Sonntag, 26. Januar 2020

Runahs

Ich habe meinen ersten Anime ohne Untertitel geschaut, und.. ich habe mehr verstanden als gedacht :'D
Er heisst Ao no Strada und ist eigentlich eine Werbeproduktion für eine Filmkamera.
Aber ich wollte ihn unbedingt schauen und es gab ihn nirgends mit Untertiteln.
Ich habe sogar verstanden, worum es ging und konnte der Story folgen, auch wenn ich weit weg davon bin, jedes Wort und jeden Satz mitzuschneiden.
Es war wie gesagt aber auch nur ein Kurzanime mit nicht sooo crazy anspruchsvollem Wortschatz,
trotzdem bin ich erstaunt, dass ich so viel gelernt habe alleine durchs zuhören. Ich habe mir ja nie wirklich Mühe gegeben, Japanisch zu lernen und so Kanji und Katakanazeug kann ich üüberhaupt nicht. Da kann ich mir nicht mal merken wie die "most common" Zeichen gehen.
Nicht mal die, die in Naruto häufig vorkommen, und durch diesen Manga habe ich meine ersten Wörter gelernt.

Die Krankenkasse schuldet mir noch Geld und es kooommmttt einfach nieeechhtttttt.
Es sind immerhin 600CHF, die ich leeeider leider nicht selber behalten kann, sondern die dann direkt an meinen Arzt gehen.
Ein kleines bisschen Herzinfarkt wars ja schon, als die Rechnung kam. Aber eigentlich logisch; es ist für die ambulante OP die ich am Fuss hatte, wegen dem Abszess.
Und aus Grund XY haben sie meine Asthmamedis auch direkt darüber abgerechnet. (Dieses fucking Zeug ist so teuer, das ist nicht mehr witzig)
Wenigstens habe ich so ultra selten einen "schlimmeren" Anfall, dass ich das teuerste Medi so gut wie nie brauche.
Trotzdem kostet das "reguläre" schon knapp 100, was für 40 "Portionen", als knapp 20 Anwendungstage nicht graaaaaade superbillig ist.
Klar, die Kraka zahlt nen Grossteil davon, aber sie ist laahaahmmmmmm im überweisen.
Aber hey.
Auf sich aufpassen.
Seine Medis gewissenhaft nehmen.

Amen.

Samstag, 25. Januar 2020

Janice

Ich hab' mein Halbjahreszeugnis erhalten und die Noten für die Semesterarbeit.
Beides ist.. sehr gut.
Es ist schwierig für mich, dass zu schreiben, weil ich wieder fürchte, egoistisch zu wirken. Überheblich, selbstverliebt.
Aber da meine Noten übersetzt ein "sehr gut" bedeuten, ist es etwas leichter.
Und doch kann ich mich kaum freuen, denn die Angst vor dem "Danach" ist wieder übermächtig.
Einen Job finden irgendwann, alles aufgleisen, eine Wohnung finden, ein Leben führen.
Geld zur Seite legen, dritte Säule, später mal was haben für die Rente.
Das ist alles so unfassbar bescheuert. Es bleibt einem nichts übrig als sich mit Mitte 20 schon zu Sorgen wegen Dingen, die in 40, 50 Jahren passieren.
Und wieder; wer weiss, ob ich da noch lebe? Wer weiss denn schon, was wird?
Ich fühle alte Muster auf meiner Zungenspitze, in den hintersten Winkeln meines Gehirns; keine Zukunft, nur die Gegenwart und ein Weg, der im Nebel verschwindet.
Ich sehe nichts, ich höre nichts, ich kann nichts tun ausser auf diesem Weg weiterzugehen und zu hoffen, dass ich vor keine Mauer laufe.

Am Freitag in der Schule ist Vanessa richtig böse geworden auf mich.
Weil ich gesagt habe, ich fürchte mich davor, das Englischzertifikat und das Computerzeugs zu machen,
weil ich mir sicher bin, dass ich es nicht bestehen werde.
Sie meinte, sie finde es furchtbar, dass ich das denke und das ich aufhören solle damit weil sie mir sonst mal so richtig die Meinung sagt.
Ich weiss nicht so richtig, wo ich das verräumen soll.
Rational ist mir bewusst, dass sie das getan hat, weil sie an mich glaubt.
Aber ich bin so schlecht darin damit umzugehen, wenn jemand böse auf mich ist und mich anschnauzt. Ich gerate sofort in die Defensive und möchte mir auf die Zunge beissen.
Mich nie wieder beschweren und ihr keinen Grund geben, nicht wieder böse zu werden.
Ich bin so schlecht darin, mich anderen mitzuteilen. Ich weiss einfach nicht, wie ich das tun soll.
Ich will ja gar nicht jammernd rüberkommen, aber offensichtlich funktioniert das nicht so gut.
Und nun.. bleibt mir nichts anderes übrig als mich Hals über Kopf in diese Zertifikate zu stürzen damit keiner denkt, ich wäre faul oder nicht bereit, an mir zu arbeiten.
Ich habe so unglaubliche Angst davor, es geht nicht. Ich kann doch nicht so gut englisch, nicht gut genug für diese Prüfung. Ich mache doch meist nur irgendwas und für den Unterricht reichts halt zufälligerweise, aber ich habe keine Ahnung von der eigentlichen Materie.
Ich besitze kein wirkliches Sprachgefühl und tue mich schwer damit, Wortschatz auf- und auszubauen.
Wie soll das denn gehen?
Und doch muss ich.
Es gibt keinen anderen Weg.
Ich will kein nutzloser, fauler Mensch sein. Ich will weiterkommen.
Ich fürchte mich davor.


Mittwoch, 22. Januar 2020

Aristocrat

Ich nehme zu viel Raum ein.

Wie kann ich mich denn leer fühlen und mit dem Leben hadern wenn die Menschen um mich herum selber kämpfen?
Es geht mir nicht gut, aber ich habe grade keine Möglichkeit dass du äussern.
Wie könnte ich denn?
Auch anderen geht es schlecht.
Vanessa sagt mir nach der Mittagspause in der Schule, dass sie einfach nicht weiss, wie sie mit dem Tod ihrer Grossmutter umgehen soll und dass sie wieder in alte Verhaltensweisen zurückfällt.
Und sie sieht mich an und ihre Augen schreien mir ins Gesicht, dass sie nicht weiter weiss, nicht mehr sagen kann, und das braucht sie auch nicht, denn ich weiss was sie meint.
Ich weiss, was ihre Worte bedeuten; ein paar Gramm mehr am Abend, ein Kreislauf aus Schuldgefühlen und Wut, Blut und schlaflose Nächte.
Ich weiss, was sie meint und mein Herz zerbricht weil ich ihr keinen Rat geben kann, wei ich ihr nichts mitgeben kann ausser einem "Es tut mir leid das zu hören".
Dani, der morgens zu spät zur Arbeit kommt, obwohl er normalerweise immer zu früh ist, der kein "Guten Morgen" und kein "Schönen Abend noch" bringt, obwohl ihm das sonst so wichtig ist, und ich kann nichts tun ausser ihm auf die Schulter zu klopfen und ihm sagen, dass er nicht alleine ist, dass er sich melden soll, wenn ich was für ihn tun kann.
Ich kann nichts tun ausser dasitzen und ihm mitteilen, dass ich ihn höre, dass ich seine Stille wahrnehme und verstehe, was mir seine Ausstrahlung dort in der Ecke am anderne Ende des Büros entgegenschreit.
Ich fühle dich, ich sehe dich.

Ich denke und denke und überlege wie ich helfen kann, und es bleibt doch bei blöden, ausgelutschten Worten die von Herzen kommen, aber nichts bedeuten, weil sie mein Gegenüber nicht erreichen.
Weil sie hohl und phrasenhaft keine Spuren hinterlassen, sondern mit dem Staub hinausgewischt und vergessen werden.

Es tut mir leid, dass ich keine Sonne bin, die ganz natürlich Wärme und Licht und Leben verstrahlt, dass ich nicht natürlicherweise jederzeit die richtigen Worte und Taten zur Hand habe,
dass ich nur ich bin und ihr euch aus purer Gutherzigkeit die euch doch so stark zu eigen ist auch noch mit mir abgeht.

Ich nehme zu viel Raum ein, zu viel Platz, physisch wie mental auf einer Ebene zwischen Wort und Blick, auf der Ebene wo Beziehungen stattfinden.

Es tut mir leid.
Es tut mir leid.
Es tut mir leid, dass es euch nicht gut geht, es tut mir leid, dass manchmal durchscheint, dass es mir grade nicht gut geht, es tut mir leid dass ich euch nicht kommuniziere wie es aussieht, es tut mir leid dass ich so ein zwischenmenschlicher Chaot bin.
Es tut mir leid.

yes


Dienstag, 21. Januar 2020

Evangelion

I'll be good, I'll be good
And I'll love the world, like I should
Yeah, I'll be good, I'll be good
For all of the times that I never could


I'll be good | Jaymes Young



Ich bin müde.

Ich schaue mir Dokus an über Eltern die um ihre Kinder trauern. Eigentlich habe ich mit irgendeinem Markencheck angefangen, aber der Youtube-Algorytmus war der Meinung, ich brauche jetzt was anderes.
Ich weine ein bisschen mit den Leuten im Video, weil ich sehe wie traurig sie sind und ich nichts für sie tun kann, und weil ich daran denken muss, dass mein Vater anders wäre.
Ich will ihm nicht absprechen, dass es ihn traurig machen würde wenn ich tot wäre, aber ich ich denke, er wäre es nicht wegen mir, sondern weil seine Lebensumstände verändert wurden.
Ich glaube nicht, dass mein Vater um MICH trauern würde, um mich als Person, mit all meinen charakterlichen Zügen, sondern darum, dass seine Normalität umgeworfen wurde.
Das ist nichts schlechtes, man verstehe mich nicht falsch, jede Trauer beinhaltet einen kleinen Teil davon. Abschied nehmen von dem Leben, dass man gehabt hätte, wenn der Schicksalschlag nicht gewesen wäre. Das ist normal.
Und doch wünschte ich mir, ein kleines bisschen um meiner selbst willen vermisst zu werden.
Aber ich weiss, dass mein Vater mich für keinen guten Menschen hält. Er mag mich nicht und wären wir nicht Blutsverwandt und er in seiner etwas merkwürigen Realität mir emotional verpflichtet so würde ich nie wieder von ihm hören.
Mein Vater liebt mich nicht weil ich ich bin, sondern weil es seiner Normalität entspricht, seine Kinder zu lieben. Das macht mich ein bisschen traurig.
Aber einmal mehr macht es mir auch bewusst, dass ich halt nicht das bin, was er sich erhofft hat in seinem Kind.
Nicht wie meine Schwestern, mit denen er zwar auch ab und an aneinandergerät, die er aber aufrichtig um ihrer selbst willen liebt. Das spürt man.
Er kann stolz auf sie sein, er kann Zeit mit ihnen verbringen, er kann etwas in ihnen sehen, was er in mir nie gesehen hat.
Manchmal macht mich das ein winziges bisschen eifersüchtig.
Aber es ist okay, so war es schon immer. Und ich weiss auch, dass es meine Schuld ist, dass es heute so ist.
Wäre ich nicht, wie ich bin, dann wäre heute viele anders, vermutlich einfacher.
Vielleicht wäre ich dann jemand, der wirklich und innig geliebt werden könnte.
Es tut mir leid, dass ich so bin.
Ich will das nicht schreiben, weil ich nur einen Bruchteil von dem formulieren kann was mir wirklich im Kopf herumschwirrt. Aufgrund diesen Bruchteiles werde ich aber von dem Empfangenden beurteilt und eingeordnet. So funktioniert menschliche Kommunikation, das ist nunmal so. Und genau deswegen mag ich Kommunikation nicht. Interaktion.
Ich werde nie alles erfahren, ich werde nie alle wenns abers wies vielleichts neins jas von meinem Gegenüber erfahren um mir ein wirklich fundiertes Bild zu machen.
Genauso wird der andere nie alles von mir wissen, er wird nie wissen was steckt hinter welchem Wort und welche Überlegung hat zu welchem Satz geführt.
Menschen sind Aliens, jeder einzelne, denn jeder ist seine ganz eigene Spezies mit eigenen Regeln und Funktionsweisen.
Wenn ich hier schreibe, ich beneide meine Schwestern um die Liebe unseres Vaters so fällt mir ein, dass ich aber unbedingt erwähnen muss, dass sie nichts dafür können, dass ich ein Idiot bin, dass auch sie ihre Probleme mit ihm haben, dass ich bedenke, dass auch sie an sich arbeiten, dass-
Alles. Nichts.
Dieser Text ist so unfassbar eindimensional dass mir schon wieder entfallen ist, warum ich ihn überhaupt schreibe.

Aber was bringt denn jammern, all diese Energie versuche ich lieber in was Positives umzuwandeln.

Ich versuche über Spenden an Organisationen, die Eltern die für ihre Kinder alles tun, unterstützen, ein kleines bisschen Busse dafür zu tun, dass ich kein Kind bin das seinen Eltern Freude bereitet.
Ich habe versucht mich zu ändern, weisst du?
Schritt um Schritt auf dich zuzugehen und verstehen zu lernen, wie deine Realität funktioniert.
Versuchen zu verstehen wie du aufgewachsen bist, was deine Eltern dich wohl gelehrt haben. Deine Wertvorstellung verstehen und was dir wichtig ist. Ich habe dich gebeten, mir eine Liste mit 50 Dingen zu schreiben, die du magst. Ich habe versucht deinen Glauben zu verstehen und selber aktiv tzu werden. Ein guter Schüler, ein erfoglreicher Mensch. Eine saubere, akurat aufgeräumte Wohnung. Viel lesen und einen grünen Daumen entwickeln.
Heterosexuell sein und an Nachwuchs, an einer bürgerlichen Familie interessiert.
Ich habe versucht auzusloten, was du dir von mir wünscht.
Ich habe versucht, immer ein bisschen näher dem zu kommen, was du gerne hättest das ich bin.
Aber ich kann es nicht.

Ich bin ein Idiot der sich nicht weiterentwickeln kann. Es ist meine Schuld.
Ich kann nur jammern und während ich diese Zeilen schreibe will ich schreien, weil ich auch jetzt nichts anderes tue als nur zu jammern, ich will das hier nicht schreiben weil ich mich davor fürchte zu erklären, was in mir vorgeht.
Weil ich dann zugeben muss, dass ich kein guter Mensch bin. Weil es dann alle wissen.
Ich will nicht schreiben, aber ich muss, weil mich diese Worte in meinem Kopf ertränken.

Ich will jemand sein, der geliebt werden kann für den, der er ist.
Aber ich weiss nicht, wie.
Und manchmal  weiss ich auch gar nicht mehr wofür.

Ich kann kein guter Mensch sein.
Bitte verzeiht es mir.

Sonntag, 19. Januar 2020

Holes

Krisen.
Dinge, die passieren, wenn man sie am Wenigsten brauchen kann.
In Zeiten wie diesen wird mir einmal mehr bewusst, dass ich chronisch Krank bin.
Es ist so einfach zu vergessen im Alltag. Zur Therapie gehen, ein paar Fortschritte machen,
Dinge klären, Dinge erreichen; aber der eigentliche Teufel in meinem Kopf ist nicht das, sondern die Gefahr jederzeit wieder alles zu verlieren, was ich hatte.
Meinen Mut, meine Zuversicht, meinen Lebenswillen.
Einfach so.
Grade noch warst du im Gespräch, hast was gelesen, hast vielleicht sogar gelacht - und plötzlich ergibt nichts mehr Sinn.
Nichts.
Plötzlich bist du nicht mehr als die Leere in den Augen deines Spiegelbilds, plötzlich bist so weit weg von dir selber.
Und jeder Tag ist ein Kampf, weil du jeden Morgen nicht aufstehen, nicht leben magst.
Weil du jeden Tag nicht mehr Leben magst.

In mir drinn ist ein Abgrund und ich lerne, immer bessere Brücken zu bauen, damit er mich nicht am Leben hindert. Aber von Zeit zu Zeit geht die Brücke kaputt, weil ich noch nicht genug über Konstruktion weiss, weil ich noch nicht genug über den Einfluss von Wind und Wetter weiss, weil ich noch nicht stark genug bin, die wirklich stabilen Stämme zu tragen.
Ich kann lernen immer besser darin zu werden, nicht nur eine sondern zehn Brücken bauen, so dass es einen verschmerzen mag,
aber dennoch; der Abgrund bleibt ein Abgrund. Egal wie gut ich ihn kenne, egal wie hoch oben ich über ihm bin, egal wie viele Stahlstreben ich benutze - die Gefahr des Abgrunds bleibt.
DAS ist es, was es bedeutet, unheilbar psychisch krank zu sein.
Wie ein Alkoholiker der zwar seid Jahren trocken, aber trotzdem nie wieder "geheilt" sein wird.
Der lernen kann, Dämme zu bauen, immer bessere und stärkere und immer mehr Lebensfreude im Tal ohne Meer findet, aber dennoch niemals ganz sicher ist davor, dass der Damm bricht, dass es zu sehr regnet, dass es stürmt.

Die Kunst besteht darin, Experte zu werden im eigenen Krisenmanagement. Dass hat mir eine Pflegerin in der einen Klinik immer und immer wieder gesagt, und in Zeiten wie diesen muss ich wieder daran denken.
Lernen zu erkennen wann die Brücke schwächelt, lernen zu merken wenn der Wind zu stark ist.
Lernen zu lauschen, das knirschen und knacken richtig deuten.
Frühwarnzeichen heisst das in der DB-Therapie - der Dialektisch Behavorialen Therapieform die speziell für Borderline-Patienten entwickelt wurde.
Frühwarnzeichen; kennen und erkennen lernen.
Ich weiss schon recht gut, wann eine Krise kommt.
Es ist ein bisschen wie mit dem schlimmen Bein, dass vor dem Sturm besonders schmerzt,
genau so bin ich unruhig und unkonzentriert, mehr als sonst, kurz bevor die Stricke reissen.
Unvorsichtig, Risikoverhalten ohne bewusste Absicht. Auf der Strasse laufen anstelle vom Bürgersteig, nur knapp vor dem Auto vorbeirennen. Hinter geparkten Autos hocken und die Augen schliessen.
Unvernünftig, idiotisch; Frühwarnzeichen.
Der Verlust von Interesse, Verlust der Beigeisterungsfähigkeit; ich kriege den Manga, auf den ich schon Tage gewartet habe, aber ich habe kein Verlangen ihn zu lesen.
Ich erhalte eine liebe SMS aber ich öffne sie gar nicht weil ich so erschöpft bin.

Erschöpfung, Müdigkeit, Ermüdung.
Müde sein, immer, jederzeit, von Morgens bis Abends immer das Gefühl, mit dem nächsten Atemzug zusammenzubrechen.
Innere Unruhe, immer dsa Gefühl gleich passiert etwas schlimmes, übervorsichtig die Haustüre zehnmal überprüfen, vor dem Schlafen gehen die Sicherungen rausdrehen aus Angst, der Herd möge noch an sein.
Frühwarnzeichen.

Am schlimmsten im Moment ist die Müdigkeit.
Ich bin quasi dauerhaft krank. Fieber, erkältet, und immer immer immer diese Erschöpfung.
Mittags nach hause und es um eins nicht mehr aus dem Bett und zur arbeit schaffen.
Extra für die Auswertung der Sememsterarbeit ins Büro gehen und danach direkt nach Hause und die Energie reicht nicht einmal mehr dafür, die Schuhe auszuziehen.
Auf dem Boden vor der Wohnungstür hocken und auf die Poster starren, sie langsam schon auswendig kennen mit jedem einzelnen Knick und jeder Falte der Kleidung darauf.
An die Wand starren und vergessen, wie Leben funktioniert.

Es ist eine "sichere" Krise. Eine, die ganz sicher vorrübergehen wird. Ohne Kollateralschaden.
Das ist noch ein bisschen ungewohnt für mich, denn bisher bedeuteten Krisen immer Selbstmordversuche, Klinik, Geschrei und Untergang.
Grade.. bedeutet es einfach nur, dass ich sehr viel weine, sehr viel schlafe und ein bisschen sterben möchte. Dass ich trotzdem noch zur Arbeit und zur Schule gehe, dass ich dennoch /irgendwie/ weiterlebe. Das ist ein bisschen verwirrend.
Aber ich bin besser geworden mit mir selber, ich bin sicherer im Umgang mit meinen Krisen und Abgründen.
Ich bin zwar hinabgestürzt, aber ich habe nicht vergessen, dass ich da ein Sicherungsseil platziert habe, genau für diesen Zweck, und grade hänge ich im Seil und erhole mich vom Schock so plötzlich den Boden unter den Füssen verloren zu haben.
Es ist okay erschöpft zu sein.
Es ist okay eine Weile nicht viel Leisten zu können.
Denn ich weiss, sobald ich mich wieder gestärkt fühle kann ich das Seil hochklettern und wieder an die Arbeit gehen meine Brückenkonstruktion zu verbessern, immer weiter zu verbessern.

Leben ist Leiden, aber Leben ist auch weiterkommen.
Ein Schritt nach dem anderen, ein Balken, ein Stahlträger nach dem anderen baue ich mir eine Brücke, die mich zwar nie endgültig vor dem Abgrund schützt, aber mich so vertraut mit ihm macht, dass ich ihn irgendwann nicht mehr fürchten brauche.

Leben ist anstregend.

Freitag, 17. Januar 2020

Mot

Here am I sitting in a tin can far above the world
Planet Earth is blue and there's nothing I can do


Space Oddity | David Bowie



Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. Ich möchte sterben. 


Leben ist ein Abenteuer. Und ich fühle mich dem nicht gewachsen.
Seit Anfang Januar habe ich eine furchtbare Krise und ich fühle mich so hilflos.
Dinge zusammensuchen die mir gut tun.
Ein Treffen mit Michelle.
Eine neue Folge Haikyuu.
Ein paar Gronkh Videos.
Das Gespräch mit meiner Betreuerin.
Band 5 von True Kisses lesen.
Die Musik auf meinem MP3-Player.
Nicht stillstehen.
Weitergehen, mit aufgebissener Lippe und zu Fäusten geballten Händen, immer weitergehen, zur Arbeit, zur Schule, einkaufen, niemals stehen bleiben.

Denn in dem Moment in dem ich stehen bleibe habe ich keinen Grund mehr auch weiterzumachen.
Nur das stetige vorwärts, die immer gleiche Mechanik meines Alltages, Uhren die sich an Wänden weiterdrehen, auch wenn das Ticken in meinem Inneren für einen kurzen Moment verstummt.

Es ist meine zweite grosse Krise seit ich in diesem neuen, stabilen, funktionierenden Leben und Alltag bin.
Kurz die Augen schliessen und ausatmen, mich daran erinnern, dass es auch das letzte Mal vorrüber ging.
Das es vorrüber gehen wird wenn ich nur in Bewegung bleibe.

Meine Betreuerin schlägt vor, die Medis temporär zu erhöhen.
Ich weiss nicht ob das wirklich die Lösung ist.
Ich bin müde genug. Erschöpft. Erschlagen.

Es ist die erste grosse Krise meines Lebens ohne Selbstverletzung.
Ich meine, der Drang ist da, aber kein.. Verlangen.
Es bringt nichts.
Es bringt nichts.
Ich frage mich ob das wohl heisst, dass ich über den Berg bin was dieses Thema angeht.
Andererseits; was bringt es denn über den Berg zu sein?
Ist nicht so als spielte es eine Rolle. Als spielte überhaupt irgendwas eine Rolle.
Leben ist ultimativ sinnlos, und das ist eine Tatsache.

Ich fühle mich verloren.

Weitergehen, weitergehen, Schritt für Schritt für Schritt mit zusammengekniffenen Augen und staksigen Schritten.
Weitergehen bis die Anspannung nachlässt und ich wieder freier Atmen kann.
Es ist nur eine Krise, eine wie die vorherigen auch. Nur eine temporär ungünstige Situation. Es geht vorbei.
Einfach weitergehen.

Es wird besser werden.
Ganz bestimmt.

Ich bete dafür.

Samstag, 11. Januar 2020