Mittwoch, 18. Dezember 2019

Inspiriert durch I hear the sunspot von Yuki Fumino

I feel the rainclouds

tip-tap, pitter-patter
rain falls down on me
the sky turns dark and even darker
pitch-black, I can't see.

No streets, no cars, no ray of light,
and not even your eyes
everything's immersed in darkness,
my hasty word's price.

Help me, dear, help, I'm lost
in thoughts too big to feel

In crammy alleys of my mind
I'm lost, head over heel.

Pitter-patter,
chitter-chatter  
the rain, it tells me lies  
it speaks to me with sinful words,  
mirrored in your eyes.

Acid-rain, my tears they flow
my heart, it barely beats,
the rain, it takes my breath away
and fuels this ugly seed.


Pit-pit, drip-drip
now everything is lost
trap-trap-trap, you run away,

you, whom I love the most.

Montag, 9. Dezember 2019

Energy

Vanessa war heute das erste Mal wieder auf Arbeit seit ihre Oma gestorben ist.
Sie kommt auf mich zu, umarmt mich und sagt mir, dass es so gut tue, mich zu sehen.

Was

Ich verbringe ausserplanmässig die Mittagspause mit den anderen aus meinem Lehrjahr weil ich mich noch weiter mit Vanessa unterhalten wollte und Fiona sagt mir, dass sie sich freut, dass ich heute dabei bin.

Was

Wir müssen eine Gruppe machen in Deutsch und Dani schaut direkt zu mir rüber um sicherzugehen, dass er mit mir in eine Gruppe kann.

Was

Was
WAS

Meine Gefühle sind so laut, ich will sterben.
Es ist nicht warm, es ist heiss, es heitzt immer weiter auf und plötzlich reicht der Druckausgleich nicht mehr,
plötzlich geht alles hoch und ich schliesse ein lachendes und ein weinendes Auge und finde in der Verzweiflung und dem Schmerz ein kurzes bisschen Frieden.

Glück ist Blitz und Donner.
Schmerz ist die Ruhe danach.

Mittwoch, 4. Dezember 2019

Box

Ich bin so anstrengend.
Einmal der Therapeutin n bisschen was vorgelogen, damit sie mich ja in Ruhe lässt mit ihrem Vortrag und schon denk ich mir gleich kommt die Polizei mit Hundestaffel und sperrt mich weg.
Absolut zero chills dieser Jin.

Arrrghhh!
Dabei hab ich nichtmal sooo hart gelogen.
Ich habe ihr nur gesagt, dass ich mit dem Sekretariat meines derzeitigen Medimenschen abgesprochen hätte, dass es für ihn okay ist, dass er mich noch bis März begleitet, weil ich erst da nen Neuen kriegen kann.
Hab ich nicht gemacht. Ich WEISS dass es für ihn okay ist, das muss ich nicht erst klären. Aber würde ich das so sagen würde sie mir was vorquatschen von wegen aber machen Sie besser, ist sicherer, lossss und bitte.. BITTE nicht.
Ich hab im Moment diesen ganzen Therapiequatsch so dermassen satt, ich will einfach nur meine fucking ruhe und in Frieden meine Ausbildung durchziehen.
Nicht ständig verbessern und ausprobieren und Lerrrnnnfelllderrrrr waaaaaahrneehhmeeennnnnnnn
Ich bin therapiemüde.
Wieso kriegt man eigentlich keinen fucking Urlaub von sich selber?
Bitte.

Auf jeden Fall.. nein, es war nicht schlimm dass ich nicht die (ganze) Wahrheit gesagt haben,
nein, dafür kommt man nicht ins Moralgefängniss, alles gut.
Ich bin so anstrengend. [2]

Freitag, 29. November 2019

Boap Subble

Magie existiert.
Jeder Mensch beherrscht Magie, jeder auf seine eigene Art und Weise.
Was könnte denn anders dazu führen, dass man sich warm und friedlich fühlt, nur weil man eine Nachricht von einem Menschen kriegt, den man mag?
Wie könnte sonst ein Lächeln die Sonne scheinen lassen?
Wie könnten sonst ohne Worte Welten auf und untergehen?

Liebe ist Magie.
Gefühle sind Magie.
Und Menschen sind die Magier, die aus diesen Grundsätzen ihr ganz eigenes Ding machen.

Ich wünsche mir, dass meine Magie die gutherzigkeit ist.
Ich wünsche mir, dass  die Menschen sich an meine Freundlichkeit erinnern, zu aller erst.

Lass mich Wärme sein.

Mittwoch, 20. November 2019

risdv

Mein Mitarbeiter hat Krieg mit unserer Kantine angefangen, schon vor einer Weile, und keiner wusste so recht worums geht.
Heute hab' ich dann mitgkriegt, wie er mit wem aus einer anderen Abteilung drüber geredet hat.
Ihm ist das Essen zu gesund.
"Ich steh nicht so auf Grünzeug und Rohkost, ich will was deftigeres!"
Ich musste mich beherrschen nicht laut loszulachen, der Herr sitzt mit nämlich gegenüber.
Like.. Bruder, geh doch die paar Meter zum nächsten Dönerladen oder whatever.
1. ZWINGT dich ja keiner, in unserer Mensa zu essen, 2. WAS für Probleme hat man denn im Leben, wenn einem ne Küche zu gesund ist? Und 3. so krass "gesund" ist es bei uns gar nicht.
Wir haben halt den Vorteil, das wir keine klassische Mensa sondern ein Restaurant haben, das zum Betrieb gehört und wo im hinteren Teil die Mitarbeiter Mittags essen dürfen. Ist zwar auf Selbstbedienungsbasis aber das Essen an sich ist genau dasselbe wie im Restaurant auch.
Hat den Vorteil das sie nicht separat kochen müssen und die Lehrlinge sowohl klassischen Restaurantbetrieb sowie Selbsbedienungs-Kantinendingens kennenlernen.
Und die Menüs an sich sind ziemlich normal, jeweils ein Fleischmenü, ein Vegetarisches (das meist auch vegan ist), ne Salatbar, das Schnitzel-Pommes-Menü, Pastamenü sowie zusätzlich noch eines, das dem zusammengewürfelt wird, was im Restaurant über bleibt. (Damit nix weggeschmissen werden muss. Selbstverständlich wird das nochmals neu angerichtet und so. Ist ne gute Sache)
Also WORÜBER beschwert der sich eigentlich?
Das ist so ein verdammter Luxus so viel Auswahl zu haben, und wir dürfen da ja kostenlos essen weil das inklusive ist.
Ausserdem sind die Leute da sehr nett und wenn wer nen Spezialwunsch hat, ist das immer möglich (ich hab noch nie erlebt, dass es nicht ging)
Ich kann also theoretisch von der Pastastation Nudeln holen, vom Vegimenü nen Schlag Kichererbsenmus und Hackfleisch vom Fleischmenü. Ich kann auch hingehen und beim Fleischmenü nur Fleisch oder alles ausser dem Fleisch verlangen.
Es gibt ausserdem noch Suppe, Schnitzelbrötchen, Sandwiches usw, das gilt alles mitrein. Oder ich geh und hol mir an der Schnitzel-Pommes-Station n Schnitzel und mach den restlichen Teller voll mit Salat.

Aber nein, dieser Mann stellt sich hin und findet das doof weil zu viel Grünzeug.
Was zum Teufel.

Dienstag, 19. November 2019

Ynos

Was soll das denn?
Kay, mit dem ich in der Berufsschule bin und den ich gut leiden kann, hat mir einen Schlüsselanhänger geschenkt, als Dankeschön weil ich ihn vor einigen Wochen mal zum Essen eingeladen hatte über Mittag.
Das war.. doch einfach weil wir zu dritt da waren, ich grade Geld hatte und diese Menschen sehr gerne mag, und er kommt an und gibt mir diesen blöden Anhänger von Halloween, einer Band die ich toll finde. Er hat sich das extra gemerkt und mir was davon besorgt, Merch von denen ist scheisse rar und meist scheisse teuer und er kommt einfach an und gibt mir den, was soll denn das?
Was mach ich denn jetzt damit?
Wieso ist er so lieb, ich komm nicht KLAR damit
Und neben Dani sitzen und in der Schule sein macht Spass, er fragt mich um Rat, nicht nur schulisch, wenn er etwas nicht versteht. Manchmal sind wir auch kollektiv ratlos und es ist einfach toll und er ist EHRLICH daran interessiert Kontakt zu mir zu haben und sagt mir wir sind FREUNDE
Geh doch nicht hin und sag sowas einfach meine Güte.
Ich hab so viele Energien in mir drinn und ich weiss nicht wohin damit.
Verschwendet euer gutes Herz bitte nicht an mich.
Bitte geht weg, ich freu mich doch sonst so sehr.

Ich mag diese Leute so gerne.
Was mach ich denn jetzt?

Alles ist Chaos.

Montag, 18. November 2019

Always sparkle

Ich fürchte mich vor der Zeit.
Nicht per se, aber je mehr Zeit vergeht umso näher rückt mein Ausbildungsende.
Es ist lächerlich sich darüber schon gedanken zu machen, schliesslich bin ich noch nicht mal mit einem von 3 Jahren fertig, aber ich muss trotzdem immerzu daran denken.
Ich fürchte mich vor dem Abschluss weil ich mich davor fürchte, keine Arbeit zu finden.
Ich weiss, dass ich in diesem Betrieb nur für die Dauer der Ausbildung sein kann und es macht auch wenig Sinn, jetzt schon nach freien Stellen zu schauen. Der Arbeitsmarkt verändert sich in drei Jahren schliesslich auch.
Ausserdem habe ich keine Ahnung, wie ich mich auf eine Stelle bewerben soll mit einem Abschluss, den ich ja gar noch nicht habe und entsprechend nicht wissen kann, ob und wenn ja wie gut ich abschliesse.
Das Problem besteht dann zwar vor Ausbildungsende auch, weil ich sehr Zeitnah nach Abschluss hier weg muss, aber wenigstens lässt sich dann aufgrund von drei Jahren Erfahrungsnoten eine ungefähre Vorhersage treffen.
Auch wenn selbst das kein Garant ist.

Ich fürchte mich vor der Arbeitsuche und davor, nichts zu finden, weil ich eigentlich weiss, dass ich so, wie ich zur Zeit aussehe, sehr schlechte Karten habe.
Ich fürchte mich davor, dass mir im Endeffekt nichts anderes übrig bleibt, als zur Norm zu werden.
Ich fürchte mich davor, zur Norm zu werden und zu vergessen, wer ich bin. Wieder zurück zu einem Leben ohne Identität, ohne Spuren und Eindruck hinterlassen zu können, weil ich selber nicht weiss, wer und ob ich bin.
Ich fürchte mich davor, mich selber zu verlieren und doch ahne ich, es bleibt mir kaum was anderes übrig.
Ich habe einen Iro, keinen, den ich aufstelle, aber doch deutlich erkennbar, und ich LIEBE diese Frisur. Ich fühle mich so unglaublich wohl damit, so wohl wie zuvor kaum mit einer Frisur. Ich will nicht zurück.
Mir ist auch bewusst das niemand übergewichtige Leute einstellen will, wie sieht das denn auch aus, welches Firmenimage will sich das schon antun?
Und wenn ich das denke dann kriege ich Panik und erwische mich dabei, wie ich alte Verhaltens- und Denkmuster hervorhole und mich einigeln und nichts mehr essen will, ich erwische mich dabei wie ich meine alten Masken abstaube, bereit mich dahinter zu verbergen und zu tun, als wäre nichts während ich nichts mehr sehen und fühlen kann weil der Hass und die Abscheu auf und vor Essen so übermanns gross ist. Ich will dahin nicht zurück.

Aber was bleibt mir übrig?
Entweder ich bleibe ich und werde arbeitslos,
oder ich gehe zurück, so viele riesige Schritte zurück und passe mich an,
oder.. ich sterbe, kurz bevor ich mich bewerben muss, ich sterbe als vernünftiges Mitglied der Gesellschaft das eine Ausbildung absolviert, sterbe als ich, dieser Kompromiss aus mir selber und dem was sich öffentlich sehen lassen kann, was angesehen werden will und kann.

Es reicht nicht, ich reiche nicht.
Niemals, nicht als Niemand und nicht als Ich.
Ich reiche nicht.
Die Augen schliessen, kurz schreien.
Augen auf und weitergehn.

Wie viel Kapitulation steckt im Erwachsensein?

Freitag, 15. November 2019

Debilia

Ich fühle mich zur Zeit so unendlich müde, müde vom kämpfen, müde vom wachsen, müde vom reflektieren und analysieren.
Ich bin müde vom Versuch, mir ein Leben aufzubauen.
Die wöchentlichen Termine mit meiner Betreuerin, die Termine mit dem Psychiater, das ewige, nie endende Weiterkommen sollenwollentun; ich habe für einen Moment vergessen, dass es im Endeffekt keine Rolle spielt, ob dieser Tunnel einen Ausgang hat, solange ich nur weiterlaufe.
Denn wenn ich weitergehe dann finde ich es vielleicht raus, dann roste ich nicht ein und begegne vielleicht dem einen oder anderen Gänseblümchen das sich durch den stummen Beton dieses immerschwarzen Tunnels einen Weg bahnt, und dann lächle ich vielleicht für eine Sekunde und denke mir - dafür hat es sich doch gelohnt, weiterzugehen.

Aber ich bin müde.
Müde vom Immergrau, vom Niemalshell, vom lauten Schlag meines verdammten, treuen Herzens,
dass mich auch nach all den fürchterlichen Zeiten nicht im Stich lässt.

Wie weit noch, wie weit denn noch; die Frage, die ich mir niemals stellen darf.
Egal wie weit.
Einfach weiter.
Punkt.

Montag, 11. November 2019

11.11

Lieber Paddy.

Ich möchte dir gerne ausführlich schreiben heute, dir erzählen und dich fragen, berichten, ein bisschen lachen und ein bisschen weinen.
Aber ich habe keine Worte.
Ich habe nur Musik, Melodien, Rhytmen die mein Herz noch kennt, die meine Hände noch fühlen,
ich habe hunderte von Tönen und Klängen, die ich dir schenken kann.
Ich wäre gerne gemässigt und reflektiert, aber ich kann nur schreien.

Surrender
every word, every thought, every sound
Surrender
every touch, every smile, every frown
Surrender
all the pain we've endured until now
Surrender
all the hope that I lost, it was found
Surrender
yourself to me

Surrender | Billy Talent

In meinem Kopf stehe ich in der Kristallhöhle, der Kaverne aus tausend Reflektionen und Lichtschimmern,
ich bin Domino und ich weiss, Lily ist weg.

Weisst du, vielleicht wäre es einfacher wenn ich sagen könnte, ich habe dich geliebt,
auf eine gesellschaftliche Art, wenn ich dich unter vergangenem Herzschmerz verbuchen könnte.
Es wäre einfacher anderen zu erklären, wer du warst, wer du für mich warst, wer du für mich bist.
Denn wer du eigentlich bist, das weiss ich nicht.
Vor Kurzem habe ich den Begriff "ghosting" kennengelernt.
Aber rein von der Begrifflichkeit habe ich damit nicht viel anfangen können; das ist doch dieses Ding, das Menschen passiert, die Onlinedating betreiben.
Das ist doch das, was passiert, wenn einer mehr will als der andere.
So war das mit dir ja nicht.
Und doch: eigentlich ist "ghosting" das Wort, dass beschreibt, was passiert ist.
Du bist einfach gegangen.
So, wie man eben gehen kann, wenn man nur Stimme und Wort in einem Textfenster, Datenströme, einsen und nullen, ein Code in einem Rechenzentrum ohne Gefühle.
Wenn man nur ein Name und eine Nummer und ein kleines "Plopp" unten am Bildschirmrand ist.
Wenn man nicht in Augen sondern in einen LCD-Monitor starrt und sein Herz bindet an das Nicht-Sein einer digitalen Silhouette.
Du bist nicht gegangen; du bist viel eher nicht mehr gekommen.
Nicht mehr online, nicht mehr verfügbar.
Nicht mehr erreichbar.
Ich habe geschrien, ich habe geflucht, ich habe geweint, ich habe getobt; aber du - dein Internet-Ich - bliebst grau.
Unsichtbar.
Unerreichbar.

Drei Mal.
Drei verfluchte Male hast du das durchgezogen.
Dich dann doch wieder gemeldet, nach Monaten, einmal sogar nach einem ganzen verdammten Jahr.
Und ich habe immer wieder genau da gestartet, wo du aufgehört hattest,
ich habe das nächste Puzzlestück genommen und an seinen vorgesehenen Platz getan, ohne darauf zu achten das Zeit und Raum und Charakter sich verändern, das nichts bleibt wie es ist, und dieses Puzzlestück von damals nicht mehr passt.
Wir waren beide nicht in der Lage, das zu verstehen und haben zwei Mal wieder genau da angeknüpft, wo wir gedacht hatten, hätten wir aufgehört.
Wir haben gesungen, und plötzlich war das Blatt weiss und unsere Melodie ziellos, doch wir haben weitergesungen, uns und die Töne neu erfunden, und als da plötzlich wieder Noten waren, waren es nicht mehr dieselben und wir haben keinen Einklang mehr gefunden.
Aber wir haben es nicht bemerkt, ich habe es nicht bemerkt, weil ich die Augen aufgerissen und die Ohren zugehalten habe,
weil ich nicht hören wollte, das nichts stimmt, ich wollte nur sehen, dass du da bist.

Du hast mir sogar kurz bevor du zum dritten Mal - zum letzten Mal - verschwunden bist gesagt, dass wir keine Freunde mehr sein können.
Weil sich Zeiten ändern.
Du hast mir gesagt das du mich mal geliebt hast, aber deine Freundin nicht verlieren wolltest,
dass du nicht weisst, was du willst, was du wolltest oder was das Beste wäre.
Aber ich habe dir nicht zugehört.
Ich habe dir nur gesagt, dass es mir egal ist und ich dich trotzdem mag.
Du hast mir gesagt, dass deine Freundin das doof findet.
Wir waren zwei gleiche Puzzleteile, die nicht ineinanderpassen, die sich nicht fügen können,
zwei gleiche Teile von unterschiedlichen Puzzles mit unterschiedlichen Motiven.
Wir waren uns so unfassbar nah, obwohl wir physisch so unfassbar weit entfernt waren voneinander.
Bitte verzeih mir, dass ich dich nicht verstanden habe.
Bitte, verzeih mir.

Als du zum dritten Mal verschwunden bist, bin ich in den Chat deines Livestreams und habe versucht, dich zu zwingen, mir zu antworten, ich habe versucht vor Zeugen zu belegen, dass wir uns kannten, dass du nicht einfach so weglaufen kannst.
Es war falsch und es tut mir leid. Es muss schwierig gewesen sein für dich, dich vor deinen Freunden, die vermutlich in all den Jahren nie erfahren hatten ,dass es mich gibt, zu rechtfertigen, wer ich bin.
Vielleicht hast du auch abgestritten mich zu kennen, mich einen Troll genannt; vielleicht hast du auch gar nichts gemacht.
An diesem Abend habe ich dich überall gelöscht, blockiert, verbannt aus meinem Leben.
Verbannt aus diesem Leben, das du eigentlich gar nie betreten hattest.
Wer warst du denn?
Was warst du?
Wer bist du?

Ich weine während ich das hier schreibe, ich weine weil ich es nicht weiss,
weil mein Herz schmerzt, weil ich dich vermisse, obwohl unsere Bekanntschaft doch so.. unweltlich war.
Warum spüre ich dann so weltlich, dass du nicht mehr da bist?

Well you'd better watch your step
[ ] a diamond on a landmine
Better watch your step
[ ] a diamond on a landmine
Better watch your step
[ ] a diamond on a landmine
Waiting to explode

Diamond on a landmine | Billy Talent

Du warst der Diamant und ich die Mine,
und ich bin hochgegangen und habe uns beide in abertausende Stücke zerissen,
an diesem Abend.
Ich habe nie wieder von dir gehört.
Und obwohl ich meiner Betreuerin gesagt habe, dass ich durch bin mit dir, so bin ich das eigentlich nicht.
Wie kann ich denn durch sein mit dir, wenn es doch eigentlich nie geendet hat?
Es war einfach plötzlich nichts mehr, und ich weiss nicht wohin ich das verräumen soll.
Wohin kommt denn Nichts?

Jez hab ich doch ganz schön viel geschrieben,
auch wenn ich nie und nimmer an das rangekommen bin, was ich sagen wollte.
Ich wollte gerne die Jahre, die wir hatten, in Worte fassen.
Meinen Schmerz und wie blöd ich mir nun vorkomme,
dass ich dir, einer Onlinebekanntschaft, so viel Zuneigung entgegengebracht habe.
Aber ich will nicht bereuen, dass es so war.
Du warst gut, du bist grossartig, du warst Sonne und Wärme und viele gute Zeiten für mich,
ich möchte mich an dich erinnern und mir selber sagen können: Das war schön, auch wenn es nicht schön geendet hat.
Auch wenn es nicht geendet hat.
Wenn es einfach vorbei war.

Lieber Paddy, ich will dir so vieles sagen.
Aber in erster Linie: Danke.
Danke für die Jahre. Jedes Wort, jeden Satz, jedes Telefonat.
Jede Minute und jede Stunde, jede Nachricht, jeden Witz und jede Träne.
Danke, dass du mit mir gelacht und geweint und geblödelt hast.
Danke, dass du zweimal wieder zurückgekehrt bist und mir noch ein paar mehr Erinnerungen geschenkt hast.
Danke für deine Stimme, die Lieder, die Melodien.
Danke für den Wiederhall von Glück.

Ich erinnere mich an dich.

Happy Birthday.

Sonntag, 10. November 2019

Vulkan

I love everything
Fire's spreading all around my room
My world's so bright
It's hard to breathe, but that's alright

Cradle | Sub Urban



Die Welt ist so laut.
So überall, so unendlich, unaufhörbar, unübersehbar.
Ich bin so voll mit Emotionen, ich fliesse über, zerfliesse und ich lache und weine,
weil dieser Moment der totalen Überfluss-Ekstase die Schwelle zum Nichts ist.
Dahinter ist nichts, das Nichts, die Leere die mich daran erinnert,
dass ich kein Felsen bin sondern Ebbe und Flut, Mondphasen in Sekundenschnelle,
im Video auf 2.25 gestellt, eine Erde die vergessen hat, dass ein Tag 24 Stunden und keine 3 hat.

Morgen hat Paddy geburtstag.
Ein weiteres langes Jahr ohne dich.
Ich weiss das du nicht an mich denkst und das ist in Ordnung.Ich weiss, dass es dir nicht schlechter geht ohne mich.
Ich weiss, dass es in Ordnung so ist.
Aber ein kleines bisschen, ein ganz kleines, stilles bisschen weine ich -
Ich erinnere mich an dich.

Meine Schwester hat in ihrem letzten Brief mit den Worten "Ich hab dich sehr lieb" geschlossen.
Das ist.. so.. unglaublich.
Das ist.. mehr als ich in Worte fassen kann.
Ich denke mir, das ist es: Der Moment, der meine Anstregungen kröhnt.
Nach Jahren und Jahren des Aufwachsens Seite an Seite auf dem Trümmerfeld meiner Zerstörungswut bist du so herzensgut, so offen und so freundlich zu mir.
Sitzt du da und schreibst mir Zeilen und sagst mir, dass du mich lieb hast, obwohl ich das doch gar nicht verdiene.
Ich habe mich bemüht, in den vergangenen Jahren, gestern und auch heute, an mir zu arbeiten damit ich - die Naturgewalt - keine Naturkatastrophe mehr sein muss, das ich die Menschen die mir Nahe stehen nicht weiter lichterloh in Flammen aufgehen lasse,
weil ich es nicht ertrage zu leben.
Und ich denke mir: Das ist es, der Augenblick in dem ich mich auflösen und zu Sternenstaub zerfallen kann, der Augenblick in dem du mir vergibst das ich keine gute Schwester war.

Auch nicht für meine ältere Schwester; und sollte auch sie, sollten sie beide mir jemals gemeinsam vergeben können so weiss ich, dass ich meine Schuld abgebüsst habe, dass ich nun in Frieden in Tausend Stücke zerspringen kann vor Glück und Erleichterung.

Wenn doch nur die Menschen in meinem Leben mir vergeben können; meine Schwestern, Michelle, Lisa, Schweri, mein Vater,
dass ich so unglaublich schwierig war als junger Mensch, wenn sie das nur können, dann habe ich alles erreicht was es zu erreichen gibt.
Wenn die Menschen, die nicht mehr in meinem Leben sind mich vergessen konnten oder mir vergeben konnten, dann will ich nicht mehr verlangen und ihnen nur wünschen, dass es so bleibt.

Ich wünsche mir das auch die Menschen die jetzt in diesem Moment in meinem Leben sind mir vergeben mögen dafür, dass ich so unstet bin, das ich so kompliziert bin,
dass ich mich nie treffen mag, das ich mich nur holprig melden kann, dass ich mich um mich selber drehe und manchmal vergesse,
dass die Welt der anderen sich nicht im selben Tempo und derselben Intensität dreht wie die meine.
Es tut mir leid.
Ich liebe euch.
Danke das ihr immer noch zu mir haltet.
Ich bemühe mich das es besser wird.
Ich arbeite hart, aber noch reicht es nicht.
Bitte verzeiht mir.
Ich verspreche euch, ich werde weiter arbeiten.
Weiterkommen, weitergehen und irgendwann die Grösse besitzen,
euch von Angesicht zu Angesicht um Verzeihung zu bitten.

Danke.

Mein Kopf ist laut.

Montag, 4. November 2019

FL MP

Ach guck, da wird jemand erwachsennnnnn
Nachdem ich mir das komplette Wochenende den Kopf über etwas zerbrochen habe,
was ich in einer Konversation am Freitag zu Dani gesagt hatte,
habe ich es heute Morgen doch tatsächlich geschafft auf ihn zuzugehen und das zu "klären".
Er hatte das zwar schon wieder vergessen, was einmal mehr beweist das ich mir viel zu viele Gedanken um viel zu nichtige Dinge mache, ABER ich habs geschafft, ich habs angesprochen,
ich bin in den Dialog getreten anstellen davon mich still selber verrückt zu machen.
Hui.

Kleine Schritte; ich glaube, das war ein Grosser.

Samstag, 2. November 2019

Spanish Sahara

Abends laufe ich manchmal durch die Strassen und sehe mir die Häuser und die Gärten an.
Und ich sehe die erleuchteten Fenster und wünsche mir, dass die Menschen, die in diesem Licht sind, in diesem Moment, glücklich sind.
Ich wünsche ihnen, dass sie grade etwas leckeres gekocht oder sich bestellt haben. Dass sie einen tollen Film schauen, gemütlich ein Buch lesen, einen geilen Tee trinken.
Ich wünsche ihnen, dass sie grade ein schönes Telefonat führen, sich für ein Date oder eine Party fertigmachen.
Dass sie sich in frisch gewaschene Bettwäsche kuscheln mit einem Kuscheltier und einer Wolldecke, dass sie gerade ein gutes Game zocken, Geschenke ein oder auspacken.
Ich wünsche mir, dass ich ein kleines bisschen von dem Glück und dem Frieden, den ich manchmal empfinde, abgeben kann an alle, die unter diesem Licht gerade über hohen Rechnungen brüten, die schlechte Nachrichten erhalten, die Mail mit der Kündigung lesen, die Pläne verschieben mussten auf die sie sich gefreut haben.
Ich möchte mein Manchmal-Glück mit denen teilen die gerade jemanden vermissen, die verzweifelt ein wichtiges Dokument suchen, die sich schon grausen vor dem nächsten Arbeitstag.
Ich möchte der Welt etwas zurückgeben, den Menschen, dem Leben.

Aber eigentlich lieber aus der Ferne.
Ohne, dass ich selber involviert bin, ohne dass jemand weiss, dass es von mir kommt.
Ich mag mich nicht, wenn ich unter Menschen bin.
Ich bin dafür nicht gemacht, dass fällt mir immer wieder auf wenn ich in der Berufsschule bin.
Diese Menschen sind so lieb und es macht mir soviel Spass dass mir mein Herz zerspringen will,
aber ich.. bin so fehl am Platz, dort, in ihrer Mitte.
Ich rede zu viel, zu viel Blödsinn, ich drehe Konversationen zu sehr so um, dass es plötzlich nur um mich geht.
Ich kann schlecht auf andere eingehen und das ist blöd.
Es fällt mir schwer, die Grenze zu stecken zwischen notwendiger Information und überflüssigem Scheiss, und das macht mich fertig. Wiedereinmal finde ich keine Mitte, nur stumm oder ein Wasserfall aus Worten, nur mittendrin oder unsichtbar; wie nur bastel ich mir einen Schieberegler für mich selber, wie und wohin lasse ich diesen Überschuss an Freude an der Situation abfliessen, damit sie nicht in Worten enden?
Es belastet mich.

Das ich meine Verschenkaktionen online machen kann kommt mir unheimlich entgegen, da ist es einfacher alles zu kontrollieren.
Ich kann mit den Gewinner*innen in Kontakt treten und sie können sich bedanken, aber da ich niemanden kenne und es das Internet ist, ist es nicht mehr als das.
Vielleicht fürchte ich mich auch nur vor sozialer Verpflichtung, vielleicht laufe ich ein bisschen weg vor der Verantwortung die eine Freundschaft mit sich bringt.
Vielleicht, vermutlich.
Aber grade kann ich nichts dagegen tun.

Meine Schritte sind schwer und ich halte mich mit Mühe auf Kurs, Ausbildung schaffen, ein ordentlicher Mensch werden, in jeglicher Hinsicht.
Am Mittwoch hatte ich Probezeitgespräch; ich habe bestanden, mit Bestnoten.
Ich wurde gelobt weil ich gut in der Schule bin und gut im Betrieb mitarbeite, mir wurden gute Prognosen gegeben.
Ich darf sogar zur Lehrlingsversammlung die pro Betrieb jeweils nur die Besten besuchen dürfen.
Ich versuche mich zu freuen, ein bisschen tue ich es, ein bisschen viel im Moment selber, aber viel schwerer wiegt die Aussicht auf die kommenden Monate, zu schwer nur einen Moment später.
Einigeln, weglaufen.
Mir ist grade nach weglaufen zu mute.

Kleine Schritte: Einmal mehr sind da keine.
Stehen bleiben als Alternative zum Rückwärtsgehen.

Die Zukunft macht mir verdammt angst.




Sonntag, 27. Oktober 2019

Paper Love

Ich bin traurig.
Vielleicht bin ich auch erschöpft, müde, ein bisschen disconnected von der Welt,
so genau kann ich das grade nicht sagen.

Die letzten Tage waren ruhig und die davor zum erschiessen.
Am Montag war ich normal arbeiten, ich erinnere mich nicht mehr so gut. Es war wohl ein vernünftiger Tag.
Am Dienstag war der Geburtstag meiner Schwester und der 10. Todestag meiner Mutter.
Zeit ist so ein seltsames Konstrukt.
Während ich mir immer denke, dass meine Schwester eigentlich viel erwachsener ist als ich, ist sie doch zwei Jahre jünger,
und während ich seit einem Jahrzehnt die Augen meiner Mutter nicht mehr gesehen habe, so erscheint es mir auch jetzt manchmal noch unwirklich, dass sie gestorben ist.
Vielleicht weil ich dieselben Augen habe wie sie und mir der Spiegel verrät, wie sie ausgesehen haben,
vielleicht weil die Stimme in meinem Kopf, die, die mit mir schimpft die ihre ist,
vielleicht, weil ich auch heute noch emotional nicht an mich selber rankomme wenn es um sie geht;
vielleicht ist es deswegen irgendwie merkwürdig für mich, dass es schon 10 Jahre her ist.

Ich war nicht an ihrem Grab.
Ich habe mich mit meiner grossen Schwester, die mir nicht nur das Alter voraus hat, getroffen und wir haben geredet,
ich habe meiner kleinen Schwester, die in so vielem so viel "grösser" ist als ich, gratuliert.
Dann bin ich wieder nach Hause gefahren, habe ein bisschen gesungen und ein bisschen ins Leere gestarrt.

Am Mittwoch war ük.
Dieser gottverdammte Kurs wird mein Ende sein, es ist eine fucking Katastrophe.
Die Leute sind bescheuert, die Aufgaben sind bescheuert, die Leiterin ist bescheuert, ich bin bescheuert, die Busverbindungen sind bescheuert.
Jesus.

Donnerstag und Freitag war wieder Schule und es war okay.
Es ist so.. merkwürdig, dass es nach so einem katastrophalen Mittwoch ein so okayer Donnerstag gibt.
Das ich irgendwie einfach weitermache, wo ich früher doch einfach ex-, oder implodiert wäre.
Und heute.. weine ich Abends ein bisschen, bin ein bisschen wütend, rege mich ein bisschen auf und gehe dann schlafen.
Ist es das, was man Normalität nennt?
Ist es das, was angestrebt wird?

Es ist noch immer völlig überfordernd für mich, dass ich einen so schönen Platz in meiner Berufschulklasse habe.
Wir waren am Freitag statt in der Cafeteria etwas weiter weg, ich habe mir mit einer Mitschülerin einen rohen Fenchel geteilt,
das fanden die anderen ein bisschen komisch und ein bisschen lustig,
ich habe mich mit Kay gut unterhalten, er ist ein bisschen zurückhalten und ein bisschen dunkel-humoristisch veranlagt,
der Unterricht ging vorbei und das Wochenende war angenehm.

Ich glaube, ich weiss nicht recht, wohin ich dieses.. okaye vorbeitröpfeln der Tage sortieren soll, und deswegen bin ich jetzt erschöpft.
Aber das ist okay.

Kleine Schritte - sie werden ein bisschen grösser

Donnerstag, 24. Oktober 2019

Der Mond

Oh so sehe
dein Angesicht
in der Jahre
Licht

Nichts das
ohne Wandel
mir beiwohnt
und am Himmel
der Mond

Samstag, 19. Oktober 2019

Orange Lipstick

Ich habe heute den Manga gelesen, den mir Jil damals empfohlen hat.
Orange Lipstick, ein recht sexuell grafischer Yuri, also eine Geschichte von Lesben.
Grundsätzlich war die Geschichte eher nicht mein Fall, aber irgendwo in der oberflächlich gehaltenen Melancholie die zwischen den beiden Protagonisten umherschwebte, getränkt in das Licht der Abendsonne, irgendwo da habe ich Jil wiedererkannt und es hat mir mein Herz gebrochen.

Jil war.. kein sanftes Abendlicht, sie war die strahlende, blendende Sonne des Mittags, allgegenwärtig und alles übertönend, in allem mehr als ich mit umgehen konnte.
Und in der Hitze dieser knallenden Mittagssonne sind wir mit Haut und Haar verbrannt, wir haben Feuer gefangen als ich meine Hände an deine legte, wir sind verbrannt und es ist nichts übrig geblieben, keine Asche zum trauern un begraben, nichts, nichts ausser Stiche in der Haut, dem Tattoo, ein paar Kentnnisse deiner Heimatstadt und die Abendsonne orangener Lippenstifte
Ich möchte mir einbilden dass diese Leseempfehlung deine Art von Abschied war, ein oberflächliches Werk voller Abendsonne, Licht, dass geht.
Abschied, das ist es, was mir dazu einfällt.

Nun scheint du weiter, die Mitternachtssonne in meinem Herzen und es ist die Absenz von Wärme die mich am meisten Irritiert,
so heiss und versengend du auch warst, meine Haut hat sich dran gewöhnt und jetzt friere ich jämmerlich weil du so weit weg von mir weiterkreist.
Du hast deine Umlaufbahn verlassen und alle diese Planeten als die wir uns um dich drehten, wir stehen verlassen da zu Eis erstarrt ohne dich.

Ah..
Ich vermisse dich.

Montag, 14. Oktober 2019

Foxtail Grass Studio

Ich hab den fucking heiligen Gral gefunden.
Klaviermusik, untermalt mit casual Animegeräuschen wie jemand der über Kies läuft, Zikaden, Wasser, Gewitter..
Bruuuder, wiesooo ist das so guuuuut?

Ich bin verliebt.


Donnerstag, 10. Oktober 2019

Schatten

Seit ich angefangen habe, die Welt und die Menschen besser zu verstehen denke ich mir immer öfter, dass ich das doch lieber gelassen hätte.
Ich habe das gefühl, je mehr ich verstehe, desto weniger verstehe ich.
Je mehr ich höre, desto weniger höre ich.
Je mehr ich fühle, desto weniger fühle ich.
Je mehr ich lebe, desto weniger lebe ich.

Ich habe das gefühl, je mehr Sinn ich im Kleinen finde, umso weniger Sinn ergibt das Grosse.

Ich fühle, mir kommt die Fähigkeit zu kommunizieren, in Kontakt zu bleiben, abhanden.
Ich fühle, ich werde mehr und mehr Teil dieser grossen Masse an Menschen die nich besonders schlecht und nicht besonders gut sind.
Solche, die nichts verändern, nichts bewegen, nichts verhauen, nichts verlieren.
A waste of space; par excellence

Ich fühle ich werde ein Mensch, der so neutral ist, dass es eigentlich gar keine Rolle spielt, ob er da oder weg ist.
Jemand, der nichts mehr hinterlässt, weder Gutes noch Schlechtes, nicht in der Welt und nicht in seinem Umfeld.
Was bin ich denn?
Wer bin ich denn?
Worüber habe ich früher mit Freunden geredet?
Wie habe ich mich früher verabredet?
Wie habe ich früher Kontakt gehalten; so viel geschrieben?

Ich fühle; ich bin leer.
Nichtig.

Plötzlich hat die Woche zu viele Tage, mein Herz zu viele Schläge
plötzlich wird die Stunde zu schwer.
Und plötzlich weiss ich nicht mehr, wer ich bin und vor allem, warum ich bin.
Meine müden Hände klagen der Tastatur ihr Leid, suchen Wörter und Buchstaben und Symbole für etwas,
dass keine Worte und Buchstaben und Symbole hat.

Ich bin müde.

Dienstag, 24. September 2019

Aenestaetic

Ich würde gerne grosse, schöne Worte finden und dir damit sagen,
dass ich dich vermisse.
Aber alles, was ich habe, sind verschwurbelte Gefühle und eine Repertoire an Momenten,
die ich nie vergessen werde.
Es ist ein Privileg jemanden zu vermissen, denn es bedeutet, dass man diese Person hat kennen dürfen.


The privilege of missing someone

Für Jil

Your smile's brightness
hid perfectly
what you allowed
no-one to see

Pale and shaky
wobbly tears
your heart wide open
with grinning fears

In small toilet rooms
escaped sobs and blood
drip-drip, our innocence
howling, screaming floods

The atmosphere of your voice
always a tad bit low
no oxygen to let us breathe
to thrive, to bloom, to grow

I love you
your desperation
madness is
salvation

Poke, poke, Sticky fingers
bring your name
under my skin
let me adopt
your sin

You hold my hand
in the darkest night
through the brightes day
through wrongs and rights

Voiceless subtle cries
we never found
the reason why
we fall and rise

You've waited
awaited my presence
and gifted my parting self
with condolences

Curly hair
caressing your pale frame
meanwhile I grew
and so did my shame

On the outside
we were two of a kind
inside
we've got two minds

Even though
I shed tears for you
you only outgrew your skin
and shed it without a clue

A shared glass has to part
in the split second it is shared
and so we, too, parted ways
while sharing that we cared

All thats left
an itchy heart
a fond smile
an inked part

We are a thousand worlds apart
yet my heart
is wherever you are
forever

Dienstag, 17. September 2019

Warum

Meine Vorgesetzte fragt mich: Wie muss ich mir das denn vorstellen; "hoher Emotionaler Aufwand".
Ich weiss es nicht.
Wie soll ich erklären, dass ich manchmal dasitze und nicht mehr atmen kann,
weil die Welt zu viel ist.
Dass ich manchmal Abends weine, weil leben zu schwer ist.
Dass eine Sache innert Sekunden ihren Sinn verlieren oder gewinnen kann,
dass ich manchmal inner Sekunden mich selbst verlieren oder wiederfinden kann.

Wie soll ich denn erklären, dass ich Sturm und Donner bin,
aber Regen und Ruhe suche?
Wie nennt man das, wenn alle Menschen Monster und ich selbst das grösste davon bin?
Wie erkläre ich, dass ich mich nicht freuen, sondern nur FREUEN kann,
dass ich ich mich nicht ärgere, sondern welteinstürzend-allmächtig ÄRGERE.

Wie erkläre ich, dass ich es morgens nicht aus dem Bett schaffe, weil gestern noch an mir zerrt,
dass ich den Kopf irgendwo in den Wolken verloren habe, während ich über Dinge nachgedacht habe,
die eigentlich so unfassbar Nichtig sind.
Wer versteht denn schon, was ich meine, wenn ich sage, ich bin heute blind.
Wenn ich sage, ich sehe dich, aber ich verstehe dich nicht, weil ich mich nicht fühle und dich nicht erspüren kann.
Wenn ich sage, dass mir nach Pastellblau ist, ich aber nur orange sehe.
Wer versteht das denn schon; und wem kann man schon einen Vorwurf machen, der das nicht versteht?
Es ist keine genaue Angabe; natürlich nicht. Ich fühle auch nicht genau.
Es ist diffus und ungenau, es ist allmächtig und übergross, es ist bunt, unsichtbar, namenlos.

Wie kann ich denn erklären, dass meine Welt, mein Sein, mein Ich manchmal einfach abrupt anhält und für einige Sekunden vergisst,
wie man sich weiterdreht. Weitergeht. Weiterlebt.

Leben ist anstregend.
Aber versuchen zu erklären "warum" ist es noch viel mehr.

Donnerstag, 12. September 2019

Personality Disorder

Hello it's me,
the laughing fool
the crying heart
the bleeding tool

Hello it's me
but I don't know
who I am
if not for show

If I'm sad
I don't know why
If I'm happy
I could cry

Hello, hello,
please don't call me
I have no name,
no face to see

I am not
but still: I am
and I struggle
to comprehend

What part of "me"
is "me", is pure
which of this "me"
am I for sure

Hello it's me
the hearty tool
the laughing cry
the bleeding fool.

Montag, 9. September 2019

social life

Just lemme
eat the
table
at least
take
a bite
Please,
my mind's
unstable
I can't get
it right

Play
rock, paper
scissors
with my
sanity
my consciousness
it withers
so does
my
humanity

Social life
is
stupid
please
just let
me die
my day
it is
ruined
Well
I guess
I'll cry

Sonntag, 8. September 2019

Verstehen

Aufdröseln.
Verstehen, woher die Zusammenbrüche kommen,
was Öl ins Feuer gegossen hat.
Gestern war fürchterlich.

Ich habe geträumt, wieder so real und greifbar, dass ich lange nicht verstehen konnte,
es ist nicht wirklich. Es ist okay nicht darüber nachzudenken, es war nur ein Traum.
Ein Mädchen in meiner Berufsschulklasse heisst so, wie ich früher hiess, vor der Namensänderung.
Und das macht mir offenbar unbewusst viel mehr zu schaffen als ich dachte.
Ich.. fürchte mich vor ihr. Nein, nicht vor ihr als Mensch, vor dem Namen.
Wenn sie gerufen wird kriege ich für eine Sekunde Panik, dass ich gemeint bin.
Dass ich wieder jemand sein muss, der ich eigentlich nicht bin.

Ich träume davon.
Dass ein gesichtsloser Mensch, ein wichtiger Mensch, zu mir kommt und mir sagt,
dass es ein Irrtum war, dass meiner Namensänderung stattgegeben wurde, und dass ich leider wieder zurück muss.
Dass ich wieder dahin zurück muss, wo ich nie wieder hin will. Nie wieder hin kann, wenn ich leben will.
Und ich will leben.
Es verunsichert mich, wenn meine Lehrerin mich fragt "Heissen sie denn wirklich so?"
Und ich antworte "Ja, steht auf meinem Ausweis."
Ich meine, es STEHT da, und trotzdem fürchte ich, dass es nicht reicht.
Das es nicht gültig ist, dass ich nicht gültig bin.

Vielleicht ist das Ganze schwer zu verstehen, wenn man nicht ich ist.
Aber diese Namensänderung war für mich wirklich die Chance, die ich gebraucht habe,
um mir ein Leben aufzubauen.
Dieses Ich von früher, dass gar kein Ich war; dieser Mensch, der nichts war, ich konnte es zu Grabe tragen.
Und das hat mir Flügel geschenkt.
Früher, als ich noch keine Verbindung zu mir, zu MIR hatte, zu meinen Gefühlen,
da war ich.. nicht.
Es ist schwierig zu erklären.
Weil ich nie wirklich da war, weil Erlebnisse zwar abgespeichert aber nie emotional verbunden habe, sind auch meine Erinnerungen durcheinander.
Ich weiss nicht, wie alt ich wann war oder wie ich mich in Situation xy gefühlt habe.
Weil ich da nicht gefühlt habe.
Emotionen war für mich die zweckmässige Wiedergabe dessen, was ich dachte, würden andere jetzt wohl empfinden.
Und wenn tatsächlich mal MEINE Emotionen irgendwo durchkamen, war das so ein unglaubliches Chaos dass es für keinen der Beteiligten gut geendet hat.
Einmal, ich war entweder in der 7. oder 8. Klasse, da hatte sich eine Freundin meinen iPod geliehen. Und ich wollte ihn wiederhaben, aber aus irgendeinem (höchstwahrscheinlich) legitimem Grund wollte sie ihn noch kurz behalten, und ich bin völlig ausgetickt. Ich bin furchtbar wütend geworden, hab geschrien und bin weggelaufen.
Das ist eine der wenigen Erinnerungen an "meine" Gefühle. Intensiv, übergross, unendlich.
Zeitweise hatte ich mich so sehr von meinen Gefühlen entfremdet, das sie mir wie eigene Persönlichkeiten erschienen,
Wesen in mir drin die Dinge bewirken, die ich nicht will, die mir Dinge zuflüstern die ich nicht einordnen kann.
Gefühle waren für mich wortwörtlich die Teufelchen und Engelchen, die merkwürdige Dinge von mir verlangen.
Nur, dass es keine Teufelchen oder Engelchen waren, sondern körperlose, wesenlose Stimmen, Empfindungen in mir drin.
Das hat mich wahnsinnig gemacht.

Heute ist es knapp zwei Jahre her seit ich aktiv eine Verbindung zu meinen Gefühlen habe,
diese besser verstehen und kanalisieren kann, wenn auch noch lange nicht so, wie ich es gerne können würde.
Ich explodiere nicht mit, implodiere aber auch weniger, ich kann herleiten, wo ein Gefühl herkommt und was ich damit anstellen kann, ohne die Welt um mich herum in die Luft zu jagen.
Und meine Namensänderung war ein unglaublich wichtiger Schritt dabei.
Nicht nur, dass "mein" Name nun geschlechtsneutral ist und ich nicht mit all den Traumas von früher verbinde,
nein, es ist für mich auch ein neues Sein, ein Versprechen an mich selber.
Die Anerkennung, dass ich gewachsen bin, dass ich weiterwachse und das ich /lebe/.
Das ich leben will.

Und es wirft mich so dermassen aus der Bahn, den "anderen" Namen zu hören.
Das ist seltsam, denn als ich noch amtlich so hiess, war es nicht so schlimm.
Das ist irgendwie erst, seit ich offiziell ich bin.
Und ich krieg die Krise damit.
Was soll das denn?

Diese Ausbildung ist eine Challenge, und die grössten Hürden warten überhaupt nicht da,
wo ich sie erwartet hätte.

Kleine Schritte; Verhaltensanalysen.
Verstehen lernen, damit grosse Schritte möglich werden.

Samstag, 7. September 2019

secéip

Mein Kopf schreit aber ich kann mich nicht formulieren.
Ich will sagen, dass ich angst habe, weil ich nicht weiss, wer ich eigentlich bin.
Das ich Panik kriege, wenn Julia aus meiner Berufsschulklasse beim Namen gerufen wird,
dass ich Nachts davon träume und schier wahnsinnig werde.
Dass ich Angst habe, dass die anderen rausfinden, dass ich früher niemand war.
Dass jemand kommt und mir sagt, dass nur weil ich ne Namensänderung hatte, sich nichts ändert,
und dass ich leider wieder zurück muss und weiterhin niemand sein.
Ich habe Angst, dass ich Menschen verletze, dass ich zu intensiv bin, zu intensiv da oder zu intensiv abwesend.
Dass ich nicht weiss, was mit Yasi los ist, weil sie schon so lange schweigt
dass ich nicht weiss, was ich mit meinen Gefühlen anfangen soll, weil ich meinen Alltag irgendwie geregelt kriege, und das einfach irgendwie merkwürdig ist.
Dass ich gerne in den Tisch beissen würde, um zu merken, dass das alles grade wirklich real ist.

Ich habe angst, dass ich meine wunderbaren freunde verletze, weil ich Vergleiche von heute zu damals ziehe; Leute, IHR wart nicht kacke. ICH war es.
dass ich mir selber was vormache und bald alles zusammenbricht.
Dass ich meinen Connect zu meinen Gefühlen wieder verliere, weil ich überfordert bin
Dass ich in wahrheit wirklich ein schlechter Mensch bin.

Ich muss meiner Betreuerin schreiben, dass sie am Mittwoch viel Zeit mitbringen soll.

Hilfe


Maybe I'm free, but freedom just means that I'm lost.

Blackfield | Far Away

Donnerstag, 5. September 2019

Tweets from hell

Tag für Tag für Tag füR TAG FÜR TAG
Mein Kopf ist übervoll mit Eindrücken und Gefühlen und Abers und Solltens und-
Stopp.

Es ist still und ich bin traurig.
Ich bin leer.

Es ist ein Kampf; und doch, ich gehe zur Arbeit, gehe zur Schule, ich esse und schlafe und lass meine Betreuerin in meine Wohnung; ich tue und schreie nur zwischendurch mal ganz kurz, alleine auf dem Schulklo,
kurz vor dem Einschlafen; wenn ich auf ein altes Bild mit Yasi stosse und mich daran erinnere, wie sehr ich sie mag,
wenn Timo mir schreibt;
wenn ich eine Katze auf der Strasse flauschen kann.

Ich wachse an diesem Horror; und doch: Wachse ich genug?


651

Sometimes 
I am scared
that I am
not mature
enough
to decide
wether
to life or
to die

Am I
really
capable of
knowing
the risk; 
of both sides
its horror
and its
frisks

Can I
be trusted
with
such an
important
Thing
is it wise
to make
me king
of my own
life.

Would I be
better off dead
shouldn't I
be sad
or happy,
when I feel
crappy
enough to cry

I
don't
know.

Dienstag, 3. September 2019

naglafad

Je älter ich werde, desto irrationaler erscheinen mir meine Probleme.
Ich habe heute gut 15 Minuten damit zugebracht, mir zurechtzulegen wie ich die neue Mitarbeiterin die am Tisch neben mir sitzt ansprechen soll.
Sie hatte zuvor gefragt woher ich meine Trinkflasche habe, die sei toll. (Ist eine mit Animemotiv)
Also dachte ich ey, das doch ne super Gelegenheit um ungezwungen ins Gespräch zu kommen!
Jaha! Nein. Überhaupt nicht.
Ich hab' mich gefühlt wie ein Kind, dass sich an der Leiter zum Drei-Meter-Sprungturm rumdrückt, und eigentlich springen will und sich freut und es gerne tut, aber es ist so hoch und die anderen, die springen, sind schon so gross. Und so ist es hin und hergerissen zwischen vergnügen und angst.
Dieses.. "JETZT mach ichs!" Und dann einfach losrennen, nicht nachdenken, und einfach springen. Oder doch vorher nochmals abbremsen? Doch lieber warten? Augen zu und durch? Augen auf und los?
Jetzt - nein, JETZT, schnell - ah... doch nicht. JETZT aber!"
Das ist doch bescheuert.

Ich will sie nur fragen, ob sie den Anime auch kennt und nicht den fucking Mount Everest besteigen.
Und doch hätte ich mich in diesem Moment viel lieber auf eine potentiell tödliche und unglaublich anstregende Bergtour vorbereitet als auf ein Gespräch im Büro mit der neuen Mitarbeiterin.
Ja nice.

Montag, 2. September 2019

1. September 1939

1. September 1939

Many untold
buried tales
heroes without
a well-known face
without lips
to sing their
songs
no ears will hear
their rights
and wrongs

Many silent
tears that fell
with eyes wide open
into hell
dipping every
corpse in fire
the coming years
drainingly dire

A siren's tale
in early
hours
and not a soul
to gift them flowers
for; of their lifes
all that remains;
is a date
in museum frames

Donnerstag, 29. August 2019

Babyschnabeltiere

Leben ist so fucking anstregend.

Ich möchte stille Probs an meine Betreuerin schicken,
die mir mit ihrer mütterlichen Art teilweise unfassbar auf den Wecker geht,
sich aber mal um mal mein gejammere anhöhrt und auch noch sinnvolle Beiträge dazu leistet.
Dass sie sich jedes Mal aufs Neue anhört das ich keine Lust mehr habe,
dass es anstregend ist, dass ich Kommunikation hasse und eigentlich generell alles doof ist.
Es braucht mehr solcher Frauen wie sie auf der Welt.

Es ist einfach so.. zum die Wände hochgehen.
Zum ersten Mal habe ich eine "Schulzeit", wie ich sie mir immer vorgestellt habe.
Das ist so richtige die Experience, viel zu früh aufstehen müssen,
echt langweiligen und echt spannenden Kram lernen,
verpennen wann die Prüfungen angesagt sind,
in den Pausen und Mittags mit Mitschülern zusammen sein und reden,
in Gruppenarbeiten sich nicht panisch fragen, ob sich jemand erbarmt und mit mir das zusammen macht.
Schulbücher vergessen und es wesentlich weniger tragisch finden als der Lehrer,
Ausflüge mitmachen und dabei Spass haben, und nicht schon Tage vorher panisch nicht mehr schlafen können.

Das ich das in dieser Form nochmal erleben darf, obwohl ich ausm Schulalter schon länger raus bin,
ist ein unfassbares Geschenk.
Und ich kann es verdammt noch mal nicht annehmen.

Ich trau dieser Situation einfach nicht.
Ob diese Menschen wohl wirklich Zeit mit mir verbringen wollen-
wirke ich wie ein Klugscheisser-
wäre er lieber mit wem anderem in der Gruppe-
könnte mein Platz am Mittagtisch nicht von wem würdigerem besetzt werden-
sehe ich alles zu locker-
warum habe ich vor zwei Wochen um genau viertel nach zwei in genau dieser Lektion genau jenes Wort gesagt anstelle von was anderem-
Uff.

Ausserdem denke ich mir, es ist unfair den wenigen, aber nichtsdestotrotz existenten Freunden die ich in meiner "wirklichen" Schulzeit hatte, jetzt zu denken, dass es endlich so ist, wie es sein soll.
Aber das es sich damals nicht so angefühlt hat, war ja zu 99.99% nicht deren sondern meine Schuld.
Weil ich da noch viel weniger annehmen konnte, was mir geschenkt wurde.
Und heute - heute bin ich drauf und dran, diese wohl letzte Chance erneut zu verschenken.
Das ärgert mich furchtbar.

Meine Betreuerin sagt, ich solle halt jeweils direkt nachfragen, wenn ich nicht verstehe, wie etwas gemeint ist,
oder unsicher bin, ob die mir entgegengebrachte Freundlichkeit ehrlich gemeint ist.
Bruder.
1. Würde ich dann über nichts anderes mehr reden als über all die Dinge die ich mich frage,
und 2. lebe ich schon lange genug mit meinem Kopf, dass ich weiss, dass der es sowieso schafft das alles so komplett zu verdrehen dass ich schlussendlich gar nicht mehr weiss, was wahr ist und was nicht.
Diese "Realitätsüberprüfung" ist toll, aber funktioniert leider nicht immer.

Aber hey; ohne Challenge und so blaa

Schweri hat mir ein pinkes Plüschschnabeltier geschenkt.
Sein Schnabel glitzert!!
Ich sterbe, das Ding ist viel zu süss ;-; <3


Dienstag, 27. August 2019

Mental Scrapyard

I am on the edge
I face my
madness
watch it rise
drowning
my sadness

I am
on top of
the world they
threw me
into
and while I
am screeching
I feel
blue

llihc nac I epoh I
emas eht yats dna 
dna edisni deelb eht pots ot
niaga leef

Watch me
go bonkers
and guess what
I do not
care
for my pain
is yours
to share

Let us
enjoy this
insanity
lets fill
our hearts
with 
profanity

Blah blah
goes 
god
hey lord, watch me
watch my
heart
rot

seil fo niahc eht tuc
gnitaeb neeb ev'I
gnitaeb dna
gnitaeb dna
flesym 

I neglected
myself
and now
that is
the price
but dear
you won't
hear my cries

The anger
rises alongside
my suffocating
self-hate
lemme run
I can't
wait

Run run run
syad eht gnitnuoc m'I
Run Run RUN
yas ot gnihton evah dna
Show me
the sun

yad eht gnirud
I guess I'm ok



Markierte Teile aus: SAEED by Infected Mushroom

Mittwoch, 21. August 2019

5 seconds of sadness II

Where did
I go
the wrong way
that I
now am
crying
here alone.

I am
lost
my heart
stuck
on past
sceneries
my mind
driving crazy
over
responsibilities

Hello hello
pouring
rain
please help me
to
stay sane

Hello hello
broken
piece
I wish for
release

My mind is
dark.


Samstag, 17. August 2019

Du willst wissen wie ich mich fühle? Ich will wissen wie ich mich fülle

Ein arbeitsloses Kind trauert der Sonne nach,
die im Abendrot versinkt
Es kommt grad vom Büro heim, fühlt sich so klein,
während es die letzten Wohnheimstufen erklimmt,
dabei wollte es so groß sein
unter die Dusche springt, den Dreck der ganzen Welt abwaschen,
auch wenn der Versuch misslingt, es besser als die Eltern machen
[...]
"Träume sind Bäume, man opfert sie für Papier",
denkt sich das Kind, aus dem 11ten Stock starrend
Graugelber Himmel umgibt sein 1-Zimmer-Apartment
Sich fragend "Was ist ein Kind wert, das arbeitslos ist?"
[...]
Bunte Tränen kullern unverschämt Richtung Neuanfang
und in der Weite da erblickt es die Seifenblasenfabrik
Taghell, es brennt meistens abends noch Licht

Zukunftsträume kann man nicht rebooten
Sie sind nur Trailer, gehen immer nur n paar Minuten
"Ab der Jugend gehören Seifenblasen der nachfolgenden Generation",
weint das Kind gedankenlos in seine Fertignudeln
Es fühlt sich gerade so nutzlos,
wünscht sich aus dem Hochhaus in einen schwarz-weißen Vergnügungspark
Manchmal malt es aus Spaß seinen Namen auf ein anonymes Grab
Zur zeit bereit alles einzutauschen für die Leidenschaft eines Psychopathen
Lang ist es her, da hat es das Plastikgewehr in der Ecke platziert,
jetzt wurde es wegrationalisiert
Ex-Mitarbeiter der Seifenblasenfabrik
und Erwachsene auf der Straße hören mit ihrem Handy Musik
und zwar dieses Lied.


Seifenblasen platzen nie | Maeckes



Maeckes ist der Soundtrack meines Jungseins,
er ist das weisse Rauschen meiner schlaflosen Nächte.
Wenn ich heute, nach Jahren, wieder die alten Lieder hervorhole,
dann merke ich, ich bin heute an einem anderen Ort,
aber diese dunkle, etwas eingestaubte Ecke,
diese emotionale Dystopie in meinem Herzen gibt es noch.
Es ist so leicht, diese Tür wieder zu öffnen,
sie ist nicht vernagelt, sie ist nicht mal abgeschlossen; ich glaube,
es gibt auch gar keinen Schlüssel.
Aber ich kann lernen, sie zu ignorieren, stattdessen Fenster zu öffnen und kurz durchzuatmen,
wenn mir mein Leben zu stickig wird.
Ich bin ein bisschen traurig.

In Momenten wie diesen, wo ich mir sicher bin,
dass ich niemand bin, niemand sein kann,
wo ich über diese zwei Tage Berufsschule nachdenke,
die mir wie ein unüberwindbares Hinderniss erschienen im vornherein,
dann merke ich einmal mehr: Ich mag die Person nicht, die ich bin, wenn ich unter Leuten bin.
Das bin nicht ich.
Ich rede so viel, ich lache viel, Zeug, das ich gar nicht will.
Natürlich, es ist gut, dass ich mittlerweile so viel lockerer bin um Menschen rum,
vor allem auch um welche, die ich noch gar nicht kenne.
Aber dieses Locker-sein geht mir auf die Nerven.
Ich bin doch nicht so. Ich bin still und zurückgezogen und ich höre lieber zu als selber zu reden.
Was davon bin denn nun ich?
Was ich fühle, was ich tue, was dazwischen?
Ist es nicht eher eine Frage des "Wer will ich für andere sein"?
Ich weiss es nicht.
Aber es ist ein Riesenakt, von Morgens bis Abends um Leute zu sein,
ich will mich gerne zurückziehen, zumindest Mittags, kurz die Fenster öffnen und die Tür ignorieren,
etwas Musik hören, etwas lesen.
Aber ich will auch nicht der komische Separatist sein, der immer alleine ist, selbst wenn es aus freien Stücken geschieht.
Ich will teilhaben, will mit dabeisein, ich will.. ich weiss es nicht. 
Ich denke mir; die wollen doch sowieso nichts mit mir zu tun haben,
ich bin mir sicher, so sicher, dass ich mir sowieso nur einbilde, ein Teil dieser Gruppe zu sein.
Weil ich zu viel rede, weil ich merkwürdig bin, weil sie besseres zu tun haben mit ihrer Zeit.
Und dann will ich gehen und mich bewusst separieren und die Augen schliessen und diese Berufsschulzeit einfach vorrüberziehen lassen.
Aber; nein, eigentlich will ich das nicht.
Was will ich?
Ich glaube, dass ist ein Schlüsselpunkt des Ganzen.

Ich bin müde und mit den Klängen der gleichmütigen Melancholie von Maeckes Worten weine ich mich einmal mehr in den Schlaf.

Ganz schön melodramatisch.

Montag, 12. August 2019

The tale of the pale kingdom: Part IV: The battlefield

The queen
she is
at war,
she can't
take it
no more

She sends
her men
to fight
to win and to
shine bright

And she
does
not care
how much death
she'll share

For the world
is hers
anyway
the rule
is only
hers
to say

And what
she loathes
her soldiers
kill
be it for fun,
of for the
thrill

They'll win
with quiet,
glad subjection
their biggest
foe;
the queen's
reflection

Eggs & Bacon

Ich mache Deals mit mir selber; noch das erledigen, noch jenes tun, noch dieses erreichen.
Dann, dann wird es bestimmt leichter.
Ich weiss nicht, ob ich damit erfolgreich bin, ich denke nicht darüber nach.
Aber solange ich beschäftigt bin ist alles erträglich.

Die blöden Schulbücher für die Berufsschule sind immer noch nicht da.
Ich war der einzige der Lehrlinge von meinem Betrieb, der so verdammt edelmütig sein wollte,
und es doch mit dem Sportunterricht versuchen. Alle anderen haben sich eine Dispens besorgt.
Ich muss so verflixt früh aufstehen für diese verflixte Berufsschule.
Diese doofe Rechnung, die mit den Büchern kommen soll; soll sehr hoch sein; ich kann das nicht auf einmal zahlen

Panik.

Dabei; was kann denn schon passieren?
Wenn die Bücher nicht da sind: Man gehe am ersten Tag zum Sekretariat und sage dies. Was nicht da ist, ist halt nicht da, was will man machen.
Wenn der Sport kacke ist: Man mache, was man kann, und wenn man ab und an gepflegt kapituliert und bei etwas aussetzt ist das in Ordnung.
Früh aufstehen; gibt irgendwie schlimmere Dinge als das, nicht?
Rechnungen; in unserer Zeit ist Zahlen auf Raten nichts unmögliches mehr; anrufen, mit den Leuten reden. Das funktioniert.

Pragmatisch denken, Lösungen finden, die nicht emotional sondern logisch behaftet sind.
Dinge, die ich ganz einfach befolgen kann, ohne über richtig und falsch nachzudenken.

Kleine Schritte gehen; heute sind sie winzig.

Sonntag, 11. August 2019

Leave the horror here

Ich bin traurig.
Leben ist so ultimativ sinnlos.
Ich habe nichts, was ich erleben möchte. Keinen Ort, den ich sehen möchte, nichts beizutragen zur Gesellschaft.
Selbst wenn ich mich anstrenge und funktioniere, bleibe ich doch am Strassenrand stehen.
Ich habe keinen impact auf diese Welt, nichts, was mich rechtfertigen würde.
Alles ist so weit weg.
Morgen aufstehen und zur arbeit gehen,
einen weiteren Tag hinter mich bringen, der halt irgendwie vergeht.

Ich wünschte ich hätte der Welt was zu geben,
ich wünschte, ich hätte die Fähigkeit, Menschen zu bewegen.

Kleine Schritte gehen heisst heute stehen bleiben, um keinen Schritt zurück zu gehen.




Freitag, 9. August 2019

The long run

Ich hab viele Worte und Empfindungen in mir, die ich zur Zeit schwer ausformulieren kann.

Ich bin.. ein bisschen sturmgepeitscht, aber kein Stück Sturmmeer an der Küste, wo potentiell Schaden entstehen kann durch zu hohe Wellen, sondern irgendwo weit draussen, wo Wasser auf Wasser trifft und nicht mehr Schaden anrichtet als das es sich selbst verdrängt, erneuert und wiederfindet.

Meine Ausbildung ist gestartet und ich.. halt irgendwie mit.
Es wirkt ein bisschen unreal, es ist immer noch derselbe Arbeitsplatz, dieselbe Arbeit, dieselben Leute.
Irgendwie dachte ich, es ändert sich was. Aber.. hat es nicht. Noch nicht, zumindest.
Nächste Woche startet die Berufsschule und meine einzige Angst ist, dass es mir absolut keine Angst macht.
Ich dachte, vielleicht wird jetzt alles doof oder so, mit diesem Druck von dem alle reden, der mit der Ausbildung komme. Dieser Druck, dem ich ausgesetzt sein werde, dass man mir immer auf die Finger schaut bei der Arbeit und alles.
Vielleicht ist das aber auch nur eines dieser Leistungsbringermärchen. Vielleicht ist es hier ein bisschen anders.
Das Privileg des zweiten Arbeitsmarkt.
Alles in allem stehe ich diesem "neuen Kapitel" so indifferent gegenüber wie es nur geht.
Ich frage mich, ob es das ist, was die Leute "erwachsen sein" nennen.

Mir ist etwas bewusst geworden im Bezug auf meinen Vater und seine echt verdrehte Sicht auf alles Mögliche, insbesondere seine Wahrnehmung seiner Kinder.
Ich glaube das er, und auch seine Frau, einfach jederzeit von ihrer eigenen Realität ausgehen und es ihnen deswegen in Vielem gar nicht möglich ist, "weiter" zu denken.
Wenn sie beispielsweise hören, dass ich eine Persönlichkeitsstörung habe, aber gleichzeitig realisieren, dass es sich nicht so bemerkbar macht wie sie es erwarten, dann gehen sie davon aus, dass ich lüge.
Wohingegen ich, wenn ich höre, dass jemand... idk, eine shizophrene Störung hat, aber finde, dass man es nicht merkt, davon ausgehe, dass dieser Mensch einfach wahnsinnig gut gelernt hat, sich anzupassen.

Es ist also irgendwie gar nicht möglich, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen in einem Gespräch, weil wir, obwohl wir dieselben Worte nutzen und auf denselben Kontext eingehen, doch mit einer anderen Grundannahme reden.
Wie soll ich denn dem Tisch erklären, dass die Küche nicht die ganze Welt ist?
Er kann ja nicht hingehen und es sich ansehen. Er glaubt, dass, was er sieht, ist alles, was es gibt.
Wie kann er denn verstehen, dass es möglich ist, weiter zu denken?
Erst wenn das Haus niederbrennt oder einstürzt wird er erkennen, dass diese vier Wände seiner Welt in Wahrheit nichts als Scheuklappen waren, die ihm die eigentliche Aussicht versperrten.
Die Schönheit die in der Erschütterung liegt ist oft nicht direkt erkennbar.
Sie liegt darin, dass das Elend uns oft die Gelegenheit schenkt, uns selber, unsere Welt und alles um uns herum anders, neu, in einem grösseren Kontext zu sehen.

Irgendwer, ich glaube, es war meine Schwester, sagte mir mal, dass es ein Fluch und ein Segen zugleich ist,
über den Tellerrand hinauszusehen, und dass sie sich manchmal wünsche, es nicht getan zu haben.
Das ist wahr.
Nicht zuletzt, weil man als jemand, der mehr wahrgenommen hat, eben plötzlich auch versteht, wie wenige das ebenfalls so erleben.
Dass es mit manchen Menschen nicht möglich ist, auf Augenhöhe zu verkehren, weil man entweder nicht vom Selben spricht, oder aber sich auf die kleinere Variante dieser Welt einlassen muss, die der andere als sein Universum sieht, was es mitunter nicht mehr möglich macht, den eigenen Punkt überhaupt anzubringen.

Klingt das überheblich, wenn ich das so schreibe?
Es ist nicht überheblich gemeint.
Menschen sind eben verschieden, das ist weder gut noch schlecht.

Ausserdem, so wenig wie mein Tisch-Vater verstehen kann, was ich über die Trümmer meiner Wände hinaus sehe, so wenig kann ich nachvollziehen, wie diese intakte Küche von ihm ausschaut und wie er sich damit fühlt.
Nicht zuletzt weil er immer wieder damit konfrontiert ist, dass es da draussen mehr geben muss als nur die verputzten Wände mit Gardinen.
Ist er frustriert weil er es nicht sehen, nicht verstehen kann?
Ist er wütend, weil er glaubt, wir lügen ihn an?
Hält er uns für Träumer, die einfach nicht in der Realität leben wollen?

Fragen über Fragen, die ich ihm nicht stellen kann, weil meine Küche nicht mehr steht.

Vielleicht ist es auch eher so, dass wir beide in derselben Küche stehen, aber er ist ein Tisch und ich bin... eine komplizierte Topfpflanze.
Wir sehen genau das selbe, aber weil er ein Tisch und ich eine Pflanze bin, nehmen wir es anders wahr.
Dieselbe Seele in einer anderen Welt oder eine andere Seele in derselben Welt; spielts letzlich eine Rolle? Wir können uns nicht verstehen, das ist was bleibt, so unterm Strich.

Es gibt auch Dinge, deren Horizont mir völlig fremd bleibt.
Am ersten Einführungstag der Ausbildung hatten wir eine Gruppenarbeit mit den anderen Mitlernenden, wo wir Punkte sammeln sollten, die uns als Chef*in wichtig wäre, hätten wir Lernende.
Einige wollten unbedingt eine Kleiderordnung mitdrin haben.
Weil "Kerle sich doch nicht mehr konzentrieren können, wenn eine Dame mit einem Minirock zur Arbeit kommt."
Ich frage mich, ob diese Menschen einfach nur fürchterliche Vorurteile haben, in engstirnigen Schubladen denken, doof sind oder ob mich der Mangel an erlebter sexueller Anziehung einfach naiv macht.
Ich möchte nicht naiv sein, naive Menschen werden hintergangen.

Und doch.. traue ich es heterosexuellen Männern durchaus zu, mit Kolleginnen im Mini zusammenzuarbeiten ohne Leistungsabfall. Oder ist das bei sexuellen Menschen so?
Ist dieser Trieb, der mir fehlt, wirklich so eine starke Kraft im Leben?
Wie ist es denn mit heterosexuellen Frauen, können die sich konzentrieren wenn ein Kerl.. idk, n Tanktop oder so trägt?
Wie ist es mit homosexuellen Mitarbeitern?
Wie ist es, wenn man auch Frauen steht und sich trotzdem unter Frauen umzieht? Oder in derselben Situation als homosexueller Kerl?
Lässt sich sexuelle Anziehung ausstellen? Also; kann ein sexuell aktiver Mensch willentlich bestimmen, ob jetzt grade der Zeitpunkt ist, um jemanden "geil" zu finden oder nicht?
Das ist kompliziert.
Und weil jeder Mensch anders ist, gibt es wohl auch keine Einheitliche Antwort.

Trotzdem: Wie zum Teufel kann einen ein fucking Minirock ablenken? Oder eher die Haut, die dadurch sichtbar wird?
Wieso guckt man sich andere Menschen überhaupt so genau an diesen Stellen an?
Iieh.
Irgendwie stelle ich mir einen Sexualtrieb zu haben echt schrecklich vor.
Zumindest manchmal.

Dienstag, 6. August 2019

Leben auf Zeit

Leben wollen
aber
auf Zeit
leben
wollen
ohne
Ewigkeit

Noch
kann ich gehen
noch
erfreut
mich Baum
und Strauch
aber alsbald
dieser Funken
stirbt
tue ich
es
auch

Hör doch
mein Herz schlägt
noch ohne
Müh'
doch
kommt der Tag
an dem es lahmet
so geht es
nicht zu früh

Leben
wollen
dafür kämpfen
mit viel
Fleiss
leben wollen
aber nicht
um jeden
Preis.

Ich möchte leben
noch
eine Weile

Sonntag, 4. August 2019

The tale of the pale kingdom: Part III: The new castle

The queen
is
upset
her castle
has
changed
her throne
got
rearranged

She is
not
the fondest
of change
our queen,
she likes
her surroundings
known
and clean
she
likes it
familliar.

But still
she adapts
she tries
so hard
to grow
into her new
residence
her hands
shake
intense

But with the
first
coup d'etat
with her first
cried miles
her worries
go down
the drain
and
she
smiles.


Mittwoch, 17. Juli 2019

La casa vuoto

Mein Herz fährt Karussell, ich weiss nicht recht;
wohin mit
mir? Mit meinen Halbgaren Gefühlen.
Umzug, geht, irgendwie.
Es stehen immer noch (viel zu) viele Manga hier
rum
Eigentümlich.
faul?
Noch nicht ganz bereit, Abschied zu nehmen.
faul
Faul.
Nicht der Erwartung entsprechend.
Ich fliehe nach draussen oder in Minecraft,
der Server auf dem ich mir schon wieder so was
wie ein
Ich aufgebaut habe.
Wer ist denn dieses Mal
Indigo?
Wer bin ich heute?
Und wenn Schweri und Bryn dabei sind, dann
bin
ich ein bisschen mehr
ich
aber wer ist das denn
schlussendlich?
In diesen hohlen Hallen,
in diesen
hohen Hallen
hallt mein
Hohlsein, mein
Leerraum

Hallo Depression.

Montag, 15. Juli 2019

Kenka Bancho

Heute war der erste Tag meines ersehnten Urlaubs und ich hab ihn' hauptsächlich mit Umziehen (und schlafen) verbracht.
Es ist ein Vorteil, dass ich es alleine mache.
Es ist ein Nachteil, dass ich es alleine mache.
ABER ich war hart stolz auf mich, dass ich sogar das grosse Bücherregal alleine da hochgekriegt hab',
auch wenn ich den Muskelkater jetzt schon kommen spüre.
Vielleicht sind auch die Ziegelsteine schuld.
Oder die Geschirrkiste.
Ich bin ja halt auch einfach n sturkopf und muss UNBEDINGTTTT so viel wie möglich zusammen hochtragen.
Like, ich habe literally drei Wochen zeit, ich könnte theoretisch eine Kiste am Tag hochbringen und wär gut inner Zeit.. :'D
Aber neeeiinnn, zack bum alles auf einmal.
Manchmalllllll......

Am Abend war ich dann echt am Ende nervlich und generell,
deswegen habe ich beschlossen, spontan meinen monatlichen Friseurbesuch zu machen.
Und es war SO GUT.
Das Problem war, dass mein Iro, vor allem hinten, mittlerweile echt kacke lang war, weil ich irgendwie in die Birne gekriegt habe, dass ich mich mehr.. gesellschaftlich verankert "weiblich" geben muss, dann fühle ich mich mit meinem Geschlecht auch wohler.
Ich hab fast geheult als die Dame mit mir fertig war, und meine Haare wieder kurz und strubblig und TOLL waren.
Es ist so eine LAST von mir abgefallen, und ich frage mich; warum versuche ich so verzweifelt jemand zu sein, der ich offensichtlich nicht bin?
Und: Wo sollte ich eigentlich ansetzen; herausfinden, wer ich sein will, oder herausfinden, wer ich bin?
Was ist da denn der Unterschied, so in der praxis betrachtet?
Ja, auf jeden Fall: Meine Haare sind wieder wundervoll hergerichtet, ich fühle mich furchtbar viel wohler damit und Geschlechtsidentität ist immer noch fürchterlich blöd.

Morgen steh ich dann vor der tollen Aufgabe, meine ganzen Manga in die neue Wohnung hochzubringen.
Ah, meine neue Wohnung.. sie ist so toll!! Sie ist.. niedlich. (Ist das ein Adjektiv das für eine Wohnung benutzt werden kann?)
Es sind 1 1/2 Zimmer mit einer Kochnische und einem kleinen Bad.
Leider hab ich keine Badewanne mehr, aber ich merke, ich finds gar nicht so tragisch.
Die Räume sind hell und ich hab mich sofort wohlgefühlt.
Was für eine Erleichterung! Ich hatte so fürchterliche Panik, dass es nicht passt und ich dann drei Jahre in einer Wohnung rumgurken muss, in der ich mich nicht zuhause fühle.
Ausserdem ist mein neues Bett n fucking 1.40ger.. ich hatte noch nie son grosses Bett! Plötzlich haben alle meine Plüschies platz :D
Ich habe keine Abstellkammer, was auch grundsätzlich okay ist. 1. komm ich so nicht in die Versuchung Zeug einfach "wegzuschieben", und zweitens kann ich aus den Kisten, die ich nicht auspacken muss/kann, noch mal Bücherregale bauen. Das ist praktisch.

Dinge, um die ich mich unbedingt noch kümmern muss:
Fixleintücher für grösseres Bett kaufen
Im Wohnheim anfragen ob sie grössere Vorhänge haben, weil die, die ich bisher hatte, zu kurz sind (Die neue Wohnung ist höher geschnitten)
und falls sie keine haben, welche besorgen.

Ansonsten.. hab ich nun zum vierten Mal die Harry Potter Hörbücher durch und starte meinen fünften Anlauf.
Ich bin gespannt, wann ich sie satt haben werde. WENN ich sie jemals satt haben werde.. :'D

Oh, und ich hab jetzt Yogahosen in derselben Farbe wie meine Yogamatte, das ist eine komplett unnütze Info, aber ich freu mich drüber.. x)

Ich wünsche allen, die das lesen, einen wundervollen Tag <3
(Und allen anderen auch, aber ja, die lesens ja nicht, und so)

Freitag, 12. Juli 2019

wat

Ich habe beim Stöbern einen japanischen Dichter gefunden und ich sterrrbeeee was ist denn los mit diesem Mann :D
Entweder sind die Übersetzungen komplett.. abenteuerlich oder aber dieser Mensch hat sehr spannende Gedanken.
Like? Was zum fick?
:'D

Sein Name ist Gozo Yoshimasu
Gott, ist das gut :'D

Burning 

Die Seele ist ein Rad, das über Wolken rollt

Mein Wille ist
blind zu werden
Sonne und Apfel zu werden
und ihnen nicht zu ähneln
weibliche Brust zu werden, Sonne, Apfel, Papier, Feder, Tinte, Traum!
Am besten ein unheimlicher Rhythmus

Heute Abend fährst du
In einem Sportwagen
Eine Sternschnuppe fliegt dir entgegen
Kannst du sie auf dein Gesicht tätowieren? Du!


mad in the morning

Ich schreibe ein Gedicht
Ich schreibe die erste Zeile
Ein Schnitzmesser richtet sich morgentoll auf
Das ist mein Recht!

Die Morgenröte und die Brüste einer Frau sind nicht immer schön
Schönheit ist nicht immer das wichtigste
Alle Musik ist eine Lüge!
Ach, vor allem die Blütenblätter, laßt sie uns schließen und zur Erde stürzen!

Heute morgen, am 24. September 1966
Schrieb ich einen Brief an meinen besten Freund
Über Erbsünde
Über das perfekte Verbrechen und die Methoden der Wissenstilgung

Ah!
Was für ein Wassertropfen, der in meiner rosafarbenen Hand rollt!
Die Brüste spiegeln sich in einer Kaffeeschale!
Oh, ich kann nicht stürzen!
Ich bin über die Schwertklinge gerannt, aber die Welt ist nicht verschwunden!

grand cru

Leben wollen - das bedeutet auch, Verantwortung für dieses Leben zu übernehmen.
Zuhause bleiben, wenn ich mich krank fühle.
Das potentiell ätzende Putzmittel nur mit Handschuhen benutzen.
Nicht auf der Strasse sondern auf dem Gehsteig gehen.
Mich ausgewogen ernähren.
Eine Jacke anziehen, wenn es draussen kalt ist.
Meine Medikamente gewissenhaft nehmen.
Dieses Lied, das mich immer traurig macht, nicht extra anmachen.
Wegschalten, wenn ich merke, die Doku geht mir zu nahe.
Mir Pausen gönnen und im gleichen Masse in den Arsch treten, wenn ich etwas rausschiebe.

Verantwortung für mein Leben, mein Tun und mich selber übernehmen; das ist eine Herausforderung.
Aber es ist eine, der ich mich stellen muss und will, weil ich weiss, dass es ein grosser Teil dieses ganzen ominösen "vorangehen" ist.

Es ist eine Gratwanderung, zwischen mich selber anspornen und einfach mal gepflegt kapitulieren.
Das Gleichgewicht halten ist für mich schwer, nicht nur, weil ich mit diesem Zwischenbereich, dem, was das Schwarz und das Weiss zusammenhält, nicht vertraut bin, sondern auch, weil es Durchhaltevermögen und Selbstdisziplin, einen starken Willen verlangt.
Es ist doch so viel einfacher, zwischen Extremen zu pendeln, weil es das ist, was ich kenne.
Das Zwischendrin, das Ausgeglichene macht mir Angst.
Und doch starte ich jeden Tag mit dem Vorsatz, weiter zu üben, einen Schritt weiter zu wagen, bis ich irgendwann auf dem Schwebebalken stehe, dem Seil, der Slackline.
In der Mitte aller Dinge, ohne auf die eine oder andere Seite zu fallen, ein Künstler hoch oben, ein Seiltänzer im eigenen Leben.
Und, wenn ich mir etwas wünschen darf, so wünsche ich, dass ich bis dahin auch lernen darf, nicht nur zu balancieren, sondern ebenso, umsomehr, die Aussicht zu geniessen.
Gerne auf diesem Seil zu stehen.

Leben wollen bedeutet viel mehr als nur nicht zu sterben.

Sonntag, 7. Juli 2019

Rosmarin Chemotyp Verbenon

Kleine Schritte gehen - manchmal bedeutet das, verstehen zu müssen, dass man mitten auf dem Weg ist.
Die letzten Tage schwirrte mir etwas im Kopf herum. Dass, wäre mein Leben ein Film, dieser jetzt zu Ende wäre.
Es ist so diese Semi-Stage, der Held hat einiges geschafft, aber es ist noch Luft nach oben, und der Zuschauer weiss, dass nach dem Ende des Filmes noch Entwicklung stattfinden würde, wäre es nicht nur ein Film mit Schauspielern.
Eben kein "Alles war gut", sondern eher so; das Hauptthema des Films ist abgeschlossen, deswegen is auch der Film zu Ende, aber die Geschichte ist noch nicht vorbei.
Ich hab keine Ahnung, ob diese Überlegung ausserhalb meines Kopfes Sinn ergibt.
Aber ich merke wieder, dass dieses ganze "Leben ist ein Film" Dingens nicht funktioniert.
Weil Leben nicht linear verlaufen, sie haben keinen roten dramaturgischen Fade, es gibt kein "Hauptthema".

Meine Wände sind leer. Weil in einer Woche der Umzug ansteht, habe ich angefangen alles zusammenzupacken, und die Poster waren etwas vom Ersten, was dran glauben musste.
Ich habe absichtlich die Wandbekleisterungen so "früh" runtergeholt, weil ich ausprobieren wollte, ob ich nicht auch mit weniger zutapezierter Wohnung leben könnte.
Und, nein. Irgendwie fühlt es sich so viel weniger wie ein Zuhause an. Irgendwie erscheint mir dieser Ort jetzt etwas Seelenlos.
So ist es viel einfacher, abschied zu nehmen. Jetzt wo ich hier sitze, merke ich; diese Wohnung ist schon nicht mehr meine.
Und so endgültig wie ich gemerkt habe, hat mein Herz Abschied genommen von Martin, so endgültig merke ich, ist meine Seele hier ausgezogen.
Ich bin bereit für was Neues.

Ich stelle fest, das meine Gefühle irgendwie.. weicher geworden sind.
Es ist immer noch ein Chaos, aber es ist.. geordneter.
Dieses Wochenende hatte ich immer wieder ganz krasse Episoden von Trauer.
Aber es war irgendwie anders. Vorher war Trauer wie ein Tsunami, der mich am Strand überrascht,
seine Wellen schlagen über allem Zusammen und ich bin erstarrt in diesem Moment der bodenlosen, unendlichen, scheinbar niemals endenden Trauer ohne Grund und ohne Namen.
Und wenn sich das Wasser wieder zurückzieht, dann ist alles zerstört und es ist kalt und es ist leer.
Jetzt ist es.. sanfter.
Ich liege im warmen Sand und ich weiss, die Wellen kommen und sie verschlingen mich, sie umfassen mich und meine Welt und für die Dauer ihres Daseins ist alles unter Wasser, ist alles gedämpft und leise.
Aber ich fürchte mich weniger, denn ich weiss, sie gehen wieder weg. Ich kenne sie, diese Wellen, und wenn sie wieder gegangen sind, dann ist es plötzlich merkwürdig, dann fühle ich mich merkwürdig.
Aber die Häuser stehen noch und mein Herz schlägt noch und ich hole Atem und die Abendluft ist frisch und erfüllt von Salz und Rosmarin.
Ich bin dann immer noch ein bisschen leer, aber ich bin nicht mehr gebannt von dieser plötzlichen Leere.
Ich fasse mit meinen Händen in den Sand und ich merke, dass mir das Meer Muscheln gebracht hat.
Es ist ein bisschen leer, aber es ist eine schönere Leere als bisher.
Das Meer, die Trauer, dieses Gefühl ist nicht mehr mein Feind.
Nicht unbedingt mein Freund, eher ein.. Bekannter.
Jemand, der ein bisschen Sehnsucht, ein paar Tränen, aber auch viele Muscheln und Treibholz hinterlässt, das ein wundervolles blaues Feuer erzeugt, das mich wärmt und sich in meinen Augen widerspiegelt.
Ich bin noch da. Ich fühle, aber ich bin noch da.
Die Trauer ist nicht ich, ich bin nur traurig.

Ich weiss nicht, ob es verständlich ist, was ich damit meine.
Aber ich glaube, das ist ein wahnsinniger Fortschritt.
Und irgendwann, hoffe ich, werde ich das Meer verstehen, es lesen können und die Wellen abfangen, ohne es hinter kalten und hochaufragenden Mauern wegzusperren, ohne mich dem Land zuzuwenden und so zu tun, als höre meine Welt mit dem Beginn des Strandes auf.
Irgendwann werde ich so gut sein im Fühlen und im Gefühle handhaben, dass ich ein bisschen Mensch sein kann.
Ich glaube dran.

Donnerstag, 4. Juli 2019

The tale of the pale kingdom: Part II "The Queen"

Her beauty's
not
for everyone's
eyes
snotty nose-
a tear that
dies

The only
one
who can see
her real
face
is
mirror-me

Hands
and knuckels
with
shabby traces
of her passion's
many
faces

The phantom
of her
pretty
lie
her milky
tears, her
soundful
cry

The Queen
she is
and she's
it
with
pride
crowned with
a hidden
sigh

And when
she's done;
see hate
unfurl
she closes
the door
and is just
a
girl

Freitag, 28. Juni 2019

CLAiM your happiness

Lieber Martin

Wäre ich der ordentliche und gewissenhafte Mensch, der ich manchmal gerne wäre, könnte ich dir an dieser Stelle genau sagen, wie viele Jahre es nun schon her ist, seit du nicht mehr Teil meines Lebens bist.
Ich glaube es sind sieben, vielleicht auch sechs oder acht. Es ist eigentlich auch egal, weil ich schon lange weiss, dass Gefühle, die Guten wie die Schlechten, sich nicht an Jahreszahlen, an Ablaufdaten oder so halten. Gefühle verjähren nicht wie ein Rechtsanspruch, sie sind nicht plötzlich nicht mehr haltbar oder dergleichen.
Insofern ist es komplett egal.

Es gibt an dieser Stelle so vieles, das ich schreiben will, das ich.. erklären und nochmals aufleben lassen will, aber ich habe diesen Brief, diese Zeilen bereits heute in meinem Kopf geschrieben und nun ist mein mentaler Tintenfüller leer.
Ich habe Abschied genommen von dir.
Von unserer Zeit, von dieser unbändigen, brennenden, wunderschönen Liebe, die ich für dich empfunden habe.
Natürlich habe ich nicht einfach entschieden, dass es jetzt zeit ist, viel eher ist mir aufgefallen, dass ich schon seit einer Weile am Abschied nehmen bin.
Von der Schuld.
Von dir.

Ich habe dich geliebt.
Ich habe dich so unglaublich geliebt wie nichts auf dieser Welt, du warst das Schönste und Schrecklichste für mich. Ich hatte Angst vor diesen riesigen Gefühlen, weil ich nicht wusste wohin damit, weil ich damals noch so viel mehr der Intensität meiner krankheitsbedingten Emotionsregulierungsprobleme ausgesetzt war.
Das ist keine Entschuldigung, aber irgendwie will ich es doch noch mal zur Sprache bringen.
Ich war so dermassen überfordert, dass ich dich weggestossen habe.
Du, der du doch heller geschienen hast als alles andere auf der Welt,
du, der du mein Universum warst.
Du, den ich so sehr geliebt habe dass ich, nachdem du aus meinem Leben verschwunden warst, monatelang, fast jahrelang nicht mal deinen Namen laut aussprechen konnte, ohne in Tränen auszubrechen.

Ich hab' dir so viel Kummer gemacht, mit meinem Hin und Her der Dinge, mit meiner unsteten Art und meiner schlichten Blindheit was meine Gefühle angeht.
Es tut mir leid, dass du so gelitten hast wegen mir.
Es tut mir leid, dass ich dich verletzt habe.

Erinnerst du dich an den Tag an dem wir die Burg besucht haben? Ich hab' nicht die geringste Ahnung, wie sie hiess, wo sie war oder.. irgendwas, aber ich seh die Bilder, die wir da gemacht haben, noch deutlich vor mir.
Weisst du, an deiner Seite habe ich mich schön gefühlt.
Ein bisschen so, als wäre es okay, am Leben zu sein.
An diesem Tag hat die Sonne hell geleuchtet, aber nichts war für mich heller als du,
deine Hand, die Züge deines Gesichtes, die Art wie du die Mundwinkel verzogen hast beim Lächeln.
Es war warm, aber nichts war wärmer als du, als dein Blick, als die Tatsache, dass du neben mir standest.
Oder der Shoppingtrip wo du die grüne Jeans gekauft hast, in der du einfach so verboten gut ausgesehen hast. Du hast dir sogar die Haare gefärbt und deine Augen, die Augen an denen ich mich niemals satt sehen konnte, haben gestrahlt.

Jetzt, wenn ich das schreibe, wenn ich drüber nachdenke, wird mir klar: Ich habe dich wirklich unglaublich geliebt. So, wie ich nicht wieder geliebt habe.
Aber weisst du, das ist okay.
Es ist nicht so, als hätte ich "gar nicht mehr" geliebt, nur eben anders.
Ich habe Alpha geliebt, auf eine ambivalente Weise.
Ich habe Vin geliebt, auf eine verzweifelte Weise.
Ich habe Weena geliebt, auf eine sanfte Weise.
Ich habe Timo und Lucy geliebt, auf eine schüchterne Weise.
Und ich liebe sie alle heute noch, auf eine konstante Weise.
Und die Liebe zu dir war die intensive, feurige Weise.

Ich bin kein Mensch, der sich so leicht "entliebt".
Selbst Vin, der mir ein paar Latten mehr vom Zaun genommen hat, ist auf irgendeine Weise noch in meinem Herzen.
Auch Mark, bei dem ich nicht mal sagen kann, was genau ich für ihn empfunden oder nicht empfunden habe.
Und auch du wirst da bleiben.
Und endlich ist das okay.

Ich nehme nicht Abschied von dir, ich nehme Abschied von dem, was wir.. waren. Ich nehme Abschied von der Schuld, die ich so lange getragen habe, ich nehme Abschied von der verzweifelten, bodenlosen Trauer, die so lang untrennbar mit der Erinnerung an dich verwoben war.
Ich kann dir deine Gefühle nicht zurückgeben, ich kann dir den Schaden, den ich damals angerichtet habe, nicht wieder richten. Ich kann keine Tränen ungeschehen machen, aber ich denke, das braucht es vielleicht auch nicht.

Ich wünsche dir von Herzen, dass du die Wunden, die ich geschlagen habe, heilen kannst. Ob selber oder mit der Hilfe von jemand anderem - ich wünsche dir einfach, dass sie heilen.
Das sie bestenfalls bereits geheilt sind.
Ich wünsche dir alles Gute.

Ich werde dich nicht vergessen.
Danke, dass du meine erste Liebe warst.

Machs gut,
Jin



Donnerstag, 27. Juni 2019

Ringelblumentee

Kleine Schritte gehen, kleine Brötchen backen.

Letzeres war das Motto einer Kunstinstallation einer freischaffenden Künstlerin, meine liebe Simone A., die ich vor Jahren bei einem Klinikaufenthalt kennengelernt habe.
Sie hat - wortwörtlich - kleine Brötchen gebacken für ihre Erfolge, für die kleinen Schritte, um sich selber daran zu erinnern, dass Rückwärts das neue Vorwärts ist, und morgen eben auch noch ein Tag.
Runterschalten, sich selber zeit geben.
Sie hat dazu sogar ein Buch geschrieben und einen Blog geführt -> pure108.tumblr.com/
Ist mir grade wieder eingefallen.

Ich muss im Moment viel an diese "kleinen Brötchen" denken, der Abend in ihrem Atelier wo sie überall verstreut rumlagen, und sie zu mir sagt "Schau mal, so viele kleine Schritte, viel mehr als wenn ich sie in Grossen gegangen wär"
Was bedeutet es denn für mich, kleine Schritte zu gehen?
Vor etwa einem Monat bin ich 25 geworden, ein Alter, über das ich nie nachgedacht habe.
Ich war immer fest überzeugt, dass ich sowieso vorher sterben werde.
Und jetzt, wo es so weit ist - bin ich ein bisschen verloren.
Was macht man denn mit einem Leben, das man nun eben doch will?
Klar, es ist ein Erfolg, etwas Schönes wirklich sagen zu können "Ich will dieses Leben haben."
Aber.. was tut man denn mit so einem Leben?

Auch meine Betreuerin meinte, kleine Schritte klinge doch gut; einfach mal da Anfangen, wo mich die ersten Bedürfnisse hinführen.
Gut, dann... möchte ich irgendwann eine Wohnung haben, halt nicht eine, die übers Wohnheim läuft, so wie die aktuelle, sondern ne eigene. (Gemietet, mein ich)
Am Liebsten mit 1 1/2 oder 2 Zimmer, mit einer Badewanne und moderner Einrichtung.
In einer Siedlung oder einem Wohnviertel, wo Familien leben, wo Haustiere erlaubt sind.
Das sollte machbar sein, oder?
Mein erster Schritt wird sowieso erst Mal die Ausbildung abzuschliessen. Aber danach.. ist es möglich, eine kleine Wohnung zu finden, oder?
Ist das ein kleiner Schritt? Oder bin ich wieder weit weg von der Realität und in irgendwelchen egoistischen Vorstellungen gefangen?

Kleine Schritte.. ich will Welcome to the monkey house fertiglesen.
Ich will am Samstag einen Ventilator kaufen gehen, lieber Umluftofenwohnung als Ober & Unterhitze. (Marcel hat einen Venti mit Katzenohren. Ich bin ein bisschen neidisch!)

Ich möchte.. einfach ein kleines Leben führen.
Eine Arbeit haben, ein bisschen Geld, eine Wohnung mieten, Abends was Lesen oder Hörbuch hören, im Winter heisse Schokolade mit Sahne trinken, im Sommer Wassermelone essen. Meine Freunde treffen, mich mit ihnen unterhalten und hören, wie es ihnen so geht.
Ich möchte.. leben.
Klein, unscheinbar, ohne grosse Villa, ohne Auto, ohne Eigenheim.
Nur.. ein bisschen leben.
Das wäre schön.