Freust du dich auf das Wochenende mit den anderen?
Ich weiss es nicht.
Ich weiss nicht recht, wie sich diese Freude zeigen würde, ob sie sich überhaupt zeigen könnte, so vergraben und versteckt unter all meinen Befürchtungen und Ängsten. Ich treffe nächstes Wochenende Menschen, die ich unterschiedlich lang, aber ähnlich gut kenne, Menschen, die ich mag, die mir aber bisher noch nicht ausserhalb des Internets begegnet sind, bis auf zwei Ausnahmen. Menschen, die ich allesamt sehr sehr gerne mag.
Ich sage, ich freue mich darauf, während ich eigentlich.. nicht weiss, wie ich mich fühle. Ich habe Angst, dass ich abgelehnt werde, so, wie ich bin, wie ich aussehe. Aber dadurch unterstelle ich diesen Menschen indirekt oberflächliches Urteilen, und ich weiss, ich vertraue darauf, dass sie das nicht sind. Das solche Dinge keine Rolle spielen. Ich denke, ich weiss, ich hoffe, ich.. kann nicht.
Unsicherheit frisst mich, und ich habe Mühe, das nicht zu zeigen. Nicht anstrengend, nicht kompliziert zu sein. Nicht zu stören. Ich kann meinen Kopf nicht ausstellen und ich fürchte mich davor, dass das Umstände bereitet, ausserhalb von mir selber, mein ich.
Menschen treffen – selbst welche, die ich sehr gut, lange und schon seit immer so „real“ kenne – ist nach wie vor eine der grössten Herausforderungen für mich. Ich bin ein bisschen zu unsicher, zu komplexbehaftet, zu verplant, zu unsozial, als dass es reibungslos klappen könnte. Ich kann nicht gut Gespräche führen, weiss meistens nicht, wie ich dreinschauen soll, kann mich schlecht auf Gesagtes konzentrieren und vergesse meine Meinung zu Themen, wenn andere anwesend sind. Das alles macht mich nicht unbedingt zum Angenehmsten aller Zeitgenossen, das weiss ich doch.
Ich weiss auch, dass ich keine klassische (auch keine unkonventionelle) Schönheit bin, dass sich manche ein bisschen dafür schämen, mit mir gesehen zu werden.
Unter all dem bleibt wenig, was ich für Menschen tun kann, damit ein Zusammentreffen mit mir angenehmer wird. Ich kann hin und wieder einen ausgeben, wenn ich etwas Geld überhabe, ich kann mitorganisieren und mich bedanken bei denen, die sich einsetzen. Aber das reicht halt nicht. Wie auch. Ein Treffen lebt vom Treffen und das kann ich selten leisten.
Und ich kann auch nicht einfach aufhören, mir Gedanken zu machen, auch wenn ich es mir dadurch so viel schwerer mache. Ich verstehe mein Empfinden, nehme es war, aber ich habe nichts entgegenzusetzen. Es ist halt die Realität. Diese anzunehmen mag ein Schritt sein, aber es ist keine endgültige Lösung. Nur, weil ich akzeptiert habe, dass ich nicht so gut im Umgang mit Menschen bin, heisst das nicht, dass es für andere deswegen angenehmer wird, zeit mit mir zu verbringen.
Die einzige Lösung ist, grundlegende Dinge zu ändern, an denen ich immer und immer wieder scheitere. Die ich in -zig Gruppentherapien versucht habe zu erarbeiten, erkennen, können, lernen.
Wie man redet, wie man lacht, wie man erzählt, wie man zuhört, wie man mitfühlt, wie man argumentiert, wie man authentisch ist.
Versuchen, mehr Mensch zu sein. Mehr normal. Mehr okay.
Ich weiss nicht, wie.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen