Samstag, 25. Juni 2016

Tag 82/83 | Ein bisschen Irre

Es tut mir echt leid, dass ich nicht täglich schreibe,
das ist so anstregend manchmal.
Aber bei wem entschuldige ich mich eigentlich?
Ich bin ja niemandem was schuldig.


Die Gruppendynamik am Freitag war dermassen im ARSCH, 
das GefĂĽhlt alle gefrustet nach Hause sind.
Geplant war grillen Abends, als Wochenabschluss.

5 Minuten vorher haben aber alle plötzlich abgesagt,
und die, die nicht abgesagt haben waren sauer weil es nicht stattgefunden hat,
die, die abgesagt haben waren sauer weil sie dachten, sie sind schuld,
und die Unbeteiligten waren sauer weil alle sauer waren.

Happy Happy Irrenhaus.


Aber da war auch was, das mich richtig richtig krass erwischt hat,
und ich weiss bis jetzt nicht, was damit genau anfangen.
Meine Bezugsperson bat mich Freitagmorgens um ein Gespräch, 

so total aus dem nix, und ich dachte erst, ich hab jetzt sonstwas falschgemacht.

So, hatte ich aber (eigentlich) nichts.
Es ging darum, dass eine Mitpatientin sich beim Pflegeteam gemeldet hat,
weil sie sich sorgen um mich gemacht hat, das ich mir was antue,
weil wir Mittwoch ein Gespräch hatten, indem wir auf Suizidalität und so zu sprechen kamen.
Und irgendwie hat sie meine Aussagen wohl drastischer aufgefasst, als ich sie gemeint hatte.

Ich habe danach auch das Gespräch mir ihr gesucht,
und ihr versucht klarzumachen, dass sie sich keine Sorgen machen muss.
Suizidalität ist für mich etwas sehr.. "normales", etwas,
das immer mal wieder auftaucht.
Aber nicht in einem Bereich, der Besorgniserregend ist.


Aber ich meine.. das ist so krass o.o
Das es jemandem so wichtig ist, dass ich okay bin, dass dieser jemand so weit geht fĂĽr mich.
Ich weiss echt nicht was ich damit anstellen soll, emotional.
Irgendwie kann ich das gar nicht fassen.

WAS MACH ICH DENN DAMIT JETZT?

Mah.

Donnerstag war.. war ja war.
Relativ kurz, weil kein Einzelmalen,
DafĂĽr habe ich ganz stark versucht,
Realität zu überprüfen und mich nicht von mir selber überlisten zu lassen.
Auch wenn ich da zwischenzeitlich echt angst hatte,

das mich meine Bezugsperson gleich ausm Fenster schmeisst, wenn ich nicht aufhöre sie anzuquatschenn^^
Aber es hat gut getan, weil es mir auch zeigt, das ich in der Lage bin wirklich nachzufragen,
und nicht einfach aus Angst mit meinem Ungewissen zu leben.

Donnerstag hatte ich auch ein Zielsetzungsgespräch mit der Ergotherapeutin,

das wider erwarten sehr erleuchtend war.
Nicht, weil ich dachte es wird lame, mehr weil es mir eine Erkenntnis mitgegeben hat in einem Bereich,
die ich so nicht erwartet hätte.

Ich kann, wenn ich etwas fertig gemacht habe, oder etwas erreicht habe,
nicht innehalten und mir das selber sagen; So, guck, das hast du gemacht und das ist toll!
Ich stresse gleich weiter und renne dem nächsten Ziel nach,
und habe dann am Ende das GefĂĽhl, nichts erreicht zu haben.
So gehts mir generell in der Therapie, und das ist auch Grund, wieso ich immer Angst habe,

in den 5 Montaten Klinik nichts geschafft zu haben.
Wobei das totaler Blödsinn ist, eigentlich.


Es ist gut, das so erkannt zu haben.
Jetzt kommts nur noch drauf an, was ich damit mache.

Wochenziel für nächste Woche?
Emotionalität wahrnehmen.
Ganz bewusst wahrnehmen, wenn etwas scheisse ist,
ganz bewusst wahrnehmen, wenn etwas toll ist.
Die Akzeptanz von Emotionen fördern, sie annehmen.

Das klingt doch mal nach ner Aufgabe.

Peace.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen