Mittwoch, 30. Juni 2021

Fragments of a caleidoscope #12

He had been searching for a certain date he needed to complete his cv and somwhere along the way he got lost in old blog postings from many years ago.
How different his writing style had been, he thought, way more.. authentic. The diary kind of post with lots of personal feelings and wishes and thoughts about what he had experienced and less formal, less ambigous. It's not like they were easier times but he seemed to have lost the ability to describe what was going on with his life. His writing senses had grown dull or so it seems.

With a soft smile now and then he skipped through the postings, the kind sweetness of the rasberries he ate a few minutes ago still lingered on his tongue, softening the slightly bitter taste of remembering places and faces and voices of things long gone. A melancholic melody in his heart, his head, his fingertips - he did not wish to go back, he was in a different place now, not entirely better, but different enough to cherish the experiences he had made along the way. He was still making everyday, trying to figure out this thing called life.

Even though he had achieved many things so far, there were still many many moments where he wasn't able to outgrow himself, where he was stuck inside his nightmare of a head. Just the other day he had felt and acted so textbook-typical like someone with his illness. Irrational, impulsive, inappropriately intense. Luckily, nobody was involved and noone got hurt, noone but himself, mentally, that is.

He could still feel his fingers typing "it hasn't even rained here, yet", letter by letter, each dampening his enthusiasm to contribute to the conversation going on. Letter by letter his finger grew heavier and heavier until he couldn't move them anymore. Why even bother? It's not like anyones interested in what he has to say anyway. It's not like HE is interested in what he has to say. It doesn't matter wether he answers or not. Maybe the question wasn't even directed at him and it would not only be futile to answer, but awkward, too? He'd.. he'd better not. 

His eyes were still directed at the chat on his phone, but he couldn't see the letters disappearing anymore, one by one erased by the merciless backspace key weighted down by his thumb. It didn't matter. Nobody would miss his answer. Nobody would ask. It was okay.
With a sigh he pulled himself back from his daydream and adverted his eyes back to the screen of his laptop which illuminated his stale face with a lifeless, neverchanging light. Back to his past and the evernagging feeling that he didn't matter. That he never had mattered in the first place. Not back then and not now.
Never.

Montag, 21. Juni 2021

Glasmurmelspiel

 Manchmal denk ich mir, ich will wirklich lernen zu zeichnen.
Ich will Dinge festhalten, sie in all ihrer Schönheit wiedergeben.

Schnee, wie Puderzucker verstreut über der Welt-
Licht, dass sich in braunen Augen bricht und die hunderte von Facetten hervorbringt-
Das durchsichtige Glas gefüllt mit Büroklammern das auf der Ablage auf Arbeit steht -
Blumen, Blüten mit ihren Regelmässigkeiten und Muster-
Zitrusfrüchte, Zitronen und Orangen und Limetten in der Mitte durchgeschnitten-
Meine Figuren und ihre ästetischen Posen-
Bücher, Bücher, Bücher - Buchrücken, Bücher von vorne, von der Seite, aufgeschlagene Bücher -
Hände auf Klaviertastaturen, Hände, die über Notenblätter streichen-
Die Maserung von Aquarellpapier-
Pinsel, Farbkästen-
Baumrinde und Blätter und Wurzeln-
die exakte Geometrie von Gebäuden, mit seinen Fenstern und Türen und Ecken-

Die Welt ist voll mit so wunderschönen Dingen und manchmal fühle ich, dass ich überfliesse wenn ich versuche all die Anblicke in mir drin zu verwahren, dass da gar nicht genug Platz ist.
Nicht genug Platz und nicht genug Zeit um all diese Dinge zu sehen, spüren, erleben.
Nicht genug Zeit um einen Skill so zu perfektionieren, dass ich bis ins kleinste Detail wiedergeben kann, was mich daran so bewegt.
Es heisst ja, wenn du Dinge erleben kannst ohne sie irgendwie festhalten zu müssen, dann lebst du im Moment.
Aber wenn ich immer nur im Moment lebe, dann laufe ich über, dann zerspringe ich in tausend kleine Teile, inmitten dieser schillernden, abertausend-facettenreichen Welt, inmitten all dieser Farben und Klänge und Empfindungen.

Manchmal, wenn sich die Sonne im richtigen Winkel in der geschliffenen, polierten Emotionsmurmel bricht, dann denk ich mir: Es ist so wunderschön, diese Gefühle in all ihrer Intensität wahrnehmen zu dürfen.
Manchmal bin ich dankbar dafür, dass ich alles so viel stärker empfinde.

Manchmal ist die Welt so wunderschön.

Donnerstag, 17. Juni 2021

Hen

 Hallo, mein Name ist Jin und ich bin seltsam.

Seltsam, komisch, schräg - eben anders als normal.
Und so wie ich sind auch viele andere merkwürdig - nicht normal.
Und das ist okay.
Es ist aber genauso okay, normal zu sein. Dem zu entsprechen, was als Norm festgelegt wurde,
dem Durchschnitt zu entsprechen.
Das ist genauso in Ordnung wie dem eben genau nicht zu entsprechen.

Viel wird über dieses "was ist schon normal" diskutiert, und ehrlich gesagt gibt es da relativ gute Anhaltspunkte.
Es ist normal, nach der Schule eine Ausbildung anzufangen und dann eine Arbeit zu finden.
Es ist normal einen Partner oder eine Partnerin zu finden und zu heiraten.
Es ist normal, sich mit Freunden und Familie zu treffen.
Und das ist okay so.
Es ist anders, mehrere Ausbildungen anzufangen und abzubrechen.
Es ist seltsam, kein Bedürfnis nach einer Partnerschaft und einer Heirat zu haben.
Es ist merkwürdig, lieber mit Freunden und Familien zu schreiben oder zu telefonieren als sich direkt zu treffen.
Und auch das ist okay so.

Menschen sind verschiedenen und manche entsprechend der Norm, andere nicht.
Problematisch daran ist nur, die Norm als gut und alles andere als schlecht zu sehen.
Genauso problematisch ist das Gegenteil - auf Teufel komm raus alles als "anders" zu bezeichnen,
alles zu verteufeln was dieser Norm entspricht. Denn das ist im Prinzip genaus dasselbe - es gibt eine richtige Art zu sein und eine falsche Art - das ist schlicht nicht wahr.

Es ist völlig egal ob du normal bist oder anders, es ist völlig egal ob du dich selber als normal ansiehst oder nicht, ob für dich vielleicht die Norm merkwürdig oder das Merkwürdige die Norm ist - das alles spielt letzlich keine Rolle. Wichtig ist nur, dass du mit dem, wie du bist, zufrieden bist. Dass du mit dir selber leben kannst und andere damit leben lassen kannst, wie sie sind.

Bedürfnisse sind nun mal verschieden und das gilt es zu wahren, zu respektiven, wertzuschätzen. So viel Gutes kann wachsen wo den Unterschieden der Menschen Respekt entgegengebracht wird. Der Horizont ist so unendlich weit und jede Ansicht, die nicht meiner entspricht, erweitert ihn ein bisschen mehr.

Es ist egal, wie ich bin - denn ich bin. Punkt.

(Das ist jetzt furchtbar unzeremoniell ausgedrückt, aber mein Schreibhirn ist grade in Urlaub wies scheint)

Samstag, 12. Juni 2021

Momentaufnahme #117

 Ah

Dies Gefühl
willst du mir sagen
es trägt keinen
Namen?

Sagst du mir
dies Gefühl
bleib so wirr?
Hier, in mir drinn

Ein Wirbelsturm
hochkochend
FreudLeidWut leuchte!
Erliege
dieser Seuche

Ah, Gefühl
was machst du
mit mir
was machst du
hier

Ah.
Fühlen - Leben
Sein
Angestrengt

Ich bin müde.

Emotionsmaschinerie

 Meine Schleifapparatur ist ein bisschen kaputt. Meine Kochstation, die Weiterverarbeitungsmaschine.

Und so bleiben die Emotionen roh und zu gross für meine Setzkästen und Vitrinen.
Mir bleibt nichts übrig, als sie zu stapeln wie sie sind, Stein auf Stein auf Stein, Gefühl auf Gefühl auf Gefühl, aber leider halten sie nicht so gut und geraten durcheinander, und irgendwann steh ich da, knietief in wild durcheinandergewürfelten, rohen Emotionen.

Es ist schwer, an solchen Tagen unter Leute zu gehen, noch schwerer als sonst schon, weil ich so schlecht ausbalanciert bin, voll mit ungeschliffenen, unverarbeiteten Gefühlen die darauf warten, zu kleinen, blitzblanken Murmeln zurechtgemacht und weggepackt zu werden, dahin wo sie gehören.

Jeder Mensch muss das machen. Sein Empfinden sortieren, einordnen und an den richtigen Ort bringen.
Die Natur hat mir mitgegeben, dass diese Steine bei mir viel grösser und unhandlicher sind als bei anderen, weswegen ich sie erst zurechtmachen muss, ehe sie in die Abteile der Schubladen passen. Ecken und Kanten wegschleifen, anpassen, und dann wegbringen.
Mehr Arbeit, mehr Aufwand - aber auch mehr Möglichkeit, das Schönste aus diesen Steinen herauszuholen. Durch den Schliff glänzen sie mehr als die anderer, sind bunter, schimmernder.
Mehr Arbeit, mehr Aufwand - an guten Tagen machbar, okay. An schlechten Tagen, mit Sand im Getriebe und fast leeren Batterien mehr, als ich leisten kann. 

Therapie heisst die Maschinen bedienen lernen, kochen, verarbeiten, anpassen. Maschinen bedinen und warten lernen, und irgendwann - irgendwann hoffentlich, vielleicht, mit etwas Glück einen gewissen Automatismus reinzukriegen. Nicht mehr jeden Tag alle Lämpchen überprüfen müssen, nicht mehr jeden Tag alles selber anschmeissen und überwachen.
Die Geräusche in mir drinn deuten lernen, wahrnehmen, wenn etwas nicht in Ordnung ist und genug Ressourcen haben, kleinere Defekte selber beheben zu können.

Lernen, aus diesen übergrossen, rohen Steinen kleine, schöne Murmeln zu machen, mit etwas Mehraufwand aber ohne Kapazitätsverlust gegen Aussen.

Noch bin ich davon weit entfernt - aber irgendwann. Irgendwann, so hoffe ich, jeden Tag.
Irgendwann werde ich das können.

Donnerstag, 3. Juni 2021

The Hydrangea of the Third of June

On my desk
my mothers flowers
we both share
the same blue

June is thriving
nature blooms
and I wish
you were, too



Happy Birthday <3