Nicht per se, aber je mehr Zeit vergeht umso näher rückt mein Ausbildungsende.
Es ist lächerlich sich darüber schon gedanken zu machen, schliesslich bin ich noch nicht mal mit einem von 3 Jahren fertig, aber ich muss trotzdem immerzu daran denken.
Ich fürchte mich vor dem Abschluss weil ich mich davor fürchte, keine Arbeit zu finden.
Ich weiss, dass ich in diesem Betrieb nur für die Dauer der Ausbildung sein kann und es macht auch wenig Sinn, jetzt schon nach freien Stellen zu schauen. Der Arbeitsmarkt verändert sich in drei Jahren schliesslich auch.
Ausserdem habe ich keine Ahnung, wie ich mich auf eine Stelle bewerben soll mit einem Abschluss, den ich ja gar noch nicht habe und entsprechend nicht wissen kann, ob und wenn ja wie gut ich abschliesse.
Das Problem besteht dann zwar vor Ausbildungsende auch, weil ich sehr Zeitnah nach Abschluss hier weg muss, aber wenigstens lässt sich dann aufgrund von drei Jahren Erfahrungsnoten eine ungefähre Vorhersage treffen.
Auch wenn selbst das kein Garant ist.
Ich fürchte mich vor der Arbeitsuche und davor, nichts zu finden, weil ich eigentlich weiss, dass ich so, wie ich zur Zeit aussehe, sehr schlechte Karten habe.
Ich fürchte mich davor, dass mir im Endeffekt nichts anderes übrig bleibt, als zur Norm zu werden.
Ich fürchte mich davor, zur Norm zu werden und zu vergessen, wer ich bin. Wieder zurück zu einem Leben ohne Identität, ohne Spuren und Eindruck hinterlassen zu können, weil ich selber nicht weiss, wer und ob ich bin.
Ich fürchte mich davor, mich selber zu verlieren und doch ahne ich, es bleibt mir kaum was anderes übrig.
Ich habe einen Iro, keinen, den ich aufstelle, aber doch deutlich erkennbar, und ich LIEBE diese Frisur. Ich fühle mich so unglaublich wohl damit, so wohl wie zuvor kaum mit einer Frisur. Ich will nicht zurück.
Mir ist auch bewusst das niemand übergewichtige Leute einstellen will, wie sieht das denn auch aus, welches Firmenimage will sich das schon antun?
Und wenn ich das denke dann kriege ich Panik und erwische mich dabei, wie ich alte Verhaltens- und Denkmuster hervorhole und mich einigeln und nichts mehr essen will, ich erwische mich dabei wie ich meine alten Masken abstaube, bereit mich dahinter zu verbergen und zu tun, als wäre nichts während ich nichts mehr sehen und fühlen kann weil der Hass und die Abscheu auf und vor Essen so übermanns gross ist. Ich will dahin nicht zurück.
Aber was bleibt mir übrig?
Entweder ich bleibe ich und werde arbeitslos,
oder ich gehe zurück, so viele riesige Schritte zurück und passe mich an,
Es reicht nicht, ich reiche nicht.
Niemals, nicht als Niemand und nicht als Ich.
Ich reiche nicht.
Die Augen schliessen, kurz schreien.
Augen auf und weitergehn.
Wie viel Kapitulation steckt im Erwachsensein?
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