Dienstag, 17. September 2019

Warum

Meine Vorgesetzte fragt mich: Wie muss ich mir das denn vorstellen; "hoher Emotionaler Aufwand".
Ich weiss es nicht.
Wie soll ich erklären, dass ich manchmal dasitze und nicht mehr atmen kann,
weil die Welt zu viel ist.
Dass ich manchmal Abends weine, weil leben zu schwer ist.
Dass eine Sache innert Sekunden ihren Sinn verlieren oder gewinnen kann,
dass ich manchmal inner Sekunden mich selbst verlieren oder wiederfinden kann.

Wie soll ich denn erklären, dass ich Sturm und Donner bin,
aber Regen und Ruhe suche?
Wie nennt man das, wenn alle Menschen Monster und ich selbst das grösste davon bin?
Wie erkläre ich, dass ich mich nicht freuen, sondern nur FREUEN kann,
dass ich ich mich nicht ärgere, sondern welteinstürzend-allmächtig ÄRGERE.

Wie erkläre ich, dass ich es morgens nicht aus dem Bett schaffe, weil gestern noch an mir zerrt,
dass ich den Kopf irgendwo in den Wolken verloren habe, während ich über Dinge nachgedacht habe,
die eigentlich so unfassbar Nichtig sind.
Wer versteht denn schon, was ich meine, wenn ich sage, ich bin heute blind.
Wenn ich sage, ich sehe dich, aber ich verstehe dich nicht, weil ich mich nicht fĂĽhle und dich nicht erspĂĽren kann.
Wenn ich sage, dass mir nach Pastellblau ist, ich aber nur orange sehe.
Wer versteht das denn schon; und wem kann man schon einen Vorwurf machen, der das nicht versteht?
Es ist keine genaue Angabe; natĂĽrlich nicht. Ich fĂĽhle auch nicht genau.
Es ist diffus und ungenau, es ist allmächtig und übergross, es ist bunt, unsichtbar, namenlos.

Wie kann ich denn erklären, dass meine Welt, mein Sein, mein Ich manchmal einfach abrupt anhält und für einige Sekunden vergisst,
wie man sich weiterdreht. Weitergeht. Weiterlebt.

Leben ist anstregend.
Aber versuchen zu erklären "warum" ist es noch viel mehr.

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