Dienstag, 21. Juni 2016

Tag 80 | Unsicherheiten & Abschied

Ich muss die Tage UNBEDINGT mal mit dem leitenden Pfleger der Literaturgruppe reden und ihn fragen, wie ich in der Gruppe so wirke.
Das macht mich so wahnsinnig.

Heute ist.. heute ist.
In vielerlei Hinsicht ein Meilenstein, kein guter, kein schlechter,
das Ende eines Kapitels in meinem Leben.
Ich mag die Vorstellung, dass unser Leben ein Buch ist, oder ein Theaterstück.
Weil es mir möglich macht, Dinge, die nicht laufen wie sie sollen, einfach als Kapitel oder Akt zu sehen.
Es hat.. einen weniger negativen Touch, glaube ich.

Yoga viel für mich heute aus weil der Yoga-Pfleger in den Ferien ist und der Psychologe, der ihn vertritt, nicht meine Art von Yoga gibt.
Also, ich mag diese Art Yoga einfach nicht.

Ich hab trotzdem unteriridisch mies geschlafen, ich weiss nicht obs wegen der ausstehenden Entscheidung betreff oben erwähntem Kapitel war,
oder weil mich mein Körper oder Kopf einfach mal wieder dran erinnern musste,
das ich ohne Medis keine Sekunde schlafen kann,
es ging halt einfach nicht.
(Dabei hatte ich ja Medis intus.)
Sowas macht dann immer auch Angst, weil man ja nicht einfach NOCH mehr Medikamente nehmen kann bis man irgendwann zum Chemiezombie wird.
Ich habs dann mit dem Reservemedi, welches ich neu habe, ausprobiert.
Das ging, zumindest habe ich nachher geschlafen.

Bin extra ne Stunde früher in die Klinik, weil ich nicht so sauknapp da sein wollte.
Haben dann friedlich zu zweit den Tisch gedeckt fürs gemeinsame Mittagessen.
Aber irgendwie.. bäh.
Es hat einfach nicht gestummen.
Irgendwann kurz nach Mittag hab ich dann den Mut gefunden zu meiner BP zu gehen,
und sie hat auch sofort Zeit gefunden für mich.
Und ich hab mich fürchterlich über mich geärgert, weil ich irgendwas gefaselt hab von wegen Beitrag in einem Forum und das mich das aufgeregt hat und ich nicht weiss wieso,
obwohl ich relativ genau gewusst habe wieso und einfach nicht zur Sache gekommen bin.
Ich muss sie Donnerstag im Einzel unbedingt fragen, ob sie das überflüssig fand.

Generell übe ich mich sehr in der Überprüfung der Realität,
das ist so unheimlich wichtig für mich.
Ich lerne langsam, wie ich auf andere wirke, und wie ich sowas steuern kann.

In der Maltherapie haben sich dann zwei Gefühlsbilder zu den drei bisherigen gesellt.
Jetzt habe ich schon "Befreiung", "Vergebung", "Beständigkeit", "Unsicherheit" und "Abgründig"
Es ist so merkwürdig, die anzusehen und zu merken, es macht was mit mir.
Das sind fucking Bilder, die sollen nichts mit mir machen.
Aber sie tun es, jou.
Hab ich nächsten Donnerstag wenigstens was anzusprechen im Einzel mit der Maltherapeutin.

Ansonsten habe ich eine total liebe Rückmeldung von einer Mitpatientin gekriegt,
dass ich viel offener wirke, und mich besser in die Gruppe einfüge als zu Beginn.
Das ist so lieb.. Q_Q

In der Literaturgruppe.. habe ich irgendwie total viel gesagt, und mich drüber geärgert das ich das getan habe,
und mich dann drüber geärgert das ich mich drüber geärgert habe.. o.O
Ich habe immer Angst, als Besserwisser oder sowas dazustehen.
Als jemand der zuviel redet, der zuviel Raum einnimmt.
Meh.

Wobei ich ja eigentlich immer zwei Möglichkeiten habe.
Entweder ich lerne das es mir weniger ausmacht viel zu reden,
oder ich lerne weniger zu reden.
Im Endeffekt ist es meine Entscheidung, welchen Weg ich gehe.

Wieso ist das Leben voll mit Entscheidungen? x.x

Ich bin müde.
Gute Nacht.

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