hat trotzdem gepasst.

Ich bin finanziell aktuell richtig richtig mies unterwegs,
ich hab zwei Zahlungen im Mai total verpennt und bin deswegen am dritten des Monats schon komplett pleite.
Ich glaube, das ist neuer Rekord^^

Aber aktuell in der Klinik brauche ich eh für nix Geld, und Zeit welches auszugeben hab ich auch kaum.
Und um mir was zu kaufen.. ich glaube, da fehlt mir die Selbstliebe, aktuell.
Aber auf die Figuren, die ich noch im April bestellt hatte, freue ich mich.

Was gabs heute denn so?
Mein Kousei ist fertig, morgen gibts dann n Bild.
Und er wird in den Räumlichkeiten der Klinik aufgehängt, was ich irgendwie immer noch nicht so recht glauben kann.
N Bild von mir öffentlich einsehbar in der Klinik.
Das ist.. wow.
Dabei kann ich doch gar nicht so gut zeichnen.. Q_Q

Aber ich bin mutiger geworden.
Ich probiere jetzt neu eine sehr.. nun, faszinierende Technik aus,
mit Kleenex und Matsch-Farbe.. es ist wies klingt: Spannend :D
Mal schauen, was draus wird.

In der Literaturgruppe hatten wir ne "Sonderstunde",
eine Mitpatientin war das letze Mal dabei und hat son Frage-Spiel mitgebracht,
das war mal was anderes.
Ich weiss nicht, obs mir gefallen hat, aber es war ganz lustig.

Irgendwo hinten im Kopf spukt bei mir immer die grosse Frage rum,
ob es denn grade gerechtfertigt ist, dass ich dieses oder jenes sage, tu, frage,
oder ob ich einfach die Klappe halten sollte.
Das macht solche lockeren Unterhaltungsrunden recht anstregend,
und dementsprechend kaputt bin ich auch.

Morgen dann direkt früh raus, yeah.
Wegen doofen Busverbindungen und vorverlegten Terminen.

Gute Nacht, Min'a! (oder Minna. Oder Mina. Oder einfach みな)


Montag, 2. Mai 2016

Tag 45 und alle fucking Tage dieses Universums zusammen!

Eigentlich geht meine Tastatur schon seit Freitag Abend wieder,
aber irgendwie.. war mir nicht nach Schreiben.
Ich hab ganz viel, was aufgeschrieben werden will, vielleicht auch sollte,
was mir Gedanken macht, mich beschäftigt, mich belastet, mich befreit.
Aber ich.. kannwillweiss nicht wieso ich nicht schreibe.

Es geht mir sehr schlecht grade, gezogen über die letzten Tage schon.
Und ich.. weissjadoch (nicht) wieso. Hah.

Es läuft alles, aber leider in vollem Tempo an mir vorbei,
ich an mir selber, durch mich selber hindurch,
und ich kann nichts ausser Abend für Abend weinen,
oder mich in wilde virtuelle Abenteuer stürzen, um dem Weinen zu entgehen.

Mein Kopf besitzt grade nicht die richtige Garderobe, um sich zu zeigen.
Genau genommen besitzt mein Kopf grade gar nichts, und ich besitze ihn nicht.
Ich weiss nichts, ich habe nichts, nichts ausser mir selber, und das ist irgendwie nicht viel.
Vielleicht habe ich nicht mal mich.

Ich finde mich nicht zurecht in dieser Welt und in meinem Leben,
ich werde überflutet mit Mails von der Uni, ob ich nun weitermache,
von der Berufsberaterin vom letzen Jahr, ob ich den Termin am Freitag nun will,
vom IV-Amt, weil Angaben fehlen,
von Freunden, die gerne Aufmerksamkeit hätten und sich vernachlässigt fühlen,
von irgendwelchen Youtubern, weil sie Video XY hochgeladen haben,
Videos die ich sowieso nicht schaue,
aber ich kann mich nicht dazu aufraffen, den Newsletter abzubestellen.
Ich kann mich zu gar nichts aufraffen.
Ich kann gar nichts.

Da ist so vieles von früher, erlernte Schubladen und Muster,
deren ich mir immer mehr bewusst werde,
ich erkenne, wer was falsch gemacht hat, was wann falsch gelaufen ist.
Ich will das nicht schreiben, weil ich mich furchtbar egoistisch fühle dabei,
und auch das ist eine erlernte Spur,
ja nicht egoistisch wirken, bloss nicht..
Ich kann das fast nicht aufschreiben.

Aber ich glaube, es ist wichtig, dass es mal getan wird.
Es tut weh.
ES TUT WEH.

Es tut weh sich zu erinnern,
es ist so verdammt schwierig, einfach mal traurig zu sein,
dass vieles so krumm gelaufen ist.
Und gleichzeitig wäre es unheimlich wichtig, es zu sein.
Aber ich kann nicht..

Ich kann nur diese diffuse Art von Trauer empfinden,
die mich aus den Ecken des Raumes, aus den Spitzen der Sonnenstrahlen und Regentropfen heimsucht,
die mich einhüllt und an der ich irgendwann erfrieren werde.
Das ist so schwer.

Heute hat mir mein Hellblau der Woche gesagt,
dass ich nicht die richtige Ansprechperson bin.
Das man zwar gerne mal Schwach wäre, und das auch brauchen würde,
aber das ich da nicht für infrage komme.
Das tut weh.

Ich weiss, dass ich nicht wirklich für sowas geeignet bin,
nicht solange ich mir selber nicht mal helfen kann,
aber es.. tut einfach weh.
Das war fester Bestandteil meines Wochenablaufes,
ich habe die Unterhaltungen geschätzt.
Und ironischerweise gerne weitergeholfen, wenns genau um solche Themen ging.

Ich meine, das heisst ja nicht, dass sich jetzt irgendwas ändert.
Im Grunde genommen ist alles genauso wie vorher, nicht nur im Grunde genommen,
es ist genau so wie vorher.
Das ist okay, denke ich.

Menschen sind so unglaublich individuelle Wesen, dass es überhaupt ein Wunder ist,
dass sich manche finden und verstehen.

Ich glaube, ich würde gerne den Leuten mehr von mir erzählen.
Überhaupt mal jemandem erzählen.
Aber ich kann nicht.
Das ist so falsch.. es fühlt sich so falsch an.

Ich fühle mich so fürchterlich alleine.

Ich weiss nicht weiter.

Ist es okay, dass ich sowas schreibe?
Ist es okay, dass mir das wehtut?
Darf ich das?

~~~~~~

Aber hey, da ist dieses Lied, wenn ich das höre, dann gehts mir besser.
Es ist von den japanischen Sprecher von den One Piece-Figuren gesungen,
und einfach.. grossartig.
Generell finde ich aktuell viel in dieser Serie,
genug, um mich durch den Tag zu bringen.

Und das ist schön, weil das nicht jeder hat.