Dienstag, 24. September 2019

Aenestaetic

Ich würde gerne grosse, schöne Worte finden und dir damit sagen,
dass ich dich vermisse.
Aber alles, was ich habe, sind verschwurbelte Gefühle und eine Repertoire an Momenten,
die ich nie vergessen werde.
Es ist ein Privileg jemanden zu vermissen, denn es bedeutet, dass man diese Person hat kennen dürfen.


The privilege of missing someone

Für Jil

Your smile's brightness
hid perfectly
what you allowed
no-one to see

Pale and shaky
wobbly tears
your heart wide open
with grinning fears

In small toilet rooms
escaped sobs and blood
drip-drip, our innocence
howling, screaming floods

The atmosphere of your voice
always a tad bit low
no oxygen to let us breathe
to thrive, to bloom, to grow

I love you
your desperation
madness is
salvation

Poke, poke, Sticky fingers
bring your name
under my skin
let me adopt
your sin

You hold my hand
in the darkest night
through the brightes day
through wrongs and rights

Voiceless subtle cries
we never found
the reason why
we fall and rise

You've waited
awaited my presence
and gifted my parting self
with condolences

Curly hair
caressing your pale frame
meanwhile I grew
and so did my shame

On the outside
we were two of a kind
inside
we've got two minds

Even though
I shed tears for you
you only outgrew your skin
and shed it without a clue

A shared glass has to part
in the split second it is shared
and so we, too, parted ways
while sharing that we cared

All thats left
an itchy heart
a fond smile
an inked part

We are a thousand worlds apart
yet my heart
is wherever you are
forever

Dienstag, 17. September 2019

Warum

Meine Vorgesetzte fragt mich: Wie muss ich mir das denn vorstellen; "hoher Emotionaler Aufwand".
Ich weiss es nicht.
Wie soll ich erklären, dass ich manchmal dasitze und nicht mehr atmen kann,
weil die Welt zu viel ist.
Dass ich manchmal Abends weine, weil leben zu schwer ist.
Dass eine Sache innert Sekunden ihren Sinn verlieren oder gewinnen kann,
dass ich manchmal inner Sekunden mich selbst verlieren oder wiederfinden kann.

Wie soll ich denn erklären, dass ich Sturm und Donner bin,
aber Regen und Ruhe suche?
Wie nennt man das, wenn alle Menschen Monster und ich selbst das grösste davon bin?
Wie erkläre ich, dass ich mich nicht freuen, sondern nur FREUEN kann,
dass ich ich mich nicht ärgere, sondern welteinstürzend-allmächtig ÄRGERE.

Wie erkläre ich, dass ich es morgens nicht aus dem Bett schaffe, weil gestern noch an mir zerrt,
dass ich den Kopf irgendwo in den Wolken verloren habe, während ich über Dinge nachgedacht habe,
die eigentlich so unfassbar Nichtig sind.
Wer versteht denn schon, was ich meine, wenn ich sage, ich bin heute blind.
Wenn ich sage, ich sehe dich, aber ich verstehe dich nicht, weil ich mich nicht fühle und dich nicht erspüren kann.
Wenn ich sage, dass mir nach Pastellblau ist, ich aber nur orange sehe.
Wer versteht das denn schon; und wem kann man schon einen Vorwurf machen, der das nicht versteht?
Es ist keine genaue Angabe; natürlich nicht. Ich fühle auch nicht genau.
Es ist diffus und ungenau, es ist allmächtig und übergross, es ist bunt, unsichtbar, namenlos.

Wie kann ich denn erklären, dass meine Welt, mein Sein, mein Ich manchmal einfach abrupt anhält und für einige Sekunden vergisst,
wie man sich weiterdreht. Weitergeht. Weiterlebt.

Leben ist anstregend.
Aber versuchen zu erklären "warum" ist es noch viel mehr.

Donnerstag, 12. September 2019

Personality Disorder

Hello it's me,
the laughing fool
the crying heart
the bleeding tool

Hello it's me
but I don't know
who I am
if not for show

If I'm sad
I don't know why
If I'm happy
I could cry

Hello, hello,
please don't call me
I have no name,
no face to see

I am not
but still: I am
and I struggle
to comprehend

What part of "me"
is "me", is pure
which of this "me"
am I for sure

Hello it's me
the hearty tool
the laughing cry
the bleeding fool.

Montag, 9. September 2019

social life

Just lemme
eat the
table
at least
take
a bite
Please,
my mind's
unstable
I can't get
it right

Play
rock, paper
scissors
with my
sanity
my consciousness
it withers
so does
my
humanity

Social life
is
stupid
please
just let
me die
my day
it is
ruined
Well
I guess
I'll cry

Sonntag, 8. September 2019

Verstehen

Aufdröseln.
Verstehen, woher die Zusammenbrüche kommen,
was Öl ins Feuer gegossen hat.
Gestern war fürchterlich.

Ich habe geträumt, wieder so real und greifbar, dass ich lange nicht verstehen konnte,
es ist nicht wirklich. Es ist okay nicht darüber nachzudenken, es war nur ein Traum.
Ein Mädchen in meiner Berufsschulklasse heisst so, wie ich früher hiess, vor der Namensänderung.
Und das macht mir offenbar unbewusst viel mehr zu schaffen als ich dachte.
Ich.. fürchte mich vor ihr. Nein, nicht vor ihr als Mensch, vor dem Namen.
Wenn sie gerufen wird kriege ich für eine Sekunde Panik, dass ich gemeint bin.
Dass ich wieder jemand sein muss, der ich eigentlich nicht bin.

Ich träume davon.
Dass ein gesichtsloser Mensch, ein wichtiger Mensch, zu mir kommt und mir sagt,
dass es ein Irrtum war, dass meiner Namensänderung stattgegeben wurde, und dass ich leider wieder zurück muss.
Dass ich wieder dahin zurück muss, wo ich nie wieder hin will. Nie wieder hin kann, wenn ich leben will.
Und ich will leben.
Es verunsichert mich, wenn meine Lehrerin mich fragt "Heissen sie denn wirklich so?"
Und ich antworte "Ja, steht auf meinem Ausweis."
Ich meine, es STEHT da, und trotzdem fürchte ich, dass es nicht reicht.
Das es nicht gültig ist, dass ich nicht gültig bin.

Vielleicht ist das Ganze schwer zu verstehen, wenn man nicht ich ist.
Aber diese Namensänderung war für mich wirklich die Chance, die ich gebraucht habe,
um mir ein Leben aufzubauen.
Dieses Ich von früher, dass gar kein Ich war; dieser Mensch, der nichts war, ich konnte es zu Grabe tragen.
Und das hat mir Flügel geschenkt.
Früher, als ich noch keine Verbindung zu mir, zu MIR hatte, zu meinen Gefühlen,
da war ich.. nicht.
Es ist schwierig zu erklären.
Weil ich nie wirklich da war, weil Erlebnisse zwar abgespeichert aber nie emotional verbunden habe, sind auch meine Erinnerungen durcheinander.
Ich weiss nicht, wie alt ich wann war oder wie ich mich in Situation xy gefühlt habe.
Weil ich da nicht gefühlt habe.
Emotionen war für mich die zweckmässige Wiedergabe dessen, was ich dachte, würden andere jetzt wohl empfinden.
Und wenn tatsächlich mal MEINE Emotionen irgendwo durchkamen, war das so ein unglaubliches Chaos dass es für keinen der Beteiligten gut geendet hat.
Einmal, ich war entweder in der 7. oder 8. Klasse, da hatte sich eine Freundin meinen iPod geliehen. Und ich wollte ihn wiederhaben, aber aus irgendeinem (höchstwahrscheinlich) legitimem Grund wollte sie ihn noch kurz behalten, und ich bin völlig ausgetickt. Ich bin furchtbar wütend geworden, hab geschrien und bin weggelaufen.
Das ist eine der wenigen Erinnerungen an "meine" Gefühle. Intensiv, übergross, unendlich.
Zeitweise hatte ich mich so sehr von meinen Gefühlen entfremdet, das sie mir wie eigene Persönlichkeiten erschienen,
Wesen in mir drin die Dinge bewirken, die ich nicht will, die mir Dinge zuflüstern die ich nicht einordnen kann.
Gefühle waren für mich wortwörtlich die Teufelchen und Engelchen, die merkwürdige Dinge von mir verlangen.
Nur, dass es keine Teufelchen oder Engelchen waren, sondern körperlose, wesenlose Stimmen, Empfindungen in mir drin.
Das hat mich wahnsinnig gemacht.

Heute ist es knapp zwei Jahre her seit ich aktiv eine Verbindung zu meinen Gefühlen habe,
diese besser verstehen und kanalisieren kann, wenn auch noch lange nicht so, wie ich es gerne können würde.
Ich explodiere nicht mit, implodiere aber auch weniger, ich kann herleiten, wo ein Gefühl herkommt und was ich damit anstellen kann, ohne die Welt um mich herum in die Luft zu jagen.
Und meine Namensänderung war ein unglaublich wichtiger Schritt dabei.
Nicht nur, dass "mein" Name nun geschlechtsneutral ist und ich nicht mit all den Traumas von früher verbinde,
nein, es ist für mich auch ein neues Sein, ein Versprechen an mich selber.
Die Anerkennung, dass ich gewachsen bin, dass ich weiterwachse und das ich /lebe/.
Das ich leben will.

Und es wirft mich so dermassen aus der Bahn, den "anderen" Namen zu hören.
Das ist seltsam, denn als ich noch amtlich so hiess, war es nicht so schlimm.
Das ist irgendwie erst, seit ich offiziell ich bin.
Und ich krieg die Krise damit.
Was soll das denn?

Diese Ausbildung ist eine Challenge, und die grössten Hürden warten überhaupt nicht da,
wo ich sie erwartet hätte.

Kleine Schritte; Verhaltensanalysen.
Verstehen lernen, damit grosse Schritte möglich werden.

Samstag, 7. September 2019

secéip

Mein Kopf schreit aber ich kann mich nicht formulieren.
Ich will sagen, dass ich angst habe, weil ich nicht weiss, wer ich eigentlich bin.
Das ich Panik kriege, wenn Julia aus meiner Berufsschulklasse beim Namen gerufen wird,
dass ich Nachts davon träume und schier wahnsinnig werde.
Dass ich Angst habe, dass die anderen rausfinden, dass ich früher niemand war.
Dass jemand kommt und mir sagt, dass nur weil ich ne Namensänderung hatte, sich nichts ändert,
und dass ich leider wieder zurück muss und weiterhin niemand sein.
Ich habe Angst, dass ich Menschen verletze, dass ich zu intensiv bin, zu intensiv da oder zu intensiv abwesend.
Dass ich nicht weiss, was mit Yasi los ist, weil sie schon so lange schweigt
dass ich nicht weiss, was ich mit meinen Gefühlen anfangen soll, weil ich meinen Alltag irgendwie geregelt kriege, und das einfach irgendwie merkwürdig ist.
Dass ich gerne in den Tisch beissen würde, um zu merken, dass das alles grade wirklich real ist.

Ich habe angst, dass ich meine wunderbaren freunde verletze, weil ich Vergleiche von heute zu damals ziehe; Leute, IHR wart nicht kacke. ICH war es.
dass ich mir selber was vormache und bald alles zusammenbricht.
Dass ich meinen Connect zu meinen Gefühlen wieder verliere, weil ich überfordert bin
Dass ich in wahrheit wirklich ein schlechter Mensch bin.

Ich muss meiner Betreuerin schreiben, dass sie am Mittwoch viel Zeit mitbringen soll.

Hilfe


Maybe I'm free, but freedom just means that I'm lost.

Blackfield | Far Away

Donnerstag, 5. September 2019

Tweets from hell

Tag für Tag für Tag füR TAG FÜR TAG
Mein Kopf ist übervoll mit Eindrücken und Gefühlen und Abers und Solltens und-
Stopp.

Es ist still und ich bin traurig.
Ich bin leer.

Es ist ein Kampf; und doch, ich gehe zur Arbeit, gehe zur Schule, ich esse und schlafe und lass meine Betreuerin in meine Wohnung; ich tue und schreie nur zwischendurch mal ganz kurz, alleine auf dem Schulklo,
kurz vor dem Einschlafen; wenn ich auf ein altes Bild mit Yasi stosse und mich daran erinnere, wie sehr ich sie mag,
wenn Timo mir schreibt;
wenn ich eine Katze auf der Strasse flauschen kann.

Ich wachse an diesem Horror; und doch: Wachse ich genug?


651

Sometimes 
I am scared
that I am
not mature
enough
to decide
wether
to life or
to die

Am I
really
capable of
knowing
the risk; 
of both sides
its horror
and its
frisks

Can I
be trusted
with
such an
important
Thing
is it wise
to make
me king
of my own
life.

Would I be
better off dead
shouldn't I
be sad
or happy,
when I feel
crappy
enough to cry

I
don't
know.

Dienstag, 3. September 2019

naglafad

Je älter ich werde, desto irrationaler erscheinen mir meine Probleme.
Ich habe heute gut 15 Minuten damit zugebracht, mir zurechtzulegen wie ich die neue Mitarbeiterin die am Tisch neben mir sitzt ansprechen soll.
Sie hatte zuvor gefragt woher ich meine Trinkflasche habe, die sei toll. (Ist eine mit Animemotiv)
Also dachte ich ey, das doch ne super Gelegenheit um ungezwungen ins Gespräch zu kommen!
Jaha! Nein. Überhaupt nicht.
Ich hab' mich gefühlt wie ein Kind, dass sich an der Leiter zum Drei-Meter-Sprungturm rumdrückt, und eigentlich springen will und sich freut und es gerne tut, aber es ist so hoch und die anderen, die springen, sind schon so gross. Und so ist es hin und hergerissen zwischen vergnügen und angst.
Dieses.. "JETZT mach ichs!" Und dann einfach losrennen, nicht nachdenken, und einfach springen. Oder doch vorher nochmals abbremsen? Doch lieber warten? Augen zu und durch? Augen auf und los?
Jetzt - nein, JETZT, schnell - ah... doch nicht. JETZT aber!"
Das ist doch bescheuert.

Ich will sie nur fragen, ob sie den Anime auch kennt und nicht den fucking Mount Everest besteigen.
Und doch hätte ich mich in diesem Moment viel lieber auf eine potentiell tödliche und unglaublich anstregende Bergtour vorbereitet als auf ein Gespräch im Büro mit der neuen Mitarbeiterin.
Ja nice.

Montag, 2. September 2019

1. September 1939

1. September 1939

Many untold
buried tales
heroes without
a well-known face
without lips
to sing their
songs
no ears will hear
their rights
and wrongs

Many silent
tears that fell
with eyes wide open
into hell
dipping every
corpse in fire
the coming years
drainingly dire

A siren's tale
in early
hours
and not a soul
to gift them flowers
for; of their lifes
all that remains;
is a date
in museum frames