Oder okay?
Irgendwie so?
Am Nachmittag habe ich lange mit Yasemin, einer Mitpatientin von mir, die auch in Schaffhausen wohnt, neben dem Brunnen gesessen und geredet.
Das war irgendwie schön, weil es so leicht war.
Natürlich, ich denke mir trotzdem bei fast jedem Satz, den ich gesagt habe, das hättest vielleicht besser nicht gesagt, das hättest anders formulieren können, blubb blah.
Aber die Situation war irgendwie so leicht.
Aber die Situation war irgendwie so leicht.
Sie ist ein sehr... intensiver Mensch.
Sie strahlt ganz viel aus.
Ich mag sie.
Ich kämpfe im Moment ganz hart mit mir selber.
Es sind.. einige sehr sehr hässliche Dinge vorgefallen die letzten Wochen,
und es werden einige sehr sehr hässliche Dinge auf mich zukommen in näherer Zukunft.
Und alles, was ich tun kann, ist beten, dass sie für den betroffenen Menschen,
den ich sehr liebe, gut ausgehen.
Der Kern der Sache ist.. Verrat.
Ich bin schon vorher in meinem Leben richtig hart verraten worden,
zweimal. Beides Mal von derselben Person, jemand, den ich in der Mittelstufe einen Freund wähnte.
Aber jetzt.. wo der Verrat nicht mich persönlich, sondern eine mich nahestehende Person trifft,
ist das irgendwie SO viel heftiger.
Vielleicht auch, weil es mittlerweile so weit geht, dass die Polizei ermittelt unD DAS LEBEN EINES ABSOLUT GUTHERZIGEN MENSCHEN ZERSTÖRT WIRD.
Vielleicht auch, weil es mittlerweile so weit geht, dass die Polizei ermittelt unD DAS LEBEN EINES ABSOLUT GUTHERZIGEN MENSCHEN ZERSTÖRT WIRD.
Es ist so grausam, einfach NICHTS tun zu können.
Genau solche scheiss Geschichten sind der Grund, warum liebe, offene, warmherzige Menschen sich anfangen zu verschliessen und der Welt nur noch eine kalte Fassade zeigen.
Genau.
Das.
Das.
Ich will schreien.
Nie, bei allem was mir die Menschen angetan, bei allem was sich die Menschen gegenseitig angetan haben,
habe ich jeh den Glauben an das Gute in ihnen verloren.
Ich will Schlechtes nicht verneinen und die Augen verschliessen,
aber ich will verstehen und ich will vorallem Wärme weitergeben können.
Ich möchte der Welt so viel Liebe schenken.
Aber diesem Jungen wünsche ich gar nichts Gutes.
Ich wünsche ihm, dass er es sehr SEHR schwer haben wird, im Leben glücklich zu werden.
Ich wünsche ihm überhaupt nichts Gutes.
Und das erschreckt mich furchtbar.
Ich denke mir manchmal, ich kann förmlich spüren,
wie mir dieser Faden aus den Händen gleitet,
der Faden aus gewobenem Mondschein, das ich in mir trage und mit der Welt teilen will,
weil ich die Menschen liebe und weil ich eine Veränderung bewirken will.
Es macht mir so unglaublich grosse angst, das ich anfange, Menschen zu verurteilen.
Das ich anfange darüber nachzudenken, dass die Welt und die Menschen letzlich wohl doch einfach nur absolut scheisse sind.
Ich will nicht so denken.
Das bin nicht ich.
Und ich habe das Gefühl, in dem Moment, in dem ich mir eingestehen muss, dass die Welt, das Leben, die Menschen schlecht sind, habe ich nichts mehr auf diesem Planeten verloren.
Ist es okay, Menschen zu hassen?
Ist es okay, ihnen ganz viel Schlechtes zu wünschen, wenn sie selber viel Schlechtes provoziert haben?
Ist das denn okay?
Es ist völlig okay. Du kannst die Liebe in dir nicht allen Lebewesen auf der Erde schenken. Bei manchen Menschen ist das nur verschwendet.
AntwortenLöschenUnd wenn es so ernst ist, wie du andeutest, ist Wut und auch Hass völlig okay. Völlig verständlich.
Wenn du versuchst, auch solche Menschen zu lieben, obwohl dein Herz deutlich nein sagt und regelrecht schreit, machst du nur dich selbst kaputt. Das ist es nicht wert, glaub mir. Du kannst sie nicht alle retten.
Aber: Es macht dich kaputt, Schlechtes zu wünschen. Vielleicht hilft es dir auch hier, mit der Umkehrmethode zu arbeiten, aus dem vorigen Blogpost? Du musst einem Menschen nichts Schlechtes wünschen, wenn du fühlst, dass es DIR schadet. Wünsch ihm gar nichts. Wünsch ihm nichts Gutes, aber eben auch nichts Schlechtes. Vielleicht ist das ein Kompromiss, der dir weiterhilft.
Wenn du mal darüber oder über etwas anderes reden willst: Du weißt, wo du mich findest.