Ich muss mich aktuell echt zwingen, hier zu schreiben.
Mein Kopf denkt so viel, und dann ist alles was ich schreiben will schon gedacht und muss nicht mehr geschrieben werden.
Kopf-Tagebuch, quasi.
Freitag war so dermassen ambivalent das ich Abends tot kaputt ins Bett bin.
Der Anfang war gut, hatte Termin bei der Berufsberaterin,
ich hab ungefähr 836492384082 Möglichkeiten weiterzumachen,
das ist toll, und es ist auch nicht toll, und es ist viel und es überfordert mich.
Ich verspüre eine unglaubliche Müdigkeit im Bezug auf das Thema Berufswahl, Zukunftswahl.
Nach der Entscheidung, mein Studium niederzulegen,
will ich eigentlich ersma nix mehr cdavon hörn, so garnicht.
Aber man muss halt dranbleiben,
und das versuche ich über die Termine.
Ich lerne, mir nicht zuviel Arbeit aufzuhalsen,
die Dame da wird ja schliesslich dafür bezahlt, mir manches abzunehmen davon.
Nicht alles, logisch, aber soweit, wie es für mich stimmt eben.
Durch den Termin hab ich wiedermal das BZA verpasst, was mich erst total geärgert hat.
Aber ich glaube, es war ganz gut, da war mal wieder ne Gruppendynamik unterwegs, hallelujah..
Als die aus der Gruppe rauskamen war eine total am Heulen und die andere hat sich instant mit ihren Skills verzogen.
Spannend.
Auf jeden Fall hat mich diese Dynamik völlig kalt erwischt,
es war so... irgendwie war ich neidisch, weil die da waren und ich nicht,
irgendwie wollte ich auch mal emotional austicken,
irgendwie wollte ich weg da, irgendwie wollte ich die trösten,
irgendwie.. irgendwie.
So, bis mir die eine Mitpatientin drauf hingewiesen hat,
dass das Anspannung ist und ich skillen soll.
Oha.
Es hat tatsächlich funktioniert!
Es ist faszinierend, wie schwer es ist, einen Zustand einzuordnen.
Was ist nun Anspannung, was ist ein Gefühl?
Das war echt ne Erkenntnis.
Eine mindestens ebensogrosse Erkenntnis war, dass diese Mitpatientin fast 10 Jahre älter ist als ich,
holy shit, ich hätte die auf ungefähr gleichalt wie ich geschätzt o.o'
Die ist echt krass.
Und Superlieb.
Generell bin ich so in dieser Gruppe drin, dass es mir manchmal fast angst macht.
Da sind Leute, die sich Morgens ne Umarmung von mir abholen wollen,
die mich Montags fragen, wies Wochenende war, einfach so, von sich aus,
die mich fragen, ob ich mit ihnen ins Wohnzimmer hochkomme, einfach so.
Einfach so!
Das ist manchmal echt schwierig, weil ich sofort das gefühl hab,
die wollen mit mir schimpfen oder mich nur verarschen.
Das einfach so zulassen und geniessen ist echt verdammt schwer.
Wenn ich jetzt so an das Thema emotionale Ausbrüche denke,
Donnerstag hatte ich tatsächlich sowas in der Art.
Das war so krass.
Dabei gings lediglich im Einzel mit der Bezugsperson darum,
ob ich in die GSK-Gruppe will oder nicht.
Aber das hat meinen Kopf irgendwie insta zur Explosion gebracht.
Dieses.. "Wissen Sie, für mich macht es keinen Unterschied, wie Sie sich entscheiden" klingt in meinen Ohren immer so nach "Wenn Sie stur sind und sich Ihr Leben versauen kann mir das egal sein".
Realitätsüberprüfung, Jin!
Weil es eben überhaupt nicht so ist.
Das ist.. so faszinierend und gruselig wenn man sowas rausfinden,
son.. aus der Welt gefallen, son Gefühl als würde man die Welt ganz kurz aus der Third Person-Perspektive betrachten,
und Dinge und Zusammenhänge sehen, die andere nicht sehen.
Spannend! Gruselig!
Wäh.
Ich glaube, diese verdrehte Wahrnehmung wars auch, die mir den Kopf so zerstört hat in dem Moment.
Ich habs zwar nicht geschafft, direkt vor meiner BP loszuheulen, aber dafür danach, für mich.
Was.. naja, Fortschritt?
Was halt eben so war. Punkt.
Generell ist das eines der Dinge, die mich aktuell verwirren.
Die einen sagen, es ist ein Fortschritt und wichtig, seine Gefühle auch vor anderen zeigen zu können,
andere finden, dass es nicht so ist und das man halt irgendwann auch mal verstehen muss,
dass sich die Erde weiterdreht.
Ja, toll.
Und jetzt?
Ich finde es schwer, für mich da ein Statement zu finden,
dementsprechend weiss ich auch nicht, obs jetzt gut ist, wenn ich immer nach vorne schaue,
oder ob mich das manchmal nicht hindert,
oder ob es gut ist, wenn ich vor allen Emotionen zeigen kann, oder ob das zurückgeblieben ist.
Da hab ich wenigstens etwas, das ich Montag mim Psychologe anschauen kann.
Btw, der hat mir ne Hausaufgabe gegeben, aber ich habe vergessen was es war o.o
Ich sollte irgendwie mein Leben aufschreiben wenn.. irgendwas nicht wäre.
Gefühle? Gedanken? Glaubenssätze?
Ich weiss es nicht mehr.. Q_Q
Vielleicht auch alle drei davon.
Das Leben ist schön,
das Leben ist verwirrend,
das Leben ist anstregend,
aber das Leben ist schön.
Gute Nacht.
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