Dienstag, 19. Dezember 2023

24 windows: Barakamon

 #17: Barakamon von Satsuki Yoshino




24 Windows: Who am I today?

 #16:  Who am I today? von Kurt Vonnegut




24 Windows: Enemies

#15: Enemies von Wendell Berry

If you are not to become a monster,
you must care what they think.
If you care what they think,

how will you not hate them,
and so become a monster
of the opposite kind? From where then

is love to come—love for your enemy
that is the way of liberty?
From forgiveness. Forgiven, they go

free of you, and you of them;
they are to you as sunlight
on a green branch. You must not

think of them again, except
as monsters like yourself,
pitiable because unforgiving.


Mittwoch, 8. November 2023

24 Windows: Die Stadt der Träumenden Bücher

 #14: Die Stadt der Träumenden Bücher von Walter Moers

 



24 Windows: Failing and Flying

 #12: Failing and Flying von Jack Gilbert

Everyone forgets that Icarus also flew.
It's the same when love comes to an end,
or the marriage fails and people say
they knew it was a mistake, that everybody
said it would never work. That she was
old enough to know better. But anything
worth doing is worth doing badly.

I believe Icarus was not failing as he fell,
but just coming to the end of his triumph.

 


 




24 Windows: Spring & Asura

#11: Spring & Asura von Kenji Miyazawa

Der Igel hat rein gar nichts mit dem Inhalt zu tun, aber ich hatte bock was mit Blättern zu basteln und Igel sind cute, so here we are.



24 Windows: Mercy

#10: Mercy von Rudy Francisco (nach Nikki Giovanni)

She asks me to kill the spider.
Instead, I get the most
peaceful weapons I can find.

I take a cup and a napkin.
I catch the spider, put it outside
and allow it to walk away.

If I am ever caught in the wrong place
at the wrong time, just being alive
and not bothering anyone,

I hope I am greeted
with the same kind
of mercy.

 


 

Sonntag, 22. Oktober 2023

24 Windows: Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen

 #6: Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen von Rainer Maria Rilke

Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.




Freitag, 6. Oktober 2023

24 Windows: Mimesis

 #4: Mimesis von Fady Joudah

 

My daughter
                        wouldn’t hurt a spider
That had nested
Between her bicycle handles
For two weeks
She waited
Until it left of its own accord

If you tear down the web I said
It will simply know
This isn’t a place to call home
And you’d get to go biking

She said that’s how others
Become refugees isn’t it? 




24 Windows: Utsubora

 #3: Utsubora von Asumiko Nakamura




Montag, 2. Oktober 2023

24 Windows: Report on the Barnhouse effect

Es sieht zwar irgendwie eher aus als hät' ich versucht 1984 darzustellen, aber well.. dystopisch ist beides, auf seine Weise.
Leider wirkt es so gar nicht, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich hoffe, es taugt trotzdem, irgendwie.


#2: Report on the Barnhouse effect von Kurt Vonnegut



Donnerstag, 28. September 2023

24 Windows: Pillar of Salt

 Ich mache für Linus einen Adventskalender mit 24 Buchempfehlungen. Also, ich gestalte einen Umschlag und pack einen Zettel rein, auf den ich die Buchempfehlung mit n bisschen Text und so schreibe.

Wir haben ein Buch gelesen von einem Literaturkritikerdude, der über 100 "lesenswerte" Bücher schreibt und das habe ich als Idee für den Kalender genommen. (Ausserdem ist er sehr... selektiv was Essen angeht, weswegen Knabberkram-Süssigkeiten auch nicht so praktisch sind)

Aber, ob es nun die Auswahl der Werke selber ist, die Gestaltung der Umschläge oder das Schreiben des Textes, ich komme einfach nicht drum rum, dass es so getränkt ist von meinen eigenen Ansichten und all dem, was ich mitbringe. Ich schreibe und verliere mich plötzlich in den Zeilen, weiss nicht mehr, ob das jetzt noch objektiv ist oder schon so sehr aus meiner Sicht heraus, dass es nur noch verzerrt ist. Und ich frage mich: Will er das überhaupt lesen? Setzt diese ganze Idee nicht voraus, dass er ein irgendwie geartetes Interesse an meinen Ansichten hat, was, wenn dass so gar nicht der Fall ist? Was, wenn ich mich komplett überschätze und das weder lesenswert noch irgendwie ansatzweise... passing ist?

Und trotzdem schreibe ich weiter, irgendwie getrieben, irgendwie verzweifelt, irgendwie hoffend, dass es ankommt. Und ich lerne über mich selber, ich lese was ich geschrieben habe und kann mich etwas besser sehen, für einen Moment nur, bevor ich wieder völlig verschwinde, verschwimme vor meinem inneren Auge, irgendwo zwischen Farben, Text und Ideen. 

Pillar of Salt von Shirley Jackson macht den Anfang. Vorhang auf, für ein Ich aus Salz, aus Sand, wie in "Homunculus", ohne eigene Form, ohne Verständnis für Form, eine, die mir nicht schon vorgegeben wird.
Der Wahnsinn wie selbstverständlich verwoben mit dem Alltag, alles, was ich sehen kann, alles, was ich nicht sehen kann, nur fühlen, erfühlen, ertasten, aber niemals verstehen.
Angst hinter Fassaden, Wahn hinter Zeilen.

Also sind es irgendwie mehr Fenster in Umschlägen als Buchempfehlungen. Ich hoffe, er mag auch diese.

#1: Pillar of Salt von Shirley Jackson



Montag, 25. September 2023

Silverdew

Ich struggle so hart mit Rückmeldungen die ich auf Arbeit erhalte. Einen Hinweis, dass etwas nicht in Ordnung ist oder anders ablaufen muss, nicht direkt als komplette Absage an mich als Person zu sehen fällt mir unheimlich schwer, und entsprechend stehe ich meist ziemlich unter Strom. Sich keine Fehler erlauben, weil diese, egal wie gross oder klein, mich direkt in den Konflikt mit mir selber schicken, und das Erledigen der Arbeit dann komplett verunmöglichen.

Ich weiss nicht recht, wie ich das balanciert kriege, wie ich Rückmeldungen eben als das einordne: Rückmeldungen. Verbesserungsvorschläge, Hinweise, worauf ich gut achten muss, und nicht als ein „du bist scheisse und eigentlich kannst du auch direkt gehen“. Ich weiss nicht, woher dieser kindische Zwang kommt, immer sofort alles hinschmeissen zu wollen, glauben es zu müssen, wenn etwas nicht richtig war oder hätte besser gemacht werden können. Die Einbahnstrasse in meinem Kopf, die von „Das hast du nicht zu 100 so gemacht, wies sein soll“ zu „guess I’ll set myself on fire then“ führt ist so unfassbar gut befahren, dass es mir unmöglich scheint, davon abzukommen.

Aber genau das muss ich; neue Wege gehen, neue Strassen bauen. Aber noch weiss ich nicht, wo diese neue Strasse durchführt, weil ich noch nicht weiss, wie ich anders damit umgehen kann. Was für Möglichkeiten ich überhaupt habe und was ich damit anstelle.
Den Fehler einsehen, mich entschuldigen, Notizen machen, damit das nicht wieder passiert – und emotional? Was mache ich mit der Situation? Wie verhalte ich mich?

Alltagshürden.

Freitag, 1. September 2023

0,0135

Ich stosse mich an Menschen und vor allem an mir selber. Ich versuche zu sein, zu werden, zu reden, zu verstehen, ich versuche zu wachsen und Schritte zu gehen, und manchmal geht das. Selten, meist eher unbeholfen, mehr learning through faults, reines try and error, sich stossen und merken, dass es da nicht lang geht. Und dann geht’s da plötzlich doch lang, bei jemand anderem, jedes Labyrinth aus Persönlichkeit und Interaktion ein ganz eigenes, mit eigenen Dead Ends, Stages, eigenen Techniken um sie zu meistern.
Ich hasse Labyrinthe, ich hasse alles, manchmal.
Ich wünsche, dass es einfach mal reicht, dass ich irgendwann die Irrungen und Wirrungen deiner ganz persönlichen Mauern kenne, dass ich irgendwann verstehe, sehe wo ich durch muss, durch darf ohne gegen Wände zu rennen, ohne mich an dir, deinem Wesen zu stossen.
Manchmal wünsche ich mir, das alles wär nicht so kompliziert.

Menschen treffen ist ihr ganz persönliches Buch in die Hand zu nehmen und erstmal festzustellen, dass man gar nichts versteht. Weder die Sprache, in der es geschrieben ist, noch die Logik der Seitenaufteilung, der Interpunktion, nicht einmal, wie rum dieses vermaledeite Buch gehalten wird. Einfach gar nichts. Nach und nach dann dahintersteigen, erkennen wo oben und unten ist, entdecken, wie die Seiten zusammenhängen, funktionieren, verstehen was da steht. Und manchmal merkt man; das, was da steht, dieser Inhalt, ist genau mein cup of tea. Oder eben auch nicht.
Menschen kommen und gehen, und jeder bringt alles mit, alles, was er ist, fühlt, denkt, sieht, alles was ihn ausmacht, und all das will gesehen, verstanden werden.

Ich bin so unendlich müde. Ich verstehe gar nichts. Ich erkenne gar nichts. Jedes Mal, wenn ich glaube, zu wissen, was ich da lese, welchen Weg ich grade gehe, steht da wieder eine neue Wand, eine neue alte Wand, die mir die Sicht nimmt, die Sicherheit zu wissen, woran ich bin. Dann ist da plötzlich, mitten im Text ein Zeichen, ein Buchstaben, Etwas, etwas was ich nicht lesen kann, nicht verstehe. Nicht verstehe. Und ich merke, ich verstehe gar nichts. Nicht dich, nicht mich und nicht, wie das alles zusammenhängt. Und ich verstehe nicht, wie andere sich immer und immer und immer wieder aufraffen, um aufs Neue Wege zu gehen, die sie nicht kennen, Zeilen zu entziffern, die ihnen so fremd sind.
Wie.
Warum.
Warum?
Für den Menschen. Für Nähe, für Wärme auf Distanz. Für den Menschen vor mir. Weil ich wissen will, was in deinen versteckten Ecken steckt, weil ich wissen will, wie du die Welt siehst. Weil ich verstehen möchte, weil ich dich verstehen möchte.
Weil es eben immer weiter geht, nie aufhört. Weil ich eben nicht aufhören möchte, egal wie müde ich bin.
Egal, wie müde ich bin?
Egal.
Ich sehe dich.
Ich verstehe dich nicht, nicht immer. Aber ich sehe dich. Und manchmal, ganz manchmal, ist das, für eine kleine lange Weile okay.

Bitte, lauf nicht davon. Ich ruhe nur.
Ich bin da.
Ich bleibe, wenn du mich lässt.
Versprochen.

Menschen machen mich so unendlich müde.

Montag, 24. Juli 2023

Poetry

There is beauty
in everything
in every little word
everything you've 
ever seen
and everything
you've ever
heard.

Shopping lists 
in their glorious
simpleness
are poetry
words jotted down
for yourself
clumsily

Even Arguments
the small ones
and the heated ones
are art of a kind
for anger
emotions
open and ready
your mind.

In every little word
sound
picture
you can see
intentions
expectations
the shape of youself
and of me.

Poetry
is everywhere
everyone
everything.

Montag, 17. Juli 2023

Freitag, 30. Juni 2023

Regen

Regen fällt
und es kribbelt
in mir
Es tingelt
in meinen
Finger
meiner Seele
Meine Brust
ist erfüllt
mit der Lust
mich selber
neu zu erfinden
in Worte zu fassen
Mich neu formen lassen
von Regen der
niederprasselt
rasselt
widerhallt
Lass mich eine
Naturgewalt
seinspüren
fühlen
Ich
Bin

Da.

Freitag, 26. Mai 2023

Fragment of a caleidoscope

I long to be
more
better
even better
yet here I am
a sorry jester
just me

Scarily
simple
human
oh-so human
ah, I’m sorry
I’m just a fool, man
just me

Bear with me
please
longer
just a bit longer
I can’t come back stronger
I’m just me

I don’t quite
belong
here
I’m here, though
I’m just a weirdo
just me

Whatever I yearn for
is it me?
it’s not me
I wish I’d come and see
for myself
I’m just me.

Dienstag, 23. Mai 2023

Fragment of a caleidoscope X

Sag, was treibt mich
was reibt mich
auf, unter
tausend und einem Stern
schön, fern
unerreichbar
gefühlt nah.
 
Erklär, was mich zwickt
einem Publikum,
dass nur nickt
und stumm dasitzt
ganz ungewitzt
keine Reaktion zeigt.
 
Das Publikum bin ich
erkennst du mich?
siehst du mich?
Ich auch nicht,
hab ich doch irgendwo
zwischen Reminder-Apps und so
vergessen, mich zu erinnern
an mich selber.
 
Kennst du meine Bedürfnisse?
besser als meine Zerwürfnisse
mit der Welt, weil ich nicht passe
nicht erfasse
wo ich falsch liege
weil ich nie genug kriege
Von Rückversicherung.
 
Sag mir nochmals, dass ich gut bin
versichere mir nochmals, so ohne Sinn
weil es doch nicht hängenbleibt
und mich immer weitertreibt
weil kein gutes Wort
genug ist.
 
Weil ich eigentlich nichts davon verdiene
kein Fühlen, Hören, keine Sinne
kein Wahrnehmen von Gutem
kein Ende vom Suchen
weil ich, ganzheitlich,
schlecht bin.
 
Ah, ich bin
vom Thema abgekommen
Es wurde mir
aus der Hand genommen
weil ich mich leiten liess
von dem, was ich fühle.

Stop.

Montag, 8. Mai 2023

Monologe

Vor einer Weile hatte ich mit Laphi ein Gespräch über Liebe und freundschaftliche Gefühle, und darüber, dass diese nie bedingungslos sein kann. Respektive, OB sie das eben nicht sein kann.

Seither begleitet mich das Thema, und ich glaube, ich bin irgendwie in einer argumentativen Sackgasse gelandet.

Ich glaube durchaus, dass es wirklich bedingungslose Zuneigung geben kann. Meine positiven Gefühle anderen gegenüber ist nicht wirklich an eine Bedingung geknüpft. Nicht daran, dass sie erwidert werden, und auch nicht daran, dass diese Person Teil meines Lebens ist. Beides sind zwar wünschenswerte Sachen, aber eben keine Bedingung dafür, dass ich jemanden mag. Auch Dinge wie Weltanschauungen oder bestimmte Verhaltensweisen sind zwar durchaus diskussionswürdige Gegenstände einer zwischenmenschlichen Beziehung, aber wenn ich jemanden mag, dann hör ich in der Regel nicht „einfach so“ damit auf. Ich weiss nicht, ob mich das in letzter Konsequenz irgendwie prinzipienlos macht; Menschen auch dann zu mögen, wenn sie in grundlegenden Dingen anderer Meinung sind wie ich. Allerdings rede ich auch nicht davon, dass ich mich mit jedem einfach so anfreunden kann. Wenn mir beispielsweise jemand offen Fremdenfeindlich, homophob oder wissenschaftskritisch gegenübertritt, dann wird höchstwahrscheinlich gar keine zwischenmenschliche Bindung zustande kommen. Ist das aber erst einmal passiert dann gibt es, glaube ich, kaum etwas, das daran rütteln kann.

Ich kann mitteilen, wenn ich eine Aussage schwierig finde, oder wenn eine Meinung von der meinen abweicht, aber diese Unterschiede im Empfinden solcher Dinge sind kein Totschlagargument gegen einen Menschen, an dem ich etwas gefunden habe, das ich gerne mag. (Ich mein, sind wir mal ganz ehrlich, ich hätte nie eine so enge Freundschaft zu Schweri aufbauen und erhalten können wenn ich ihm nicht frei heraus mitteilen könnte, dass ich sein Verhalten grade echt abenteuerlich finde. Aber ebenso kann er mir halt auch mitteilen, wenn er bei einer Sache grade völlig anderer Meinung ist, ohne dass er befürchten muss, dass ich ihn deswegen direkt aus meinem Leben schmeisse, egal wie.. uh.. „alternativ“ er sich äussert)

Eine gute Sache rechtfertigt natürlich keine 10 Schlechten, und wenn ein mir lieber Mensch etwas in meinen Augen Furchtbares tut, dann teile ich das auch mit, aber ich versuche mich eben auch damit auseinanderzusetzten, WARUM es dazu gekommen ist.

Ich will noch etwas darüber schreiben, dass es manchmal auch zu Kontaktabbrüchen kommen kann, aus verschiedenen Gründen, aber das krieg ich grad nicht auf die Reihe. Aber das Wichtige daran: Selbst, wenn ich keinen direkten Kontakt mehr zu jemandem habe, ändert das doch nichts daran, dass ich diese Person mag. Mein Mögen ist nicht an die Bedingung geknüpft, dass dieser Menschen auch „verfügbar“ ist.

Aber abgesehen davon, dass es mich vielleicht zu einer parteilosen Person macht, der man durchaus den Vorwurf machen kann, dass ich meine Überzeugungen nicht bis in die letzte Konsequenz mittrage, indem ich arg gegenteilige Meinungen toleriere, so stelle ich mir auch immer wieder die Frage: Werde ich dem Menschen gerecht, wenn ich ihn, völlig unabhängig davon, wie er ist, mag? Immerhin sind die meisten dieser Themen welche, die grossen Raum im Leben einnehmen und viel dazu beitragen, dass jemand ist, wer er eben ist. Vieles basiert auf ur-persönlichen Strukturen die man sein Leben lang nicht ablegt. WEN mag ich, wenn ich jemanden mag, der diese Grundüberzeugungen mitbringt, mit denen ich nicht einverstanden bin. Mag ich dann den Menschen, oder meine Vorstellung von ihm? Und wie wertet man das?

Ist es diskreditierend meinen Freunden gegenüber, weil es heisst, dass mir nicht wirklich was an ihnen liegt, sondern rein an der Beziehung zu ihnen? Was mag ich, wen ich wen mag? Was macht es aus, jemanden zu mögen?

Und: Wäre es so schlimm, wenn meine Zuneigung nicht bedingungslos ist? Sind Bedingungen zwichenmenschlicher Beziehungen nicht das, was sie irgendwie ausmachen?

Ich weiss es nicht. Nach all den vielen Überlegungen komme ich zu keinem Schluss.

Ich weiss es einfach nicht.

Freitag, 5. Mai 2023

The clocktower library III: A memory weighting 12 ounces

Do I turn pages
or do they turn me
do I read a sentence
or does it read me

I know the words
portrayed on this paper
impactful
the ever nameless shaper
of nooks and crannies
of my soul
one alphabet
to keep me whole

Sometimes weightless
written phamplets
weight a tousand tons
sometimes silent
shifting movements
are the loudest ones

Oh my soul
so scribbled over
drawn on and to eternally
For each book
each page
each word
I read here
stays with me

Forever.

Donnerstag, 13. April 2023

The clocktower library II

Within the
librarys center
embraced
by spiral stairs
sleeps
a giant
hourglass
filled
with dreams
and cares

For each book
I finish
a droplet
finds ist
fall
My hopes, my dreams
my fretting;
the fragil time its
haul

Dienstag, 28. März 2023

Bite my tongue

 If I only
could shut up
everything
would be better
I would matter
finally
I would
or so
I tell myself
to disctract me
from
reality


If only
I’d be quiet, cute
attentive
small
If only
I’d be
a wall
not required
to speak
not
able
to speak
just ordinarily
quietly
bleak

If only
I could
shut
the
fuck
up

Damn.

Mittwoch, 22. März 2023

Träume

Which book is it today
whom will I turn to?
I cannot get away
ah, I see, its you.

My world was at its darkest
but you shone so bright
life, the quirky artist
ever so keen to write

Ever so ready to listen
to hear, to see, to cry
I guess I‘ll keep on reading
your story, for a while



Ich habe geträumt von dir. Wieder mal.
Völlig bescheuert, 10 Jahre ist es her, seit ich das letzte Mal ansatzweise was von dir gehört oder gesehen habe.
Wir waren ja eigentlich nicht mal so eng befreundet. So im Nachhinein weiss ich nicht, ob wir überhaupt befreundet waren.
Ich war beinah besessen von dir, auf eine ganz weirde Weise. Du warst mein Fixpunkt, mit einer der Gründe, warum ich meine Schulzeit irgendwie überlebt habe.
Ich war unbeholfen, ungeschliffen und unbeherrscht, habe allzu oft all mein Elend nach dir geworfen, dich mal verfehlt, mal direkt getroffen.
Das tut mir leid, jetzt, im Nachhinein. Meine Verzweiflung war nicht deine Verantwortung und ich habe irgendwie alles kompliziert gemacht.
Nachdem du kurz vor Abschluss die Schule geschmissen hast, habe ich nie wieder von dir gehört geschweige denn dich gesehen – und dass auch nicht eingefordert. Mich auch nicht nach dir erkundigt.

Und trotzdem – oder vielleicht grade deswegen – träume ich bis heute manchmal von dir. Und diese Träume sind so, wie ich zu dir war: Mal sehr seltsam, fremd, mal angenehm, mal intensiv, mal beiläufig.

Lieber Vincent
Etwas an dir lässt mich nicht wirklich los. Ich hoffe, wo im Leben auch immer du grade stehst, dass es gut zu dir ist. Das Leben. Du zu dir.
Es tut mir leid, dass ich so anstrengend war.
Pass auf dich auf.

Dienstag, 21. März 2023

Freitag, 17. März 2023

Draft

So much to do
yet so
little meaning
so
many words to listen to
yet such muffled hearing

When did everything
turn so
unbearably heavy
„Forward“ lost its ring
life turned into this chevy

I dunno man
I’m just tired, I guess

Donnerstag, 16. März 2023

Crowning thorns

Freust du dich auf das Wochenende mit den anderen?
Ich weiss es nicht.
Ich weiss nicht recht, wie sich diese Freude zeigen würde, ob sie sich überhaupt zeigen könnte, so vergraben und versteckt unter all meinen Befürchtungen und Ängsten. Ich treffe nächstes Wochenende Menschen, die ich unterschiedlich lang, aber ähnlich gut kenne, Menschen, die ich mag, die mir aber bisher noch nicht ausserhalb des Internets begegnet sind, bis auf zwei Ausnahmen. Menschen, die ich allesamt sehr sehr gerne mag. 

Ich sage, ich freue mich darauf, während ich eigentlich.. nicht weiss, wie ich mich fühle. Ich habe Angst, dass ich abgelehnt werde, so, wie ich bin, wie ich aussehe. Aber dadurch unterstelle ich diesen Menschen indirekt oberflächliches Urteilen, und ich weiss, ich vertraue darauf, dass sie das nicht sind. Das solche Dinge keine Rolle spielen. Ich denke, ich weiss, ich hoffe, ich.. kann nicht.
Unsicherheit frisst mich, und ich habe Mühe, das nicht zu zeigen. Nicht anstrengend, nicht kompliziert zu sein. Nicht zu stören. Ich kann meinen Kopf nicht ausstellen und ich fürchte mich davor, dass das Umstände bereitet, ausserhalb von mir selber, mein ich. 

Menschen treffen – selbst welche, die ich sehr gut, lange und schon seit immer so „real“ kenne – ist nach wie vor eine der grössten Herausforderungen für mich. Ich bin ein bisschen zu unsicher, zu komplexbehaftet, zu verplant, zu unsozial, als dass es reibungslos klappen könnte. Ich kann nicht gut Gespräche führen, weiss meistens nicht, wie ich dreinschauen soll, kann mich schlecht auf Gesagtes konzentrieren und vergesse meine Meinung zu Themen, wenn andere anwesend sind. Das alles macht mich nicht unbedingt zum Angenehmsten aller Zeitgenossen, das weiss ich doch.
Ich weiss auch, dass ich keine klassische (auch keine unkonventionelle) Schönheit bin, dass sich manche ein bisschen dafür schämen, mit mir gesehen zu werden.

Unter all dem bleibt wenig, was ich für Menschen tun kann, damit ein Zusammentreffen mit mir angenehmer wird. Ich kann hin und wieder einen ausgeben, wenn ich etwas Geld überhabe, ich kann mitorganisieren und mich bedanken bei denen, die sich einsetzen. Aber das reicht halt nicht. Wie auch. Ein Treffen lebt vom Treffen und das kann ich selten leisten.
Und ich kann auch nicht einfach aufhören, mir Gedanken zu machen, auch wenn ich es mir dadurch so viel schwerer mache. Ich verstehe mein Empfinden, nehme es war, aber ich habe nichts entgegenzusetzen. Es ist halt die Realität. Diese anzunehmen mag ein Schritt sein, aber es ist keine endgültige Lösung. Nur, weil ich akzeptiert habe, dass ich nicht so gut im Umgang mit Menschen bin, heisst das nicht, dass es für andere deswegen angenehmer wird, zeit mit mir zu verbringen.

Die einzige Lösung ist, grundlegende Dinge zu ändern, an denen ich immer und immer wieder scheitere. Die ich in -zig Gruppentherapien versucht habe zu erarbeiten, erkennen, können, lernen.
Wie man redet, wie man lacht, wie man erzählt, wie man zuhört, wie man mitfühlt, wie man argumentiert, wie man authentisch ist.

Versuchen, mehr Mensch zu sein. Mehr normal. Mehr okay.

Ich weiss nicht, wie.

Mittwoch, 15. März 2023

Maze

I lost myself
somewhere, somewhere
have you seen me?
somewhere, everywhere 

I lost my senses
suddenly, truly
will they ever
come back to me? 

I lost myself
my sense of me
I kind of
set myself free 

But is it the same?
Surely, not
wether I am me
or let myself be
someone other 

Is this other
not but another me?
Will I ever truly
be free of me?

Myself, my self
this gawking
shrieking figurine

Who
again?

Montag, 13. März 2023

Tauchen

No one starts loving you because you change
No one stops loving you because you change

Das Ende des Tages im Glanze des Scheiterns und alles geht wie Passanten
einfach weiter, nie vollkommen verzweifelt, nie restlos begeistert,
das Ende des Tages im Glanze des Scheiterns. 

(Am Ende. Des Tages. Im Glanze. Des Scheiterns. – Maeckes)



Ich versuche auszudrücken, was mich beschäftigt, aber ich merke, es will mir nicht recht gelingen. Und ich weiss nicht, ob es daran liegt, dass ich nicht verstehe, was mit mir passiert, oder ob ich mir nicht eingestehen will was passiert. Ich bin belastet, mit mir selber, am Meisten, frage mich: Ist es reine Unsicherheit? Unsicher, wie es weitergeht, weil es weitergeht, ohne dass ich verstehe, was dich treibt, was uns treibt. Weil ich nicht weiss, wie es endet, wo es endet, ob es endet. Dabei geht’s doch gar nicht um mich. Sondern alleine darum, wies dir geht, dass es dir bald besser geht, dass du weitergehst, nicht stehenbleibst so wie ich, so wie all diese Gefühle in mir die keinen Namen tragen, die ich trage ohne zu wissen wohin und wie lange. 

Ich bin… unsicher. Traurig? Vielleicht, irgendwie. Verärgert? Ich glaube nicht. Beklommenheit ist auch nur ein Mix aus sich-versteckenden, ursprünglichen Emotionen, die sich nicht recht trauen, erkannt zu werden, zu erkennen, dass sie irgendwann gehen werden, weil sich alles irgendwann ändert, du, ich, unsere Situation, unser Verständnis für einander und für uns selber.
Vielleicht ist es Angst, Angst, dass du erkennst, dass du mich nicht mehr brauchst, dass du ein Leben führen willst, eines, in dem ich nicht vorkomme. Vielleicht ist es Frustration, weil du weiterkommst wo ich stehenbleibe, weil ich merke, ich steh vor einer Wand, weil du klettern lernst, und ich mich daran lehne, weil du weitergehst. Neid, weil du weitergehst. Vielleicht ist es das.
Vielleicht ist es Angst, nicht mehr zu genügen, zu wenig menschlich zu sein, zu flüchtig, zu weit weg. Vielleicht ist es Angst vor mir selber, weil ich weiss, ich stecke fest, und deine Situation und dein Ändern zeigen mir auf, was ich nicht kann, was ich nicht ändern kann.

I’ve hit a wall, hard enough to see stars. And they told me I’m not enough. No one starts loving me, just because I talk about how I want to change, no one starts loving me just because I change. I can’t. I can’t. I don’t know anymore. I just… don’t. You are precious to me. I’m sorry. I’m selfish. It’s not about me. Its not. I’m sorry.

Weil es einfach nicht um mich geht, aber ich kann nicht anders, als es um mich drehen zu lassen, entschuldige, ich kann nicht aufhören alles kreisen zu lassen, nur ich selber bleibe starr, unbeweglich. Kreise nicht um mich. Denn es geht nicht um mich. Das ist alles nur zutiefst egoistisches Denken. Achte nicht auf mich. Geh. Wachse.
Ich weiss nicht mehr, wie.

Dienstag, 7. März 2023

Cold



Inner child, winterwind
I may freeze to death
for everytime I have sinned
god shortened my breath 

Winterchild, inner wind,
my wings have yet to work
since their feathers have been thinned
they may be doomed to lurk

inner winter wind's child,
my heart grows oh-so tired
my thoughts went loose, running wild
my time here has expired.

Montag, 6. März 2023

The clocktower library

 Ich will mehr das, was ich schreibe, auch hier onlinestellen. Vor allem meine Lyrikfragmente.
Viel zu oft mach ich es nicht, weil ich denke, es ist nicht gut genug, weil es nicht poliert und durchdacht ist.
Aber eigentlich ist das egal, oder?
Die Lyrik ist ein so unverzichtbarer Teil meiner Selbst, das es mir vorkommt, als würde ich mich vor mir selber verstecken. Aber es reicht aus. Es genügt. Ich genüge. Ich hoffe es.

Deswegen werden hier wohl öfter irgendwelche Schnipsel rumfliegen, die weder fertig noch irgendwie Ansatzweise aufgearbeitet sind. Aber sie sind, was ich bin, und das ist okay so.


The clocktower library

Did you hear
about the
clocktower library
it is
where I’m
often found
sitting
waiting
reading for a while
escaping
The march of time
for a mile
or two

Its old
furniture, my chair
a tad bit
too shabby
and I am
sitting here
a tad bit
too flabby
but we both
don’t mind
eachother

Towering shelves
seemingly
looming
watching
over me
as I read
as I meet
myself
page after page

What books
you may ask
are displayed
portrayed
in a way
only a library can
it’s me
my story
the story oft he people
I meet
I met
so that I never forget
that they were here 

My right and
wrongs
neatly listed
all of my minds
twisted
fantasies
my remedies
filling up
this space

And while I can hear
Tick tick tick
the clockwork’s
breath
here, inside
it does not
matter
for I won't drink
from the woes of
Lethe
for a while
longer.

Time’s not real here
nothing
is
and that’s exactly
why
it is
pure bliss
if it wasn’t
for the
books
reminding me
of my
Flukes
my Mistakes
my
Fakes
Me
the chess
figurine.

The world outside
keeps on going
but I just
am
I just
stay me
here
in my
clocktower
library

Montag, 27. Februar 2023

Reign

Seit August 2022 lebe ich nun weitestgehend selbstständig, ohne Betreuer*innen. Ein Fazit?

Ich glaube, es ist an sich okay. Es gibt Dinge, die mich immer noch schwer überfordern, ich hab Mühe, wirklich ordentlich zu leben, Ordnung herzustellen und sie dann auch zu bewahren. Aber, wie mein Betreuer schon sagte: Es ist nicht ordentlich, aber sauber, und das ist die Hauptsache. Manchmal wünschte ich mir, es würde mir besser gelingen, aufzuräumen, Dingen einen Platz zuzuweisen, und nicht so verloren zu sein damit. Es fehlt mir manchmal, dass das jemand mit mir angeht, mir erklärt, drei, vier, fünfmal erklärt, wie das geht, wie man das macht, jemand, der die Geduld und das Verständnis hat, dass ich kein Gefühl für Ordnung habe, einen gewissen Rahmen brauche, Hilfe bei so simplen Dingen. Wenn ich es dann doch schaffe, von ganz alleine, die Wäsche nach dem waschen in den Schrank zu packen, ordentlich, anstelle davon sie an Ort und Stelle stehen zu lassen, irgendwo mittendrin, dann bin ich ein bisschen zufrieden mit mir.

Wenn ich es nach Wochen schaffe, die Kiste, die schon gepackt seit Ewigkeiten im Weg rumsteht, in den Keller zu tragen, dann denke ich mir: Ich kann das doch. Aber schon am nächsten Tag bin ich wieder verloren und überfordert damit, meine Schuhe ordentlich hinzustellen, oder die kaputte Glühbirne im Bad auszuwechseln.
Ich weiss manchmal nicht, ob das an meinem schlechten Charakter oder an meinen Erkrankungen liegt, aber ich weiss, dass ich es eigentlich schaffen sollte, selbstständig zu sein, Ordnung zu halten. Fast dreissig, aber mit dem kleinsten Blödsinn überfordert. Dafür schäme ich mich ein bisschen.
Und doch: Irgendwie geht es.

Es ist unordentlich, überall liegen Bücher, die Wäsche steht herum, Pappe wartet darauf, entsorgt zu werden, die eine Lampe geht nicht mehr – aber es ist sauber, gesaugt, die Küche gemacht, das Bad geputzt, die Wäsche ist gewachsen, es ist eingekauft und der Weihnachtskaktus ist gegossen. Ich bezahle meine Rechnungen, stehe morgens auf, kann zur Arbeit gehen und meinen Tag strukturieren, ich kann rechtzeitig ins Bett gehen, mir Tee machen, meine Medikamente besorgen und gewissenhaft nehmen. Manches könnte besser sein, aber vieles könnte auch schlimmer sein.
Ich glaube, das Fazit der letzten Monate ist neutral. Ich komme nicht sehr gut oder perfekt zurecht, aber eben auch nicht schlecht oder gar nicht. Es geht. Es ist okay. Das ich manche Dinge nicht kann, ist okay. Weil es dafür ganz viele Dinge gibt, DIE ich kann.
Ein kleines Leben führen.
Das ist die Hauptsache.

Dienstag, 21. Februar 2023

Core

Würdest du in die Vergangenheit reisen, wenn du könntest?

Also, jetzt nicht ala „das Alte Ägypten sehen“ oder historischem Ereignis XY beiwohnen, sondern in deine eigene. 5, 10, 20 Jahre, deinen eigenen Platz einnehmen mit dem Wissen von heute, alles nochmal, vielleicht anders machen.

Die Frage begleitet mich aktuell. Vielleicht, weil ich viel von Menschen träume, die irgendwann mal in meinem Leben waren, die es heute nicht mehr sind, zum Grossteil wegen Fehlern meinerseits. Vielleicht bin ich aber auch grade etwas dünnhäutig und empfänglicher für Fragen dieser Art.

Aber egal wie oft ich darüber nachdenke, mir überlege, was ich gerne ändern würde, wie ich es anstellen sollte, ich komme immer wieder zum Schluss: Ich will das nicht. Also, es gibt wirklich Dinge, die ich bereue, Menschen, die ich verletzt habe, bei denen ich mich zumindest gerne entschuldigen würde, auch wenn das irgendwie eher meinem Gewissen zu Gute kommt, was es schon wieder irgendwie schäbig macht.

Aber ehrlich gesagt hätte ich viel zu viel Angst, was selbst kleinste Veränderungen für Auswirkungen haben. Manch einen Menschen habe ich nur kennengelernt, weil ich zu abenteuerlichen Zeiten an abenteuerlichen Orten war, nachts um zwei in irgendwelchen Foren, spontan mit Klassenkameraden am fucking Hilari, obwohl das eigentlich so gar nicht mein Ding ist. (War tatsächlich auch das erste und einzige Mal). Was, wenn ich diese Zeitpunkte verpasse, weil ich etwas anderes nicht so gemacht habe wie beim „ersten Mal“? Was, wenn das letztlich dazu führt, dass ich einen bestimmten Ort gar nie besuche, oder später/früher, und entsprechend das Zeitfenster verpasse, in dem ursprüngliche Bekanntschaften begonnen haben?

Wäre ich 2017 nur einen Tag eher oder später auf die Akutstation eingeliefert worden, hätte man mir ein anderes Zimmer zugesprochen, und ich hätte Jil niemals so nahegestanden wie wir es taten.
Wäre ich.. 2012 (?) nur eine Stunde früher oder später in diesem Chatroom gewesen, wäre Dugo vielleicht noch nicht oder nicht mehr da gewesen, und wir hätten uns niemals kennengelernt.
Wäre ich 2010 nur MINUTEN später online gekommen, hätte ich die Nachricht von Paddy nicht gelesen und niemals Kontakt zu ihm aufgenommen.
Wäre ich 2017 NICHT in die Klinik gekommen, hätte ich meine Ausbildung früher begonnen, wäre mit ganz anderen Menschen in der Klasse gewesen, hätte niemals Freundschaft geschlossen mit Vanessa oder Sirjay.

Andererseits könnte ich vielleicht Menschen retten. Menschen müssten nicht alleine und verzweifelt sterben. Aber ich bin auch kein fucking Superheld, also könnte ich probably gar nichts ändern. Ich weiss es nicht. 

Beziehungen sind so unendlich fragil, und ich habe zu viel Respekt davor, als da sich würde eingreifen wollen. Auch, weil es zu manchen positiven Situationen kam, weil ich andernorts was verbockt habe. Im Prinzip müsste ich dann zwischen zwei Menschen entscheiden, und das kann und will ich nicht.

Die Dinge sind, wie sie sind. Vergangenes ist vergangen und lässt sich nicht ändern – und ich glaube, das ist auch gut so. Ich kann nur versuchen, im Hier und Jetzt und in Zukunft so zu leben, dass ich nie wieder etwas so bereuen muss, dass ich Jahre später noch davon träume. Dass ich nie wieder Menschen gehen lassen muss, die ich eigentlich so sehr liebe.

Nein, ich würde nicht in meine Vergangenheit reisen. Nicht, um Dinge zu ändern. 

(Aber das Alte Ägypten erleben wär schon nice)

Montag, 20. Februar 2023

Moment

„We may think that time flows evenly throughout the world, but dreams [don’t always match up with the timeline of reality and so] let us know, that in fact, time is nothing more than another function of our minds.“

panpanya - On the timeline of dreams

 


Träume, Zeit, Vergangenes – diese Dinge begegnen mir in letzter Zeit wieder häufiger. Ich meine, an sich begegnen sie mir immer, Zeit ist, was ich sehe, erlebe, fühle; ich bin Zeit, weil ich Vergangen bin, weil ich war, weil ich morgen sein werde. Aber die Thematik begegnet mir, wie zufällig, in Literatur, News, Erzählungen von Freunden. Man nimmt wahr was einen beschäftigt, oder so ähnlich, aber was es auch ist – es ist da.

Traum, die verschobene Realität, die erwacht, wenn wir einschlafen; vielleicht ist es auch gar nicht so zufällig, dass es mir viel begegnet. Literatur ist Philosophie, in jedem Winkel, jedem Satz, die Studie über den Geist des Menschen, der sie verfasst, der, der sie liest, der, der sie interpretiert. Naturgegeben tauchen da Themen wie Träume häufiger auf.

Ich habe immer viel geträumt, sehr lebhaft, manche Träume, die ich hatte, als ich noch so klein war, das ich mich nicht mehr erinnern mag, wie lange es her ist, sind mir noch überpräsent, eingraviert. Weniger bildhaft, mehr emotional, gefühlt, erlebt. So geht es mir eigentlich mit fast allen Träumen. Ich erinnere mich nie daran, WO ich genau bin, keine Ahnung, wie die Orte aussehen, die Menschen, kann mich nicht an Farben oder Formen erinnern, grob an Architekturen von Gebäuden, wie Strassen liegen, wie skizzenhafte Landkarten, aber niemals an eine konkrete Umgebung; nur ganz selten ist es eine, die ich überhaupt kenne, in dieser anderen, der „eigentlichen“ Realität. Aber ich erinnere mich immer genau an Gefühle, an Wahrgenommenes, mein Erinnerungstraum erhält Farben durch Emotionen, die ich mitgenommen habe, wirkt fröhlich oder bedrohlich oder langweilig durch Empfindungen, die mir geblieben sind, bleiben bis heute.

Vielleicht ist es ein Spiegel dessen, wie ich bin, wie ich funktioniere in dieser wachen Realität. Wenig Fokus auf Umgebung, wenig hinschauen, mehr herausfühlen. Spüren, wie die Welt heute aussieht.

Von klein auf hatten Menschen in meinen Träumen keine Gesichter. Meistens haben sie auch keine wirklichen Köpfe, oder nur verschwommen, oder strichmännchenhaft und fliessbandgleich Unbedeutend. Für mich war – ist – das normal. In der Therapie wurde mir erklärt, dass es daran liegt, dass ich Menschen in wachem Zustand nie in die Augen schaue. Traummenschen sind welche, die uns, wenn wir wach sind, begegnen, meist aber Passanten, Hintergrundwesen die wir nicht bewusst wahrnehmen, die aber für Träume recycled werden, weil unser Hirn nicht in der Lage ist, sich Menschen aus dem Nichts auszudenken. Deswegen gibt es auch keine wirklichen „Originale“ was gezeichnete Menschen angeht. Unsere Vorstellung gibt uns automatisch das Bild eines real Existierenden, wenn auch für uns bewusst völlig Unbekannten.
Menschen, die andere nicht ansehen, haben entsprechend keinen solchen „Speicher“, weswegen in Träumen nichts wiedergegeben werden kann. Ich weiss nicht, ob das stimmt, ich habe es nie nachgeschlagen oder nach wissenschaftlicher Basis dazu gesucht. Alles, was ich weiss, ist, dass die Menschen in meinen Träumen keine Gesichter haben, nie hatten.
Ich spüre meist eher, wen ich um mich habe, oder sie tragen besondere Kleidungsstücke, die mein Gedächtnis eindeutig mit Person X verbindet, oft ist aber nicht mal das so.

Meistens haben die Menschen, von denen ich träume, auch körperlich-äusserlich wenig mit denjenigen zu tun, die sie im „wachen“ Leben sind, zu tun. Ich weiss dann, dass ist Person X, obwohl sie weder so gross ist noch in irgendeiner anderen Weise an X erinnert. Ich habe gelesen, dass das aber tatsächlich normal sein soll. Für einen Traum, das emotionale Verarbeiten ist es unerheblich, „wer“ da konkret steht, solange das unterbewusste Erleben weiss, „wer“ da steht. Irgendwie kompliziert. Aber auch interessant. Woran „erkenne“ ich jemanden, wenn ich ihn nicht „erkennen“ kann? Ich weiss, wer du bist, auch wenn du nicht du bist. Dazu muss ich auch immer an den Anime „Kororo Connect“ denken, und daran, dass dort die Frage aufgeworden wird, wer der Mensch ist, wenn er äusserlich ein anderer ist, und innerlich nie wusste, wer er war. Wenn ich immer nur Theater spiele, mich anpasse, und dann plötzlich in einem anderen Körper stecke – bin ich dann noch „ich“?

Aber vermutlich spielt das alles gar keine so grosse Rolle in Träumen. Vieles, was da logisch ist, erscheint höchst seltsam in wachem Zustand, wieso also nicht auch die Wahrnehmung von Menschen und ihrer Identität? Vermutlich spielt nichts eine wirklich grosse Rolle. Und doch.. ich träume. Ich träume und nehme wahr und erinnere mich Jahre später noch an dieses Gefühl, trage diese Emotionen mit mir herum und möchte manchmal weinen, weil es mir scheint, ich trage eine Überlast an vergangenen Gefühlen aus einer Zeit, einer Realität die nicht der entspricht, in der ich mich gerade befinde. Und mit jedem Jahr wird alles schwerer. Ich weiss noch nicht, wie ich loslasse. Aber ich will es lernen.

Ein bisschen leichter gehen. Ein bisschen weniger denken.

Das wäre schön.

Montag, 13. Februar 2023

Gezeitenmonolog

Das Leben hat beschlossen, kompliziert zu bleiben.
Auch wenn es Momente gibt, in denen ich mir denke, eigentlich, ja eigentlich kann es ein bisschen so bleiben.

Manchmal erinnere ich mich an Menschen und Gefühle und Erlebnisse, die mich glücklich gemacht haben, die positiv waren, und daran, dass das Meiste davon traurig geendet hat. Häufig, weil ich nicht damit umgehen konnte, nichts mit diesen positiven Gefühlen anzufangen wusste. Generell nichts mit Emotionen anzufangen wusste.

 Ich glaube, „Glück“ hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Ist nicht mehr so allumfassend, überschwänglich übergross, eher leise, eher zurückhaltend, aber dafür bleibend.
Ist es das, einer dieser  „Therapieerfolge“, die man erst nach längerer Zeit bemerkt? Erst, wenn man lange nicht mehr in der Situation ist, zurückblickt auf die hohen Wellen von Früher?
Vielleicht. Vielleicht hängt es aber auch mit dem Älterwerden zusammen, ich weiss es nicht. Ich kann nur schauen und fühlen und vergleichen und feststellen, dass ich heute anders fühle als damals.
Weniger „alles“, dafür mehr „konstant“. Und ich glaube, das ist gut so.

Es gibt immer noch so viele Baustellen, ich will so gerne abnehmen und Menschen besser verstehen, ich will so gerne wieder mehr lesen und stabil bleiben und weniger den Gezeiten meiner Seele ausgeliefert sein, alles Dinge, die möglich, aber nicht zwingend erfüllbar sind. Vieles hängt auch von mir ab, das Meiste, würde ich sogar behaupten. Aber manchmal bin ich so unendlich müde, müde davon, an mir zu arbeiten, mich zu pushen, weiterzukommen, zu klettern, manchmal nur zu kriechen, dann wieder 17-Meilen-Schritte, mal Barfuss durch Geäst, mal mit Schuhen durch Sand, aber manchmal eben auch umgekehrt, geschützt durch die Dornen, fühlend über den Strand. Schöne Dinge, traurige Dinge, Eindrücke sammeln, sie einrahmen, jedem seinen Platz zugestehen, nicht wie früher entweder alles auf denselben Haufen schmeissen, oder aber trennen zwischen „gut“ und „schlecht“. Wahrnehmung annehmen, neutral, wertfrei. Manchmal ist das mehr, als ich leisten kann. Manchmal geht das gut.

Manchmal ist mir das alles zu blöd und ich denke mir, ich bleibe wer und wo und wie ich bin, will keinen Schritt mehr tun, niemand mehr sein, nichts verstehen. Und dann gehe ich trotzdem wieder weiter.

Stabilität. Mich selber und mein Leben nicht auf den Ruinen meiner vorherigen Versuche aufbauen, sondern mit den Ruinen, aus den Ruinen, weil alles ein Teil von mir ist, auch das, was niedergetrampelt, niedergebrannt wurde. Weil jeder Stein, mit all seinen Ecken und Kanten eine Daseinsberechtigung hat, weil ich nicht vergessen will, wer ich war, wer ich bin, dass ich manchmal nicht weiss, wer ich bin, und dann neue, noch etwas polierte, noch etwas unbeschadete Bauteile nehmen, kombinieren, und irgendwo dazwischen etwas finden; Stabilität. Grund bewässert mit Liebe, beschienen mit Gutmütigkeit, umgegraben mit festem Willen. Und dann Stein um Stein um Stein aufgebaut, was ich bin, wer ich bin. Ich.

Zwischendrin kurz innehalten – das ist okay. Es ist okay, dass ich manchmal müde davon bin. Aber ich will trotzdem weitermachen. Weil ich irgendwann, irgendwann in ferner Zukunft dieses Haus, dieses Kunstwerk gerne sehen möchte: Ich. Weil ich mich selber irgendwann gerne sehen möchte.

Irgendwann.

Dienstag, 31. Januar 2023

Talk

Im Gespräch mit mir selber: Sag, wie geht’s dir? Was bewegt dich? 

Und während ich einhundert Antworten fühle, kann ich doch keine aussprechen.
Dinge, zugedeckt, begraben mit dem, was ich erspüre, ich weiss, es ist da, ich nehme es wahr, aber beschreiben kann ich es nicht.
Alles scheint zu banal und zu klar umrissen als dass es wirklich passt.
Und doch versuche ich, zu beschreiben, erklären, rechtfertigen; holprig, steinig, ich falle hin und rapple mich wieder auf, unelegant aber zielführend, ein paar tausend Umwege, weil mir der Steilhang dann doch zu unheimlich erscheint, kurz innehaltend, durchatmen, weiter – weiter im Versuch, mich zu beschreiben.

Jay ist weg.
Er ist nicht gestorben, aber er hat sich entschieden, dass er das alles nicht mehr kann: Menschen, Kontakt, Interaktion.
Er sagt, dass es ihn stresst, dass er nicht weiss, wie er damit umgehen soll, dass er es nicht kann, dass er es einfach nicht mehr kann. Und dass er deswegen lieber gar keinen Kontakt haben möchte, weil es ihm guttut, er sich befreit fühlt.
Er sagt, dass er nicht mehr dafür kämpfen mag, dass es irgendwann mal besser wird, dass es ihn ermüdet, dass er einfach müde ist.
Und dabei hat er so besiegt geklungen, dass ich keine Worte mehr gefunden habe, die ich ihm hätte sagen können.

Er hat mich und alle anderen aus seinem Umfeld aus seinem Leben entfernt; alle Kontakte gelöscht und darum gebeten, auch selber nicht mehr kontaktiert zu werden.

Was macht man da? Ja, was? Ich weiss nicht, was „man“ macht, und ich weiss noch viel weniger, was ich mache.

Trauer. Weinen. Ihm schreiben, dass ich ihn ein bisschen schütteln will, aber dass ich ihn auch ein bisschen verstehen kann. Ganz wichtig, der kleine Satz: „Wenn es noch den Hauch einer Chance gibt, deine Meinung zu ändern, will ich sie ergreifen“, damit er weiss: Ich respektiere seinen Wunsch; aber wollen tue ich es nicht.

Wut, wütend sein.
Er schreibt, dass es mein Recht ist, dass er es versteht. Dass er nicht mehr an Situationen wachsen will.
Aber verstehe ICH es?

Was macht mich denn wütend? Dass er einfach aufgibt. Seine Resignation; nach allem, nach all den Jahren, über 10 sind es schon, die wir uns kennen, und in denen wir gewiss nicht nur eitel Sonnenschein hatten. Dass er, nachdem wir beide so vieles erreich haben, an diesem Punkt stehen bleiben will. Und das ich das nicht kann, nicht darf. Es macht mich ein bisschen neidisch. Weil er für sich eine Entscheidung getroffen hat, und ich die meine; weil mich etwas treibt, zu versuchen weiterzuwachsen. Zu lernen. 

Vielleicht ist es umsonst, und öfters als mir lieb ist, denke ich daran, dass ich nicht weiter will, kann, komme, und doch, und doch; es hört nie auf. Ich höre nie auf, irgendwie.

Lieber Jay
Es tut mir leid, dass ich dein Leid nicht eher erkannt habe. Es tut mir leid, dass ich nicht mehr für dich tun konnte. Aber wie ich dir schon schrieb: Wann immer du das Gefühl hast, es zulassen zu können, wieder Kontakt zu suchen; ich bin da. Immer.
Pass auf dich auf.