Und ich sehe die erleuchteten Fenster und wünsche mir, dass die Menschen, die in diesem Licht sind, in diesem Moment, glücklich sind.
Ich wünsche ihnen, dass sie grade etwas leckeres gekocht oder sich bestellt haben. Dass sie einen tollen Film schauen, gemütlich ein Buch lesen, einen geilen Tee trinken.
Ich wünsche ihnen, dass sie grade ein schönes Telefonat führen, sich für ein Date oder eine Party fertigmachen.
Dass sie sich in frisch gewaschene Bettwäsche kuscheln mit einem Kuscheltier und einer Wolldecke, dass sie gerade ein gutes Game zocken, Geschenke ein oder auspacken.
Ich wünsche mir, dass ich ein kleines bisschen von dem Glück und dem Frieden, den ich manchmal empfinde, abgeben kann an alle, die unter diesem Licht gerade über hohen Rechnungen brüten, die schlechte Nachrichten erhalten, die Mail mit der Kündigung lesen, die Pläne verschieben mussten auf die sie sich gefreut haben.
Ich möchte mein Manchmal-Glück mit denen teilen die gerade jemanden vermissen, die verzweifelt ein wichtiges Dokument suchen, die sich schon grausen vor dem nächsten Arbeitstag.
Ich möchte der Welt etwas zurückgeben, den Menschen, dem Leben.
Aber eigentlich lieber aus der Ferne.
Ohne, dass ich selber involviert bin, ohne dass jemand weiss, dass es von mir kommt.
Ich mag mich nicht, wenn ich unter Menschen bin.
Ich bin dafür nicht gemacht, dass fällt mir immer wieder auf wenn ich in der Berufsschule bin.
Diese Menschen sind so lieb und es macht mir soviel Spass dass mir mein Herz zerspringen will,
aber ich.. bin so fehl am Platz, dort, in ihrer Mitte.
Ich rede zu viel, zu viel Blödsinn, ich drehe Konversationen zu sehr so um, dass es plötzlich nur um mich geht.
Ich kann schlecht auf andere eingehen und das ist blöd.
Es fällt mir schwer, die Grenze zu stecken zwischen notwendiger Information und überflüssigem Scheiss, und das macht mich fertig. Wiedereinmal finde ich keine Mitte, nur stumm oder ein Wasserfall aus Worten, nur mittendrin oder unsichtbar; wie nur bastel ich mir einen Schieberegler für mich selber, wie und wohin lasse ich diesen Überschuss an Freude an der Situation abfliessen, damit sie nicht in Worten enden?
Es belastet mich.
Das ich meine Verschenkaktionen online machen kann kommt mir unheimlich entgegen, da ist es einfacher alles zu kontrollieren.
Ich kann mit den Gewinner*innen in Kontakt treten und sie können sich bedanken, aber da ich niemanden kenne und es das Internet ist, ist es nicht mehr als das.
Vielleicht fürchte ich mich auch nur vor sozialer Verpflichtung, vielleicht laufe ich ein bisschen weg vor der Verantwortung die eine Freundschaft mit sich bringt.
Vielleicht, vermutlich.
Aber grade kann ich nichts dagegen tun.
Meine Schritte sind schwer und ich halte mich mit Mühe auf Kurs, Ausbildung schaffen, ein ordentlicher Mensch werden, in jeglicher Hinsicht.
Am Mittwoch hatte ich Probezeitgespräch; ich habe bestanden, mit Bestnoten.
Ich wurde gelobt weil ich gut in der Schule bin und gut im Betrieb mitarbeite, mir wurden gute Prognosen gegeben.
Ich darf sogar zur Lehrlingsversammlung die pro Betrieb jeweils nur die Besten besuchen dürfen.
Ich versuche mich zu freuen, ein bisschen tue ich es, ein bisschen viel im Moment selber, aber viel schwerer wiegt die Aussicht auf die kommenden Monate, zu schwer nur einen Moment später.
Einigeln, weglaufen.
Mir ist grade nach weglaufen zu mute.
Kleine Schritte: Einmal mehr sind da keine.
Stehen bleiben als Alternative zum Rückwärtsgehen.
Die Zukunft macht mir verdammt angst.
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