Hallo, mein Name ist Jin und ich bin seltsam.
Seltsam, komisch, schräg - eben anders als normal.
Und so wie ich sind auch viele andere merkwürdig - nicht normal.
Und das ist okay.
Es ist aber genauso okay, normal zu sein. Dem zu entsprechen, was als Norm festgelegt wurde,
dem Durchschnitt zu entsprechen.
Das ist genauso in Ordnung wie dem eben genau nicht zu entsprechen.
Viel wird über dieses "was ist schon normal" diskutiert, und ehrlich gesagt gibt es da relativ gute Anhaltspunkte.
Es ist normal, nach der Schule eine Ausbildung anzufangen und dann eine Arbeit zu finden.
Es ist normal einen Partner oder eine Partnerin zu finden und zu heiraten.
Es ist normal, sich mit Freunden und Familie zu treffen.
Und das ist okay so.
Es ist anders, mehrere Ausbildungen anzufangen und abzubrechen.
Es ist seltsam, kein Bedürfnis nach einer Partnerschaft und einer Heirat zu haben.
Es ist merkwürdig, lieber mit Freunden und Familien zu schreiben oder zu telefonieren als sich direkt zu treffen.
Und auch das ist okay so.
Menschen sind verschiedenen und manche entsprechend der Norm, andere nicht.
Problematisch daran ist nur, die Norm als gut und alles andere als schlecht zu sehen.
Genauso problematisch ist das Gegenteil - auf Teufel komm raus alles als "anders" zu bezeichnen,
alles zu verteufeln was dieser Norm entspricht. Denn das ist im Prinzip genaus dasselbe - es gibt eine richtige Art zu sein und eine falsche Art - das ist schlicht nicht wahr.
Es ist völlig egal ob du normal bist oder anders, es ist völlig egal ob du dich selber als normal ansiehst oder nicht, ob für dich vielleicht die Norm merkwürdig oder das Merkwürdige die Norm ist - das alles spielt letzlich keine Rolle. Wichtig ist nur, dass du mit dem, wie du bist, zufrieden bist. Dass du mit dir selber leben kannst und andere damit leben lassen kannst, wie sie sind.
Bedürfnisse sind nun mal verschieden und das gilt es zu wahren, zu respektiven, wertzuschätzen. So viel Gutes kann wachsen wo den Unterschieden der Menschen Respekt entgegengebracht wird. Der Horizont ist so unendlich weit und jede Ansicht, die nicht meiner entspricht, erweitert ihn ein bisschen mehr.
Es ist egal, wie ich bin - denn ich bin. Punkt.
(Das ist jetzt furchtbar unzeremoniell ausgedrückt, aber mein Schreibhirn ist grade in Urlaub wies scheint)
Donnerstag, 17. Juni 2021
Hen
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