Mittwoch, 30. August 2017

Younger now

Oh gott, ich will so viel erzählen von den Dingen die mir hier passieren,
von Melina die die ganze Station zusammenschreit weil sie sich erschrocken hat,
von Lucy, die sich gestern Abend ganz spontan eine Glatze rasiert hat,
von Jupiter die mich im Regen umarmt und mir gesagt hat, dass sie mich mag,
von Sebi, der einen Geliebten in Kolumbien hat, aber keine Möglichkeit, ihn zu sehen,
von Michelle und ihrem Freund, der fest davon überzeugt war, eine Bergbahn sei ein Erdmännchen,
von Géraldine die sich über ihr Resting Bitch-Face aufregt (das sie nicht hat),
von Milosh, der so ein.. grossartiges Wesen besitzt, sich aber viel zu sehr hinter seinen Ängsten versteckt,
von Virginia, die nie was sagt, aber immer jeden noch so dunklen Klatsch über alle weiss,
von Julie und ihrem Disneyfimmel,
von Franco und seiner grässlichen Musik (und seinen coolen Haaren),
von Aiden, Patricia, Mahir, Saulo, Katharina, Hermine, Alessio, Estelle, Lisa.

Von meinem geliebten Terrorzwerg Jil.

Von dem Typen vom Park A, von dem ich nicht mal den Namen kenne,
den vier Jugendlichen von irgendeiner Jugendstation die ich im Café getroffen habe,
von all diesen wundervollen Menschen, die ich hab treffen dürfen, die alle auf ihre eigenen Art ihre Spuren hinterlassen haben.

Aber ich finde keine Worte.
Nicht die Worte, die ihnen gerecht werden.
Aber ich will, dass die Welt weiss, dass mir diese Menschen begegnet sind,
und dass ich auf die eine oder andere Art an sie denke.

Ich will, dass die Welt weiss, dass es diese Menschen gibt.


Und, und das ist jetzt KOMPLETT unrelated - ich hab mein Lebensmotto gefunden:

"Thank god for Ragingly Gay Oikawa Tooru."

Summer Rain | Mooifyourcows | www.archiveofourown.org


Amen.

Along the way

There is something about the quiet of the night, about the silence and tranquility that wraps around the four of them, them who are separated by walls and roads yet are drawn back together with nothing but a book, their computer screens and the tangible bond linking them together.

It rouses a deep fondness in him, a worldly adoration, a profound love for his three friends. Three Two who have come from different walks of life, tied first to each other before allowing a few tendrils to sneak out and draw him in with them, somehow, somehow, weaving him into their beautiful tapestry of banter and support and care.

Matsukawa wonders what he has done to deserve them, done to deserve knowing such wonderful people when he isn’t anywhere as good as them.


Sweet and Savory | SaphyreLilly, Your_Friendly_Neighborhood_Pidgeon | archivesofourown.org



Dienstag, 29. August 2017

Ne, Tsuki-san

Ich bin WÜTEND 


Mein Vater hat mich vorhin angerufen, und es hat mal wieder heftig ärger gegeben.
Es ist so lächerlich.
Leider kann ich über den eigentlichen Grund, warum wir in streit geraten sind, gar nicht schreiben, weil es Teil einer Überraschung für jemanden, der das hier theoretisch lesen könnte, ist.

Grundaussage ist aber, ich solle "dran denken, was meine Handlungen für Messagen senden".
Fuck you, die Message ist schon richtig so, haste schon verstanden.
Denn wenn er DAS nicht versteht dann der Mann wesentlich mehr Probleme als ich, und das auf einer ganz anderen Ebene.
What the fuck erwartet er denn von mir, dass ich mich da brav hinsetze und lächel und brav bin und ein bisschen besser in das fucking Bild passe das er gerne hätte, aber einfach nicht da ist?

Er lebt irgendwo in seiner dummen Seifenblase in einem absoluten State of Denial,
und rallt gar nicht, was seine Worte alles anrichten, auch dann nicht, wenn man ihn drauf hinweisst.
Warum diskutiere ich mit diesen Leuten eigentlich überhaupt noch?
Jesus Christus.

Ich bin so hin und hergerissen.
Weil, einerseits, ja, die zwei können mich mittlerweile wirklich kreuzweise,
und es ist einfach nur noch lächerlich, wie oft sie "Ich will nicht mit euch reden aktuell" nICHT VERSTEHEN.
Und ja, ich KANN nachvollziehen dass das vielleicht schwierig ist für sie, und es tut mir auch wirklich leid.
Aber jedes Mal, wo einer von beiden trotzdem wieder nachfragt, ob ich mit ihnen reden will,
will ichs noch weniger.
Wenn ich ihnen direkt gegenüber stehe oder sitze und mit ihnen reden muss, dann schrei ich sie an.
Ich könnte mich im Moment null beherrschen.
Und das will ich sowohl ihnen als auch mir ersparen.
Und auch das habe ich so gesagt, aber er rafft es nicht.
Er.
Versteht.
Es.
Nicht.

Holy Mutter Maria, was soll ich denn noch machen?

Er meinte, ja es braucht ja von beiden her Kompromisse und Bereitschaft und HALT DEIN MAUL DAS WEISS ICH, WAS GLAUBST DU ZUM TEUFEL TU ICH DIE GANZE ZEIT?!
Würde ich in den Einzeltherapien den ganzen Crap zuhause nicht besprechen und versuchen einen Umgang damit zu finden und wie ich mich ihnen wieder annährend kann,
hätte ich wesentlich mehr Zeit an meinem persönlichen Zeugs zu arbeiten.
Was für fucking Vorstellungen hat dieser Mensch eigentlich?
Was zur Hölle soll cih denn noch machen ausser es SAGEN?

"Ja, nein, ich habe immer jahrelang zurückgesteckt wegen dir und auf dich Rücksicht genommen."
Das ist so fett gelogen.
Also, ja, nein, natürlich HAT mein Vater wirklich viel für mich gemacht, mich immer (finanziell) unterstützt,
mir viel Möglich gemacht, und das spreche ich ihm doch gar nicht ab!
Ich bin ihm wirklich zutiefst dankbar dafür, wirklich.
Aber er hat nie wegen meiner Krankheit irgendwelche Kompromisse eingehen müssen.
Ich habe immer den ganzen Scheiss alleine mit mir ausgemacht.
Da haben meine Schwestern wesentlich mehr von meiner kaputten Wahrnehmung und dem ganzen Zeugs mit-, und abgekriegt als er, die zwei waren teilweise wirklich arme Leute was das anging.

Ich bin nie zu ihm und hab ihm gesagt yolo, ich will grade aus dem Fenster springen,
oder das ich mich jetzt grade verletzen will, oder das ich wieder in irgend einer räudigen Bahnhofstoilette eine Panikattacke hatte,
oder das ich nicht schlafen kann weil mein blöder Kopf seine Schnauze nicht hält,
ich habe ihn NIE mit irgendwas belastet.
NIE.
Aber nö, er hat ja immer zurückstecken müssen wegen mir und meiner Diagnose, zum Beispiel das er immer die Wäsche alleine gemacht hat.

Will der mich eigentlich fucking verarschen?
Ja, er hat wirklich viel alleine gemacht, über lange Zeit hinweg.
Aber doch nicht weil ich krank bin, verdammt nochmal.
Ich war dumm und stur manchmal und hab meine Aufgaben oft vernachlässigt und war weniger ordentlich und gründlich wie meine Schwestern,
das IST wahr, das bestreite ich auch nicht. Null.
Aber holy, offenbar ist das Grund genug das ich jetzt für immer und bis in alle Zeiten alle seine Macken und Ticks hinnehmen und akzeptieren muss.
Dazu kommt, dass sich seine Frau einfach verbal total daneben verhält,
mir irgendwas an den Kopf wirft von wegen ich simuliere nur, ich bin zu dumm zum Bügeln,
ich habe das Gefühl ich bin nur in einem Ferienlager, wenn ich rede sage ich nur komisches Zeugs,
ich bin frech, ich bin egoistisch, denke nie nach..
Muss ich noch weiter machen?
Wow, echt, wenn ich mich jemandem annähern will, von dem ich weiss, dass er zwischenmenschlich Probleme hat, dann ticke ich einmal im Monat aus und schmeisse mit so Zeugs um mich.
Was ist eigentlich los mit der Frau?

Ich bin so wütend, und kann vermutlich grade auch nicht sonderlich reflektiert schreiben.

Aber ich.. aargh, ich fühl mich so so so mies,
wenn mein Vater mir drei Mal sagt, dass sie ja auch Bedürfnisse haben,
und das ich das verstehen muss und deswegen doch bitte mit ihnen reden soll weil das für sie so nicht aushaltbar ist..
ich hab das Gefühl ich bin echt der hinterstletzte Mensch der ihre Gefühle eiskalt ignoriert und sie wirklich nur ausnutzt und egoistisch ist.
Und es tut mir so leid, dass ich so bin und das ich nicht einfach das perfekte Kind bin, dass mit Stolz in der Nachbarschaft herumgereicht werden kann.
Es tut mir wirklich von Herzen leid.

Es scheint einfach keinen Zweck zu haben, wirklich auf meine Bedürfnisse zu achten,
denn damit missachte ich die ihren und werde zum schlechten Menschen.
Ich denke, der Therapeut, zu dem sie jetzt seit kurzem gehen, wird ihnen halt sagen,
sie sollen ganz klar ihre Bedürfnisse kommunizieren und verlangen,
dass ich sie beachte.
So, das ist ja richtig.
Aber mir wird dasselbe gesagt.
Und unsere Bedürfnisse gehen aktuell in eine entgegensetze Richtung, sprich, es ist gar nicht möglich beide zu beachten.
Ich will wirklich nicht in alte Muster zurückfallen,
aber ich habe ja keine andere Wahl als auf sie einzugehen und mich hintenanzustellen.
Es gibt ja keine andere Lösung.
Ich kann auch nicht von ihnen verlangen, dass sie ihre vernachlässigen.
Es GIBT keine Lösung dafür.
Und ich will sie nicht verletzen.
Ich bin vielleicht wütend und frustriert und hilflos,
aber ich will ihnen wirklich nicht wehtun und ich möchte ihnen entgegenkommen.

Aber allein durch dieses Telefonat habe ich das Gefühl, sind wir wieder MEILEN weiter voneinander weggerückt.

Sag ich ihm, dass er manchmal wirklich in einer Seifenblase lebt, und das, was er selber nicht fühlt oder denkt einfach als Inexistenz oder für nie passiert erklärt.
Zum Beispiel ist er oft überzeugt davon, dass er Dies und Jenes gesagt oder getan hat,
dabei ist es nie passiert. Und dessen sind wir drei Kinder uns dann sicher.
Aber nein, wenn wir ihm das sagen, heisst es einfach: Nö. Sorry. Ich hab dir das gesagt.
Alternativ auch "Ich hab das nie gesagt" oder getan oder whatever.
So, sag ich ihm, schon ziemlich in Rage, dass er immer in seiner eigenen Wahrnehmung lebt und gar nie weiter denkt.
Und was sagt er?
"Ich weiss, dass kann mal passieren, aber man soll nicht verallgemeinern und "immer" sagen. Aber ist schon okay, kommt mir manchmal auch vor"

Ich will ihn SCHLAGEN.

Das ist alles so unfassbar dumm.

Aber Jupiter macht auf der Station hier nen zweiten Aufenthalt wenn sie ausgetreten ist,
was die Option für mich, selber nochmal zwei Monate dranzuhängen zu etwa 9283% attraktiver geworden ist.
Aber das steht eh noch alles in den Sternen.

Ich geh jetzt ins Bett und denke an JJ und Oikawa.

Alter.




Your friendly neighborhood pidgeon

I'm the King JJ, no one defeats me,
this is who I am, baby.




Theme of the King JJ - Oh! Suketora!!!


Ich bin sehr verwirrt, was das ganze Identitäts, Geschlechterzeugs angeht.
Nachdem ich mich gestern sehr lange mit Aiden unterhalten habe, verstehe ich einige Dinge zwar ein bisschen besser,
aber.. sicher, was ich jetzt eigentlich bin oder wie ich mich fühle, bin ich immer noch nicht.
Die Leute hier versuchen mir die ganze Zeit zu sagen, dass das auch voll okay ist,
und ich möchte das gerne glauben.
Es ist halt so.. ich weiss ja schon länger, dass ich mich wirklich nicht 100% als Frau fühle.
Und das ich es hasse, in die Schublade "Frau" gesteckt zu werden, ist auch kein Geheimniss.
Ich habe auch gemerkt, dass ich es jahrelang einfach irgendwie.. weggeschoben habe,
zum einen, weil es immer irgendwas "brennenderes" gab,
und zum anderen.. ganz extrem, weil ich mir einfach gedacht habe,
dass es gar nicht sein kann, dass ich mich so fühle.
Es gibt Frau und Mann und fertig aus.
Ich weiss nicht, ob ich einfach so erzogen worden bin, oder ob es eher daran lag,
dass es in meinem Umfeld zu Beginn wirklich nur das gab.
(Wobei das irgendwie dasselbe wäre? Keine Ahnung?)
Ich weiss auch gar nicht, was für eine Einstellung meine Eltern zum Thema Trans und allem was dazwischen liegt hatten.
Wobei es mich wirklich krank macht, dass man dazu eine "Einstellung" haben kann/soll/tut.
Das ist doch deren verdammtes Leben, wie kann ich es mir da anmassen, eine Einnnnstellung dazu zu haben?
Es ist einfach respek-, und hirnlos damit ein Problem zu haben.
Weil es kein verdammtes Problem damit gibt!

Natürlich muss man sich vielleicht erst daran gewöhnen und hat vielleicht ein Problem es nachzufühlen,
wenn sich jemand plötzlich outet lieber das andere Geschlecht zu haben, keines oder beide.
Aber nur weil ich etwas nicht auch so fühle heisst das nicht, das ich das Recht habe, den anderen dafür zu verurteilen, es dumm oder falsch zu finden.

Ich habe bisher nur mit sehr sehr wenigen Leuten wirklich über das Thema geredet,
zum einen sicherlich weil ich mir einfach selber total unsicher bin,
und zum anderen, weil die wenigen teilweise herrlich danebengegriffen haben.

Ich glaube, am Schlimmsten ist "ist vielleicht nur eine Phase".
Ja, Jesus Christus, danke dafür.
Ich meine, ich WEISS, dass ich mich vielleicht nicht mein komplettes restliches Leben so fühle.
Vielleicht werde ich auch irgendwann Spass an Sex und Küssen haben,
vielleicht werde ich mich irgendwann in eine Frau verlieben, who tf knows?
Ich bin nerst 23.
Trotzdem ist es.. empfinde ich die Aussage, es sei nur eine Phase oder gehe vielleicht wieder vorbei als einen Angriff, weil damit mein aktuelles Fühlen in Frage gestellt wird.
So als ob ich am Besten nicht mehr drüber nachdenken solle, weil geht ja eh wieder vorbei.
Selbst wenn? Ich empfinde es JETZT eben so.
Ist das denn falsch?

Aiden ist auch Asexuell und Aromantisch, und empfindet im Bezug auf das Geschlecht ausserdem sehr ähnlich wie ich.
Aber wir haben beide keinen Namen dafür, auch keine.. direkte oder einfache Erklärung.
Wobei auch wir uns ein bisschen voneinander unterscheiden.

Aiden fühlt sich definitiv nicht als Frau und will auch nicht so gesehen werden , möchte aber auch nicht ein Mann sein. Etwas dazwischen.
Währenddessen habe ich ja durchaus meine weiblichen Züge und die finde ich voll okay,
ich denke mir zwar nie "Ye, heute bin ich gerne eine Frau", aber es gibt Tage an denen ist es mir egal und ich komm absolut problemlos zurecht mit dem Körper der mir gegeben worden ist.
An anderen, wenigen Tagen hingegen merke ich, dass ich mich eindeutig mehr männlich fühle,
dass sind dann die Tage wo ich die "Frauendüfte" von Parfum, Shampoo und Deo ganz weit hinten ins Regal stelle.
Meistens aber empfinde ich mich als keines von beidem.
Ich kann mich nicht festlegen zwischen Mann und Frau, habe keine Präferenz.

Aiden ist es auch wichtig, dass kein "sie" oder "ihr" oder sowas benutzt wird,
lieber sollte es versucht werden zu umgehen.
Das macht mir jetzt zum Beispiel auch nicht so viel aus.
Es ist mir eher relativ komplett egal.

Wohingegen wir uns aber sehr einig sind, ist dieses "Du bist halt eine Frau" oder "Jetzt sind wir eine reine Frauengruppe" oder "Bitte geben Sie ihr Geschlecht an"
Urghs.
Das macht mich immer so aggro. Generell finde ich diese Verallgemeinerungen "das ist eher Frau, das ist eher Mann" einfach nur dumm,
weil jeder absolut gesunde Mensch mal Tage hat, wo er sich vielleicht mal eher weiblich oder eher männlich fühlt.
(Glaube ich? Ist das so?)
Und es macht so viele Probleme für, eben, zum Beispiel Transsexuelle, dass es so ein dummes Tabu ist,
als Mann "Frauendinge" zu tun/besitzen/mögen und genauso umgekehrt, wenn auch da nicht so schlimm.
Das ist so überflüssig.
Lasst die Leute doch tragen und tun und mögen und whatever sonst noch was sie wollen.
Argh.
Menschen.

Aiden ist auch soweit und hat schon Absprachen mit der Krankenkasse getroffen,
es ist tatsächlich möglich, eine BrustOP, also, eine um die Brüste entfernen zu lassen, von der Krankenkasse übernommen wird.
Das wusste ich gar nicht.
Sie hat mir auch all die >Anlaufstellen und Adressen mal aufgeschrieben, aber das ist.. schon ein RIESIGER Schritt.
Ich meine, das ganze Drama nimmt ja erst so richtig seinen Anfang grade,
denn obwohl ich mich ja schon lange so fühle, fange ich erst jetzt an, zu versuchen damit zu leben,
und mich nicht einfach in die Schablone der typischen Frau zu zwängen.
Und sowas.. lässt sich nicht mal eben wieder rückgängig machen.
Da will ich mindestens noch ein oder zwei Jahre verstreichen lassen, ehe ich sowas auch nur in Erwägung ziehe.
Zum Glück gibt es ja sowas wie Binder, die zumindest ein bisschen gegen dieses abartige Ekelgefühl im Bezug auf meine Brüste helfen.
Ich meine.. ich kann mit diesen Dingern nichts anfangen.
So Null.
Sie stören nur, sie sind hässlich, unangenehm und ich fühle mich einfach.. falsch damit.

Ich fürchte mich davor, dass ich als abartig hingestellt werde,
ich fürchte mich davor, dass ich Menschen verliere, die ich liebe,
weil ich so empfinde.
Ich fürchte mich dafür, nicht ernst genommen zu werden.
Ich fürchte mich davor, dass andere denken, ich übertreibe nur und will nur speziell sein.

Ich wünschte, ich würde ganz normal fühlen.
Ich wünschte, es wäre einfach alles ganz komplett normal.


Generell habe ich viel über das Thema Geschlecht, Sexuelle Identität und so nachgedacht.
Ich frage mich, ob man an solchen Orten wie einer Klinik so viel Varietät findet, weil wir alle versuchen, uns eine Identität aufzubauen,
oder ob unser "Anderssein" dazu beigetragen hat, dass wir heute in der Klinik sind.
Vielleicht ein bisschen beides?

Oder, vielleicht ist dieser breite Fächer da draussen nicht anders, es traut sich nur keiner was zu sagen.

Dummes Thema.

Oh, ich hoffe übrigens, dass ich eines Tages meinen Vater und seine Frau dafür anschreien darf,
dass sie gegen die Homo-Ehe sind.
Das Bedürfnis habe ich, abgesehen von meinem eigenen Empfinden, schon seit ich erfahren habe, dass sie dagegen sind.
Und dieser Mann will mir was von wegen "offen für alles" erzählen.

Jil und ich haben überlegt, ob ich sie mal mit nach Hause nehmen soll und angeben sie sei jetzt meine Freundin.
Oder wir nehmen Milosh noch mit und sind Polyamoral, zwei Frauen und ein Trans - FtM.
Boi.

Ich will ein bisschen provozieren.


Es ist übrigens traumhaft wie viele negative Rückmeldungen ich dazu kriege, dass ich mir jetzt einen Iro geschnitten habe.
lol
Also, ich finde es selber nicht sehr passend.
Ich finde die kurzen Haare grossartig, aber der Iro an sich ist zu kurz und zu schmal.
(Wofür die Friseurin nichts kann. Ich habs ja so gewollt. Und ich hab keine Ahnung warum ich das dazu schreibe, weil Jupiter (die mir die Haare geschnitten hat) den Blog hier gar nicht liest, aber irgendwie braucht das mein Gewissen?)
Vielleicht muss ich mich auch erst dran gewöhnen, dass es jetzt so ausschaut?

Ich glaube, es passt einfach nicht zu meinem Gewicht.
Oder, andersum, weil ich übergewichtig bin, passt die Frisur nicht.

Aber diese Situation gibt mir ganz wichtige Möglichkeiten, zu lernen.

1. Es gibt Dinge, die sind in dem Moment eben so. Lässt sich nicht ändern. Deal with it.
2. Selbst wenn ich scheisse aussehe, heisst das noch lange nicht, dass man mich deswegen nicht mehr mag.
3. Es ist gut und wichtig, mutig zu sein und neue Dinge auszuprobieren, aber man sollte sich nicht von der Hitze des Gefechtes zu komischem Zeugs verleiten lassen.
4. Man maG MICH AUCH DANN NOCH, WENN ICH EINE SCHEISS FRISUR HABE
5. Nur weil jemand etwas Negatives zu mir sagt, entwertet das nicht mein komplettes Wesen
6. Radikal-Veränderungen schaffen Standpunkte und Blickwinkelveränderungen
7. Menschen mögen mich auch dann noch, wenn ich nicht dem Idealbild eines Models entspreche

Ganz wichtiges Zeugs, das ganz furchtbar schmerzt, aber wichtIGES ZEUGS IST WICHTIG.

Jesus.

In zwEI WOCHEN KOMMT MICHELLE WIEDER.
Oh mein Gott, ich freue mich total drauf.
Und ich bin so gespannt auf all die Erfahrungen die sie gemacht hat,
denn auch wenn ich ja dank ihrem Blog ab und an einen Einblick gekriegt habe,
ist das bei weitem nicht Alles und halt eben.. einfach ein Einblick.
Ich freue mich total drauf, es von ihr direkt zu hören.
Aaah.


Ich möchte erwähnen, dass es Bemerkenswert ist, wie sehr ich zum Oikawa-Fan mutiert bin,
obwohl ich den Kerl zu beginn absolut nicht abkonnte.
Aber ich bin currently in HanaMatsuIwaOi-Fanfiction-Hell und niemand wird mich da raus kriegen.
ICH BIN GERNE DAAA Q___Q

Polyamorie ist etwas tolles.

DieSE CHARAKTERE SIND WAS TOLLES.
AUCH WENN ES EIGENTLICH GAR NICHT DIE CANON-CHARAS SIND,
SONDERN IRGENDWELCHE AUSGEDACHTEN VON FANS.
ABER WHO CARES, ICH INHALIERE LIEBER WEITER HAIKYUU-FICTIONS.

Save me plz

Es folgen Random Hanamaki/Matsukawa/Iwaizumi/Oikawa - Pics, sie sind wesentlich für MEIN Leben, aber ihr verpasst in eurem nichts, wenn ihr sie nicht anschaut °^°
Es ggiiiiibt einfach keine wirklich wirklich schönen Fanarts von den viern. Aaaaahhhh!
Man ignoriere die zufällige Anwesenheit von Kunimi, Kindaichi und Watari in manchen Bildern













Sonntag, 27. August 2017

Chest filled with diamonds but still hollow

The more time that you spend with people, the easier they become to read. Meeting somebody new is like trying to read a book in a language that you don’t know. Bits and pieces, words that are familiar, things that you’ve heard before stick out to you and make a little sense, but for the most part you’re completely lost. 
Of course, you can study a language. You can study and study all the time until it makes sense to you, and then you open the book back up and suddenly the story is there and in front of you as plain as day.
Iwaizumi thinks this is probably give-and-take also. This means there’s three people who he understands well—three people who he can be honest with and three people who he can text whenever and three people who can read him just as well, probably. But there’s three people who are also living in Real Life, where there’s no perfect solutions. Real people with real problems. Real life with no real solutions. 
And as hard as Iwaizumi tries his best to cling to good things, he’s left scrabbling sometimes. 
He’s left scrabbling when Oikawa’s dad comes back for a month and Oikawa’s angry for the entire month and acts angry for a month after (when his dad’s left again without a word) but they can all tell that he’s hurt. And Iwaizumi’s left scrabbling when Matsukawa’s dog dies and he’s upset for weeks, and then his grandpa dies and Iwaizumi really doesn’t know what to say about either of those situations. He’s left scrabbling because those happy cartoons never told him what to do when your friends are hurting and when dogs and people die.


 Band-Aids | Acai | www.archiveofourown.org



The truth has been spoken.

Samstag, 26. August 2017

Prepare for trouble and make it.. 4x so schlimm?

 Out of nowhere, Oikawa sits up a little straighter with a beam in his eyes. 
Quoll-kawa, Matsu-Koala, and Kanga-maki!” 
“Oh my word, no.” Matsukawa buries his face in his hands, but his shoulders shake as he silently laughs, beyond the point of hysterics. Hanamaki blinks in disapproval at Oikawa, deadpan staring at him, despite the way he smugly smirks, oh-so-proud of himself. With a sigh, Hanamaki resigns to his fate and chuckles gently before realising something. 
“Wait a minute, what about Hajime?” 
“Iwaizoomi. He doesn’t need an animal, he’s all of them!” They look at each other before breaking out into splutters of laughter like a dying engine that slowly proceeds to physically hooting and howling with laughter. It takes ages for them to calm down.


A date with you. | RussianSunflower3 | www.archiveofourown.org



Ooooh Gooootttt.
Ich glaube, ich hab das dümmste und grossartigste Zitat einer Fanfiction EVER gefunden.
jfc dead

Freitag, 25. August 2017

One & Only

Milosh hat mir mein Handy hinten mit Glitzer angemalt und in mein Buch geschrieben,
Virginia wollte mit jedem Mediboxen (ohne Inhalt, nur die Boxen) tauschen weil sie ihre langweilig findet,
Jil hat alle mit ihrem Charme aus der Hölle besprüht,
Melly wollte unbedingt einen Penis auf unser "Veränderung" Bild zeichnen,
Yasemin hat in mein Freundebuch geschrieben und das Plakat mit Glitzer verziert.
Lucy hat von ihren Geschichten erzählt.

Sebi, Melina und Emelie haben zusammen mit uns anderen meine Tokyotreat-Süssigkeiten ausprobiert.
Soda-Chips sind eklig af, ebenso Korianderschokolade,
der Dango-Lolly war dafür überraschend lecker.

Es sassen eine Lesbe, ein Schwuler, eine Hetero Polyamoral, drei Hetero Monogam, zwei Pans, eine Non-Binary-Pan und eine Androgyne Asexuell-Aromantische am Tisch zusammen
dazu kommt, dass einer der Pans transsexuell ist.

Menschen sind so vielfältig.
Menschen sind so wunderbare Wesen.

Der Tag heute war sehr sehr schön, sehr entspannt, sehr so, wie ich es mir wünschen würde,
wäre die Mehrheit meiner Abende.
So.. ohne die Krankheit, die sich dauernd dazwischenschaltet.

Heute gibt mir Mut für ein weniger entspanntes Morgen.
Ich bin dankbar, dass ich solche Momente erleben darf.


Reminiscent

He’ll do everything in his power to make sure he doesn’t break again. If he does, well, he’ll learn to stand on his own two feet again. In time, he’ll only be left with the scars, and he’ll proudly be able to say;
“I broke. But I got back up.”


Dangers in your dark. | RussianSunflower3 | www.archiveofourown.org







Es geht nicht darum, nie zu zerbrechen und auf die Knie zu fallen.
Es geht darum, trotzdem immer wieder aufzustehen.
Denn, und das ist das wundervolle an der Hoffnung - nicht ich entscheide, ob sie geht.
Sie bleibt von alleine, auch wenn ich mir die Hand vor die Augen halte, um sie nicht zu sehen.
Sie ist immer da.
Sie ist der JJ in meinem Kopf, der still an meiner Seite bleibt, und wenn ich wieder bereit bin,
mich aufzurappeln, mir die Hand hinhält.
Es geht nicht darum, nie zu verlieren.
Es geht darum, nie aufzuhören zu versuchen zu gewinnen.





Donnerstag, 24. August 2017

Wolf

Ich bin sehr aufgewühlt.
Oder vielleicht auch nur ein bisschen?
Und ein bisschen angepisst.

Wenn ich einen zweiten Aufenthalt an diesen hier hängen will,
was eben eine eventuelle Möglichkeit wäre, muss ich mehr zeigen,
dass ich wirklich bereit dazu bin.
Na dann.

Ich hab nachgefragt, wie ich das denn zeigen kann,
und als Antwort kam, dass ich mir zum Beispiel mehr Hilfe holen sollte bei der Pflege,
wenn ich an Grenzen stosse und so weiter.

Bitch.

Meine Bezugsperson hat beim letzten Mal, als ich das gemacht habe, alle 5 Minuten auf die Uhr geschaut,
und mir hinterher gesagt, dass sie da halt ein bisschen auf die Zeit gucken muss,
damit es fair bleibt.
Und hey, ja, das versteh ich, es sind immerhin immer um die 18 Patienten auf einmal da.
ABER
dann kommt doch bitte nicht mit irgendwelchen Forderungen die ich in dem Falle nicht wirklich erfüllen kann?
Es verwirrt mich total und das macht mich aggressiv und das hasse ich auf den Tod.
Daraus resultiert wohl.. Anspannung und.. ähm.. nochmehr Wut?
Wut, ja, ich glaube, ich bin grade sehr wütend darüber.

Ausserdem hiess es auch, ich wirke halt so, als würde ich mich selber meiner Krankheit ausliefern,
und mich damit selber darin gefangennehmen.
Okay, der Teil hat mich WIRKLICH pissig gemacht.
What the fuck denken die tu ich in dieser Einrichtung?
Warum schreib ich denn die ganzen VA's, Gefühlsprotokolle, warum frag ich immer nach und bemühe mich so, mich zu exponieren?
Ich konfrontiere mich selber SO OFT am Tag mit meinen Ängsten und selbst wenn ich wirklich am Liebsten weglaufen will,
bleib ich da und beweise mir selber, dass es nichts is, wovor ich mich fürchten muss.
Was soll ich denn noch tun?

Es ärgert mich deswegen sosehr, weil ich eben nie jemand sein wollte,
der.. aufgibt, es irgendwie weiterzuschaffen?
Ich nehme meine aktuellen Probleme doch nicht als Dauerzustand für immer und Ewig,
ich versuche doch, was zu ändern.
Und ich bin so wütend darüber, dass sie das offenbar gar nicht wahrnehmen.

Ich habe viel nachgedacht darüber, ob ich nicht vielleicht doch ein bisschen mich einfach gefügt habe,
und kann eigentlich nur sagen: Nö.
Ja, klar, manchmal denk ich, alles bleibt so scheisse und wird nie wieder gut,
aber das ist doch nicht dasselbe.
Ich geh ja nicht und hol mir keine Hilfe, weil ich denke, dass es sowieso nichts bringt,
sondern weil mir einfach bewusst ist, dass ich die meisten Werkzeuge schon selber besitze,
und ich ihnen dann, wie ja schon erwähnt, nicht noch ihre Zeit klauen muss.
Ich habe so viele Strategien um zu versuchen, mit schwierigen Anspannungszuständen umzugehen,
dass es einfach dumm wäre, mir nochmal genau denselben Rat abzuholen wie ich sowieso schon selber habe.
Wo ich wirklich die Hilfe bräuchte, wäre im Erkennen und Umgehen mit Gefühlen,
und daran arbeite ich in den Gruppen.
Was
wollen
die
denn
noch
alles?

Vielleicht bin ich grade auch einfach nur unreflektiert und trotzig.
Vielleicht sehe ich es morgen klarer.

Ich werde am Montag auf jeden Fall einiges mit meiner Bezugsperson zu besprechen haben.

Dienstag, 22. August 2017

asahi-gf.co.jp

“If you're not happy... then what's the point? Even if it’s hard or scary, you should chase happiness with everything you’ve got!”


Summer Rain | Mooifyourecows | www.archiveofourown.org

Montag, 21. August 2017

Ichi Byoukan no Rendezvous

"Say, Iwa-chan... If the world is going to end tomorrow, what will you do?"






Hyakumankai Ai wo Sakebe - Sashikizu/ Gusari (Haikyuu!! Doujinshi)


Wenn die Welt untergeht, wäre ich gerne mit Menschen zusammen die ich liebe.
Es wäre natürlich sehr toll, wenn das mit allen gleichzeitig ginge, aber das wird halt sehr schwer.
Denn jeder hat da wieder andere Vorstellungen und andere Menschen und Gott, das wäre ne einzige Riesenparty mit einer Million Leute.
Und das wär dann wieder irgendwie doof.


"There were so many emotions collaborating together, and so many actions resulting from the swirling, mixing, colourful emotions. In the end, it wore them out. Their initial carefulness had been thrown to the wind, laying across each other in a heap of contortions and amusing poses and it felt like home."


Sendai magnitude 10.0 | RussianSunflower3 | www.archiveofourown.org


Als ich das gelesen habe, musste ich instant an die Kais denken.
Manchmal tun wir das auch, einfach irgendwo - zumeist auf einem Bett, auf Kaitos Sofa oder am Besten direkt auf irgendeinem Boden - kreuz und quer übereinanderliegen.
Einfach irgendwie.. verbunden miteinander, Berührungspunkte irgendwo.

Oder Kai und ich liegen irgendwo und Kaito beschliesst, JETZT ist der richtige Moment,
sich quer über uns drüberzuschmeissen. Nicht legen. Wörtlich schmeissen.
Weil er eben Kaito ist.
Und dabei reden die zwei meistens über irgendwas ziemlich Dummes,
oder sie diskutieren über Musik oder ein Spiel.

Das ist wundervoll.
Es fühlt sich an wie "Zuhause".
Ja, ich glaube, in solchen Momenten bin ich zuhause.
Angekommen.
Manchmal glaube ich, meine Brust zerspringt vor all den Emotionen die das in mir auslöst,
es ist so viel.. puures Glück, dass ich das gar nicht aushalte.

Ich wünschte es gäbe ein Wort für das, was ich für die beiden empfinde.
Liebe ist nämlich eigentlich nicht richtig.
Liebe ist dafür viel zu banal und viel zu unstet.

Ich glaube, den Weltuntergang so zu verbringen, das wäre schön.
Ich fürchte mich vor dem Ende der Welt,
aber wenn er kommt, dann würde ich ihm gerne so entgegensehen.

Samstag, 19. August 2017

We without wings

Heute war zuerst extrem mies und dann sehr schön.
Oder okay?
Irgendwie so?

Am Nachmittag habe ich lange mit Yasemin, einer Mitpatientin von mir, die auch in Schaffhausen wohnt, neben dem Brunnen gesessen und geredet.
Das war irgendwie schön, weil es so leicht war.
Natürlich, ich denke mir trotzdem bei fast jedem Satz, den ich gesagt habe, das hättest vielleicht besser nicht gesagt, das hättest anders formulieren können, blubb blah.
Aber die Situation war irgendwie so leicht.
Sie ist ein sehr... intensiver Mensch.
Sie strahlt ganz viel aus.
Ich mag sie.

Ich kämpfe im Moment ganz hart mit mir selber.
Es sind.. einige sehr sehr hässliche Dinge vorgefallen die letzten Wochen,
und es werden einige sehr sehr hässliche Dinge auf mich zukommen in näherer Zukunft.
Und alles, was ich tun kann, ist beten, dass sie für den betroffenen Menschen,
den ich sehr liebe, gut ausgehen.

Der Kern der Sache ist.. Verrat.

Ich bin schon vorher in meinem Leben richtig hart verraten worden,
zweimal. Beides Mal von derselben Person, jemand, den ich in der Mittelstufe einen Freund wähnte.

Aber jetzt.. wo der Verrat nicht mich persönlich, sondern eine mich nahestehende Person trifft,
ist das irgendwie SO viel heftiger.
Vielleicht auch, weil es mittlerweile so weit geht, dass die Polizei ermittelt unD DAS LEBEN EINES ABSOLUT GUTHERZIGEN MENSCHEN ZERSTÖRT WIRD.
Es ist so grausam, einfach NICHTS tun zu können.
Genau solche scheiss Geschichten sind der Grund, warum liebe, offene, warmherzige Menschen sich anfangen zu verschliessen und der Welt nur noch eine kalte Fassade zeigen.
Genau.
Das.
Ich will schreien.

Nie, bei allem was mir die Menschen angetan, bei allem was sich die Menschen gegenseitig angetan haben,
habe ich jeh den Glauben an das Gute in ihnen verloren.
Ich will Schlechtes nicht verneinen und die Augen verschliessen,
aber ich will verstehen und ich will vorallem Wärme weitergeben können.
Ich möchte der Welt so viel Liebe schenken.
Aber diesem Jungen wünsche ich gar nichts Gutes.
Ich wünsche ihm, dass er es sehr SEHR schwer haben wird, im Leben glücklich zu werden.
Ich wünsche ihm überhaupt nichts Gutes.

Und das erschreckt mich furchtbar.
Ich denke mir manchmal, ich kann förmlich spüren,
wie mir dieser Faden aus den Händen gleitet,
der Faden aus gewobenem Mondschein, das ich in mir trage und mit der Welt teilen will,
weil ich die Menschen liebe und weil ich eine Veränderung bewirken will.
Es macht mir so unglaublich grosse angst, das ich anfange, Menschen zu verurteilen.
Das ich anfange darüber nachzudenken, dass die Welt und die Menschen letzlich wohl doch einfach nur absolut scheisse sind.

Ich will nicht so denken.
Das bin nicht ich.

Und ich habe das Gefühl, in dem Moment, in dem ich mir eingestehen muss, dass die Welt, das Leben, die Menschen schlecht sind, habe ich nichts mehr auf diesem Planeten verloren.

Ist es okay, Menschen zu hassen?
Ist es okay, ihnen ganz viel Schlechtes zu wünschen, wenn sie selber viel Schlechtes provoziert haben?
Ist das denn okay?


Freitag, 18. August 2017

Gerümpel

Wir haben heute in der Gestaltungstherapie so Karten gemacht,
sogenannte Skillskarten, die uns halt immer begleiten und in schwierigen Zeiten daran erinnern sollen,
wofür wir kämpfen, oder eher sollten es Dinge sein, die uns Kraft geben.

Daraus entstand dann die Idee, Glaubenssatz-Karten zu gestalten.
Ich glaube, ich hab das schon 29879 Mal erklärt, aber egal, Glaubenssätze sind so Gedanken,
die wir, oft aber nicht immer, seit Kindesbeinen an mit uns tragen,
die uns daran hindern, unser Leben "normal" zu leben.

Das sind leider Dinge, die nie weggehen,
es ist aber möglich, zu lernen sie so umzukehren,
dass sie keinen Impakt auf mein Denken oder Leben mehr haben.

Und weil ich das visualisieren wollte, hab ich mir solche Karten gemacht,
wo ich auf der Rückseite den alten Glaubenssatz aufgeschrieben habe, den dann durchgestrichen
und auf die bunte Vorderseite den positiven, umgedrehten Satz gepackt habe.

Ich meine, ich habe immer noch nicht das Gefühl,
dass diese umgedrehte Variante wirklich bei mir im Kopf ankommt,
aber.. es war eine Auseinandersetzung damit, und das ist wohl ein Anfang.

Generell muss ich aktuell fürchterlich aufpassen,
dass ich nicht diesen Glaubenssätzen zum Opfer falle.
Sie sind einfach so schnell und immer da und machen alles ein paar hundert Mal komplizierter.

Ich war mir beim schreiben manchmal unsicher,
ob das, was ich vorne drauf geschrieben habe, wirklich stimmt, und musste immer wieder nachfragen.
Insbesondere der mit den Gefühlen hat mich recht gekriegt.
Weil.. selbst jetzt.. SIND Gefühle wie Neid oder Eifersucht denn wirklich okay?
Sie sind ja.. schlecht?
Es fällt mir extrem schwer anzunehmen, dass es wirklich okay sein soll, sie zu empfinden.

(Übrigens steht in unserem DBT-Skillsmanual zum Thema Neid, dass man, wenn man ihn empfindet, versuchen soll, entgegengesetzt zu handeln. Zum Beispiel milde lächeln. Das helfe. Wtf.
Andererseits steht da auch, dass wir, wenn es uns scheisse geht, an Hungersnöte denken oder die BILD lesen sollen. Da dachten wir uns dann aber alle geschlossen "wtf".)



Oh, und das eine bei den Karten ist halbiert, weil Jil die andere Hälfte hat^^
Da steht drauf: "I think you're crazy, I know that you're gone, I think that's probably the reason, that we get along"






Mittwoch, 16. August 2017

Splash Free!

Dinge, die dir so vermutlich nur in der Klinik passieren, Teil 2397:

Lauf mit einer Erkältung durch die Station und JEDER ZWEITE fragt entsetzt,
ob alles okay ist oder ob man dir helfen kann.
Weil sie dein Schniefen als Heulen fehlinterpretieren.
Es ist traumhaft.

Und falls sich jetzt jemand gedacht hat, heulende Leute sieht man sowieso die ganze Zeit,
das ist ja nichts besonderen: Tatsächlich ist das eher falsch.
Die Meisten Patienten heulen in ihren Zimmern, bei den Therapeuten oder Pflegern,
im Oasen-Raum oder irgendwo im Wald.
Auf der Station selber.. ja, klar, es kommt vor, aber es ist nichts was du alle paar Naseweit antriffst.
Zumindest nicht auf der Therapiestation, auf der ich aktuell bin.

Es.. passiert ein bisschen viel aktuell.
Ich habe sehr viel Programm, versuche nebenher mich ein bisschen zu sozialisieren und die Zeit wirklich zu nutzen.

Irgendwie ist es auch krass, wie viel ich bisher gar nie gelernt hab,
obwohl ich jetzt schon das Gefühl habe, in den letzten Jahren ENORM viel gelernt zu haben.
Da ist SO VIEL was ich noch nicht weiss und noch nicht kann,
was ich an mir entdecken und an das ich mich gewöhnen muss.

Gefühle zulassen, genau in dem Moment in dem sie auftauchen.

Ich habe letzte Woche (oder wars vorletzte?) als ich bei meiner Therapeutin war,
einfach so angefangen zu heulen, obwohl wir über irgendwas total banales geredet haben.
Und das ist so.. EKLIG wenn du einfach nicht aufhören kannst damit,
obwohl du gar nicht akut traurig bist und es passierrrtttt einfach und du kannst es dir null erklären.
Und ich meine, so geht es mir ja eigentlich immer.
Ich kann seltenst wirklich sagen, wie es mir eigentlich geht.
Es ist einfach eine Angewohnheit, die ich habe, kurz die Situation zu vergleichen und dem entsprechend zu antworten.
Ich denke mir Ah, es ist grade alles gut, also geht es mir gut,
oder Grade kommt das und das auf mich zu, das macht Menschen nervös, also bin ich nervös.

Schlicht und einfach, weil ich KEINE AHNUNG habe was in mir wirklich abgeht.
Es ist meistens so ein Einheitsbrei aus.. allem und nichts?
Und das rauszuspüren ist superschwer, supereklig und superlangwierig.

Das Wochenende war wieder ein bisschen dumm,
weil es wieder zur Auseinandersetzung zwischen meinem Vater und seiner Frau und mir kam.
Es ist so schwer für mich, mit dem irgendwie umzugehen, weil ich auf der einen Seite total verstehen kann,
dass die zwei Mühe haben mit mir und der Situation, und dass sie vielleicht wissen möchten was bei mir grade abgeht,
zum anderen KANN ich aber einfach über bestimmte Sachen nicht mit ihnen reden.
Und Brigitte hat sich von allen existierenden Themen genau DAS ausgesucht zum ansprechen,
was mich zu 9248% abfuckt und zwar jedes einzelne Mal wenn es angesprochen wird.
Deswegen habe ich ihr klar gesagt, ich möchte darüber nicht reden.
Woraufhin sie wieder hochgegangen ist von wegen sie darf ja nie was sagen, ich rede nie mit ihr, ich blocke alles ab, und so weiter.
Und dass das für sie so nicht ertragbar ist und sie sich total angespannt fühlt.
Ja, okay, ich möchte ihr irgendwie sagen das mir das total leidtut und ihr Tipps geben wie sie vielleicht damit besser umgehen kann,
aber gleichzeitig möchte ich mich vor sie hinstellen und ihr gratulieren,
weil es mir so, wie sie sich grade fühlt, 24/7 geht.
Ich will für meine Bedürfnisse einstehen und mich distanzieren,
weil mir aktuell alles zuviel ist und ich Abstand möchte,
ich will aber auch nicht das sture, dumme Kind sein, dass nichts versteht und sich weigert empathisch zu sein.
Das ist ein Seiltanz der mich echt killt.

Ich hab extra von der Peer hier einen Flyer und eine Anmeldung für ein Seminar mitgenommen,
wo ein Trialog zwischen Angehörigen, Betroffenen und Fachleuten stattfinden soll.
Ich hab von so vielen Leuten, und zwar von allen drei Parteien, gehört, dass sie das total sinnvoll fanden und es ihnen viel geholfen hat.
Aber die zwei waren gar nicht begeistert.
Vorallem weil sie offenbar nur hingehen wollen, wen ich mitgehe.
Was.. irgendwie total den Punkt verfehlt, weil sie meine Ansicht kennen, und es primär darum geht,
sich mit anderen auszutauschen, vielleicht dasselbe, wie ich sage, in anderen Worten von anderen Betroffenen zu hören,
oder andere Angehörige um Rat fragen können, wie die es erleben.
Es ist einfach schade, dass sie auf der einen Seite zwar immer alles wissen wollen,
aber so ein Angebot dann ausschlagen.
Dafür gehen sie zu einer Therapeutin, die mich noch nie im Leben gesehen hat, keine Ahnung hat an welchem Punkt ich mit meiner Krankheit stehe,
ihnen aber Tipps gibt, wie sie mit mir umgehen sollen.
Das ist so ein bisschen... Okay, ja, was?
Ich stells mir einfach total schwierig vor.
Ich meine, mir ist es immer ein Anliegen, dass ich, wenn ich neue Theras oder whatever kriege,
mindestens ein Gespräch mit meinem Vater, jetzt halt mit Anhang, stattfindet,
einfach weil meine Theras etc. dann das, was ich erzähle auch realer einschätzen können.
Weil sie einen minimalen Eindruck von den Leuten gekriegt haben, über die ich rede.
Ich weiss nicht recht, wie das funktionieren soll anders.
Grade bei Borderline, wo die Patienten wie Tag und Nacht sein können.
Keiner ist genau gleich, nurschon, weil für die Diagnosestellung von 9 Punkten einfach mindestens 5 gegeben sein müssen.
Das ist so ein RIESIGES Feld.

Aber gut, wenn mein Vater und seine Frau finden, dass es ihnen weiterhilft und sie so weniger Stress haben,
ist das ja okay. Es geht in diesem Falle ja hauptsächlich darum.

Ich möchte den beiden gerne einen Brief schreiben,
aber eben bewusst jedem einen eigenen.
Auch, weil ich ein bisschen zeigen möchte, das mich eben beide Meinungen, aber halt getrennt voneinander interessieren.
Hauptsächlich will ich aber sagen, dass ich grade nicht mit ihnen über so Zeugs direkt reden will,
weil ich damit aktuell nicht umgehen kann und das lieber mit einer neutralen Drittperson tun möchte.
Ich weiss aber nicht recht wie ich es schreiben soll.
Mit was anfangen.
Da sie sich zu 29347823% die Briefe gegenseitig zeigen werden,
kann ich nicht ihr einfach die Sache grob und meinem Vater etwas ausführlicher erklären,
weil sie sonst wieder denkt, sie sei weniger wert oder so.

(Es ist ein bisschen lustig, das ich hierbei auf eine Verhaltensweise treffe, die ich von mir selber absolut kenne. Ich kann da mindestens genauso schlimm sein. Aber ich seh wenigstens ein, das ich ein Problem diesbezüglich habe..^^)

 Ich will nicht böse zu Menschen sein.
Ich will nicht schlecht über sie denken.
Jeder Mensch ist einzigartig und es wert, für seine guten Eigenschaften anerkennt zu werden.
Und trotzdem komme ich nicht umhin, Widerwillen zu verspüren.

Es ärgert mich, das es mir so geht.

Mittwoch, 9. August 2017

Drucker braucht Kupfer

Ein Tag im Leben der Jil:

"Jiiin, lass ma da zur Post gehen, ich will da was haben."
"Die hat übrigens schon geschlossen."
"Ich weiss, ich will ja zu dem Automaten davor. Da kriegen Junkies saubere Nadeln."
"Aha, und wofür zur Hölle brauchst du ne saubere Junkienadel?"
"Weil ich mir damit dann Bluuuut abzapfen kann"
"Wtf nein, was denn los mit dir? Das ist nicht viel anders als sich zu schneiden Jil"
"Ja aberrrrr.. neeein, ich will das doch gar nicht um mich zu verletzten, ich will mein Blut mit Vodka mischen und es dann trinken!"

Und spätestens da ist dann nicht mal mehr mir was eingefallen.
Dieses Mädchen ist schon irgendwie einzigartig.. :D


Am.. irgendwann die Tage hat meine Schwester angerufen.
Einfach so, ohne Grund, weil sie quatschen wollte.
Das hat mich sehr gefreut.

Die Sache mit Stefan ist irgendwie eskaliert, einfach so.
Wobei mir grade auffällt, dass ich davon glaube ich, gar nie was geschrieben habe.
Stefan war mein Mitpatient auf der Akutstation, 17 Jahre alt, zum ersten Mal in einer Klinik,
und in SO vielen seiner Verhaltensweisen habe ich zu 100% die kleine Jin wiedererkannt.
Und habe mich sofort absolut für ihn verantwortlich gefühlt.
Ich meine, ja, ich habe grundsätzlich den Anspruch an mich, anderen Menschen weiterzuhelfen,
ihnen als weiser Guide zur Seite zur stehen. Das Problem ist nur, das bin ich nicht.
Oder eher, nicht das Problem, eher der Punkt ist, dass ist das nicht bin.
Ich merke ganz klar, das ich zu den Therapieerfahrenen gehöre und sehr erwachsen mit meiner Situation und meiner Erkrankung umgehe.
Aber das bin ich doch keine 24/7, zwischendrin steh auch ich vor der Mauer und denk mir "Yo, das wars jetzt, tschö", oder hab einfach 0 Lust mir was sagen zu lassen, hab keinen Bock noch mehr, irgendwas zu verändern.
Ich bin nicht vollkommen, und das merke ich in solchen Situationen schon sehr.
Einfach, weil ich mich von ihm und seiner Art zu sehr hab einnehmen lassen,
oder eher von seinen Problemen.
Er ist ein sturer Bock und in 90% der Fälle redest du mit einer Wand, wenn du ihm Tipps gibts.
Und das.. jaaaaaaaaaa ich kenne das, klar, aber es stresst so ab.
Meine Güte.
Ich will ihm ein PostIt an den Kopf hauen, wo drauf steht "Vollidiot".
Und dann will ich ihn in den Arm nehmen und ihm sagen das alles Gut wird.
Ja okay, das letzte nicht ganz. Also, ich will ihm sagen, das alles Gut wird, aber ihn nicht in den Arm nehmen.
Auf der einen Seite fühle ich mich total verantwortlich, dass er in der Zeit, in der ich nun nicht mehr auf der Akuten bin, irgendwie in eine ganz seltsame Ecke abgerutscht ist,
auf der anderen Seite.. warummm dennn.
Es ist doch nicht meine Verwantwortung.
Aber ich habe das Gefühl, dass das falsch ist.
Oder eher: Ich habe keine Ahnung was Richtig und was Falsch ist.
Es ist traumhaft.

Und ich hab nicht mal die Hälfte von allem was abgegangen ist und abgeht erklärt aber ich mag irgendwie nicht.
Das Thema ist dumm und es ist irgendwie auch ein bisschen durch grade, von daher.




Nuclear Danger Gum


Sonntag, 6. August 2017

Objectif été

"Yes, well-" Oikawa stopped in his tracks abruptly. Suga watched as his eyes grew wide, an eager smile on his face. "Suga-chan, we need ice-cream."
"What?" Suga raised a brow, a bit confused. "Where did that come from?"
Oikawa grabbed his arm, shaking it lightly and pointing across the street with his free hand. "Look, there's a new ice-cream shop. Suga-chan, we need to try it out."
"Oikawa, it's winter."
"Suga-chaaaaaaaan."

Coruscate | Unbekannt | www.archiveofourown.org
ICH BIN OIKAWA, ZU 923792378%


Freitag, 4. August 2017

Hello Juice

Wir haben eine neue Patientin.
Und sie redet.
SIE REDET DIE GANZE ZEIT 24/7 OHNE PUNKT UND KOMMA UND DAS LAUT.
Ohne Witz, ich weiss nichtmal WORÜBER sie die ganze Zeit redet,
irgendwie kriegt man das gar nicht mit.
Zuviel Info in zu kurzer Zeit.

Mein Zimmer hat sowieso den idealen Standpunkt, zwischen den zwei Aufenthaltsräumen und direkt über dem Sitzplatz.
Ergo, ich krieg sowieso immer ALLES mitüber, weil es so hellhörig ist da.
Aber seit genannte Person da ist, hört man sowieso nichts mehr ausser sie, von daher :D

Ja, okay, das ist ein bisschen fies.
Und es.. ist auch nicht so richtig abfuckend nervig.
Es ist nur aaaaanstregend.
Kein Mensch kann andauernd zuhören.

Apropo reden, ich merke, ich bin krank, wenn ich Anfange Gedanken laut vor mich herzusagen,
weil ich sie, wenn ich sie nur denke, nicht rallen würde.
Diese Stufe habe ich heute wieder erreicht.
Willste n Glas Wasser holen, steht n Stuhl inner Mitte, und ich sag zu mir selber "Lauf da jetzt nicht rein bitte".
Das war so der Moment wo ich kurz innegehalten habe und gecheckt hab, wie ich mich fühle.
Es war traumhaft.

Wir hatten heute Monatsausflug und waren in der Schokoladenfabrik in Flawil.
War leider gar nicht mal sooo spannend, vorallem für etwas jüngeres Publikum ausgelegt.
(Mit Globi. Ich krieg Schübe wenn ich dem seine Fratze seh. Und ich hatte zu 2938% vergessen wie NERVIG seine Stimme ist. Jesus Christus, erlöse mich)

Ja, egal, der Ausflug an sich war ansonsten okay, bis auf die Tatsache das ich mit genannter neuer Patientin im Bus war und siE DIE GANZE ZEIT GEREDET HAT.
Über ihre Haare und ihre Mutter und ihren Vater, der sie ja jeden Abend in der Klinik besuchen kommt (und das ist kein Witz. Das tut er tatsächlich.) und über irgend einen Comic der mir nix sagte.
Und ja, mir ist bewusst, das der pure Neid aus mir spricht, wenn ich ein bisschen drüber lachen muss,
das sie jeden Abend Besuch von Zuhause kriegt.
Ich muss am Wochenende "nach Hause" und es ist mir so unangenehm.
Ich will doch einfach nur, dass mein Vater mit seiner Frau glücklich ist,
und das scheint halt nicht möglich zu sein, wenn ich da bin.
Ich will wirklich nicht mehr als das.
Auch nicht, dass meine Schwester ein komisches Verhältnis zu ihnen kriegen wegen mir,
oder das sich die Atmosphäre anspannt sobald ich da bin.
Das will ich absolut gar nicht.
Ich möchte nur, das alles glücklich sind.

Mein Vater hat mir extra geschrieben, dass er sich freut, dass ich nach Hause komme.
Ich habe ein bisschen geweint.
Wobei, das ist aktuell eh nichts Spezielles.
Ich heule legit IMMER.
Ja, oder eher ich heule immer beinah, mein "Haltung bewahren" Stimmchen ist eben schon verdammt laut.
Das hat sich als ein Therapieziel von mir herauskristallisiert.
Einfach mal verdammt noch mal diese dumme Fassade fallen lassen.
Hör mal auf zu lachen wenns dir scheisse geht du Nuss. Hör auf zu sagen es ist okay wenn es das nicht ist. Heul einfach mal drauf los wenn dir danach ist.
Herrgott, so schwer kann das doch nicht sein.
Doch.
Doch.

Oh, und heute Morgen ist eine andere Patientin rausgeflogen wegen massiven Regelverstössen.
Sie hat die Therapie verweigert und den Suchtvertrag missachtet.
(Du schliesst unterschiedliche Verträge ab wenn du eintritts, je nach Problematik. Es gibt Überlebensverträge, Sucht/Substanzenverträge, Essverträge usw.. Ich habe aktuell nur den Überlebensvertrag und eine mündliche Abmachung die Selbstverletzung betreffend, weils dafür keinen offiziellen Vertrag gibt.)
Nochmal eine andere war über Nacht auf der Akutstation.
Casual Business.

Oh, zum Thema Akutstation und so; sie haben Shieldy gestern noch gefunden, Gott sei Dank.
Aber ich bin so so wütend und hab ein riesen Problem damit, dass ich wütend bin.
Zum einen hat Chris aus IRGENDWELCHEN Gründen gefunden, bevor er mir endlich mal bescheid gibt das sie ihn haben und was jetzt passiert,
rennt er lieber zu Schweri, zu SCHWERI, der NICHTS damit zu tun gehabt hatte bis dahin, und klärt ihn über alles auf.
....Warum?
Zweitens, und das finde ich dumm das es mich aufregt, aber es tut es halt,
hat keiner irgendwie drangedacht, sich bei mir zu bedanken oder so.
Ich meine, yolo, okay, ich hab grad vielleicht ein Leben gerettet und 8 Stunden lang versucht neben den Therapien die ich hier hab und all dem anderen Stress der sowieso schon in meinem Leben ist,
irgendwas zu organisieren damit dieser Vollidiot nichts dummes anstellt.
Aber is schon oke, ich habs gern gemacht, bitte vergesst mich doch einfach.
Wtf.
Der einzige, der danke gesagt hat, war Shieldy selber, und er ist gleichzeitig der Einzige, der legit nen Grund hätte, sich genau NICHT zu bedanken.
Aber nö, weder Chris, der fast seinen besten Kumpel verloren hätte, noch Jan, der mir den ganzen Scheiss ja einfach hingeschmissen hat ala "Mach ma was", ist auch nur annähern eingefallen, mal was zu sagen.
Ich bin angefressen.
Und ich hasse es.
Es passt so 0 zu diesem Image, das ich gerne hätte.
Diese selbstlose, gütige, warmherzige Person, die immer im Hintergrund agiert und kein Rampenlicht und kein Dank benötigt, der es einfach genug ist, der Welt und den Menschen von Nutzen sein zu können.

SO FUNKTIONIERE ICH ABER NICHT, VERDAMMT NOCH MAL.
So halb denk ich mir, dass es auch okay ist.
So halb denk ich mir, dass ich ein aufmerksamkeitsgeiler Vollidiot bin.

Ich meine, JA, die Hauptsache ist doch, dass er gerettet und jetzt in einer Klinik ist,
die Hauptsache ist, es ist alles nochmal gutgegangen.
Und früher, wo ich noch das MoS (eine Online-Selbsthilfegruppe) geleitet habe,
hätte mir das wohl wirklich genügt.
Da habe ich zahllose, mir absolut unbekannte Menschen gemeldet,
und eigentlich nie von irgendwem was gehört.
Auch als ich nach drei Jahren da aufgehört habe, habe ich von KEINEM auch nur irgendwas gehört.
Legit gar nichts.
Das hat mich auch ein bisschen geärgert.
Das keine Sau mal "Danke für deinen Einsatz" gesagt hat,
immerhin war ich ja eigentlich nur als Aushilfsadmin gedacht, bis ich dann halt irgendwann doch fest Leiterin war,
und weil die eigentliche Admin und Besitzerin des Portals ungefähr einmal pro Schaltjahr anwesend war,
ist alles immer an mir hängen geblieben.
Aber nein, 's oke, ihr müsst nicht mit mir reden.
Ich kann mich auch ohne irgendein Wort verpissen, das passt schon so.
Ich hab mir gerne Nächte um die Ohren gehauen um MENSCHEN ZU RETTEN.
Die fucking Notfallstelle in Bayern kannte gegen Ende hin sogar meinen Namen, da musst eich nichtmal mehr viel sagen dazu. Ich hab bis heute keine Ahnung warum genau unter Bayern Selbstmord so beliebt war zu der Zeit.
Und ich war zu der Zeit in Ausbildung, in Kliniken, im Studium.
Ich fands auch total lustig das der eine Punk total ausgetickt ist und mir ewig nachgestellt und mich per Mail terrorisiert hat.
WEIL ICH MENSCHEN GERETTET HABE UND IHM DAS NICHT GEPASST HAT.
Das Internet ist ein sehr kranker Ort.
Aber ihr müsst mir nicht danken, ehrlich nicht. Is ja ehrenamtlich. Da braucht man sowas nicht.
Was ist eigentlich los, ehrlich mal.


Ja, es ärgert mich, das es mich ärgert, und das ist dumm.

Aber ich werde mich wohl endlich und endgültig von meinem Idealbild eines "guten Menschen" verabschieden müssen.
Es ist einfach nicht realistisch.
Auch die ganze "To be kind is to be strong" Sache ist einfach irgendwie.. schwierig.
Ich habe aktuell keine Ahnung wer oder was ich bin.
So 0.
Ich habe mit Simone A. über die Sache mit meinem Geschlecht und so geredet.
Und sie meinte.. dasss kommeee schonnnn nochhhhh.
Argh.
Das hat mich auch total wütend gemacht.
Ich meine, ja, okay, ich WEISS dass das, was ich empfinde, vielleicht temporär ist.
Vielleicht bin ich einfach nur total spätreif, entdecke Beziehungsleben und Sex total für mich,
vielleicht habe ich später ja 10 Kinder und 20 Kerle gleichzeitig.
('s oke Jin. Grauzone, GRAUZONE)
Nein, ohne Witz.
Ich weiss, dass das vielleicht ein temporärer Zustand ist.
Vielleicht empfinde ich mich irgendwann in der Zukunft wirklich zu 100% als Frau,
vielleicht bin ich im Moment einfach generell verwirrt, weil ich keine Ahnung hab wer ich bin.
Aber zu hören "Ja das kommt schon noch, das ist nur eine Phaaaaaaseeeeeee" ist so ätzend.
ICH WEISS DASS ES VIELLEICHT SO IST, DANKESEHR.
Mir ist es irgendwie wichtig, jetzt in dem Moment als das akzeptiert zu werden als das ich mich fühle.
Und das ist halt weder Frau noch Mann, Asexuell und Aromantisch.
Ich FÜHLE es im Moment einfach so, ist das denn wirklich falsch?
Ich meine.. heisst das denn, das ich versuchen sollte, zu einer straighten Frau zu werden?
MUSS ich das denn?
Ich schmeiss ja nicht jedem direkt ins Gesicht das es mir so geht.
Ich lebe es einfach für mich.

Oh, aber Jil war grossartig.
Sie kommt zu mir, schmeisst mir eine Ass-Jasskarte an und schreit "DA, DU BIST ACE",
ich schwör ich hab lange nicht mehr so gelacht.
"Ace" ist der "Szenen(?)"ausdruck für Asexuelle. Du bist halt nicht straight, du bist ace.
Und dieses Mädchen stellt sich vor mich hin und wirft mir ne Ace-Karte an, das war hervorragend.
Auch, weil es, NATÜRLICH, keine normale Jasskarte ist, sondern eine Wurfkarte aus leichtem Metall.
Also.. entweder ich bin zu dumm, oder es funktioniert nicht. Wohl eher ersteres, haha.
Jenes Ding.


Ich will unbedingt von den Leuten hier erzählen.
Von all den wunderbaren Begegnungen, die ich gemacht habe, die ich mache.
Ich will von all den wundervollen Menschen erzählen, die ich manchmal gut, manchmal fast gar nicht kenne,
die mir aber etwas mitgegeben haben, etwas in mir bewegt haben.
Aber ein anderes Mal.

Ich hab knapp 38° Fieber und bin total am Arsch,
sehr wahrscheinlich weil ich die letzte Zeit einfach meine Grenzen nicht wahrgenommen habe,
und das gestern mit Shieldy dann der Overkill war.
Mein Körper reagiert auf übermässigen psychischen Stress immer mit Fieber.

Morgen gehts nach Hause.
Njeh.
Ich hab in der Schokoladenfabrik eine Schokoladentafel für meinen Vater und seine Frau gegossen.
Schokolade macht ja bekannt glücklich, und ich glaube, die könnens grade brauchen.
Und ich hab dabei geheult, aber das ist ja tatsächlich nichts neues mehr.
Sogar Jil, die sonst immer direkt abfreakt, hat nur einmal nachgefragt.
Aber ohne Witz, dieses Mädchen hat sowas wie einen "Jin-Sinn" entwickelt,
scheissegal wann wo und wie, sie merkt es SOFORT wenn was nicht stimmt mit mir.
Teilweise noch bevor ich was merke.
Es ist auch egal ob wir uns den ganzen Tag kaum gesehen haben weil verschiedene Therapien,
wenn ich ne schwierige Gruppe oder ein schwieriges Gespräch hatte oder sonst grad am abbrechen bin,
warpt sie sich durch irgendwelche Jil-internen-Satans-Wurmlöcher und kriecht aus der nächsten Bodenwelle und ist einfach DA, AUS DEM FUCKING NICHTS und fragt was los ist.
IMMER.
Ich habe keine Ahnung wie sie das anstellt.

Irgendwie hats dieser Satans-Teenie-Terrorzwerg (das ist lieb gemeint!) instant in mein Herz geschafft,
und ich habe keine Ahnung wie. Ich liebe Jil sehr.
Ich muss unbedingt mal von ihr erzählen.

Und ich liebe euch.
Danke, dass ihr da seid.





Donnerstag, 3. August 2017

YMCA

Der Tag fängt dann grossartig an, wenn du aufwachst und ne Nachricht hast,
das Shieldy gestern Nacht doch noch durchgedreht ist und jetzt IRGENDWO ist und sich was antun will.
Argh.

Es war die letzten Wochen viel besser geworden,
er hat endlich mit seinen Eltern geredet und in einigen Dingen mehr Sicherheit gewonnen.
Ich habe nicht die geringste Ahnung, was gestern Nacht passiert ist, was ihn jetzt wieder so umgehauen hat.

Fakt ist, er ist seit ungefähr halb eins Morgens verschwunden, Handy aus, null erreichbar.

Ohne Adresse und Nachnamen kann ich leider auch nicht zur Polizei, deswegen musste ich jetzt den armen Chris ausm Bett schmeissen, damit er da vorbeigeht und - wenn er wirklich verschwunden ist - mit den Eltern zur Polizei geht.

Ich hoffe schwer, dass Shieldy einfach mal wieder überfordert war mit allem und eine Auszeit brauchte, und eigentlich safe & sound zuhause sitzt.
Leider ist er überhaupt nicht der Typ für so eine Lüge.

Es ist hervorragend.

Ausserdem die Tatsache das er nicht MICH angeschrieben hat, sondern Jan, lässt noch mehr vermuten, dass es ihm leider ernst ist.
Zum Glück ist Jan kein Vollidiot, und das Shieldy gefühlte 100 Mal geschrieben hat, das er "bitte unbedingt nicht Jin davon erzählen" soll hat ihn arg misstrauisch gemacht,
und er hat mir die Nachricht weitergeleitet.
Und ich hatte EINMAL, fucking EINMAL das Handy komplett auf leise diese Nacht,
weil die eine Gruppe total ausgetickt ist und ich mich nach Ruhe gesehnt hatte.
Ich hab mein Handy IMMER auf laut, weil Menschen wissen, das sie mich immer und zu jeder Uhrzeit erreichen können,
aber es ist ja immer so, wenn du von 10000000x einmal etwas anders macht, passiert alles genau bei diesem einen Mal.
Traumhaft.

Aber gut, aktuell kann ich jetzt sowieso nicht mehr machen, als zu warten was Chris dann berichtet.
Marvellous.

Nicht, dass sowas sonst schön ist oder so, aber bei Vergangenen Selbstmordankündigungen konnte ich wenigstens direkt zur Polizei und Meldung machen.
Das ich jetzt darauf angewiesen bin,  es über einen Freund abzuwickeln ist 208340% nervenaufreibender, jfc.

Shieldy, ich schwör, du bist erstens viel zu jung und zweitens viel zu grossartig für einen friggin Tag X. Sei kein gottverdammter Vollidiot.




Mittwoch, 2. August 2017

W/o ya


Morinaga

Ich will was zurück geben.
Ich so unbedingt dieser Welt etwas zuück geben.

Ich möchte später gerne sowas wie eine temporäre Pflegestelle für Kinder,
die aus der Familie genommen werden müssen sein.
Oder ein Waisenhaus leiten, den Kindern Liebe schenken. Ein Zuhause.

Ich möchte Menschen zuhören, ihnen einen Ort geben, wo nicht nur geplaudert,
sondern geredet wird. Wo nicht einfach jemand hört, sondern zuhört.

Eine Stiftung gründen oder so, wo psychisch kranke Kinder, Jugendliche oder auch Erwachsene irgendwo eine Woche Urlaub machen können, oder sowas in der Art.
Sollte das mit meinem Café tatsächlich irgendwann in 100 Jahren klappen,
würde ich gerne ein oder zwei Leute einstellen oder vielleicht auch ausbilden,
solche, die vielleicht ein paar spezielle Bedürfnisse haben.
Nicht unbedingt IV-Empfänger, denen stehen ja professionelle Einrichtungen offen,
aber es gibt so viele Jugendliche da draussen, die keine Ausbildung finden,
weil sie zwar nicht wirklich krank sind, aber irgendwo eine Einschränkung haben,
die ihnen eine Ausbildung erschwert.

Ich will irgendwas tun!

Eine Not-Hotline für suizidale Menschen,
ein anonymer Ort, wo den Menschen zugehört wird.

Ein Kinderhospiz eröffnen oder in einem arbeiten.
Leider gibt es in der Schweiz ja bisher keines.

Ich will was tun.