Dienstag, 29. November 2016

Springflut im Kopf

Grade ist alles sehr wirr.
Ich sehe zum ersten Mal seit langem wieder eine berufliche Perspektive,
und merke, dass es mir Hoffnung auf eine gute Zukunft gibt.
Ansonsten klammere ich mich an kleine Utopien.
Das Weena irgendwann mal hierher zieht und wie zusammen wohnen,
dass ich jeden Samstag eine neue Folge All Out!! und Haikyuu!! 3 schauen kann.
Dass da draussen immer noch Menschen sind, die etwas mit mir zu tun haben wollen.
Die wahnwitzige Vorstellung, irgendwann ein eigenes Pferd zu haben, oder andere Haustiere.

Eigentlich weiss ich gar nicht, was ich mir wirklich wünschen würde.
Einen Ausweg aus dieser graudunklen Autobahn, das sicherlich.
Aber wie immer fehlt es mir an der Initiative.
Fahre lieber weiter durch den stummen Tunnel, anstelle davon die Wand einzureissen,
einfach mal mit Dynamit um mich schmeissen, und schauen, wie das Licht,
das durch die zerstörten Wände bricht, mein Leben verändert.

Ich fürchte mich nicht vor der Veränderung,
ich fürchte mich davor, dass die Veränderung nichts bringt.
Das ist das Schlimmste.

Zeit, Liebe, Hoffnung in eine Veränderung zu stecken, nur um dann zu merken,
dass alles immer noch gleich grau ist.
Das ist grausam.

Freitag habe ich zusammen mit meinem neuen Thera eines meiner Medikamente abgesetzt.
Vielleicht merke ich auch das ein bisschen, es war immerhin das einzige (wirkliche) Antidepressiva das ich hatte.
Irgendwie scheine ich kein Glück zu haben mit diesen Medis.
Ist doch eh überflüssig.
Das alles.

Die Sonne scheint grade richtig schön durch richtig schmutzige Fenster,
erhellt meiner leuchtenden Depression Versteck,
erhellt meine Augen, und vermag mir doch nicht die Freude zurückgeben.

"Irgendwann sagt auch mal die Welt entschuldigung,
und solange bleibe ich angestellt bei meiner Selbstentrümpelung."

- Maeckes | Nisma

Aber wofür denn entschuldigen?
Ist ja mein Leben, ist ja meine Sache.
Manchmal wünschte ich, ich wäre nicht zurechnungsfähig, müsste nur noch klaren Linien folgen.
Und dann fällt mir wieder ein, dass das noch trostloser wäre, als es jetzt schon ist.

Ich weiss nicht, wo ich hin will.
Ich stehe nur da und umklammere meine kleinen, dummen Träume.
Elend.

Ich bin heute über diesen Artikel gestolpert, und er hat mich sehr berührt.
Wenigstens sind da noch Dinge, die mich berühren.

Donnerstag, 24. November 2016

Lain

Lieber Paddy.

Du bist weg.
Also, nicht wirklich weg.
Irgendwo da draussen bist du, und führst dein Leben,
irgendwo da draussen gibt es dich, bist du.

Aber nicht mehr für mich.
Das wievielte Mal ist das nun?
Ich kann nicht zählen.

Du bist da, du bist weg, du bist da und dann wieder weg,
ein Rhytmus, an den ich mich längst gewöhnt haben sollte.
Aber es bleibt eben trotzdem bitter, dich gehen zu sehen.
Auch wenn ich dich nicht wirklich gehen sehe,
eines Tages bist du einfach weg. Einfach so.

War es dieses Mal der endgültige Schlussstrich?
Du bist jetzt mit deiner Freundin zusammengezogen,
mit der Freundin, die du so sehr liebt.
So sehr, dass du den Kontakt zu mir abbrichst, um dich nicht wieder in mich zu verlieben.
Du hast eine neue Arbeit, hast in Rostock jetzt ein neues Leben.
Ich habe da keinen Platz mehr, oder?

Warum kann ich den Schlussstrich nicht ziehen?
Warum kann ich dich nicht einfach löschen? Blockieren. Vergessen.

Ich erinnere mich.
An den Abend, als dich deine Freundin kurzfristig verlassen hatte,
und du kopflos durchs Quartier gefahren bist mit deinem Motorrad.
Das Motorrad, gelb/schwarz, dass du so geliebt hast.
Aber jetzt kannst du ja Auto fahren, da brauchst du es wohl nicht mehr.

Nicht mehr gebraucht zu werden ist grausam, weisst du?
Das hast du mir gesagt, als du Streit mit einem guten Freund hattest.
Ja, ich weiss. Ich weiss das. Du hast es mir gezeigt.

Ich muss mir einreden, dass du nichts bist.
Das du nur ein Name in einem Chatfenster bist,
dass du gar nicht wirklich existierst.
Dass du ein Phantom aus alten Zeiten bist, nichts, was weiterhin besteht.
Aber ich schaff das nicht.

Weisst du, Paddy, es hätte mir gereicht, wenn wir einfach nur ab und zu geschrieben hätten,
ich brauch nicht mehr von dir. Einfach nur das Wissen, dass du mich nicht vergessen hast.

Vielleicht heiratest du bald?
Ich würde dir gerne eine Glückwunschkarte schicken,
einem lieben Freund zum neuen Lebensabschnitt gratulieren.
Vielleicht wirst du auf Arbeit bald befördert?
Du hattest ja immer Spass an deinem Job, und ich glaube, du bist auch echt gut darin.
Aber du bist ja noch jung - vielleicht machst du auch eine zweite Ausbildung in einem ganz anderen Bereich.
Etwas mit Musik würde zu dir passen. Ich hoffe, du nimmst mal Gesangsstunden,
du hast so eine tolle Stimme.
Es ist ewig her, seit ich mir das letzte Mal deine Tracks angehört habe.
Selbst die MP3, die du mir zum Geburtstag geschenkt hast, habe ich lange nicht mehr angefasst.
Das ist jetzt 5 Jahre her - 5 Jahre, stell dir vor!
Eine Ewigkeit.

Hier hat lange ein Bild von dir gehangen - jenes mit dem KönIch-Tshirt, welches du mir unbedingt zeigen wolltest.
Aber vor Kurzem habe ich es abgehangen.
Es kam mir irgendwie idiotisch vor, das Bild von jemandem hier hängen zu haben, der mich nicht mehr kennt.

Ich glaube, manchmal wäre ich echt gerne stinksauer auf dich.
So richtig richtig wütend.
Ich würde dir gerne einen richtig bösen Brief schreiben, und danach alle deine Kontaktdaten löschen.

Aber ich kann es nicht.
So bin ich eben nicht, gell?
Aber weisst du, in den letzten Monaten, die du weg warst, habe ich gelernt, ehrlich zu sein.
Ehrliche Briefe zu schreiben, ehrliche Worte zu sprechen.
Vielleicht sollte ich es mal auf einen Versuch ankommen lassen?

Aber was bringen meine Briefe denn?
Nichts.
Auch beim letzten Mal, als du ein ganzes Jahr weg warst, hast du nicht auf meine Briefe reagiert.
Du hast mir nachher geschrieben, dass du sie gelesen hast, und antworten wolltest, aber nicht konntest.

WARUM?

Weil du mich vergessen hast.
Weil du dich anderen Dingen zugewendet hast.
Wieder und wieder.
Aber warum bist du dann wieder zurückgekommen?
Nur, um jetzt wieder zu verschwinden.

Dein leeres Chatfenster grinst mich fies an - es fühlt, wie ich kalt werde,
wenn ich auf deinen Namen starre.

Was sind wir eigentlich?
Fremde.

Daran ändert auch nichts, dass ich dich in und auswendig kenne,
dass du mcih in und auswendig kennst.
Daran ändert nichts, dass ich dabei war, an dem Abend, als dein Vater auf Arbeit verletzt wurde.
Oder an dem Gedenktag von dem Mädchen, das im Bach bei euch im Viertel ertrunken ist.
Oder als du dich über deinen Kumpel aufgeregt hast, der die Schule nicht ernstgenommen hat.
Oder als du deinen Motorradunfall hattest, und kaum laufen konntest hinterher.
Oder als du an der Beerdigung des Mädchens gesungen hast, das an Krebs gestorben ist.
Oder als wir zusammen die Elektro-Axt erfunden haben.
Oder als du meintest, wir sollten unseren Chatverlauf als Buch rausbringen.
Als der ESC war, als wir zusammen gesungen haben.
Als wir uns so unglaublich nahe waren.

Oder habe ich mir das eingebildet?
Vielleicht waren wir Fremde, von Anfang an.
Fremde, die aus Verzweiflung nichts anderes zu tun wussten, als sich um den Hals zu fallen.

Ich habe dich nie geliebt, Paddy. Nicht wie einen Partner, nicht wie du deine Freundin liebst.
Aber ich habe dich für selbstverständlich genommen, irgendwann.
War das ein Fehler?

Du hast dich in mich verliebt, einmal, zweimal, dreimal?
Wie oft war es?
Und trotzdem hat uns das Universum immer wieder zueinander getrieben.
Als würden wir in einem ewig tiefen Ozean schwimmen, und im schummrigen Licht des Mondes an der Oberfläche immer wieder aufeinandertreffen.

Eigentlich wollte ich dir mit diesem Brief Tschüss sagen.
Für immer.
Eigentlich wollte ich deine Daten löschen und weitergehen.
Aber es passiert nicht.
Da ist die kleine, aberwitzig winzige Hoffnung in mir, dass du wieder zurückkommst.
Wie die letzten Male auch.
Das es vielleicht wieder Monate, vielleicht Jahre dauert,
aber das du irgendwann wieder da bist, wie so viele Male zuvor.

Aber das wird nicht passieren, oder?
Dieses Mal hast du mich für immer verlassen.

Du kommst niemals wieder.

Paddy, komm zurück.
Ich warte auf dich.
Ich warte auf dich, Monate, Jahre, Jahrzehnte.
Ich glaube daran, dass wir uns irgendwann, irgendwo wiedersehen.
Und vielleicht kann ich dir das alles dann endlich einmal sagen.
Vielleicht kann ich dann endlich einmal über all das mit dir reden.
Vielleicht.

Pass auf dich auf.

Alles Liebe,
Jinnie

Dienstag, 22. November 2016

Tokyo Ghoul

Ich muss kurz durchdrehen, sorry o_o

Dieser.
Anime.
Ist.
So.
Dermassen.
Mein.
Ende.
Oh.
Mein.
Gott!

Dieser Anime ist so hart metaphorisch gesellschaftskritisch.
Er ist frustrierend, deprimierend, trostlos und grau.
Er ist soooooo dermaaasseennnnn hardcore metaphorisch das ich heulen will o__o
Ich krieg den nicht mehr aus meinem Kopf.
Besser gesagt, das Ende von Staffel zwei.
Das ist so übel.
Argh o__o



Donnerstag, 17. November 2016

Kurage no Uta

Es ist okay grade.
Ich mache mir viele Gedanken betreff Zukunft und welchen Weg ich für mich gehen möchte.
Habe mich gestern mit A. getroffen und wir haben auch über das Thema mit Geld haushalten geredet.
Irgendwie.. hat mich das ein wenig beruhigt.
Ich glaube, ich könnte das schon.. auch wenn es vielleicht einige Anlaufzeit brauchen würde,
aber grundsätzlich glaube ich nicht, dass ich komplett scheitern würde.
Auch wen es echt schwer ist einzuschätzen, wenn man nie alleine gelebt hat.

Es ist bald Dezember <3
Ich liebe diesen Monat.
All die Weihnachtsmärkte, Deko in den Läden und Lichterketten an Häusern und in den Strassen,
Kerzen anzünden und Kekse backen, Geschenke einkaufen und einpacken - es gibt nichts besseres!
Ich muss nur immer schauen das ich Finanziell hinkomme, wo wir schon bei Geld waren.
Am Liebsten würde ich die ganze Welt beschenken.
Habe mich dieses Jahr aber stark limitiert was Geschenke angeht,
habe sogar, SCHWEREN HERZENS alle Wichtelanfragen von Foren abgelehnt.
Ich liebe wichteln über alles, aber es liegt eben einfach nicht drin dieses Jahr.
Bin fast etwas neidisch, wenn ich die Leute davon reden höre.
Aber man will ja vernünftig sein.

Ausserdem habe ich ja trotzdem noch das Wichteln im Helarionteam und jenes in unserer Supervisions-Gruppe. (Da muss ich mir noch was ausdenken.. verdammt.)

Bin nicht mal so sehr aufgeregt wegen Montag, wegen dem Gutachtertermin.
Hier zeigt sich mal wieder meine antrainierte Fähigkeit, sowas einfach auf mich zukommen zu lassen.
Macht auch einfach mehr Sinn als sich total verrückt zu machen.
B., die Frau meines Vaters meinte, sie begleitet mich.
Das war erstmal so.. uuh.. ok.
Nicht, weil ich nicht will, sondern.. weil.. verdammt, wieso kümmert sich diese Person so um mich?
Ich die 22 jährige Tochter ihres neuen Mannes, sie ist mir in keinster Weise verpflichtet,
und trotzdem tut sie so viel für mich.
Das macht mir manchmal angst. Wie soll ich das denn zurückgeben?
Es ist kompliziert.
Also, natürlich freut es mich sehr - aber es ist eben was ganz Neues für mich und ich hab Schwierigkeiten damit,
es irgendwie vernünftig einzuordnen.
Gruselig.

Übirgens: Das ist cool.
Der Anime ist cool, der Manga ist mega, das Opening ist toll.


Samstag, 12. November 2016

Rainbow

"That's right. I must not lose heart. In life there are meetings and farewells. I must not, therefore, throw away love and courage."

(Rainbow: Nisha Rokubou no Shichinin | Abe George & Kakizaki Masasumi | Kapitel 92)





Dienstag, 8. November 2016

Wakunan

Argh.
Ich will mutig sein.
Ich will so mutig sein, das ich mich nicht mehr für mich schämen muss.
Ich will da raus und Schnupperpraktikas machen,
und mich bewerben und meine Zukunft in die Hand nehmen.
Ich will mutig sein, und über meine Defizite hinwegsteigen.
Aber das ist verdammt schwierig.

Ich merke, wie sehr mich das überfordert, wie ich mit mir selber hadere und auf der Stelle trete.
Wie ich zu keinem gscheiten Schluss kommen kann, und am Ende doch wieder nur weglaufe.
Das muss aufhören.
Ich will auf mich selber stolz sein können, weil ich etwas geschafft habe, wozu mir bisher der Mut gefehlt hat.
Ich glaube, es geht hauptsächlich darum, nicht nachzudenken.
Es einfach tun. Einfach machen und überraschen lassen.

Ich will das können.
Jetzt.



When it all feels like everything's impossible
And you don't fit right in a crowd
Go wild and break the mold
If you don't try you'll never fly
But you gotta be brave, yeah


-Brave | Action Item

Mittwoch, 2. November 2016

not blue. - Kagamine Len

How long ago was it when I walked down this road with you?
Without even holding hands, we simply slowly walked side by side

The blinking traffic lights urged me to “Hurry up, hurry up”
Just like you had been back then, I’m crying now

Ever since we chose to go down different roads,
I’ve always seemed like a lost child

I understand, I get it already
Even though I was the one who created this maze
I understand, I get it already, but
I can’t get out. Even now, I still can’t find the exit out of these feelings

Even though what I want to protect is broken, scattered,
and will be buried away
The thing I wanted to destroy had been protecting me

Even though you aren’t here, look, I’m still living

not blue. - Kagamine Len

Karasuno

Die letzten Tage waren ruhig.
Meine Stimmung ist einigermassen stabil,
nun, so stabil wie es eben möglich ist als Bordi.

Am 21.11 habe ich den Termin beim Gutachter, und das macht mich fürchtbar nervös.
Auch wenn das eigentlich relativ überflüssig ist, mehr als hingehen und meinen Teil sagen kann ich eh nicht.
Generell.. denke ich im Moment viel über das Thema Zukunft und so nach.
Irgendwie weigere ich mich, zu denken, dass es doch eh umsonst ist.
Ich will nicht, dass es umsonst ist.
Aber ich bin noch nicht weit.
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass mir noch ein Schlüssel fehlt,
ein Zahnrädchen im Getriebe arbeitet noch nicht.
Aber ich bleibe dran.

Ansonsten.. habe ich diese Woche mein Soll schon erfüllt (yay!)
Schrank angefangen anzumalen, Ecke aufgeräumt, In (mindestens) einem Laden wegen Schnupperpraktikum gefragt, neue Gesangslehrerin kontaktiert.
Na bitte, ich kann doch!
Das gibt mir Mut, dass es bergauf geht.

Ich ärgere mich immer noch, dass ich nicht mit Geld umgehen kann.
Das wär eine echt wichtige Sache, aber irgendwie.. krieg ich das einfach nicht hin.
Meine Betreuerin und ich haben jetzt sone Liste wo ich mal einen Monat akribisch alles aufschreibe,
was ich kaufe.
Irgendwie hab ich ein bisschen Angst vor dem was rauskommt,
weil ich ja genau weiss, dass ich damit nicht umgehen kann.

Generell sollte ich wohl aufhören ein solcher Angsthase zu sein.
Ich hab es satt, wegzulaufen.
Ich will leben.
Jetzt.