In Zeiten wie diesen, wo nichts funktioniert weil ich nicht weiss wohin mit mir und meinen Emotionen, wo ich nur schlecht mit Menschen interagieren kann weil ich die Gewaltsmenge an Eindrücke die ein lebender, fühlender Mensch mit sich bringt nicht bewähltigen kann, in solchen Zeiten wird mir mehr als alles andere bewusst, wie unglaublich gesegnet ich mit meinem Umfeld bin.
Lehrer, die Verständnis zeigen, die sich bei mir bedanken das ich trotz allem zu den Prüfungen in die Schule komme.
Lehrer, die mir genug vertrauen dass ich den Schulstoff zuhause bearbeiten darf und keine Nachweise dafĂĽr erbringen muss.
Der Prorektor, der mir überhaupt erlaubt, im Selbststudium zu lernen und dieses Dispensation auch noch um einen Monat verlängert.
Vorgesetzte und Zuständige, die mir zur Seite stehen und jederzeit ein offenes Ohr für mich haben. Vorgesetzte - meine wunderbare Ausbildungszuständige im FRW die mich bei der Kalkulationsschulung entschuldigt und nirgends einträgt, dass ich sie vergessen habe, und mich einfach für den Nachtermin einträgt. Die mich immerzu dazu anhält, mehr an mich zu glauben.
IV-Zuständige und andere "Fallinvolvierte" die auch in solchen Zeiten an mich glauben und mir ermöglichen, meine Prozente flexibel zu gestalten. Die es absegnen, dass ich 30% arbeite und mich in meinem eigenen Tempo wieder hocharbeite. Die mir diese unglaublich grossartige Möglichkeit geben, die Ausbildung aller Widrigkeiten zum Trotz doch weiterzuführen.
Mein Psychiater, der nicht über meinen Kopf hinweg entscheidet sondern sich immer zuerst anhört was ich empfinde und wie ich die Situation sehe. Der mir das Gefühl gibt, auch inmitten dieses tobenden Sturmes das Ruder selber in der Hand halten zu können. Mit Hilfe, mit viel Hilfe damit ich nicht abtreibe, wegdrifte, aber doch selber, mit eigener Kraft so weit diese reicht.
Der Psychiater, der zu jeder Tageszeit per Telefon fĂĽr mich erreichbar ist und immer Zeit freischaufelt wenn ich reden willmusssoll.
Mein Wohnbetreuer, der die Termine äusserst flexibel meinem Befinden anpasst. Mal spontan vorbeischaut und nachfragt wie es mir geht. Der Wohnbetreuer und das Team die mir so viel Vertrauen entgegenbringen und es okay finden, wenn sie meine Wohnung mal nicht gesehen haben. Die mir so viele Freiheiten geben und mich darin unterstützen, meine Selbstständigkeit aufrechtzuerhalten, auch wenn nichts richtig ist grade.
Freunde und meine Schwestern, die nicht böse sind wenn ich mich länger nicht oder nur
spärlich melde. Diese wunderbaren, wunderbaren Menschen, die mich trotzdem weiterhin an ihrem Leben teilhaben
lassen und mir zeigen, dass sie mich nicht vergessen haben. Die durch
ihre Worte und Taten, seien sie noch so belanglos-wirkend, den Lärm in
mir drin ein bisschen leiser drehen.
Freunde, die mir seit Jahren,
seit Jahrzehnten zur Seite stehen, durch alle Phasen meiner Erkrankung,
durch alle Phasen meines Seins. Die in mir eine Seele sehen und nicht
nur die Pest die meinen Geist befallen hat.
Freunde, die ich innigst lieben darf.
Ich bin so unendlich dankbar.
