Ich fühle mich zur Zeit so unendlich müde, müde vom kämpfen, müde vom wachsen, müde vom reflektieren und analysieren.
Ich bin müde vom Versuch, mir ein Leben aufzubauen.
Die wöchentlichen Termine mit meiner Betreuerin, die Termine mit dem Psychiater, das ewige, nie endende Weiterkommen sollenwollentun; ich habe für einen Moment vergessen, dass es im Endeffekt keine Rolle spielt, ob dieser Tunnel einen Ausgang hat, solange ich nur weiterlaufe.
Denn wenn ich weitergehe dann finde ich es vielleicht raus, dann roste ich nicht ein und begegne vielleicht dem einen oder anderen Gänseblümchen das sich durch den stummen Beton dieses immerschwarzen Tunnels einen Weg bahnt, und dann lächle ich vielleicht für eine Sekunde und denke mir - dafür hat es sich doch gelohnt, weiterzugehen.
Aber ich bin müde.
Müde vom Immergrau, vom Niemalshell, vom lauten Schlag meines verdammten, treuen Herzens,
dass mich auch nach all den fürchterlichen Zeiten nicht im Stich lässt.
Wie weit noch, wie weit denn noch; die Frage, die ich mir niemals stellen darf.
Egal wie weit.
Einfach weiter.
Punkt.
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