Dienstag, 28. Juni 2016

Tag 84 / 85 | Graustufenregenbogen

Die Depression malt meine Wahrnehmung grau,
die Welt gefiltert, Sonnenbrille bei Nacht.
Mehr Schutz als Deko, mehr Schutz vor der Welt als vor der Sonne,
die sowieso nur Kälte strahlt.

Ich frage mich immer wieder, wieso meine Krankheit meine grösste Muse ist.
Gehts mir gut kann ich nicht aus ganzem Herzen schreiben,
dann kommt nur halbherziger Schwachsinn bei rum.
Das ist seltsam.

Andererseits will ich dem Typen, der auf die Idee gekommen ist, Skills zu benutzen einen Blumenstrauss schicken.
Es ist so schön,  diesem Zustand der Anspannung nicht komplett ausgeliefert zu sein.
Aktuell verwende ich vorallem die Multivitamin-Brausetabletten (Pur auf die Zunge, absolut Schrecklich aber absolut Effektiv)
und das Minzöl, das einfach nur total reinhaut bei schon wenigen Tropfen.
Die zwei in Kombination helfen eigentlich immer.
Zumindest bisher.

Die letzten zwei Tage waren einfach nur grenzdebil,
oder ich war die letzten zwei Tage grenzdebil,
oder einfach beides.

Eigentlich mag ich gar nicht gross drüber schreiben.

Es ist einfach so viel und ich bin überfordert mit mir und dem Leben.
Mir fehlt im Moment der Sinn dahinter.
Das wozu und wofür.

Plus kann ich seit Tagen schon wieder nicht schlafen,
und ich kann nix tun ausser Chemie fressen und dann doch nicht zu schlafen,
und langsam vor mich hinzuverzweifeln.

Gott.


Samstag, 25. Juni 2016

Tag 82/83 | Ein bisschen Irre

Es tut mir echt leid, dass ich nicht täglich schreibe,
das ist so anstregend manchmal.
Aber bei wem entschuldige ich mich eigentlich?
Ich bin ja niemandem was schuldig.


Die Gruppendynamik am Freitag war dermassen im ARSCH, 
das Gefühlt alle gefrustet nach Hause sind.
Geplant war grillen Abends, als Wochenabschluss.

5 Minuten vorher haben aber alle plötzlich abgesagt,
und die, die nicht abgesagt haben waren sauer weil es nicht stattgefunden hat,
die, die abgesagt haben waren sauer weil sie dachten, sie sind schuld,
und die Unbeteiligten waren sauer weil alle sauer waren.

Happy Happy Irrenhaus.


Aber da war auch was, das mich richtig richtig krass erwischt hat,
und ich weiss bis jetzt nicht, was damit genau anfangen.
Meine Bezugsperson bat mich Freitagmorgens um ein Gespräch, 

so total aus dem nix, und ich dachte erst, ich hab jetzt sonstwas falschgemacht.

So, hatte ich aber (eigentlich) nichts.
Es ging darum, dass eine Mitpatientin sich beim Pflegeteam gemeldet hat,
weil sie sich sorgen um mich gemacht hat, das ich mir was antue,
weil wir Mittwoch ein Gespräch hatten, indem wir auf Suizidalität und so zu sprechen kamen.
Und irgendwie hat sie meine Aussagen wohl drastischer aufgefasst, als ich sie gemeint hatte.

Ich habe danach auch das Gespräch mir ihr gesucht,
und ihr versucht klarzumachen, dass sie sich keine Sorgen machen muss.
Suizidalität ist für mich etwas sehr.. "normales", etwas,
das immer mal wieder auftaucht.
Aber nicht in einem Bereich, der Besorgniserregend ist.


Aber ich meine.. das ist so krass o.o
Das es jemandem so wichtig ist, dass ich okay bin, dass dieser jemand so weit geht für mich.
Ich weiss echt nicht was ich damit anstellen soll, emotional.
Irgendwie kann ich das gar nicht fassen.

WAS MACH ICH DENN DAMIT JETZT?

Mah.

Donnerstag war.. war ja war.
Relativ kurz, weil kein Einzelmalen,
Dafür habe ich ganz stark versucht,
Realität zu überprüfen und mich nicht von mir selber überlisten zu lassen.
Auch wenn ich da zwischenzeitlich echt angst hatte,

das mich meine Bezugsperson gleich ausm Fenster schmeisst, wenn ich nicht aufhöre sie anzuquatschenn^^
Aber es hat gut getan, weil es mir auch zeigt, das ich in der Lage bin wirklich nachzufragen,
und nicht einfach aus Angst mit meinem Ungewissen zu leben.

Donnerstag hatte ich auch ein Zielsetzungsgespräch mit der Ergotherapeutin,

das wider erwarten sehr erleuchtend war.
Nicht, weil ich dachte es wird lame, mehr weil es mir eine Erkenntnis mitgegeben hat in einem Bereich,
die ich so nicht erwartet hätte.

Ich kann, wenn ich etwas fertig gemacht habe, oder etwas erreicht habe,
nicht innehalten und mir das selber sagen; So, guck, das hast du gemacht und das ist toll!
Ich stresse gleich weiter und renne dem nächsten Ziel nach,
und habe dann am Ende das Gefühl, nichts erreicht zu haben.
So gehts mir generell in der Therapie, und das ist auch Grund, wieso ich immer Angst habe,

in den 5 Montaten Klinik nichts geschafft zu haben.
Wobei das totaler Blödsinn ist, eigentlich.


Es ist gut, das so erkannt zu haben.
Jetzt kommts nur noch drauf an, was ich damit mache.

Wochenziel für nächste Woche?
Emotionalität wahrnehmen.
Ganz bewusst wahrnehmen, wenn etwas scheisse ist,
ganz bewusst wahrnehmen, wenn etwas toll ist.
Die Akzeptanz von Emotionen fördern, sie annehmen.

Das klingt doch mal nach ner Aufgabe.

Peace.

Mittwoch, 22. Juni 2016

Tag 81 | Alltagstragödien

There's a child in me, 
Still hiding behind the old tree
But aren't we all hiding
'Till the moment we're dying
And maybe I'm free
But freedom just means that I'm lost
It feels like I'm driving
Without ever arriving

-Blackfield | Far Away




Es geht mir nicht gut.
Ich sehe keine Zukunft für mich,
ich sehe mich nicht.
Alles, was ich tue, kommt mir furchtbar dumm und überflüssig vor,
alles was ich sage ist unnötig und zuviel.
Ich stecke bis zum Hals in der Wertung drin und mir fehlt die nötige Kraft,
ihr entgegenzuwirken.
Es ist mir aber grade auch egal.
Ich will nur irgendwo abseits vor mich hinexistieren,
nicht denken nicht fühlen nicht wahrnehmen.
Nichts.
Ich möchte grade nichts mehr.

Ich war heute spontan mit zwei Mitpatientinnen nach der Klinik noch was trinken und ein Eis essen,
und wir sind auf ganz komische Dinge zu sprechen gekommen.
Ich glaube, das hat diese Stimmung bei mir auch etwas ausgelöst.
Vielleicht, weil ich mir tatsächlich irgendwie etwas vernachlässig vorkomme,
von anderen und von mir selber.
Die zwei fanden das richtig heftig, das ich zweimal versucht habe, mir das Leben zu nehmen,
und es aktiv keiner bemerkt hat.
Für mich ist es einfach eine Tatsache in meinem Leben,
ich finde es schwer, mir Wert zuzumessen.
Aber jetzt, wo ich langsam damit anfange,
fällt mir auf, wie sehr sowas wehtut, einfach weil ich jetzt vergleichswerte habe.
Ist es denn egal, ob ich lebe oder sterbe?

Blöde Frage.

In der Ergo heute morgen habe ich mich an Pedigrohr versucht,
war ganz okay, aber mir hat die Freude gefehlt.
Ausserdem habe ich akribisch das Pokéball-Mosaik-Teil zerstört,
weil ich es jetzt nie mehr verschenken werde.
Die Ergotherapeutin hatte für diesen Prozess ein schönes Wort, das ich aber wieder vergessen habe.
Trotzdem erscheint mir "Zerstört" passender.
Weil es zerstört ist.

Irgendwie ist es schräg, zwischen all diesen Problemen in der Klinik nun die Erkenntnis zu haben,
wieder single zu sein.
Alltagstragödien.
Nichtigkeiten.
Die doch so unfassbar wichtig sind, dass sie einen um den Verstand bringen.
Ich verstehe Gefühle nicht.

Das Leben ist grade furchtbar.


Ach, ja.
Die Bilder.
Von Rechts Oben nach Rechts Unten:
Unsicherheit, Abgründig, Befreiung, Vergebung, Erhaltung
Seelenmüll.








Dienstag, 21. Juni 2016

Tag 80 | Unsicherheiten & Abschied

Ich muss die Tage UNBEDINGT mal mit dem leitenden Pfleger der Literaturgruppe reden und ihn fragen, wie ich in der Gruppe so wirke.
Das macht mich so wahnsinnig.

Heute ist.. heute ist.
In vielerlei Hinsicht ein Meilenstein, kein guter, kein schlechter,
das Ende eines Kapitels in meinem Leben.
Ich mag die Vorstellung, dass unser Leben ein Buch ist, oder ein Theaterstück.
Weil es mir möglich macht, Dinge, die nicht laufen wie sie sollen, einfach als Kapitel oder Akt zu sehen.
Es hat.. einen weniger negativen Touch, glaube ich.

Yoga viel für mich heute aus weil der Yoga-Pfleger in den Ferien ist und der Psychologe, der ihn vertritt, nicht meine Art von Yoga gibt.
Also, ich mag diese Art Yoga einfach nicht.

Ich hab trotzdem unteriridisch mies geschlafen, ich weiss nicht obs wegen der ausstehenden Entscheidung betreff oben erwähntem Kapitel war,
oder weil mich mein Körper oder Kopf einfach mal wieder dran erinnern musste,
das ich ohne Medis keine Sekunde schlafen kann,
es ging halt einfach nicht.
(Dabei hatte ich ja Medis intus.)
Sowas macht dann immer auch Angst, weil man ja nicht einfach NOCH mehr Medikamente nehmen kann bis man irgendwann zum Chemiezombie wird.
Ich habs dann mit dem Reservemedi, welches ich neu habe, ausprobiert.
Das ging, zumindest habe ich nachher geschlafen.

Bin extra ne Stunde früher in die Klinik, weil ich nicht so sauknapp da sein wollte.
Haben dann friedlich zu zweit den Tisch gedeckt fürs gemeinsame Mittagessen.
Aber irgendwie.. bäh.
Es hat einfach nicht gestummen.
Irgendwann kurz nach Mittag hab ich dann den Mut gefunden zu meiner BP zu gehen,
und sie hat auch sofort Zeit gefunden für mich.
Und ich hab mich fürchterlich über mich geärgert, weil ich irgendwas gefaselt hab von wegen Beitrag in einem Forum und das mich das aufgeregt hat und ich nicht weiss wieso,
obwohl ich relativ genau gewusst habe wieso und einfach nicht zur Sache gekommen bin.
Ich muss sie Donnerstag im Einzel unbedingt fragen, ob sie das überflüssig fand.

Generell übe ich mich sehr in der Überprüfung der Realität,
das ist so unheimlich wichtig für mich.
Ich lerne langsam, wie ich auf andere wirke, und wie ich sowas steuern kann.

In der Maltherapie haben sich dann zwei Gefühlsbilder zu den drei bisherigen gesellt.
Jetzt habe ich schon "Befreiung", "Vergebung", "Beständigkeit", "Unsicherheit" und "Abgründig"
Es ist so merkwürdig, die anzusehen und zu merken, es macht was mit mir.
Das sind fucking Bilder, die sollen nichts mit mir machen.
Aber sie tun es, jou.
Hab ich nächsten Donnerstag wenigstens was anzusprechen im Einzel mit der Maltherapeutin.

Ansonsten habe ich eine total liebe Rückmeldung von einer Mitpatientin gekriegt,
dass ich viel offener wirke, und mich besser in die Gruppe einfüge als zu Beginn.
Das ist so lieb.. Q_Q

In der Literaturgruppe.. habe ich irgendwie total viel gesagt, und mich drüber geärgert das ich das getan habe,
und mich dann drüber geärgert das ich mich drüber geärgert habe.. o.O
Ich habe immer Angst, als Besserwisser oder sowas dazustehen.
Als jemand der zuviel redet, der zuviel Raum einnimmt.
Meh.

Wobei ich ja eigentlich immer zwei Möglichkeiten habe.
Entweder ich lerne das es mir weniger ausmacht viel zu reden,
oder ich lerne weniger zu reden.
Im Endeffekt ist es meine Entscheidung, welchen Weg ich gehe.

Wieso ist das Leben voll mit Entscheidungen? x.x

Ich bin müde.
Gute Nacht.

Montag, 20. Juni 2016

Tag 79 | Zwischenmenschlichkeiten

Schon fast 80 Tage in der Klinik,
das ist so krass lange.
Wo sind die letzten 4 Monate hin?

Manchmal krieg ich angst, weil Juli so schnell da ist.
Manchmal habe ich damit überhaupt kein Problem, es geht eben irgendwann weiter.

Ich glaube, dass ich diese Angst empfinde hie und da, liegt auch daran,

dass ich im Gegensatz zum letzten Mal so gut in die Gruppe integriert bin.
Letzten Freitag ist eine Mitpatientin gegangen,
die fehlt mir richtig.
Nicht nur das sie genauso Ghibli-Verrückt ist wie ich,
wir haben auch die gleiche Diagnose und wir konnten uns richtig gut über Tipps im Umgang damit austauschen.
Das sie 10 Jahre älter ist als ich hat dabei gar keine Rolle gespielt, was ich sehr schön finde.

Es freut mich für sie, dass jetzt ein neues Kapitel beginnt anzufangen für sie.
Aber sie fehlt mir schon.


Im August hat sie eine Ausstellung ihrer Kunst, und darauf vorbereitend führt sie einen Blog.
Wens interessiert kann ja mal reinschauen: http://pure108.tumblr.com/


Ansonstens wars ein recht ruhiger Montag,
die Morgenrunde war recht klein,
was irgendwie angenehm war.
Sonst ist Montagmorgen immer so anstregend,
bis alle vom Wochenende berichtet haben usw, das dauert immer Jahre.
Nicht, dass es nicht interessant oder gut wäre, aber es war eben mal eine nette Abwechslung eine etwas beschaulichere Runde zu haben.
Die Kunsttherapeutin ist aktuell in Urlaub,

deswegen war die Gestaltungstherapie autonom als Maltherapie.
Da waren wir auch weniger als sonst, nur zu dritt.

Die anderen zwei haben sich der Kunst am lebenden Objekt gewidmet,
was da heisst, sie haben sich gegenseitig in Ketten gelegt.. ^^
Eigentlich erst aus Jux, bis die angekettete festgestellt hat, dass das sogar tatsächlich therapeutisch wertvoll für sie war, in Verbindung mit dem Bild an dem sie grade arbeitet.

Ich hab einfach mal was gemacht.. versucht, das Chaos in mir aufs Papier zu bringen.
Das Ergebnis hat mich sehr zum Nachdenken gebracht,
es ist so.. so.. so.
Ich mach morgen ein Bild davon.

Ich weiss auch nicht recht wo einordnen,

hat es mit Omekha zu tun oder nicht?
Hat es mit dem allgemeinen Durcheinander aktuell zu tun oder einem mir noch unbekannten Thema?

Nachmittags war dann Einzel mim Psychologe.
Da gings viel um Zwischenmenschliches, meine Probleme damit und wir haben versucht meine Verwirrung im Bezug auf "Ich liebe dich" zu entwirren.
Eine Antwort habe ich immer noch nicht, aber viel Material zum Nachdenken im Bezug darauf.

Morgen erst um 9 Uhr aufstehen, das ist toll^^
Ich bin sehr müde und kaputt, noch vom Wochenende teilweise, aber natürlich auch von heute.

Aber unterm Strich ist es okay.


Ich mache mir jetzt meine Warmies-Katze (Ein Kuscheltier mit Lavendelfüllung das warm gemacht werden kann) warm und kuschel mich ins Bett und lese noch.
Das ist ein toller Tagesabschluss.




Samstag, 18. Juni 2016

Tag 77/78 | Deep Blue

Ich liebe den Ausdruck im Englischen "Feeling blue".
Er beschreibt dieses Gefühl einfach so unglaublich gut.

Per Zufall bin ich heute wieder über ein Lied gestolpert,
das so unglaublich heftige Gefühle in mir auslöst.
Das ist so wahnsinnig.
Ich ertrinke so in diesem Gefühl und dem Moment und erinnere mich an soviel.
Dieses Lied bist du für mich, die grosse Leere in meinem Leben.
Es ist nun schon so lange her, aber ganz offensichtlich nicht lange genug um durch zu sein.
Never.
Das sind Abgründe in mir, die sich nicht so einfach füllen lassen, mit nichts.

Das sind Gefühle, von denen ich fester Überzeugung war, sie gar nicht zu haben.
Um Gottes Willen.

Es macht mich so traurig.
Traurig.
Traurig. Traurig. Traurig.

Ganz ganz ganz tief.

Ich weiss nicht wohin mit mir und meinem Kopf.
Ich bin echt so unsensibel, ich merk das immer wieder wenn ich mit Menschen reden soll,
denen es grade nicht gut geht.
Mir fällt da nie was gescheites ein.
Vielleicht, weil ich selber noch nach gscheiten Antworten für mich selber suche.
Was mich drauf bringt, der eine Pfleger ist ein so fucking kluger Mensch,
der besitzt soviel Weisheit, das ist einfach krass.
Zumindest wirkt es so auf mich.
Der hat irgendwie auf alles eine Antwort, eine, die sogar Sinn ergibt und Bestand hat.
"Vergeben ist aufzuhören, sich eine bessere Vergangenheit zu wünschen"
Das meinte er am Donnerstag bei der Morgeneinstimmung.
Von dem kann ich soviel lernen.

Ich merke, wie ich viel zuviel Zeit vor den Lappi verbringe.
Aber ich weiss nicht wohin mit mir ausserhalb,
das ist ein echtes Armutszeugnis.

Heute war ich einfach so 30 Minuten im Garten und hab mit Seifenblasen gespielt.
Das war wirklich toll.
Bis mir eingefallen ist, dass ich das eigentlich gar nicht verdient habe,
und ich mich wieder hinter der Kiste verkrochen habe.
Pfui, aus.

Dieses Leben macht mich so müde,
so tieftraurig.
Es ist alles so sinnlos grade.

Gute Nacht.

Gib mich frei.
Gib mich endlich frei.
Ich bin an dir zerbrochen und du an mir.
Gib mich endlich frei.


I only wish you weren't my friend 
Then I could(n't) hurt you in the end 
I never claimed to be a saint 
Ooh, my own was banished long ago 
It took the death of hope to let you go

-Slipknot | Snuff


Mittwoch, 15. Juni 2016

Tag 76 | Mut



Not in the time of pleasure
Hope doth set her bow;
But in the sky of sorrow,
Over the vale of woe.

Through gloom and shadow look we
On beyond the years!
The soul would have no rainbow
Had the eyes no tears.

-John Vance Cheney




Hallelujah.
Der Tag war für einen Mittwoch echt heavy.
Gestern Abend hat mein Vater mich gefragt,
ob ich morgen, also heute, Abend mal mit ihm zusammensitzen will.
Und stupide wie ich bin, habe ich einfach instinktiv nein gesagt.
Aus Angst, das ich aufs Dach kriege, aus Angst, aus.. Ausreden.

Aber, und da bin ich glaube ich stolz auf mich, ich bin dann direkt heute früh zu meiner Bezugsperson und hab um ein Gespräch gebeten.
Sie hatte zwar kaum Zeit, wir haben aber n paar Minuten gefunden,
irgendwo zwischen meiner Ergo und ihrem Standort.
Und sie hat mir empfohlen, darüber nachzudenken, das Gespräch doch zu führen,
das es sich ganz sicher künstlich und komisch und falsch anfühlen wird,
aber das es ein Drübernachdenken wert ist.
Und und und.. ich habs tatsächlich gemacht.
Es war zwar nicht mehr als das ich ihm meinen Wochenplan gezeigt und Fragen dazu beantwortet hab,
ABER es hat stattgefunden und sowieso und ohmeingottwiesohabichdasgetan...
Jeha.
Ich merke aber auch hier, das ich einfach manchmal dämlich bin, und das dann nicht einfach positiv nehmen kann.
Nein, von wegen er sagt nur, es intertessiert ihn, weil er mein Vater ist und es ihn interessieren muss,
weil er sich verpflichtet fühlt.

geniess.
es.
doch.
einfach.
mal.

Mensch.

Schwierige Kiste.

Ansonsten war Ergo.. schräg, weil ich ja was neues ausprobieren soll,
also nichts machen darf, dessen Technik und Material ich schon kenne.
Mäh.
Irgendwie hab ich es geschlagene zwei Stunden geschafft,
mich um einen Entscheidung zu drücken.
Das kann nächste Woche ja echt heiter werden.

Freizeit & Aktivitätengruppe war okay,
es ging mir gut, ich war frech.
Aber das ist okay :P

Gespannt, was Morgen so bringt.
Ich glaube, es geht mir grade wirklich gut.
Amen.

Dienstag, 14. Juni 2016

Tag 75 | Sinnfragen

Heute in der Literaturgruppe hatte der gruppenleitende Pfleger wieder seinen Sinnfragengenerator dabei,
das war.. mal wieder sehr spanned^^
Wenn auch teilweise sehr sehr merkwürdig.

Folgende Fragen waren dran:

1. Ist Politik überbewertet?
2. Ist Realität gefährlich?
3. Ist Landflucht überbewertet?
4. Ist Sex gefährlich?
5. Ist Leberwurst ein Witz?

So, und jetzt will ich eure Antworten wissen.. :D

Die fünfte Frage ist übrigens keine dumme Laune von mir,
die hat halt dieser Zettelgenerator zusammengeneriert.
Und die Antworten waren sehr.. spannend.. und so :D

Ansonsten war heute eigentlich ganz okay.
Wärend dem Yoga hatten wir eklig viele Bauarbeitergeräusche,
weil sie direkt unterm Yogazimmer ne Wand rausgespitzt haben,
erstaunlicherweise hat es aber echt gut geklappt, das zumindest teilweise zu ignorieren.

Mittagessen war okay.

Maltherapie hat mich dann fürchterlich aufgeregt.
Also, ich mich, nicht die Maltherapie mich.
Irgendwie such ich mir immer son kleinen Scheiss an dem ich dann fast verzweifel,
anstelle davon einfach mal nen fucking Riesenpinsel zu nehmen und die fucking' Wand anzumalen.
Mit Papier dranne, versteht sich.
Aber ich.. kannnn das nicht. Da ist sone rieseige Barriere einfach drauflos zu legen, das ist wahnsinn.
Wäh.
Ich weiss auch nicht, obs daran liegt, dass ich es mir nicht zutraue,
oder ich einfach Angst davor habe, mich auf solcher Bandbreite zu zeigen.

Ich bin müde.

Gute Nacht.


Montag, 13. Juni 2016

Tag 74 | Kamelumzug GmbH

Die Frage, die sich mir stellt;
Kamelumzug GmbH - Umzug wie in Kamelparade auf der Strasse,
oder Kamelumzug im Sinne von "Yo, wer mietet heute denn noch LKWs? Pack deinen Hausrat doch lieber auf Kamele!"

Dummigkeiten des Tages.


Diese Eieraufstellerei ist so unnötig,
aber sie ist so beruhigend,
aber es ist sooo unnötig.. heh.

Heute war.. spannend.
Spannend ist deswegen ein toller Begriff,
weil er in jede Richtung gebogen werden kann.
Entweder er ist so richtig richtig positiv und toll,
oder einfach nur Negativistisch Positiv angehaucht.

Schon direkt zu Beginn war die Gestaltungstherapie voll der Hammer,
Also, im Negativen.
Thema Identität, wir sollten ein "Namensbild" malen.
Eigentlich.. eigentlich voll okay, ich hatte ne Idee und hab mich davon einfach leiten lassen,
aber irgendwann mittendrin, hab ich festgestellt, dass ich mich damit nicht identifizieren kann.
Ich meine, das war ich, so wie ich.. halt bin.
Aber irgendwie ist das sone fixe Idee von mir und davon, wie ich bin.
Ich denke mir, so ist das halt.
Aber das ich mich darin eigentlich gar nicht finde, dass habe ich noch nie wirklich gemerkt.
Bis heute.
Das war krass.
Identität ist ein ganz ganz dummes Thema.

Nachmittags hatte ich dann Einzel mim Psychologe,
da gings viel um Emotion und eben auch Identität.
Und ganz ehrlich, das ist so dämlich.
Wenn andere erzählen das ihr fucking Haustier krank ist können die heulen wie sonstwas,
und ich kann das absolut NICHT, nicht im Bezug auf den Tod meiner Mutter,
nicht im Bezug auf den ganzen Dreck in meiner Vergangenheit oder der Tatsache,
dass ich fucking psychisch krank bin und miese Aussichten habe, jemals gesund zu werden.

Gott verdammt nochmal,
wieso?
Ich kann mich so auf rational stellen, dass meine Gefühle so ewig weit weg sind,
dass ich mir gar nicht mehr sicher bin, überhaupt welche zu haben.
Ich kann da über die tragischten Dinge einfach so reden und sogar drüber lachen,
aber das juckt mich absolut nicht im geringsten.

Das
ist
so
dämlich

Jesus.


Samstag, 11. Juni 2016

Tag 73 | Nun.. Dinge.

Ich muss mich aktuell echt zwingen, hier zu schreiben.

Mein Kopf denkt so viel, und dann ist alles was ich schreiben will schon gedacht und muss nicht mehr geschrieben werden.
Kopf-Tagebuch, quasi.

Freitag war so dermassen ambivalent das ich Abends tot kaputt ins Bett bin.
Der Anfang war gut, hatte Termin bei der Berufsberaterin,
ich hab ungefähr 836492384082 Möglichkeiten weiterzumachen,
das ist toll, und es ist auch nicht toll, und es ist viel und es überfordert mich.
Ich verspüre eine unglaubliche Müdigkeit im Bezug auf das Thema Berufswahl, Zukunftswahl.
Nach der Entscheidung, mein Studium niederzulegen,
will ich eigentlich ersma nix mehr cdavon hörn, so garnicht.
Aber man muss halt dranbleiben,
und das versuche ich über die Termine.
Ich lerne, mir nicht zuviel Arbeit aufzuhalsen,
die Dame da wird ja schliesslich dafür bezahlt, mir manches abzunehmen davon.
Nicht alles, logisch, aber soweit, wie es für mich stimmt eben.

Durch den Termin hab ich wiedermal das BZA verpasst, was mich erst total geärgert hat.
Aber ich glaube, es war ganz gut, da war mal wieder ne Gruppendynamik unterwegs, hallelujah..
Als die aus der Gruppe rauskamen war eine total am Heulen und die andere hat sich instant mit ihren Skills verzogen.
Spannend.

Auf jeden Fall hat mich diese Dynamik völlig kalt erwischt,
es war so... irgendwie war ich neidisch, weil die da waren und ich nicht,
irgendwie wollte ich auch mal emotional austicken,
irgendwie wollte ich weg da, irgendwie wollte ich die trösten,
irgendwie.. irgendwie.
So, bis mir die eine Mitpatientin drauf hingewiesen hat,
dass das Anspannung ist und ich skillen soll.
Oha.
Es hat tatsächlich funktioniert!
Es ist faszinierend, wie schwer es ist, einen Zustand einzuordnen.
Was ist nun Anspannung, was ist ein Gefühl?
Das war echt ne Erkenntnis.

Eine mindestens ebensogrosse Erkenntnis war, dass diese Mitpatientin fast 10 Jahre älter ist als ich,
holy shit, ich hätte die auf ungefähr gleichalt wie ich geschätzt o.o'
Die ist echt krass.
Und Superlieb.

Generell bin ich so in dieser Gruppe drin, dass es mir manchmal fast angst macht.
Da sind Leute, die sich Morgens ne Umarmung von mir abholen wollen,
die mich Montags fragen, wies Wochenende war, einfach so, von sich aus,
die mich fragen, ob ich mit ihnen ins Wohnzimmer hochkomme, einfach so.
Einfach so!
Das ist manchmal echt schwierig, weil ich sofort das gefühl hab,
die wollen mit mir schimpfen oder mich nur verarschen.
Das einfach so zulassen und geniessen ist echt verdammt schwer.

Wenn ich jetzt so an das Thema emotionale Ausbrüche denke,
Donnerstag hatte ich tatsächlich sowas in der Art.
Das war so krass.
Dabei gings lediglich im Einzel mit der Bezugsperson darum,
ob ich in die GSK-Gruppe will oder nicht.
Aber das hat meinen Kopf irgendwie insta zur Explosion gebracht.
Dieses.. "Wissen Sie, für mich macht es keinen Unterschied, wie Sie sich entscheiden" klingt in meinen Ohren immer so nach "Wenn Sie stur sind und sich Ihr Leben versauen kann mir das egal sein".
Realitätsüberprüfung, Jin!
Weil es eben überhaupt nicht so ist.

Das ist.. so faszinierend und gruselig wenn man sowas rausfinden,
son.. aus der Welt gefallen, son Gefühl als würde man die Welt ganz kurz aus der Third Person-Perspektive betrachten,
und Dinge und Zusammenhänge sehen, die andere nicht sehen.
Spannend! Gruselig!
Wäh.

Ich glaube, diese verdrehte Wahrnehmung wars auch, die mir den Kopf so zerstört hat in dem Moment.
Ich habs zwar nicht geschafft, direkt vor meiner BP loszuheulen, aber dafür danach, für mich.
Was.. naja, Fortschritt?
Was halt eben so war. Punkt.

Generell ist das eines der Dinge, die mich aktuell verwirren.
Die einen sagen, es ist ein Fortschritt und wichtig, seine Gefühle auch vor anderen zeigen zu können,
andere finden, dass es nicht so ist und das man halt irgendwann auch mal verstehen muss,
dass sich die Erde weiterdreht.

Ja, toll.
Und jetzt?
Ich finde es schwer, für mich da ein Statement zu finden,
dementsprechend weiss ich auch nicht, obs jetzt gut ist, wenn ich immer nach vorne schaue,
oder ob mich das manchmal nicht hindert,
oder ob es gut ist, wenn ich vor allen Emotionen zeigen kann, oder ob das zurückgeblieben ist.

Da hab ich wenigstens etwas, das ich Montag mim Psychologe anschauen kann.
Btw, der hat mir ne Hausaufgabe gegeben, aber ich habe vergessen was es war o.o
Ich sollte irgendwie mein Leben aufschreiben wenn.. irgendwas nicht wäre.
Gefühle? Gedanken? Glaubenssätze?
Ich weiss es nicht mehr.. Q_Q
Vielleicht auch alle drei davon.

Das Leben ist schön,
das Leben ist verwirrend,
das Leben ist anstregend,
aber das Leben ist schön.

Gute Nacht.

Mittwoch, 8. Juni 2016

Tag 71 | Well..

Jaja, ich weiss, ich schreibe nicht mehr hier.
Aber ich kann mich dazu nicht aufraffen.
Ich kann mich zu nichts aufraffen,
zumindest Abends nie.

Irgendwie ist es tagsüber ganz okay, und Abends siffts dann total vor sich hin.

Die letzen Wochen war.. waren.. sie waren ja wie waren sie denn?
Sie waren da.
Sehr durchmischt.

Es fällt mir schwer, etwas dazu zu sagen, weil es so chaotisch ist,
und weil ich grade gar nicht mag.
Es ist eigentlich lächerlich, das ich mich dazu gezwungen fühle,
zu schreiben, und mich selber unter Druck setze damit,
es ist lächerlich, dass ich sowas von mir selber erwarte.
Sup.

Ich bin müde.