Montag, 29. März 2021

Tired Smile

In Zeiten wie diesen, wo nichts funktioniert weil ich nicht weiss wohin mit mir und meinen Emotionen, wo ich nur schlecht mit Menschen interagieren kann weil ich die Gewaltsmenge an Eindrücke die ein lebender, fühlender Mensch mit sich bringt nicht bewähltigen kann, in solchen Zeiten wird mir mehr als alles andere bewusst, wie unglaublich gesegnet ich mit meinem Umfeld bin.

Lehrer, die Verständnis zeigen, die sich bei mir bedanken das ich trotz allem zu den Prüfungen in die Schule komme.
Lehrer, die mir genug vertrauen dass ich den Schulstoff zuhause bearbeiten darf und keine Nachweise dafĂĽr erbringen muss.
Der Prorektor, der mir überhaupt erlaubt, im Selbststudium zu lernen und dieses Dispensation auch noch um einen Monat verlängert.

Vorgesetzte und Zuständige, die mir zur Seite stehen und jederzeit ein offenes Ohr für mich haben. Vorgesetzte - meine wunderbare Ausbildungszuständige im FRW die mich bei der Kalkulationsschulung entschuldigt und nirgends einträgt, dass ich sie vergessen habe, und mich einfach für den Nachtermin einträgt. Die mich immerzu dazu anhält, mehr an mich zu glauben.
IV-Zuständige und andere "Fallinvolvierte" die auch in solchen Zeiten an mich glauben und mir ermöglichen, meine Prozente flexibel zu gestalten. Die es absegnen, dass ich 30% arbeite und mich in meinem eigenen Tempo wieder hocharbeite. Die mir diese unglaublich grossartige Möglichkeit geben, die Ausbildung aller Widrigkeiten zum Trotz doch weiterzuführen.

Mein Psychiater, der nicht über meinen Kopf hinweg entscheidet sondern sich immer zuerst anhört was ich empfinde und wie ich die Situation sehe. Der mir das Gefühl gibt, auch inmitten dieses tobenden Sturmes das Ruder selber in der Hand halten zu können. Mit Hilfe, mit viel Hilfe damit ich nicht abtreibe, wegdrifte, aber doch selber, mit eigener Kraft so weit diese reicht.
Der Psychiater, der zu jeder Tageszeit per Telefon fĂĽr mich erreichbar ist und immer Zeit freischaufelt wenn ich reden willmusssoll.

Mein Wohnbetreuer, der die Termine äusserst flexibel meinem Befinden anpasst. Mal spontan vorbeischaut und nachfragt wie es mir geht. Der Wohnbetreuer und das Team die mir so viel Vertrauen entgegenbringen und es okay finden, wenn sie meine Wohnung mal nicht gesehen haben. Die mir so viele Freiheiten geben und mich darin unterstützen, meine Selbstständigkeit aufrechtzuerhalten, auch wenn nichts richtig ist grade.

Freunde und meine Schwestern, die nicht böse sind wenn ich mich länger nicht oder nur spärlich melde. Diese wunderbaren, wunderbaren Menschen, die mich trotzdem weiterhin an ihrem Leben teilhaben lassen und mir zeigen, dass sie mich nicht vergessen haben. Die durch ihre Worte und Taten, seien sie noch so belanglos-wirkend, den Lärm in mir drin ein bisschen leiser drehen.
Freunde, die mir seit Jahren, seit Jahrzehnten zur Seite stehen, durch alle Phasen meiner Erkrankung, durch alle Phasen meines Seins. Die in mir eine Seele sehen und nicht nur die Pest die meinen Geist befallen hat.
Freunde, die ich innigst lieben darf.

Ich bin so unendlich dankbar.



Montag, 22. März 2021

Jin in 548 Worten

 FĂĽr den Deutschunterricht mussten wir einen Text "ĂĽber uns" schreiben.
Halb zum kennenlernen, halb um noch eine Note zu kriegen, aber ohne grosse Vorgaben und Bestimmungen.

Ich will den Text hier teilen


Die Versuchung, diesen Text mit dem Wort «Ich» zu beginnen, ist gross. Schliesslich soll es darum ja gehen, um mein «Ich». Dass Sätze aber nie mit Ich beginnen sollten, weil das ein Zeichen von Egoismus ist, habe ich irgendwann einmal gelesen, gesagt oder eingebläut gekriegt – deswegen erscheint mir «Die» ein guter Ersatz.

Wer ist das denn, dieses «Ich»? Annährend 27 Jahre unterwegs mit mir selbst scheinen nicht auszureichen, um darauf eine spontane, passende Antwort zu haben. 

«Ich» hat viele Seiten, viele Gesichter, viele Ausdrucksweisen. «Ich» ist mehrdimensional, etwas, das mir nur mit Worten wiederzugeben annähernd unmöglich erscheint. Ein bisschen Freude, ein bisschen Trauer, ein bisschen «Damals», «Jetzt» und «Morgen» fliessen da mit ein, ein bisschen bescheuert-sein und ein bisschen Schwermut. Letzteres mag dafĂĽr verantwortlich sein, dass ich mich der Farbe Indigoblau besonders zugetragen fĂĽhle. Nichts so richtig, weder blau noch violett, aber doch eigenständig mit eigenem Namen. Dass das Blau im Namen erhalten blieb erscheint mir passend – Blau, die Ballade unter den Farben die gleichermassen Wehmut und Freiheit symbolisiert.

Blau wie das augenscheinliche Wasser, dieser Lebensquell, das mit seinen Gezeiten und seinem unbeugsamen Existieren eine besondere Faszination auf mich ausĂĽbt.
Ich bin gerne am Wasser und empfinde dessen Geräuschkulissen als sehr beruhigend. Allgemein kann ich mich wohl als ein eher auditiver Mensch bezeichnen. Mich begleitet nicht nur das, was allgemeingĂĽltig als Musik bezeichnet wird, ständig, sondern auch die Geräusche aller Dinge. Diese ganz eigene Melodie, die jeder Sache innewohnt und dazu einlädt, kurz zu verweilen. Ich mag es, Dinge zu hören und zu erspĂĽren, sie zu erfahren mit mehr als blossem Auge. Taktil-Affinität ist es wohl auch, die mich dazu bringt, die Welt in all ihren Konsistenzen, Oberflächen und Materialien erfahren zu wollen – diese Welt, die aus so unendlich vielen verschiedenen Aspekten besteht und so viel mehr ist als ich nur zu sehen vermag.

Diese Welt und ihre Eigenheiten an andere weitertragen war auch einer der BeweggrĂĽnde, weshalb ich mich fĂĽr ein Studium in Sonderpädagogik entschied. Jungen Menschen auf ihrem Weg in diese Welt unterstĂĽtzend zur Seite zu stehen erscheint mir als eine ehrenwerte Aufgabe, insbesondere fĂĽr diejenigen, die nicht an der Startlinie anfangen konnten sondern weit dahinter, weil die Rahmenbedingungen einen «normalen» Start nicht erlauben konnten. Freundlichkeit lehren, Freundlichkeit und Gutherzigkeit vor allen Dingen. Denn Freundlichkeit ist wie Schnee, es macht alles, das es berĂĽhrt so unendlich viel schöner.

Dieser innige Wunsch, den jungen Menschen Werte mitzugeben, die sie ĂĽber die Schulzeit hinaus mitnehmen können, ist mir bis heute geblieben, auch wenn der Weg zum selbst Unterrichten nicht so funktioniert hat, wie ich mir das vorgestellt hatte. Denn wie könnte ich auch anderen Wege aufzeigen die ich selbst noch gar nicht gefunden habe? So bin ich irgendwie in dieser Ausbildung gelandet – eine Tasche voll mit Erfahrungen und WĂĽnschen aus meinem Studium, meiner Schulzeit an der Fachmittelschule Schaffhausen und all den BĂĽchern, die ich verschlungen habe in der Hoffnung, dass sie mir ein StĂĽckchen mehr von diesem «Ich» zeigen können, das ich doch suche.

Jin - «Ich» – BĂĽcher, Musik, hören und spĂĽren, Lyrik und ein bisschen Melancholie – vor allem aber der Wunsch nach mehr Liebe auf dieser Welt. Das bin ich.

Dienstag, 16. März 2021

Brain ɯɹoʇs

One day
in order to know
who to be
I gave up
I gave it up
            my sanity

One day
to finally get a clue
as to "who"
I am, whom I want to top
I realised
            
I need to stop

I  could go on
wrack my brain
make those reasons mine
but
all this brainstorm
thoughts upon this born
all this
            brain
            ÉŻÉąoʇs            
won't guide me home.