Oh raging spirit
shaking me
tearing me
asunder
with bared teeth
lightning sharp
deafening growling
thunder
Devil heart, your
clattering hooves
breaking peaceful
silence
you demon soul
all spoken spells
succumb to your
vileness
Ah, poor creature
eating me
you're but
another victim
of my schemes
for I, myself
am the beast
within.
It was me all along.
Dienstag, 28. Dezember 2021
Of devils and demons
Dienstag, 7. Dezember 2021
Apfelbaum
Mein Kopf ist laut.
Ich glaube, ich hatte ein wirklich schönes Wochenende mit ganz wundervollen Menschen. Wir wollten eigentlich nur Kekse backen, aber irgendwie is draus ein Wochenendtrip geworden. Schweri, Nico, Bryn und ich, mit einem Tisch voll Gesellschaftsspielen, einer Switch und dem Keksrezept von Nicos Oma.
Ich liebe diese Menschen, aber mein Kopf ist so laut.
Er schreit mich an, dass ich hier nicht hingehöre. Und ich sehe mehr und mehr der Zeichen die er mir aufzeigt.
Die Zeichen, dass sie mich gar nicht hierhaben wollen. Es wär doch viel schöner ohne mich. Es tut mir leid.
Chaos, wut, Frust über mich und die Situation. Das ich nicht geniessen kann, nicht darin aufgehen. Das Schlechte sehen, immerzu, IMMERZU. Überall.
Sie wollen nicht mit mir in ein Zweierteam beim Kartenspielen. Schweri muss sich Opfern sich eines der Zweierzimmer mit mir zu teilen. Sie wollen nicht alleine mit mir warten während die anderen beiden Einkaufen gehen. Wenn ich unter der Dusche bin haben sie den meisten Spass. Ich darf hier nicht sein.
Bin nur Anhängsel, nur Schattengestalt. Dimme die Sonne die auf ihre Gesichter scheint, dimme die Stimmung. Ich darf hier nicht sein. Es tut mir leid, dass ich so egoistisch bin und mich selber eingeladen habe. Es tut mir leid. Es tut mir leid, dass ich nicht wenigstens so tun kann, als wäre alles in Ordnung. Es tut mir leid, dass ich euch den Spass verderbe. Es tut mir leid, dass ich da bin.
Ich kann nicht mehr.
Ich liebe euch so sehr. Danke, dass ihr euch mit mir abgebt. Es tut mir leid dass ich nicht cooler sein kann, besser, hübscher, lustiger, brauchbarer.
Es tut mir leid.
Danke.
Mein Kopf ist laut.
Bin ich es? Ich bin es. Die sich selbst manipuliert. Durch meine Adern fliesst Blei, schwer und träge, betoniert meine Energie ein, kettet mich an meine Verzweiflung, weit weg von dem Licht, das ihr verstrahlt. Blei das mich vergiftet, langsam, ganz langsam, schleppend. Ich will doch, ich will, ich kann nicht.
Es tut mir leid. Ich bin nur eine Gliederpuppe. Hoffentlich täuscht mein Lachen. Hoffentlich täuscht mein Scherzen. Hoffentlich täusche ich euch. Hoffentlich merkt ihr nichts davon, dass ich so modrig bin, faul innen, grässlich.
Dass ich mir die Haut vom Leibe ziehen will, mich in Flammen setzen, schreien. SCHREIEN.
Es tut mir leid.
Es ist alles so falsch.
Ich bin falsch.
Chaos.
Ich bin früher gegangen. Hoffentlich habe ich euch damit Zeit geschenkt, den Trip noch zu geniessen.
Hoffentlich habt ihr nichts gemerkt.
Es tut mir leid.
Abstand.
Könnte ich nur von mir selber Abstand nehmen.
Donnerstag, 11. November 2021
11.11
Lieber Paddy
In letzter Zeit erwische ich mich immer wieder bei dem Gedanken, mir die alten Let's plays von dir anzusehen. Diese Videos, die ich damals so unendlich gerne mochte. Weil ich dich so mochte. Die Zeit, die du mir geschenkt hast.
Wie lange ist das mittlerweile her? 8 Jahre? Noch mehr?
8 Jahre seit ich das letzte Mal deine Stimme gehört habe, das letzte Mal ein Wort von dir gelesen habe, direkt an mich gerichtet. 8 Jahre. Bald wirst du 30, noch ein oder zwei Jahre. Ich habe vergessen in welchem Jahr du geboren wurdest - ein so kleines Detail was damals nie wichtig war, dass dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen und irgendwo in meinen Hirnwindungen zerbröselt noch exisitert, aber zu klein, zu fein gemahlen um erfasst werden zu können. Ich frage mich, was habe ich sonst noch alles vergessen? Deine Augenfarbe, deinen Beruf. Den Namen deiner Eltern und warum du dich manchmal katzenoma nanntest. Ich weiss diese Dinge nicht mehr und vermutlich noch viel, viel mehr, was mir gar nicht bewusst ist, weil es so weit verstreut liegt dass ich nicht mal mehr ansatzweise erfassen kann /was/ da liegt.
Aber es gibt auch vieles, was ich noch weiss. Du hattest echt wilde Locken, braun, schon fast gekraust. Dein Bruder heisst Oliver und dein Vater arbeitet in einem Chemielabor. Du bist in Bützow aufgewachsen und später nach Rostock gezogen. Du hast dein Motorrad geliebt, du hast Musik geliebt, du hast gerne gezockt und dich mit Freunden unterhalten. Du warst ein furchtbar schlechter Lügner und weil du das selber auch wusstest, hast du immer angefangen zu schweigen wenn du eine Antwort nicht geben wolltest.
Du hast geschwiegen als du mal richtig richtig wütend auf deinen Bruder warst und ich dich gefragt habe, was denn passiert ist. Du hast geschwiegen als ich dich gefragt habe ob du betrunken bist, an dem Abend als du ultra spät nach Hause kamst und super schlecht gelaunt warst. Du hast geschwiegen als die Frage im Raum stand ob es dich stört, dass ich mich mit Mark treffe.
Du hast geschwiegen als ich dich gefragt habe, ob es dir zu viel ist wenn ich dir erzähle, dass ich grade ein bisschen sterben will.
Du hast geschwiegen, lange geschwiegen als ich dich nach deinem ersten Verschwinden fragte, warum du gegangen bist.
Heute Morgen lag dichter Nebel über dem See und obwohl ich wusste dass er da war, ich die Wellen hörte, das Wasser roch, konnte ich ihn nicht sehen. Dabei musste ich an dein Schweigen denken. Die Antwort, von der ich wusste, dass sie da war, die ich wahrgenommen, gerochen, gefühlt habe, aber nicht ausmachen konnte, weil ich furchtbar schlecht in sozialen Dingen und obendrein ein furchtbarer Teenager war.
Antworten, die wichtig gewesen wären. Wichtig für mich, wichtig für dich. Wichtig für die Zeit, die wir zusammen verbrachten, die anfangs wie Samt und Daunen nichts war ausser wundervoll, mit der Zeit immer kratziger, immer rauer, immer abgegriffener wurde. Weil wir, inmitten von all den Fragen und Aussagen vergessen haben zu antworten. Ehrlich zu sein. Zu einander und uns selbst.
Aber weisst du, ich erinnere mich auch immer mehr an all die wunderbaren Dinge, die mir dank dir widerfahren sind. Du warst oft unglaublich wütend auf mich, für mich. Du hast geweint für mich und mich gebeten freundlicher zu mir selbst zu sein. Du hast geweint und mich damit zum weinen gebracht - weil du, du unaussprechlich freundlicher Mensch, für mich, um mich, wegen mir weinst. Das war mehr als ich erfassen konnte, damals.
Du hast so viel gelacht und mich damit angesteckt, du hast mir deine Musik gezeigt und du hast mit mir gesungen, du hast mir von dir erzählt, von deinen Problemen, deinen Freuden, du hast mir vertrauen entgegengebracht.
Du warst da. Und für mich warst du ein Wunder, in allem, was du tatest, sagtest, vermitteltest steckte für mich eine Sternschnuppe, ein Regenbogen und ein Topf voll mit Gold. Und das sind Momente, Erinnerungen die mir keiner mehr nehmen kann. Nur ich selber kann sie wegpacken, im Nebel verschwinden lassen und mich von der Kälte und Nässe und dieser unglaublichen Einsamkeit inmitten der Tatsache, dass du nicht mehr in meinem Leben bist, vereinnahmen lassen.
Vergessen, dass du doch so viel mehr warst als der Kerl der einfach gegangen ist weil ich nichts wert bin.
Ich versuche darüber hinwegzusehen, zu ignorieren dass das alles meine Schuld ist. Dass du nicht gegangen wärst wenn ich nur ein Stückchen besserer Mensch gewesen wäre. Dass ich vielleicht heute dich und deine Stimme und deine Augen in meinem Leben hätte anstelle von Videos, ein Jahrzehnt alt, anstelle von Erinnerungen, unsterblich, aber vergangen.
Ich versuche nicht daran zu denken und mich stattdessen an all die Dinge zu erinnern die so wundervoll waren. Du. Das Licht, dass du in mein Leben gebracht hast, Kleinigkeiten, Blödeleien wie die E-Axt oder die Namensgebung deines Motorrades, Grossigkeiten wie dieser knapp 20 Minuten lange Track den du zu meinem Geburtstag eingesungen hattest und den ich mir wieder und wieder und wieder angehört habe, dann, wenn mein Leben am Dunkelsten war.
An die Wärme, die Liebe die du mir entgegengebracht hast.
An dich, mein ganz persönliches Wunder.
Danke, dass du trotz allem da warst. Danke, dass du ein Stückchen Weg mit mir gegangen bist.
Es tut mir leid, dass ich nicht gereicht habe. Dass ich kein besserer Weggefährte sein konnte.
Happy Birthday, Paddy.
Ich erinnere mich an dich.
Alles Liebe,
Jin(nie)
Montag, 1. November 2021
None of our business
Sexualität ist so verwirrend.
Geschlechter sind so verwirrend.
Identität ist verwirrend.
Ich habe kein Problem mit meiner Sexualität, weder darüber zu reden noch damit, dass ich nun mal so bin, nicht ganz so, wie das, was dieses "Normal" wäre. Ich habe auch kein Problem damit, dass es manche Stimmen gibt, die mir nicht glauben dass ich keinen Sexualtrieb habe, die versuchen mich davon zu überzeugen, dass ich nur ein Spätzünder oder halt sehr wählerisch bin.
Die können mich relativ gepflegt mal am Arsch lecken, nur bitte nicht an meinem. Gibt genug Ärsche da draussen die geleckt werden wollen, sucht euch einen aus.
Ich habe kein Problem damit, dass ich asexuell bin und manchmal denke ich mir, dass ich vielleicht sogar ein bisschen ein besseres Los gezogen habe wie all die Menschen, bei denen Sex eine so grosse Rolle spielt. Ich denke mir manchmal ich bin etwas freier, etwas unvoreingenommener. Möglicherweise liegt das aber nur daran, dass ich in einer unglaublich heteronormativen, rollenfixierten Welt aufwachse, so, wie wir alle.
Auch mein Umfeld ist offen und von den Menschen, die mir etwas bedeuten, habe ich nichts als Akzeptanz dahingehend erfahren. Mein Vater ist nicht der grösste Befürworter von Homosexualität, dafür ist er zu christlich, aber er ist kein Fundamentalist und als solcher durchaus in der Lage, Menschen mit anderen Sexualitäten zu respektieren. Zumindest gegen aussen. Ich habe keine Ahnung was er tun würde, wenn eins seiner Kinder actually mal mit einem gleichgeschlechtlichen Partner ankäme - aber er ist eben kein offen homophober Mensch und das macht, wenn es um das mindset geht was ich aus meiner Kindheit mitgenommen habe, enorm viel aus.
Ich bin auch schon seit Jahren geoutet, zumindest soweit man eben geoutet sein kann als asexueller Mensch. Diejenigen, die mir wichtig sind, wissen, dass ich es bin. Auch mein Vater, der das einfach so hingenommen hat. Ob er mir wirklich geglaubt hat sei mal dahingestellt - das kann ich eh nicht überprüfen, und es ist mir auch einfach egal.
Es ist mir egal, ob andere finden ich will nur was kompensieren, oder dass ich nur behaupte Asexuell zu sein weil ich hässlich bin und niemanden abkriege, dass ich prüde bin oder aufgrund meiner traumatischen Erlebnisse Angst vor Sex habe - es ist mir egal. Denkt was ihr wollt. Das ändert nichts daran, dass ich bin wie ich bin.
Ich habe kein Problem mit meiner Sexualität - aber diese bringt Probleme mit sich. Ich weiss manchmal, oft, fast immer, nicht, wer ich bin. Was ich bin. Geschlechtertechnisch.
Ich weiss schon länger, dass das ein Thema ist für mich, aber es ist immer mal mehr, mal weniger diffus. Mit dem Privileg eines weiblichen Körpers gab es für mich nie Grenzen was meine Kleidung angeht, Farben, Make-Up oder Accessoires. Ich konnte tun und lassen was ich wollte, in dieser Hinsicht, und so kam es nie zu einem "ich hätte gerne dieses aber die Gesellschaft sagt nein".
Auch was Spielzeug anging waren meine Eltern keine, die uns unbedingt bestimmte Verhaltensmuster und Vorlieben mitgeben wollten. Wir hatten eigentlich alles, egal ob Puppe oder Auto, Playmobil-Ponyhof oder -Piratenschiff. Auch da gab es kein "Eigentlich möchte ich lieber das, aber die Gesellschaft sagt nein".
Abgesehen von meinen Schwestern hatte ich fast ausschliesslich männliche Freunde, das aber nicht, weil ich mir diese bewusst ausgesucht habe, sondern weil sie halt da waren und man sich gut verstand. Das Nachbarskind, dass nur zwei Tage jünger ist, der Junge den ich in der Kirche immer sehe - war halt so. Ich habe aber nicht eine weibliche Freundin vermisst oder gemerkt, dass ich irgendwie anders war als meine männlichen Freunde - es war mir, und ist mir bis heute, einfach egal. Wenn ich jemandem nahe genug bin, dass ich seine nackten Genitalien sehe, dann ist mir die Person eh zu nah, völlig schnurz ob weiblich, männlich oder divers.
Ich habe auch nie verstanden warum es so schwierig ist jemanden, der einen Penis hat, trotzdem als Frau zu sehen, wenn die Person das möchte, oder halt eben umgekehrt. In meiner Parallelklasse in der Fachmittelschule war ein Transmädchen, ich glaube, das war auch meine erste persönliche Berührung mit dem Thema überhaupt. Ja, klar, man sieht dass sie körperlich halt männlich ist, aber das hat doch absolut nichts damit zu tun, was sie ist. Der Unterschied zwischen den Begriffen "sex" und "gender" war mir damals noch nicht bekannt, aber ich glaube, ich habe unbewusst bereits verstanden, dass das eben nicht dasselbe ist.
Einige Jungs - interessanterweise vor allem Jungs - fanden das zum Lachen und haben böse Dinge über sie gesagt. Wäre ich nicht feige gewesen so hätte ich vielleicht was dagegen gesagt. Aber auch wenn ich das nicht getan habe, verstanden habe ich es nie. Ich kann doch gar nicht wissen, was jemand ist, bis die Person es mir nicht erzählt. Ich kann das doch nicht an körperlichen Merkmalen allein festmachen.
Und, wie gesagt, wenn wir uns nahe genug sind, dass ich eindeutig sehen kann, wie du untenrum gebaut bist, dann bist du mir eh eindeutig zu nah und auch eindeutig zu nackt.
Ich glaube es ist ein Geschenk, in einem Umfeld aufzuwachsen, dass einem keine Grenzen setzt. Und ich bin dankbar dafür, dass es so gewesen ist. Dass ich deswegen heute nur noch weniger verstehe, wer ich eigentlich bin, dafür kann keiner was - ausser mir selbst.
Als Teenager dachte ich mir manchmal, dass es doch irgendwie einfächer wäre, einen männlichen Körper zu haben aber eine Frau zu sein, weil es einfacher ist, ein Statement zu machen. Weil es einfacher ist zu merken, dass das, was die Gesellschaft von mir denkt, nicht das ist, was ich bin. Dabei ist es vermutlich alles, nur nicht einfacher.
Natürlich, es ist ein Statement wenn ich mich dann halt schminke, Kleider anziehe und mir die Haare wachsen lassen, auch wenn das alleine schon ein Armutszeugnis ist. Warum ist das denn überhaupt ein Statement? Warum ist es so, dass wir so unglaublich starre Vorstellungen haben? Manchmal möchte ich weinen weil wir alle so unfrei sind. Aber Menschen mit männlichen Körpern eben ein bisschen unfreier als jene mit weiblichen.
Aber es wäre möglich, ein Statement zu machen. Wenn ich mit kurzen Haaren und baggy Klamotten rumlaufe, in der Männerabteilung einkaufe dann juckt das niemanden. Literally niemanden.
Und ob ich einen Binder trage oder nicht eigentlich auch nicht, es gibt ja schliesslich von A bis Doppel G alles. (Und darüber hinaus, mind you)
Wie kann ich also wissen, wer ich bin, wenn eh alles geht? Muss ich dann überhaupt wissen, wer ich bin?
Ja, nein. Schon. Glaub ich.
Stört es mich, als Frau angeredet zu werden? Oft ja.
Ich mag es nicht, wenn man mich als Frau betitelt. Ich kann nicht sagen, warum, aber es fühlt sich nicht richtig an. Online bin ich auf bestimmten Seiten seit Jahren ein Mann - und das fühlt sich ein bisschen mehr an, als wäre ich angekommen. Aber liegt das nur daran, dass ich damit einen ausgleich schaffe zum permanenten "Frau-Sein" im realen Leben? Ich weiss es nicht.
Ich will keinen Penis. Ich mach mir aber auch nichts aus meiner Vagina. Sie ist relativ zweckdienlich, ich kann damit zur Toilette gehen was schon ganz praktisch ist, ich bin auch relativ dankbar dass ich damit keine random Boner in der Öffentlichkeit kriege (jaha, unbewusst erregt zu sein ist nicht dasselbe wie sich wünschen Sex zu haben) und generell aufpassen muss dass ich mir das Ding nicht zu sehr anhaue. (Sind die wirklich so sensibel?)
Da ich meine untere Hälfte nicht für irgendwelche Nacki-Action benutze ist es mir echt einerlei was ich da hab. Es ist für mich keine Qual, eine Vagina zu haben, auch nicht, meine Tage zu kriegen. (Also, schon, aber nicht um der Tage Wille)
Aber liegt das nur daran, dass ich keinen Sexualtrieb habe? Würde ich mir einen Penis wünschen, wenn ich nicht asexuell wäre?
Meine Brüste gehen mir auf die Nerven, sie sind im Weg und ich brauch BHs dafür und sie sind empfindlich und würde man mir anbieten, sie mir abzunehmen, würde ich sofort ja sagen. Ich häng nicht an den Dingern. Aber auch hier: Ich leide nicht extrem darunter, welche zu haben. Ist dass denn wirklich das Ausschlaggebende wenn es darum geht, ob man ein Mann oder eine Frau ist, so rein gender-mässig?
Eigentlich ist es doch scheissegal. Ich bin eben ich. Nennt mich wie ihr wollt aber steckt mich bitte nicht in irgendwelche Stereotypenschubladen. Erwartet nicht dieses und jenes von mir, nur weil ich unten nen Schlitz und oben zwei Bommel hab. Nehmt mich als Mensch.
Aber reicht das?
Schon, auf ne Art. Ich kann toll finden was immer ich will, ich kann anziehen was immer ich will, die Frisur haben die ich will, riechen wonach ich will und eben auch einfach keinen Sex haben wenn ich nicht will - es ist so einfach. Es wär so einfach.
Wenn nur dieses klitzekleine aber beständig nagende Gefühl nicht wäre, dass etwas nicht stimmt. Mit mir. Der Art, wie ich angesprochen werde. Wie ich bin.
Liegt es an meiner Persönlichkeitsstörung?
Daran, dass ich Sex dumm finde?
Woran liegt es?
Wie finde ich das raus?
Ich lese den neuen Band von Boys run the riot und frage mich: Wie sieht der riot in mir drinnen aus? Wer bin ich?
Ich weiss es einfach nicht.
Ich will nicht darüber mit Freunden reden ehe ich nicht eine Antwort darauf habe, will nicht hin und her schwingen oder eher: will nicht, dass sie sehen, wie sehr ich schwinge
Ich will keine Umstände bereiten, nicht erscheinen als würde ich es nur der Aufmerksamkeit wegen machen. Und doch will ich diesem Teil von mir einen Raum geben. Wenigstens in mir selber.
Das ist alles so unfassbar verwirrend.
Samstag, 30. Oktober 2021
La Perla
Ich habe heute zwei ganz wundervolle Menschen kennengelernt. Also, eigentlich eher getroffen. Kennen tue ich sie schon eine Weile, schon eine längere Weile.
Bryn und Nico.
Es ist lange her seit ich Menschen die ich online kennengelernt habe, zum ersten Mal auch in RL treffe. Früher ging das in der Regel schneller - und es war auch anders. Das, was Online passierte und das, was im RL stattfand waren zwei getrennte Dinge und es war ein bisschen merkwürdig, wenn sich diese zwei Welten gemischt haben.
Vielleicht ist es ein Zeichen des Älterwerdens oder aber es liegt dran, dass ich die beiden wirklich gut und lange kenne, aber irgendwie war es heute anders. Es war kein Unterschied zu dem, was wir online treiben. Es hat sich nicht nach einem "ersten Treffen" angefühlt oder so, nach einem Kennenlernen. Es war einfach nur ein toller Nachmittag, den wir miteinander verbrachten. So, wie sonst auch, nur eben nicht räumlich getrennt.
Möglicherweise spielt auch mitrein, dass ich die beiden oft per Videochat sehe und spreche, dass sich unser Kontakt nicht nur auf ein Spiel oder eine bestimmte Website beschränkt wie das bei meinen früheren Onlinefreunden oft der Fall war. Ich kann es nicht wirklich sagen, aber ich glaube, dass muss ich auch nicht.
Es war sehr schön und einmal mehr stelle ich fest, wie unfassbar gesegnet ich mit den Menschen in meinem Umfeld bin. So viele unfassbar liebe, liebenswerte, grossartige Wesen die ich meine Freunde nennen darf. Mit denen ich reden, rumblödeln kann, durch die Stadt bummeln oder meine Leidenschaft für Bücher und Kuscheltiere teilen kann.
Ich bin so reich beschenkt mit all jenen, die mich, seit Jahren, so nehmen wie ich bin und mich an ihrem Leben teilhaben lassen.
Die alle so wundervoll sind.
Meine Fotowand ist nun um zwei Fotos reicher <3
Mittwoch, 6. Oktober 2021
Pflaumenblütenwispern
Manchmal, wenn ich, so wie jetzt, kaum schreibe dann ärgere ich mich über mich selber. Ich schreibe doch gerne und es hat mir auch immer gut getan. Ich denke mir, ich bin faul geworden, hab die Fähigkeit verloren auszudrücken was in mir vorgeht.
Erdenke mir 1000 negative Gründe für die Stille in meinen Fingern.
Als ich ein Teenager war, und auch danach, als junger Erwachsener, habe ich teilweise pausenlos geschrieben. Mein Tagebuch war mein Spiegel, mein engster Vertrauter, mein bester Freund. Weil ich mich den Menschen um mich herum nicht anvertrauen konnte, nicht wollte, nicht in der Lage dazu war weil so viel verwirrende Dinge in mir passierten und ich Beziehungen zu anderen nur schlecht auf die Reihe gekriegt hab. Deswegen habe ich mich an mein Tagebuch gewandt, dieses Stück Code in einem Forum in dem ich niemand war und genau deswegen sein konnte - anonym aber irgendwann in dieser Anonymität ein Bewohner, jemand, den man kennt, den Nickname, das Profilbild - nichts was drüber hinausgeht.
Ich war Indigoblau und als solche war ich unantastbar. Weil mich keiner kannte, weil keiner etwas von mir erwartete, weil mir niemand aufmerksamkeit schenkte. Nicht MIR, dem, was ich schreibe, meinen Worten, dem Geschehen in mir und um mich, aber nicht mir, diesem Wesen das ich nicht kannte und nicht kennen wollte, ich, dieser halbe Haufen Menschenfleisch ohne Zukunft, ohne Charakter.
Mein Tagebuch, dem Menschen gefolgt sind ohne auch nur den Hauch einer Ahnung zu haben wer ich wirklich bin. Menschen, die das Chaos in mir drinn gesehen haben, das Gefühlsstaccato zu Papier gebracht von einer Maske ohne Ausdruck, denn das ist nicht wichtig - wichtig ist der Ausdruck der Worte, die Betonung, der Farbton zwischen Buchstaben, Buchstaben, Buchstaben.
Manchmal finde ich es schade, dass dieses Tagebuch nicht mehr existiert, auch wenn mir heute vermutlich vieles peinlich wäre was da drinn steht. Teilweise, weil ich furchtbar impulsiv, Gefühlsgeleitet war, unfair und verletztend über Menschen geurteilt habe, Menschen die ich eigentlich so unfassbar geliebt habe. Manchmal bin ich wütend auch mein jüngeres Ich weil es so abfällig, so böse über die Menschen spricht die mir so teuer und lieb sind. Ich möchte mich mit mir selber hinsetzen und mir ein paar sehr gut überlegte Takte sagen.
Aber dieses Tagebuch ist auch eine Chronik meiner Erkrankung, meines Weges mit mir selber. Als ich angefangen habe damit war ich noch nicht in Therapie. Ich wusste noch nicht mal was mit mir nicht stimmt. Ich wusste so vieles nicht und der Weg zum Wissen, Entdeckungen, Erkenntnisse sind da allessamt festgehalten gewesen. Meine Geschichte, mein Weg mit anderen Menschen, mit mir selber, mit meinem Ich, dass ich heute sein darf. Veränderung die ich hoffe hat stattgefunden seit da. Manchmal fällt es mir schwer zu beurteilen ob und wie sehr ich gewachsen bin. Muss aus meinem emotionalen Ich raus und in den Alleswisser oder den neutralen Beobachter wechseln um die Stimmen und verwirrenden Empfindungen abzustellen, den Blick auf das Wesentliche zu richten: Ja doch, ich glaube, es ist schon einiges passiert. Positives. Dinge, die ich heute kann, die ich heute weiss, die ich heute tue die gut sind. Ich glaube, ich bin schon gewachsen seit damals.
Und ein Zeichen dafür ist eben auch das Schreiben - dieser Blog ist nicht mehr mein bester Freund, nicht mehr der erste und einzige Ort wo ich mich selber höre. Weil ich jetzt mit Menschen reden kann. Weil ich jetzt erzählen kann, ausdrücken wie es mir geht. Auch mal sagen wenn alles scheisse ist. Ich kann mich mitteilen und Beziehungen führen. Holprig, unausgefeilt, zerbrechlich - aber willentlich, stetig. Ich kann die Hand ausstrecken. Ich kann reden.
Ich habe Menschen, mit denen ich reden kann.
Ich muss mich nicht mehr auf meinen Blog/mein Tagebuch und meine geschriebenen Worte verlassen um nicht durchzudrehen. Das Schreiben ist eine Ergänzung, ein Zusatz zur echten, direkten Kommunikation.
Ich habe Menschen, mit denen ich reden darf. Und ich kann über mich reden.
Und das ist unfassbar schön.
Sonntag, 19. September 2021
Moondust
Glaubst du, wir können einen Unterschied machen?
Glaubst du, wir können etwas bewegen?
Angesicht zu Angesicht mit der Welt und unserer unglaublich insignifikanten Existenz.
Wir, ich, das kleine Wesen das im Laufe der Gezeiten nur für einen Hauch eines Momentes überhaupt da ist.
Was braucht es, dass ich bleiben darf?
In
Erinnerung, in der Erinnerung der Welt. Nicht nur der Menschen, denn
auch sie sind wie ich nur für den Augenblick eines Augenaufschlages
hier, ihre Erinnerung ist löchrig und endlich. Die Welt um mich herum
aber erinnert sich für immer.
Was braucht es, um nicht vergessen zu werden?
Was braucht es, um Sinn zu finden? Zu sehen? Zu erfassen?
Alles
was ich sehe ist durch meine Wahrnehmung verändert, verdreht,
verflüchtigt. Alles, was ich wahrnehme ist vielleicht gar nicht wirklich
so, wie ich das glaube. Nichts davon. Nie.
Um zu erkennen, wo ich
wann wie bin muss ich so unglaublich nah heranzoomen das ich manchmal
gar nicht mehr weiss, warum überhaupt. Wenn doch alles so unendlich kurz
ist, meine Zeit hier, die Zeit der Me- |
Mein Kopf
stockt. Ich weiss nicht, wohin ich mit diesen Gedanken will. Nicht weit.
Denn sie sind zu schwer um weit getragen zu werden.
Ich fessle mich selber.
Und doch kann ich nicht anders, jetzt, in diesem Moment.
Nur für eine Sekunde.
Fullstop.
Samstag, 4. September 2021
Barfuss
Ich habe heute Jay getroffen. Mein Jeremy. Dieser wunderbare Mensch der all diese Jahre an meiner Seite geblieben ist, durch Höhen und Tiefen.
Und ihn zu sehen und zu reden hat mich einmal mehr vor Augen gehalten: Ich lebe. Ich habe überlebt, alles, was ich dachte, werde ich nie durchstehen. Ich lebe, ich rede, ich stehe heute hier und erinnere mich mit ihm, an all den Kram.
Mit Jay war ich das erste Mal richtig schlimm betrunken. Das erste und einzige Mal. Jay war der erste Onlinefreund, denn ich ohne Begleitung besucht habe. Durch Jay hab ich mit dem zocken angefangen (zumindest so halb, als "Zocker" würde ich mich bis heute nicht bezeichnen) und durch ihn hatte ich auch meine abenteuerlichste musikalische Phase überhaupt.
Er hatte viele Probleme mit Drogen, vor allem Alkohol, und ich war so oft hilflos weil ich nicht wusste, was tun. Ich hatte Probleme mit dem Essen, und er war so oft hilflos, weil er nicht wusste, wie er mir helfen kann.
Wir waren beide hilflos, uns selber und uns gegenseitig gegenüber, und doch haben wir trotzdem allem eines getan: Weitergemacht. Irgendwie.
Durch Jay habe ich Hoffnung gefunden wo keine mehr war. Wir haben uns in einem Selbstmordforum kennengelernt, vor etwas über 11 Jahren. Wir wollten beide sterben. Doch was ein Ende hätte werden sollen wurde zu einem Anfang. Der Anfang des Weges, den wir zusammen beschritten haben und noch immer beschreiten. Wir leben. Beide.
Wir haben beide keinen Ausweg gesehen, unser "daheim" war kein Zuhause, wir haben mit uns und der Welt gehadert, all diese Gefühle, die die Welt uns hinwarf nicht verstehen und einordnen können, standen 24/7 und Hochspannung ohne zu wissen, was mit uns passiert. Selbstverletzung, Selbstmordversuche - unsere Biografien waren in vielem ähnlich. Und vor allem waren wir uns darin einig, dass wir keine Zukunft haben. Wir werden nie 20, das waren wir uns sicher. Wir beide wurden 20. Wir wurden 25. Und langsam, ganz langsam können wir glauben, dass wir vielleicht auch irgendwann 30 werden.
Wir können heute den See entlang laufen und uns erinnern und ein bisschen lachen, weil wir dachten, dass es noch so unendlich lange geht bis wir 18 werden, dass wir nie eine Ausbildung werden machen können, dass wir niemals ein Leben werden führen können.
Das wir heute ein Leben führen. Das wir leben.
Und ich bin so unendlich froh, dass es so gekommen ist.
Lieber Jay
Danke, dass du diese abertausend Schritte an meiner Seite gegangen bist.
Danke, dass du mir so viel Mut und Zuversicht gibst.
Danke, dass es dich gibt.
Danke.
Donnerstag, 2. September 2021
Achtsamkeit
Die Welt ist
schwer
zu tragen
er
tragen
Es ist still.
Weit weg
sein
nicht seufzen
verlaufen
in mir.
Leise jetzt
denn Lärm
ist Realität
die sich bewegt
Realisieren
ich
existiere
immer noch.
Montag, 30. August 2021
Schein
Die Leute auf Arbeit sind so unfassbar nett. Ich kann das gar nicht in Worte fassen.
Wie können sie jemanden wie mich einfach so annehmen, sich zeit nehmen für mich und Lösungen finden.
Ich.. weiss nicht, wie mit all der Freundlichkeit umgehen die mir entgegenschlägt. Mit all dem Verständnis für mich und meine Erkrankung. Verständnis für all die Dinge, die ich mir selber nicht verzeihen kann.
Wenn ich nicht aufpasse, dann fang ich noch an ihnen zu glauben.
Das es Lösungen gibt. Das es selbst für jemanden wie mich einen Platz auf dieser Welt gibt.
Trotz all meiner Fehler, trotzdem das ich nicht 100% arbeiten kann, ab und an fehle weil ich unter Starkstrom stehe,
manchmal Dinge 50 Mal fragen muss und sie dann doch wieder vergesse,
überemotional und "zu viel" bin. Trotzdem.. trotzdem? Trotz all dem?
Einen Platz für mich.
Eine Zukunft.
Es ist so ein unfassbares Privileg das erleben zu dürfen.
Samstag, 28. August 2021
Faun II
Mein Therapeut wollte von mir wissen, was ich später gerne machen würde wenn ich frei von Allem wählen könnte.
Wenn ich mal träumen dürfte.
Eine schwierige Frage. Ich habe Mühe damit, mit dem Träumen. Hauptsächlich, weil ich Mühe habe mich selber realistisch einzuschätzen. Aus heutiger Sicht ist mir absolut klar, dass es vollkommen unrealistisch war, Lehrer werden zu wollen. Alles an und in mir ist so ziemlich das Gegenteil von dem was man sein und haben sollte für diesen Beruf. Trotzdem bin ich an die PH gegangen und habe es versucht, und ich habe es /wirklich/ versucht, nicht nur "einfach mal so". Aber manchmal reicht kein Fleiss der Welt aus um Träume zu erreichen. Das habe ich gelernt.
Ich habe mich überschätzt und mir Fähigkeiten zugesprochen die ich nie hatte. Ich war naiv.
Und oft genug bin ich es auch heute noch. Ich bemühe mich aber, mir das immer öfter bewusst zu machen und selber zu merken wenn meine Vorstellung wieder wenig mit der Realität zu tun hat.
Und dann kommt dieser Mann und will, dass ich einfach mal träume.
Ah.. wie weit? Wie sehr? Wie hoch? Wie lang?
In welcher Form soll ich träumen? In welcher Farbe?
Wie soll mein Traum schmecken, wie soll er sich anfühlen? Welche Grenzen sind ihm gesteckt, sind mir gesteckt?
Ich bin doch nur schon froh, wenn ich meine Ausbildung abschliessen kann, wenn ich es bis dahin schaffe. Wenn ich danach dann auch noch eine Stelle finde, ob auf dem ersten oder zweiten Arbeitsmarkt, eine Wohnung, Geld verdiene damit ich selbstständig leben kann.
Wenn doch nur all das irgendwie möglich ist, dann habe ich alles erreicht was ich möchte.
Ist das ein Traum? Ist das "einfach mal träumen"?
Darf ich.. mehr?
Unrealistisches Zeug.
Eine Mangabibliothek, oder ein Café. Ausgerechnet ich, die ich weder genau arbeiten kann noch irgendwelche Führungsqualitäten besitze.
Keine Erfahrung in dem Bereich - nur Manga, die hab ich.
Bibliotheken sind die letzten öffentlichen Orte wo von niemandem verlangt wird Geld auszugeben oder sich zu Sozialisieren. Es ist egal ob man sich stundenlang alleine in einem Buch vergraben will, ob man es lieber ausleiht und zuhause liest oder sich mit anderen darüber austauscht.
Es wäre ein Leichtes mehrere Räume einzurichten, einen stillen Raum für Menschen die Ruhe brauchen oder schnell Reizüberflutet sind. Eine Café-Ecke wo man alleine oder zu mehrt etwas trinken kann. Thematisch passende Getränke, mit einer Schablone Figuren und Zeichen auf den Kaffee zaubern.
Eine riesige Datenbank an Empfehlungen: "Wenn du XY mochtest gefällt dir vielleicht auch Werk Z."
Menschen, die man fragen kann wenn man nach etwas bestimmten sucht.
Immer jede Woche eine neue Empfehlung des Hauses, eine Art Spotlight für ein bestimmtes Werk. Dazu eine Tafel auf der Gäste ihre Meinung zu dem entsprechenden Manga hinterlassen können.
Und überall: Manga. Egal wo man ist, umgeben sein von diesen kleinen Büchlein die mich so sehr beruhigen und das vielleicht auch bei anderen vermögen - überall, alle Genre, verschiedene Sprachen, mit Doujinshi-Ecke und einer Artbook-Abteilung.
Irgendwie ist das Träumen doch etwas grösser geraten.
Ich weiss, dass es nicht realisitisch ist. Ich besitze kein Startkapital, keine Unternehmensfähigkeiten, kein Organisationstalent.
Ich weiss, dass es nicht realistisch ist, und doch.. kann ich nicht anders als davon zu träumen.
Unverschämt. Direkt. In grossem Stil.
Eine Mangabibliothek.. wär schön.
Montag, 23. August 2021
Mittwoch, 18. August 2021
Blue Phase
Ich liebe mein Buch der Wunder. Meine Erinnerungsenzyklopädie, mein Brockhaus meines Lebens.
Jede Seite ist ein Puzzleteil die im Ganzen mich ergibt, so viele Kleine und Grosse Gefühle die darin stecken. Manches bringt mich zum lächeln, manches zum weinen, manches macht mich melancholisch und manches ein bisschen stolz.
Dieses Buch, diese Bücher sind mein Ich, zusammengefasst auf immer mehr Seiten.
Manchmal schlage ich zufällig eine Seite auf und erinnere mich. An den Moment, den Ort, die Person, den Tag.
Ein Eintrag, der mich jederzeit zum Lächeln bringt sind die zwei Dreads in einem kleinen Zip-Beutelchen.
Die Dreads, die mir Fiore eingehäkelt (??) hat.
Ich erinnere mich an den Abend, halbdunkel im Aufenthaltsraum der Station Pünt Nord in Littenheid. Die einzige Lampe ist die, die auf meinen Hinterkopf scheint. Es ist kalt draussen. Zwei Mitpatienten stehen auf dem Balkon und rauchen, durch die halboffene Tür dringt die Kälte in den Raum. Das macht aber nichts, wir haben Decken und Kissen die Warmhalten.
Im Fernsehen läuft eine Doku über russische Nationalisten, irgendwas sehr Verwirrendes mit für meinen Geschmack zu viel Gewalt.
Fiore sitzt hinter mir auf der Lehne des Sofas, ich spühre seine Schienbeine an meinem Rücken. Seine Hände fahren mir durchs Haar und werkeln mit dem kleinen Häckchen, manchmal zieht es ein bisschen, aber das ist okay. Neben uns sind noch zwei weitere Mitpatient*innen, ab und an kommentiert jemand das gesehene.
Es ist friedlich. Ruhig. Entspannt. Ein bisschen Wehmut liegt in der Luft - morgen ist Austritt. Nach eine langen, langen Zeit hier zurück in das Leben da draussen, anwenden was man hier gelernt hat. Mitnehmen was geht, emotional und zwischenmenschlich - und eben auch frisurentechnisch.
Diese Dreads werden ein Andenken sein. Nicht nur an diesen Ort hier sondern auch an den Menschen der sie mir gemacht hat, an Fiore. Wir werden nach dem Austritt nicht weiter Kontakt haben. Das wissen wir beide. Das ist aber nichts Schlimmes - es ist eben so. Ein bisschen traurig, man verstand sich ja gut, aber in Ordnung so. Manche Menschen sind nicht dazu bestimmt zu bleiben. Ich nicht in seinem und er nicht in meinem Leben. Ich weiss nicht recht, wie ich das beschreiben soll - eine merkwürdige Art von Freundschaft. Ist das Freundschaft? Ich weiss es nicht. Es spielt aber auch keine Rolle.
4 Jahre ist das jetzt her. Seither habe ich nichts mehr von Fiore gehört.
Aber jedes Mal, wenn ich die Dreads in dem Beutelchen in meinem Buch der Wunder sehe, muss ich lächeln.
Lieber Fiore
Das hier ist kein Brief. Denn es gibt nichts unausgesprochenes zwischen uns. Danke, dass du ein kleines Wegstück mit mir gegangen bist. Danke für die Zeit.
Ich erinnere mich gerne an dich.
Ich erinnere mich an dich.
Alles Gute,
Jin
Dienstag, 17. August 2021
Zusatzseite
Randnotiz: Oben gibts jetzt den zweiten Inhaltsreiter "Anime Caleidoscope"
Da poste ich parallel zu meiner Facebookseite alles, was ich dort so veröffentliche, hauptsächlich damit nichts verlorengeht. (Facebook macht aktuell furchtbar komische Dinge und die gehen mir auf den Wecker, deswegen bin ich lieber safe than sorry)
Sind auf englisch und mein Englisch ist mitunter ein Abenteuer, sorry im voraus haha
Also Startseite -> Hauptblog, alles wie gehabt
Anime Caleidoscope -> Post-Archiv der Facebookseite
9 inches
Ich liebe diese Clowns. Danke, dass ihr Zeit mit mir verbringt. <3
(l.o: Bryn, l.u: Schweri, r.u: Nico)
Montag, 16. August 2021
Through the glass
Lieber Martin
Heute Nacht habe ich von dir geträumt.
Es kommt sehr selten vor, das ich aktiv von Menschen träume die ich kenne,
in 99% aller Fälle sind es gesichtslose Massenprodukte ohne Namen die ich mehr gefühlsmässig wahrnehme als wirklich optisch oder auf einer Ebene die es mir erlauben würde gezielt einen (mir im wachen Zustand bekannten) Namen damit zu assoziieren.
Aber heute war das anders. Das warst ganz eindeutig du - oder eher, dieser du von vor so vielen Jahren.
Der du, wie du in meiner Erinnerung lebending geblieben bist. Und da war dieses alte Gefühl zu Hause zu sein, egal wo und wann, solange nur du da bist.
Und doch war es anders. Denn wir sind weitergezogen.
Irgendwie, irgendwann ist es zustande gekommen, das wir uns getroffen haben, getroffen und geredet und irgendwie beide unseren Frieden geschlossen. Ich habe mich bei dir entschuldigt und dir gesagt, wie leid mir das alles tut. Was damals war, wie ich mich dir gegenüber verhalten habe. Und ich merke - ja, das würde ich dir gerne sagen.
Kein "Wär doch nur alles anders gekommen", kein "ich häng noch immer so sehr daran, dass ich an nichts anderes denken kann", einfach nur eine Entschuldigung. Eine Entschuldigung die nichts ändert, nichts ungeschehen macht, keinen Einfluss auf unsere aktuellen Lebenswege hat - die nur ein bisschen Ballast nimmt, von meinen und vielleicht auch von deinen Schultern.
Ist es egoistisch von mir, dass ich dir das gerne sagen möchte? Weil es mir helfen würde ohne zu wissen, ob es auch dir hilft? Ich weiss es nicht, aber es spielt auch keine Rolle - denn ich kann es dir so oder so nicht sagen. Der Wunsch bleibt, und deswegen tue ich es hier: Lieber Martin. Es tut mir leid. Ich habe mich furchtbar benommen. Es tut mir leid, dass ich dir das angetan habe. Du bist ein Teil meines vergangenen Lebens den ich niemals missen möchte, eine Erinnerung, die trotz all dem Schmerz so viel wunderschöne Gefühle in mir weckt. Du bist Vergangenheit, aber als solche unsterblich.
Es tut mir leid.
Ich erinnere mich an dich.
Alles Liebe,
Jin
Samstag, 14. August 2021
Shino's
Seit Montag bin ich also nun in der neuen Abteilung und es ist alles so furchtbar.
Das ist grundsätzlich mal nichts Neues, alles was irgendwie anders is als vorher ist für mich ne Weile lang furchtbar, das ist ein Muster, das ich schon so oft an mir selber erlebt habe, dass es mich schon beinah langweilt.
Dennoch gibt es einige Dinge, die extra furchtbar sind.
Einerseits verstehe ich den Arbeitsrythmus und das Vergeben der neuen Arbeiten so 0.
Ich brauche ANWEISUNGEN. Erklärt mir doch mal, wo ich was finde und wo ich mich bedinene kann, wenn ich nichts zu tun hab. An wen wende ich mich damit? Gibts sowas wie ein "Für zwischendurch"? Was tu ich denn, wenn ich leerlauf habe?
Grundsätzlich sind das Dinge, die ich im Gespräch klären könnte. Leider bin ich ein bisschen dumm und hab mich direkt am ersten Tag davon verunsichern lassen, dass es hiess, sich nach Möglichkeit an Mitarbeitende zu wenden da die Teamleiter viel zu tun haben. Aaaah... ugh.
Ausserdem bringen die neuen Menschen wieder neue zwischenmenschliche Herausforderungen und ich bin wieder in erklärungsnot, hey Leute, ich bin nicht unhöflich, ich bin nur ein bisschen dumm. Hallo sagen, Auf Wiedersehen sagen, auf Leute zugehen und nachfragen, offen und souverän wirken und nebenher meinem Ruf als drittlehrjahr-Lehrling gerecht werden.
Wie verhalte ich mich? Hätte ich die erste Pause mit den anderen verbringen sollen?
Wirke ich unnahbar wenn ich immer überpünktlich bin? Ärgern sich die anderen im Büro darüber, wenn ich leise spreche?
Hätte ich die M&Ms annehmen sollen, die mir angeboten wurden? Hätte ich mich ins Gespräch einschalten sollen als sie sich Dinge zur Berufsschule gefragt haben, die ich gewusst hätte?
ist es ihnen unangenehm mit mir in einem Büro zu sitzen Habe ich jemandem den Platz weggenommen der vor den Ferien schon in dieser Abteilung war?
Ein.
Abenteuer.
Ich habe wahnsinnig Mühe mich zu akklimatisieren.
Wild.
Montag, 9. August 2021
Susume
Und wenn dann irgendwer von irgendwo aus irgendeinem Grund in den Untiefen des Internets auf ein Gedicht von mir stösst, einen meiner Texte liest und mir schreibt, dass es gefallen hat, dann weiss ich nicht, will ich lachen oder weinen - es hat jemanden erreicht.
Danke.
♡
Donnerstag, 5. August 2021
Sweetness and Lightning
![]() |
| Amaama to Inazuma |
Lässt sich das so einfach sagen?
Mittwoch, 4. August 2021
Melodie
Ah Welt
Ich trag einen wolkenlosen, blauen Himmel in der Brust,
ich atme die Melodie des Waldes am späten Nachmittag,
diese wundervolle Stille in all ihren Farben.
Ich sehe auf meine Hände und die Ketten,
die sie umschlingen sind nicht Eisen, sind Eis,
sie schmelzen dahin und ich gehe, laufe, erklimme eine Freiheit die sich mir nur in diesem Moment zeigen mag.
Steh auf, geh, geh! Die Weite duftet nach Regen und Tanz, das schwindende Licht,
es winkt am Horizont, Bäume, Felder - in langsamer Trance der Windströme versunken bilden sie Worte,
Sätze, Melodien die aus mir herausströmen, all diese wunderschönen Momente die mich zum überfliessen bringen, mehr, als ich auszudrücken vermag.
Und wenn der letzte Sonnenstrahl dahingeschieden ist, nicht gestorben, nur gegangen, im Laufe dieser Welt, nicht gestorben weil ich ihn gesehen habe - weil er gesehen wurde, nur vergangen - wenn dieser letzte Strahl aus der Wirklichkeit in mein Erinnern hinübergegangen ist, dann sehe ich die Nacht und weiss, nur heute, nur jetzt, nur grade jetzt kann ich unter diesem Sternenhimmel leben, aufsaugen, einprägen, denn nur jetzt ist hier und nur hier bin ich da. Lebe - erschaffe noch so viele Momente mehr, die in mir zu Worten werden und füllen, füllen, bis ich platze, bis ich überfliesse, auf ein Neues, ab all dieser Schönheit, die die Welt mir zeigt.
Ab all dieser Unendlichkeit, die als Foto in mir weiterleben, weiterscheinen darf.
Ah, Welt.
Manchmal
bin ich
gerne.
Dienstag, 3. August 2021
The cheerful one
Strich für Strich
ein Wunder
Welt
auf Papier
Linien
Worte
Bilder
in mir
Die Schönheit
aller Dinge
jetzt genau
hier
Freitag, 30. Juli 2021
Licht
Ich bin dünnhäutig, kaum Papier bedeckt mich, jeder Hauch, jeder kleinste Pieks dringt direkt zu mir durch, und ich habe Mühe all diese Gefühle zu sortieren und wegzupacken.
Wenn ich lese erspüren meine Fingerspitzen die Leidenschaft und die Zeit die in diese Bände investiert wurde, in jeder Linie, jedem einzelnen Punkt steckt so viel Liebe dass ich überfliesse und minutenlang nicht weiterlesen kann, diese Figuren anstarre die so so geliebt werden. Nicht untereinander sondern von ihren Urhebern, den Verlagsleuten, den Lizenzzuständigen, all den Fans.
So viel Begeisterung, so viel Gefühl steckt in jeder einzelnen Seite das ich sie fast nicht umblättern kann, und ich möchte weinen ohne genau zu verstehen wieso.
Auch anderes - alles - ist mir so überbewusst. Jedes Kleidungsstück, jedes Lebensmittel - sie alle wurden hergestellt, geerntet, gepflückt, Maschinen bedient, verpackt - sie haben so viele Hände gesehen. Das ist mehr als ich fassen kann. Und dann stehe ich ewig lange vor der Aubergine und traue mich nicht, die Hand danach auszustrecken, meine kleine unbedeutende Endverbraucherhand, eine mehr in der Reihe aller Hände - all das zu tragen traue ich mir fast nicht zu.
Und immer wieder denke ich an Menschen, an die Menschen die ich kenne und kannte, die Menschen die schon so lange in mir wohnen, als Bild, als Zeichnung, als Empfindung einer Berührung oder dem Klang einer Stimme. Melodien, Bilder die sich niemals ändern, weil die Zeit für uns stehen geblieben ist. Menschen, die heute vielleicht ganz anders sind, aussen und innen, Menschen die so viel gesehen und erlebt haben in der Zeit seit unser Uhrwerk aufgehört hat zu ticken.
Ich erinnere mich an euch, und mein Kopf ist so voll mit Wörtern an euch, Briefe die ich schreibe um mein Herz ein bisschen leichter zu machen, aber immer wieder kommen die Gefühle angeschwemmt, ein niemals endender Strom aus Dingen, die ich euch mitteilen will. Ich weiss, dass es bei vielen nicht mehr geht. Das mir bei einigen das Recht fehlt, bei manchen der Mut.
Ich will mich entschuldigen, will erklären, mich bedanken. Und immer und immer wieder betonen: Ich habe euch nicht vergessen. Nie.
Es tut mir leid was alles war. Es tut mir leid - so vieles, das ich bereue, so vieles, das ich für immer behüten und beschützen werde. Ich habe euch nicht vergessen.
Lieber Robert, lieber Alex, lieber Benjamin, lieber Martin, liebe Simone, lieber Chris, liebe MoD, lieber Chrono, lieber Lasse, lieber Paddy, lieber Mark, liebe Sybille, lieber Vincent, lieber Sven, lieber Yami, lieber Ratte
Es ist so lange her.
Ich erinnere mich an euch.
Dienstag, 13. Juli 2021
Blütenblatt
Ich habe so viele Briefe, die ich schreiben möchte. Briefe, die nur hier ihren Platz finden. Ungeschickte und ungeschickte Briefe.
Aber grade finden meine Finger den Zugang zu den Worten in meinem Herzen nur schlecht.
Der Sommer steht an, der Abschluss der zweiten Lehrjahres und der Anfang des dritten, letzten. Eine Zeit voller letzter Male bricht an. Die letzten Sommer-Betriebsferien. Der letzte Abteilungswechsel. Die letzte Schulwoche mit zwei Schultagen. Die letzte IKA-Lektion.
Später - der letzte Herbst. Der letzte Winter. Das letzte Weihnachten in dieser Wohnung. Das letzte Wochenprotokoll schreiben, die letzte Semesterarbeit.
Ich fürchte mich davor.
Letzte Male machen mir Angst, fast mehr noch als die ersten Male.
Mein Kopf, der am Besten funktioniert wenn Dinge ihren gewohnten Lauf gehen, wenn ich mich auf den Rhytmus meines Alltages verlassen kann, streikt, beim Gedanken an all diese Veränderung.
Und doch, all diese Dinge passieren laufend um mich herum, viele ohne das ich sie bewusst bemerke. Das letzte Mal Produkt X gekauft - weil es danach aus dem Sortiment verschwindet. Das letzte Mal Ort Y besucht - weil ich danach plötzlich keine Verbindungen dahin mehr habe.
Das letzte Mal meinen Lieblingsstift benutzt, weil er dann plötzlich leer oder kaputt geht.
Manchmal macht mich dieser Gedanke verrückt.
Was bleibt? Sich auf das berufen, was bleibt. Das, was nicht geht, kein letztes Mal, kein erstes Mal, clockwork-rhytmisch immer gleich.
Schritte, immer weiter.
Bücher, die um mich herum stehen und liegen, aufgetürmt und eingeräumt, meine Fixpunkte und ich, mitten drin. Die Bettwäsche, die immer gleiche, nach dem Waschen direkt wieder drauf - damit es immer gleich bleibt.
Kleine Dinge, die geflochtenen Armbänder von meiner Schwester und von Yasi, die ewig halten, mich verankern in Momenten in denen ich wegzufliessen drohe.
Die Tattoos, ohne Licht doch Flutscheinwerfer, erhellen den Leermond in mir.
Und immer wieder Bücher. Bücher - hauptsächlich Manga - überall, immer mit dabei, überall, jederzeit.
Felsen sein. Gestein, stetig geschliffen und zurechtpoliert, Felsen sein in den ever-changing Wogen.
Sein.
Mittwoch, 30. Juni 2021
Fragments of a caleidoscope #12
He had been searching for a certain date he needed to complete his cv and somwhere along the way he got lost in old blog postings from many years ago.
How different his writing style had been, he thought, way more.. authentic. The diary kind of post with lots of personal feelings and wishes and thoughts about what he had experienced and less formal, less ambigous. It's not like they were easier times but he seemed to have lost the ability to describe what was going on with his life. His writing senses had grown dull or so it seems.
With a soft smile now and then he skipped through the postings, the kind sweetness of the rasberries he ate a few minutes ago still lingered on his tongue, softening the slightly bitter taste of remembering places and faces and voices of things long gone. A melancholic melody in his heart, his head, his fingertips - he did not wish to go back, he was in a different place now, not entirely better, but different enough to cherish the experiences he had made along the way. He was still making everyday, trying to figure out this thing called life.
Even though he had achieved many things so far, there were still many many moments where he wasn't able to outgrow himself, where he was stuck inside his nightmare of a head. Just the other day he had felt and acted so textbook-typical like someone with his illness. Irrational, impulsive, inappropriately intense. Luckily, nobody was involved and noone got hurt, noone but himself, mentally, that is.
He could still feel his fingers typing "it hasn't even rained here, yet", letter by letter, each dampening his enthusiasm to contribute to the conversation going on. Letter by letter his finger grew heavier and heavier until he couldn't move them anymore. Why even bother? It's not like anyones interested in what he has to say anyway. It's not like HE is interested in what he has to say. It doesn't matter wether he answers or not. Maybe the question wasn't even directed at him and it would not only be futile to answer, but awkward, too? He'd.. he'd better not.
His eyes were still directed at the chat on his phone, but he couldn't see the letters disappearing anymore, one by one erased by the merciless backspace key weighted down by his thumb. It didn't matter. Nobody would miss his answer. Nobody would ask. It was okay.
With a sigh he pulled himself back from his daydream and adverted his eyes back to the screen of his laptop which illuminated his stale face with a lifeless, neverchanging light. Back to his past and the evernagging feeling that he didn't matter. That he never had mattered in the first place. Not back then and not now.
Never.
Dienstag, 22. Juni 2021
Montag, 21. Juni 2021
Glasmurmelspiel
Manchmal denk ich mir, ich will wirklich lernen zu zeichnen.
Ich will Dinge festhalten, sie in all ihrer Schönheit wiedergeben.
Schnee, wie Puderzucker verstreut über der Welt-
Licht, dass sich in braunen Augen bricht und die hunderte von Facetten hervorbringt-
Das durchsichtige Glas gefüllt mit Büroklammern das auf der Ablage auf Arbeit steht -
Blumen, Blüten mit ihren Regelmässigkeiten und Muster-
Zitrusfrüchte, Zitronen und Orangen und Limetten in der Mitte durchgeschnitten-
Meine Figuren und ihre ästetischen Posen-
Bücher, Bücher, Bücher - Buchrücken, Bücher von vorne, von der Seite, aufgeschlagene Bücher -
Hände auf Klaviertastaturen, Hände, die über Notenblätter streichen-
Die Maserung von Aquarellpapier-
Pinsel, Farbkästen-
Baumrinde und Blätter und Wurzeln-
die exakte Geometrie von Gebäuden, mit seinen Fenstern und Türen und Ecken-
Die Welt ist voll mit so wunderschönen Dingen und manchmal fühle ich, dass ich überfliesse wenn ich versuche all die Anblicke in mir drin zu verwahren, dass da gar nicht genug Platz ist.
Nicht genug Platz und nicht genug Zeit um all diese Dinge zu sehen, spüren, erleben.
Nicht genug Zeit um einen Skill so zu perfektionieren, dass ich bis ins kleinste Detail wiedergeben kann, was mich daran so bewegt.
Es heisst ja, wenn du Dinge erleben kannst ohne sie irgendwie festhalten zu müssen, dann lebst du im Moment.
Aber wenn ich immer nur im Moment lebe, dann laufe ich über, dann zerspringe ich in tausend kleine Teile, inmitten dieser schillernden, abertausend-facettenreichen Welt, inmitten all dieser Farben und Klänge und Empfindungen.
Manchmal, wenn sich die Sonne im richtigen Winkel in der geschliffenen, polierten Emotionsmurmel bricht, dann denk ich mir: Es ist so wunderschön, diese Gefühle in all ihrer Intensität wahrnehmen zu dürfen.
Manchmal bin ich dankbar dafür, dass ich alles so viel stärker empfinde.
Manchmal ist die Welt so wunderschön.
Donnerstag, 17. Juni 2021
Hen
Hallo, mein Name ist Jin und ich bin seltsam.
Seltsam, komisch, schräg - eben anders als normal.
Und so wie ich sind auch viele andere merkwürdig - nicht normal.
Und das ist okay.
Es ist aber genauso okay, normal zu sein. Dem zu entsprechen, was als Norm festgelegt wurde,
dem Durchschnitt zu entsprechen.
Das ist genauso in Ordnung wie dem eben genau nicht zu entsprechen.
Viel wird über dieses "was ist schon normal" diskutiert, und ehrlich gesagt gibt es da relativ gute Anhaltspunkte.
Es ist normal, nach der Schule eine Ausbildung anzufangen und dann eine Arbeit zu finden.
Es ist normal einen Partner oder eine Partnerin zu finden und zu heiraten.
Es ist normal, sich mit Freunden und Familie zu treffen.
Und das ist okay so.
Es ist anders, mehrere Ausbildungen anzufangen und abzubrechen.
Es ist seltsam, kein Bedürfnis nach einer Partnerschaft und einer Heirat zu haben.
Es ist merkwürdig, lieber mit Freunden und Familien zu schreiben oder zu telefonieren als sich direkt zu treffen.
Und auch das ist okay so.
Menschen sind verschiedenen und manche entsprechend der Norm, andere nicht.
Problematisch daran ist nur, die Norm als gut und alles andere als schlecht zu sehen.
Genauso problematisch ist das Gegenteil - auf Teufel komm raus alles als "anders" zu bezeichnen,
alles zu verteufeln was dieser Norm entspricht. Denn das ist im Prinzip genaus dasselbe - es gibt eine richtige Art zu sein und eine falsche Art - das ist schlicht nicht wahr.
Es ist völlig egal ob du normal bist oder anders, es ist völlig egal ob du dich selber als normal ansiehst oder nicht, ob für dich vielleicht die Norm merkwürdig oder das Merkwürdige die Norm ist - das alles spielt letzlich keine Rolle. Wichtig ist nur, dass du mit dem, wie du bist, zufrieden bist. Dass du mit dir selber leben kannst und andere damit leben lassen kannst, wie sie sind.
Bedürfnisse sind nun mal verschieden und das gilt es zu wahren, zu respektiven, wertzuschätzen. So viel Gutes kann wachsen wo den Unterschieden der Menschen Respekt entgegengebracht wird. Der Horizont ist so unendlich weit und jede Ansicht, die nicht meiner entspricht, erweitert ihn ein bisschen mehr.
Es ist egal, wie ich bin - denn ich bin. Punkt.
(Das ist jetzt furchtbar unzeremoniell ausgedrückt, aber mein Schreibhirn ist grade in Urlaub wies scheint)
Sonntag, 13. Juni 2021
Samstag, 12. Juni 2021
Momentaufnahme #117
Ah
Dies Gefühl
willst du mir sagen
es trägt keinen
Namen?
Sagst du mir
dies Gefühl
bleib so wirr?
Hier, in mir drinn
Ein Wirbelsturm
hochkochend
FreudLeidWut leuchte!
Erliege
dieser Seuche
Ah, Gefühl
was machst du
mit mir
was machst du
hier
Ah.
Fühlen - Leben
Sein
Angestrengt
Ich bin müde.
Emotionsmaschinerie
Meine Schleifapparatur ist ein bisschen kaputt. Meine Kochstation, die Weiterverarbeitungsmaschine.
Und so bleiben die Emotionen roh und zu gross für meine Setzkästen und Vitrinen.
Mir bleibt nichts übrig, als sie zu stapeln wie sie sind, Stein auf Stein auf Stein, Gefühl auf Gefühl auf Gefühl, aber leider halten sie nicht so gut und geraten durcheinander, und irgendwann steh ich da, knietief in wild durcheinandergewürfelten, rohen Emotionen.
Es ist schwer, an solchen Tagen unter Leute zu gehen, noch schwerer als sonst schon, weil ich so schlecht ausbalanciert bin, voll mit ungeschliffenen, unverarbeiteten Gefühlen die darauf warten, zu kleinen, blitzblanken Murmeln zurechtgemacht und weggepackt zu werden, dahin wo sie gehören.
Jeder Mensch muss das machen. Sein Empfinden sortieren, einordnen und an den richtigen Ort bringen.
Die Natur hat mir mitgegeben, dass diese Steine bei mir viel grösser und unhandlicher sind als bei anderen, weswegen ich sie erst zurechtmachen muss, ehe sie in die Abteile der Schubladen passen. Ecken und Kanten wegschleifen, anpassen, und dann wegbringen.
Mehr Arbeit, mehr Aufwand - aber auch mehr Möglichkeit, das Schönste aus diesen Steinen herauszuholen. Durch den Schliff glänzen sie mehr als die anderer, sind bunter, schimmernder.
Mehr Arbeit, mehr Aufwand - an guten Tagen machbar, okay. An schlechten Tagen, mit Sand im Getriebe und fast leeren Batterien mehr, als ich leisten kann.
Therapie heisst die Maschinen bedienen lernen, kochen, verarbeiten, anpassen. Maschinen bedinen und warten lernen, und irgendwann - irgendwann hoffentlich, vielleicht, mit etwas Glück einen gewissen Automatismus reinzukriegen. Nicht mehr jeden Tag alle Lämpchen überprüfen müssen, nicht mehr jeden Tag alles selber anschmeissen und überwachen.
Die Geräusche in mir drinn deuten lernen, wahrnehmen, wenn etwas nicht in Ordnung ist und genug Ressourcen haben, kleinere Defekte selber beheben zu können.
Lernen, aus diesen übergrossen, rohen Steinen kleine, schöne Murmeln zu machen, mit etwas Mehraufwand aber ohne Kapazitätsverlust gegen Aussen.
Noch bin ich davon weit entfernt - aber irgendwann. Irgendwann, so hoffe ich, jeden Tag.
Irgendwann werde ich das können.
Donnerstag, 3. Juni 2021
The Hydrangea of the Third of June
On my desk
my mothers flowers
we both share
the same blue
June is thriving
nature blooms
and I wish
you were, too
Happy Birthday <3
Mittwoch, 26. Mai 2021
Klicken Sie weiter, hier gibts nichts zu lesen (nur Nerdgebrabbel)
WHAT IS THE BEST ANIME EVER AND WHY IS IT ASTRA LOST IN SPACE AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA
Ich bin Lost in Astra
Hilfe
Wobei tatsächlich würde ich Astra als starken zweiten Platz einsortieren und nicht als Liebstes Werk. Auch wenn ich das ultraschwer zu beurteilen finde, weil viele Werke toll sind, aber halt auf unterschiedliche Art.
Deswegen habe ich zwar sowas wie ne Top 5, aber die ist nicht unbedingt in einer bestimmten Reihenfolge.
Shigatsu wa kimi no uso | Your Lie in April
Kanata no Astra | Astra lost in space
Kokoro Connect
Noragami | Stray God
Rainbow: Nisha rokubo no shichinin
Wobei da halt auch Haikyuu!! absolut reingehören würde, aber mein Herz hat die Canon-Linie von Haikyuu schon vor 230949 Jahren verlassen (danke Fanfictions) weswegen ich gar nicht mehr weiss ob ich jetzt die Serie an sich liebe oder doch das, was ich mir in meinem Kopf mit den Charakteren zusammengefriemelt habe. Deswegen lasse ich Haikyuu!! mal aussen vor, das steht auf nem ganz anderen Blatt und kann überhaupt nicht mit irgendwas verglichen werden. Haikyuu!! ist fucking LEBEN.
Bei Manga hab ich absolut keine Ahnung welches meine Lieblinge sind. Es gibt SO VIEL GUTES. Natürlich gehören da auch wieder Your lie in april und Astra lost in Space dazu. Grade Astra ist einfach in beiden Ausführung PERFEKT und das gibts sehr sehr selten. Kokoro Connect hat zwar nen Manga, der ist aber kacke bis fürchterlich.
Noragami.. ist einfach nur fucking painful. Ich hab irgendwann vor nem Jahr oder so aufgehört den zu lesen weil einfach ALLES BERGAB GEHT und das nicht im Sinne von die Qualität wird scheisse oder so, sondern eigentlich im Gegenteil. Die Serie ist SO GUT aber es KANN einfach kein gutes Ende mehr nehmen. Und das tut WEH. Aaaaah!
Auch Rainbow hat nen Manga, den ich aber piratern musste weil keiner den Lizenzieren wollte, was eine verdammte Schande ist. Rainbow ist UNGLAUBLICH gut (Eventuell steht er vollständig auf Japanisch bei mir rum, aber nur eventuell)
GANZ stronger Favorit bei den Manga ist auf jeden Fall AGAIN!!!. Ein fucking Meisterwerk das ich schon oft gere-readed habe. Ebenfalls oft wiedergelesen ist Hana Kimi, aber das ist halt auch irgendwie eine andere Liga weil ich damit so unheimlich viel verbinde, was nicht unbedingt mit dem Werk an sich zu tun hat.
Arakawa under the bridge ist auch grossartig. Yona. Fast alles von Mayu Sakai. Same cell organism und The day I become a butterfly, Harukaze no etranger, Rising of the shield hero, My Hero Academia. BTOOOM, Banana Fish, Miyako - MIYAKO ist auf jeden Fall auch ganz weit vorne!
Aber ja, man merkt, es wird schwer da irgendwelche Top 5 zu nennen. Am ehesten wärens..
AGAIN!!!
Astra lost in space
Shigatsu wa kimi no uso
Miyako - auf den Schwingen der Zeit
Yona - Prinzessin der Morgendämmerung
Ousama Game
Jaaaaaaaa es sind 6 aber ich kann mich nicht netscheidennn :(
Mit Hana Kimi auf nem anderen Blatt so wie Haikyuu bei den Anime
ASTRAAAAAAAAA
Montag, 17. Mai 2021
Klim
Manchmal denk ich mir, man müsste doch eigentlich Bücher schreiben über all die Menschen die man so getroffen hat.
Jetzt nicht speziell ich, oder speziell irgendwer, sondern generell. Menschen treffen ist eines der faszinierensten und beängstigenden Dinge die das Leben zu bieten hat.
Du musst dich auf jemanden - etwas - einlassen, das du in seiner Gesamtheit nie wirst erfassen können. So viele Abers und Vielleichts und Möglicherweises und und und die eine Rolle spielen. So viele Tage die dieser Mensch gelebt, gelacht, geweint hat, Dinge erfahren, Dinge geschehen lassen hat. Und ich, ich kleines Wesen stehe hier vor ihm und versuche, mit ihm zu kommunizieren ohne eine der abertausend Wunden zu treffen die Leben halt so mitsich bringt. Versuche zu erfassen, was dieses Universum vor mir bewegt, was es in Bewegung hält, was es zum stehen bringt.
Menschen sind so wahnsinnig viel mehr als nur das, was wir sehen, und doch ist es das einzige, was wir als Anhaltspunkt nehmen und nehmen können, um eine Konversation zu starten.
"Hey, ich mag dein Shirt!" "Hey, coole Tasche!" "Hey, die Serie auf deinem Pulli kenn ich auch!"
Ich erdreiste mich, zu wissen, was in diesem Menschen vorgeht, was für ein Herz in ihm schlägt, obwohl ich nichts, NICHTS weiss als das was ich erfassen, sehen kann. Und das ist nichts, was ich wirkich beurteilen könnte.
Vielleicht hat er das Shirt geschenkt gekriegt und trägt es mehr aus Pflichtbewusstsein. Vielleicht war die Tasche die einzige, die er sich leisten konnte, vielleicht hat er sich den Pulli ausgesucht, weil er die Farben mochte und kennt die Serie gar nicht.
So viele Möglichkeiten, so viele Facetten die "Leben" miteinschliesst.
Und ich soll nun hingehen und ein Gespräch führen? Wo fang ich denn da an? Wo hör ich auf?
Mich interessiert doch gar nicht, was deine gesellschaftlich akzeptierten Standardantworten auf Fragen sind, die ich mir nie merken kann.
Erzähl mir von dir. Von dem wirklichen dir.
Und wenn dieses wirkliche "Du" eine Zusammensetzung aus Small Talk und Höflichkeitsfloskeln ist, dann ist das in Ordnung. Ich bestimme nicht, was du preisgibst, wohin du das Gespräch lenkst, ich sauge nur auf was du sagst und hänge es an die Pinnwand meiner Begegnungen, diese tausende von Zettel die da alle hängen und die ich noch genau zuordnen kann.
Ich kann nicht der einzige sein, der davon überwältigt und fasziniert ist.
Ich erinnere mich. Ich erinnere mich an all diese Menschen, in Ausbildungen, Schulen, Kliniken, Therapieräumen, Urlaubsorten. An alle die Menschen die indirekt in Parallelklassen, Nebenstationen, vor oder nach mir da waren, all die Menschen die Eindrücke und Abdrücke von sich selbst hinterlassen haben, deren wahre Gestalt ich nie gesehen habe aber so viel gehört und erfühlt durch die Erzählungen anderer.
Manchmal denke ich, man müsste Bücher darüber schreiben.
Und dann fällt mir wieder ein, dass ich dann einen Menschen auf das herabbrechen müsste, was ich wahrnehme und erspüre wenn ich in seiner Nähe bin.
Reicht das?
Reicht das?
Ich weiss es nicht.
Menschen sind furchterregend faszinierend.
Samstag, 15. Mai 2021
Patience
Ich träume dummen Scheiss. Von Reisen in die Vergangenheit mit augenscheinlich wahllos zusammengewürfelten Freundegruppen, von Gelegenheiten vergangene Fehler geradezurücken und dem Unvermögen diese einzusehen.
Vom Hin-und-her-gerissen-Sein zwischen zwei Menschen die ich über alles liebe und zwischen denen ich mich nicht entscheiden will, aber muss weil sonst das Universum zu Ende ist oder so ein Blödsinn.
Von Wanderschaften zu Ferienhäuser irgendwo ganz weit weg, ohne Telefonanschluss und plötzlich kommt es zu einem Notfall und ich weiss nicht wie reagieren und kann niemanden benachrichtigen.
Und immer und immer und immer wieder davon, dass ich meine Sachen zusammenpacken muss und nicht kann, nicht weiss wo anfangen, die Zeit drängt weil ein ZugBusSchiffFlugzeug gleich weg ist welches ich unbedingt erwischen muss. Aber meine Sachen sind überall in dem HotelzimmerFerienhauszimmerSchulausflugraumaltenZuhause verstreut und ich habe keine Taschen oder Beutel um irgendwas zu verstauen.
Ich renne wie wahnsinnig in den Räumen umher und versuche einen Überblick zu kriegen und zu überlegen, wie ich das alles irgendwie zusammenkriege, aber nie reicht es und immer läuft die Zeit ab und in dem Moment werde ich wach.
Ich hasse es. Ich weiss nicht, was ich mit diesen Träumen anfangen soll; was genau ist da die Aussage dahinter? Angst vor... ???? Das Gefühl, nicht ganz beisammen zu sein?
Ich weiss es nicht, aber ich bin es so dermassen leid.
Fast wünsche ich mir die Träume von der Unizeit zurück. Die Träume, in denen ich Tag um Tag um Tag an eine Uni gehe, die manchmal aussieht wie das Kantonsschulgebäude in Schaffhausen, manchmal gänzlich unbekannt ist, und ich weiss jedes Mal: Ich hab versagt. Ich muss die Kurse nicht besuchen weil ich sowieso rausgefallen bin. Weil ich versagt hab.
Und ich stresse mich und verschlafe und habe die Sachen nicht beisammen weil ich nicht darüber nachdenken kann, weil ich wie gelähmt ins Bett falle nach dem Tag und am nächsten doch wieder aufstehen und zur Uni gehen muss. Und das obwohl alles hinfällig ist. Vollkommen hinfällig.
Ich vermisse diese Träume fast, weil ich heute besser damit umgehen könnte - vermutlich ist genau das der Grund, warum ich sie nicht mehr habe.
Aber was soll dieses Umziehen/Abreisen/Wasauchimmer-Zeug? Angst vor dem anstehenden (in 1 1/2 Jahren, duh) Umzug nach der Ausbildung?
Fast will ich lachen - du denkst so weit voraus? Andertfuckinghalb Jahre? Seit wann das denn?
Ah.
Ich bin aufgewühlt. Unsicher.
Und vielleicht ist es gerade das.
Unsicherheit. Das Wissen, DAS Dinge folgen werden, irgendwo auch ein Wunsch danach, aber gleichzeitig absolute Überforderung weil ich manchmal gar nicht recht weiss, woher ich den Mut nehme, so weit zu denken. WeitER zu denken als den Moment in dem ich mich grade befinde.
Planen.
Damit rechnen, zu leben.
Leben wollen ist fucking beängstigend.
Freitag, 14. Mai 2021
PoV
Ich' steh gelangweilt in der Nähe meines Lebens
Etwas mürrisch erkenn' ich an, dass es meines ist
Ich wüsste nicht, was soll ich denn mit irgendjemandem reden?
Was soll ich erfahr'n, wenn meine Sprache keiner spricht?
Gehen | Tua
Konterdenken. Gegenteilig handeln. Gegen die negativen, schweren Gedanken angehen.
So, wie ich es immer und immer und immer und immer wieder gelernt habe, in Therapien, in Kliniken, in Fachbüchern, von anderen.
Denn positive Gedanken sind Nährboden auf dem Selbstakzeptanz und eine neutrale Wahrnehmung wachsen kann.
Positiv - aber wie, wenn ich so sehr angst habe, das es mich überheblich macht?
Ich fürchte mich davor, die Grenze nicht rechtzeitig zu erkennen und übers Ziel hinauszuschiessen - zu vergessen mich selbst zu regulieren, zu kontrollieren, mich im Zaum zu halten.
Positive Gedanken sind Nährboden auf dem Selbstakzeptanz und eine neutrale Wahrnemung wachsen kann - und der nur eine Seite zeigt. Das Narrativ desjenigen, der immer nur auf die guten Dinge schaut ist keines, das auch im Guten endet.
Wer den Blick für die weniger guten Dinge, die problematischen Ecken verliert kann nicht weiter wachsen. Kann nicht reflektieren.
Und wenn ich die Fähigkeit verliere, mich immerzu selbst zu reflektieren, dann habe ich wahrlich nichts mehr, was mich davor bewahrt, ein Monster zu sein.
Ist es ein Anfang, positive Dinge zu denken und sie einfach mal so stehen zu lassen?
Konterdenken, aber in einem neutralen Rahmen.
Ich erinnere mich.
Mein 18 Geburtstag war der schönste meiner bisherigen Geburtstage. Michelle und Lisa haben mich zuhause überrascht mit 20 Dingen. 17 Kleinigkeiten, an Ballons gebunden, einen Kuchen in Sternform mit unglaublich grossartiger blauer Glasur, und zwei Menschen, sich selbst, die mir bis heute eines der grössten Geschenke sind, die mir die Welt beschert hat.
Ich denke gerne an diesen Tag zurück, auch wenn zu dieser Zeit alles furchtbar im Argen lag. Ich mit mir, die Welt mit mir, ich mit der Welt. Aber diese Inseln aus Zuneigung und Da-sein haben meinen rohen Gefühlen Schliff verpasst, sie haben mir geholfen in kurzen Momenten aufzuatmen.
Ein Besuch und ein paar Ballons und ein Kuchen - inmitten des Sturmes meines Lebens einem Wunder gleich.
Ich erinnere mich.
Meine Schwester hat mir ab und an Dinge mitgebracht. Ein Brot in Stangenform als sie in einer Bäckerei gearbeitet (geschnuppert?) hat. Ein Brot das halt irgendwie anders war, ein bisschen wie ich, das mir geschenkt wurde, das extra für mich mitgenommen wurde - so viel Liebe in einem so kleinen Stückchen Lebensmittel.
Die rosa Smarties weil ich die toll fand, die hat sie mir ebenfalls mitgebracht. Als kleines Trostpflaster, weil Schokolade glücklich macht - ich habe ihren genauen Worte vergessen - aber was ich nicht vergessen habe war diese Welle aus Tränen die in mir drinnen geflossen ist, weil in dieser winzigen Geste, diesen winzigen Pillen aus Kakaomasse und Pastellfarbe so viel mehr lag als ich irgendwie verdauen konnte. Mehr als ich verarbeiten, verstehen konnte.
Heute weiss ich - ich war gerührt. Und ein bisschen schuldig gefühlt hab ich mich, weil sie extra an mich gedacht hat.
Damals - an meinem Geburtstag und an den Tagen mit den Mitbringsel - wusste ich gar nichts, ausser das es mich aus der Bahn geworfen hat.
Die Feinheiten verschiedener Emotionen konnte ich nur schlecht herauslesen und ab einem gewissen Level war jedes Gefühl schlecht, egal was die Ausgangslage war. Vielleicht habe ich deswegen nicht so reagiert wie ich es gesollt hätte, nicht vermitteln können wie dankbar ich bin.
Danke, Lisa und Michelle.
Danke Anna.
Danke.
Donnerstag, 13. Mai 2021
Passage
"I never had a morning where [...] I didn't had a letter to write"
Whispers | Chillyman & Melanie
Ich will mich entschuldigen. Beim Team von Green Survivors, bei Juna und Felix, dafür, dass ich nicht das Teammitglied bin das sie sich erhofft haben und das sie brauchen würden.
Ich bin keine Hilfe und ich habe das Gefühl, ich werde eigentlich nur noch mitgeschleppt weil Juna aus einem persönlichen-Namen-dingens-Grund das Gefühl hat, sie kann sich nicht von mir als Teammitglied trennen. Aber das ist nicht wahr. Wenn ich nicht mehr tragbar bin dann muss ich gehen, und das ist absolut ohne Zusammenhang zu dem wie wir privat zueinander stehen.
Sie ist in einer ähnlichen Situation wie ich früher. Mit dem Namen, mein ich. Und ich hab ihr ein paar Tipps geben können zum Gesuch stellen und ihr erzählen wie es mir damals damit gegangen ist. Sie ist der erste Mensch überhaupt, der mir begegnet, der sich aus ähnlichen Gründen wie ich von seinem Vornamen trennen will. Natürlich helfe ich da, wenn ich kann.
Aber das soll nicht bedeuten, dass ich unantastbar werde im Bezug auf das Serverteam.
Und genau das habe ich ihr auch geschrieben.
Ich will mich entschuldigen, tausendfach, aber ich weiss, Entschuldigungen sind meistens relativ leer. Ich weiss einfach nicht, wie ich dem Nachdruck verleihen kann; ich habe ihr angeboten, mehr als meinen Anteil an den Serverkosten diesen Monat zu zahlen, weil Geld anscheinend die einzige verfluchte Möglichkeit ist, die mir einfällt, um Schaden wieder gut zu machen.
Ich widere mich selbst an.
Wie denn dann?
WIE DENN DANN?
Ich weiss es nicht.
Ich kann nicht der sein, den sie brauchen.
Ich kann nicht, weil ich in genau diesen Dingen absolut unzulänglich bin.
Weil meine Fähigkeiten und meine Belastbarkeit nicht ausreicht.
Nicht nur im Beruf fehlt es mir daran, auch im Privatleben kann ich Manches nicht tun weil ich ein fucking Weirdo bin der nicht mit Menschen umgehen und nur schlecht mit Konflikten zurecht kommen kann.
Und doch; ich bin nicht meine Erkrankung.
Immer un dimmer und immer und immer wieder dasselbe Mantra.
Immer wieder, IMMER WIEDER.
Aber - was bin ich denn dann?
Eingestellt darauf, dass ich vielleicht mein Leben lang Medikamente nehmen muss und auf Betreueung angewiesen bin, das bin ich eigentlich. Denke ich. Vielleicht.
Es ist nicht so, als hätte ich es je laut ausgesprochen. Nicht für mich, nicht für andere.
Dass ich das vielleicht nicht will.
Das ich mir mein Leben vielleicht anders vorgestellt habe.
Das ich gerne unterrichten wollen würde. Das ich gerne mehr aus mir rauskommen würde.
Das ich gerne besser mit Menschen würde umgehen können.
Das ich gerne ein besserer Mensch wäre.
Mehr da. Mehr nützlich. Mehr jemand, der Gutes tun kann und tut.
Mehr.
Alles.
I always ask the sun how it feels to be warm
'cause my hands haven been cold for too long
I ask the moon how it makes so many friends
'cause to me, it doesn't make much sense
Whispers | Chillyman & Melanie
Aah.. und wieder geht es nur um mich.
Wieder kann ich nicht anders als auf mich zentriert alles andere auszublenden.
Schreiben gute Menschen Tagebücher? Schreiben selbstlose Menschen Tagebücher?
Was steht da? Was muss ich tun um so zu werden?
Wie komme ich von dieser Selbstsucht los?
Wie kann ich endlich ein guter Mensch sein?
Mehr als nur Entschuldigung und Sorry und "hat nicht gereicht"
Mehr als Grade nicht und so weit weg und unnahbar
Mehr als Hintergrund und verwaschene Farben und Töne ohne Melodie
Wie?
Wie?
Ich will mehr schreiben. Aber nicht von mir. Über mich.
Und doch lande ich immer wieder genau da: Ich denke mir: diese Situation war schön. Diesen Menschen mag ich.
Ich.
Ich.
ICH
Ein Mensch, der mir in den Weiten des Internets begegnete, schrieb immerzu in der dritten Person von sich selbst. Ich weiss nicht, warum er das tat, aber manchmal frage ich mich, ob es das ist?
Aber auch dann kann ich dieses "Ich" nicht aus meinen Text wegdenken - ob nun wörtlich oder zwischen den Zeilen, das spielt keine Rolle.
Vielleicht schreiben deswegen Leute Bücher.
Ganz ohne Ich und direktem Bezug zu sich selbst erzählen, was auf der Seele brennt.
Anna-Rose
C'est à ça que ça se résume?
Année après année après année
Kann mich doch nicht von dir lösen
nicht im Guten, nicht im Bösen
Anna-Rose
certainly
you were and are
me
Montag, 10. Mai 2021
Donnerstag, 6. Mai 2021
Mittwoch, 28. April 2021
Samstag, 24. April 2021
Neonlicht
Und an Tagen wie diesen fühlt es sich an, als wäre ich keinen Schritt
weitergekommen. Keine Sekunde älter geworden, keine einzige Erfahrung
reicher.
Ich fühle mich wieder wie das kleine Kind, dass nur wenige Freunde hat,
weil es nicht weiss, wie es mit Menschen umgehen soll, dass viele vor
den Kopf stösst, weil es Kommunikationsschwierigkeiten hat und nicht
zuletzt überhaupt keinen Bezug zu sich selber herstellen kann.
Das kleine Kind, das spätabends Wörterbücher liest, in der Hoffnung, ein
schlauer Mensch zu werden und die Eltern stolz zu machen, so wie die
grosse Schwester mit ihren vielen schönen Wörtern.
Das kleine Kind, das nicht versteht, warum es nicht mitten in der Nacht
singen darf, wenn ihm doch danach ist, das nicht versteht, warum alle so
wütend sind, wenn es klaut, weil es nicht versteht, was dahinter
steckt.
Das kleine Kind, welches glaubt, dass es lügen muss um für Menschen
interessant zu sein. Das aber nicht lügen kann und deshalb doppelt
aneckt.
Das kleine Kind mit dem offenen Herzen und der grossen Neugierde aufs
Leben, der untrüglichen Ehrlichkeit eines jeden, der nichts sein kann
als sich selbst, weil es gar nicht weiss, wie es anders ginge.
Das kleine Kind, das sich selbst oder andere angeht, weil es nicht
weiss, wie es mit dieser Übermacht an Wahrnehmung umgehen soll, die ihm
die Welt gibt.
Das kleine Kind mit der grossen Freude und der grossen Trauer in sich.
Das kleine Kind, das Putzmittel trinkt in der Hoffnung, dass diese
übergrossen Gefühle, diese unglaubliche Qual dadurch ein Ende hat.
Das kleine Kind, das mit all dem so unendlich alleine ist.
Ich fühle mich wie der Teenager, der schon jahrelang Erfarung darin gesammelt hat, sich dem sozialen Gefüge anderer anzupassen.
Der Teenager, der irgendwann, irgendwie den Kontakt zu sich selber
verloren hat, all diese Gefühle und Empfindungen tief vergraben, um
weniger aufzufallen.
Der Teenager, der nicht besonders schlau ist und sich immer im Schatten seiner klugen Geschwister sieht.
Der Teenager, der Tag für Tag für Tag mit sich selber und der Welt
hadert, der mit jeder Minute mehr überzeugt ist, dass die Welt besser
dran wäre ohne ihn.
Der Teenager, der das Internet entdeckt und zum ersten Mal in seinem Leben Zuspruch von erwachsenen Personen erhält.
Der Teenager, der Nacht um Nacht in Foren und Chats zubringt und sich
zum ersten Mal verstanden fühlt. Verstanden und wahrgenommen, gehört.
Der Teenager, der manchmal so gelähmt ist vor Angst, dass er keine
Station mit dem Zug fahren kann ohne Attacken wie Wellen aus eiskalter
Lava.
Der Teenager, der jede Mittagspause draussen auf der Bank in diesem Park
verbringt, wo keiner sieht, das er heimlich ein Joghurt isst, obwohl er
doch nicht essen darf - es nicht verdient hat, nicht sollte.
Der Teenager, der innerhalb weniger Wochen fast 20 Kilo abnimmt und in
seiner alles herausschreienden Qual doch ungesehen bleibt.
Der Teenager, der Grenzen so ganz anders austestet als andere in seinem
Alter, der Streit sucht und immer findet, der nichts anderes zu tun
weiss, als seine Wut und Trauer hinauszuschleudern, ohne Rücksicht auf
Verluste.
Der Teenager, der sich so weit von sich selber und seinen Gefühlen
entfernt dass es nur noch wenig Kontrolle über sich selber hat.
Der Teenager, der sich Rasierklingen bis auf die Knochen in den Arm, die Beine, die Schultern schlägt.
Der Teenager, der sich selbst so sehr hasst, dass er alles um sich herum torpediert, was auch nur annähernd helfen will.
Der Teenager, der sich in seiner Uneinsichtigkeit so vieles verbaut und
versaut, der sich weigert, an sich zu arbeiten und sich verstehen zu
lernen.
Der Teenager, der keinen Ausweg für sich mehr sieht und wahllos Tabletten aus dem elterlichen Arzneikistchen schluckt.
Der Teenager, der trotzdem wieder aufwacht und sich ganz sicher ist: Es wird niemals enden.
Ich fühle mich wie der junge Erwachsene, der Schritte in ein eigenes Leben gehen soll, ohne wirklich ein Leben zu haben.
Der junge Erwachsene, der keine Ausbildung, keine Schule durchziehen
kann, weil er in seiner Instabilität immer wieder abrutscht.
Der junge Erwachsene, der längst verstanden hat, dass er, und nur er alleine etwas ändern kann und das so verzweifelt versucht.
Der junge Erwachsene, der Therapie um Therapie macht, Klinikaufenthalt
um Klinikaufenthalt, Text um Text schreibt in der Hoffnung, den Zugang
zu sich selber zu finden, sich selbst zu verstehen.
Der junge Erwachsene, der sich so schämt dafür, dass er nicht früher
verstanden hat, wie wichtig es ist, sich selbst zu reflektieren und an
sich zu arbeiten.
Der junge Erwachsene, der sich Heftklammern in die Haut jagt, als Strafe, als Gerechtigkeit für die anderen, als Busse.
Der junge Erwachsene, der einsehen muss, dass dieser von ihm über alles geliebte Beruf nichts ist, was er bewerkstelligen kann.
Der junge Erwachsene, der noch nichts erreicht und nichts vollbracht hat
ausser alles zu zerstören, was ihm lieb und teuer gewesen ist.
Der junge Erwachsene, der genau weiss - einen Schritt weiter von hier
aus führt in vor das nächste Auto oder noch besser; auf die Gleise
weiter unten.
Der junge Erwachsene, der keine Zukunft sieht, keine Zukunft kennt, der
so in sich gefangen ist, in diesem Körper, diesem Wesen das er weder
kennt noch versteht.
Heute bin ich fast dreissig, schon lange nicht mehr in Foren und
dergleichen aktiv, und doch komme ich nicht umhin, oft daran
zurückzudenken, an dieses Zuhause, das mir geschenkt wurde, meiner
aufgewühlten, überemotionalen Seele.
Ich denke daran zurück und fühle, ich bin keinen Schritt weitergekommen.
Ich bin noch immer da und komme nicht weg, ich bin noch immer so belastet von all dieser Zeit und stehe mir selber im Weg,
um endlich weiterzugehen.
Ich fühle, ich tue nicht genug. Es reicht nicht. Ich reiche nicht.
Ein erster Schritt - mein Name - mein wunderbarer, wundervoller Name,
den ich tragen darf, ein Lichtblick, ein kleines bisschen mehr Freiheit
und unbelastet-sein.
Ein zweiter Schritt - anerkennen, dass ich Hilfe brauche. Mehr Hilfe,
als ich mir selber geben kann, beim Wohnen, beim Arbeiten, beim Sein.
Ein dritter Schritt - niemals aufhören, an mir zu arbeiten. Die
Bereitschaft, die Erkenntnis und Akzeptanz, dass ich vielleicht ein
Leben lang werde an mir arbeiten müssen. Charakter meiner Erkrankung,
verstehen wie ich funktioniere und entsprechend reagieren.
Verstehen, wie ich mich reguliere und zurechtfinde in dieser Welt, die
nicht darauf ausgelegt ist, dass man ein bisschen anders ist.
Verstehen, was zu viel ist, was geht, was möglicht gemacht werden kann.
Entschuldigen, Busse tun auf eine vernüftige Art, für all die Menschen, die ich verletzt und verloren habe.
Dankbar sein, so unendlich Dankbar für all die Menschen, die mir
erhalten geblieben sind, die bis heute an meiner Seite mein Leben mit
mir bestreiten. Die mich nehmen wie ich bin, die mich in all meinen
Facetten wahr- und annehmen. Die mich sie innigst lieben lassen.
Vielleicht - nur vielleicht bin ich doch ein bisschen
weiter. Ein winziger, beinah unsichtbarer Schritt, ein Schrittchen
richtung Zukunft.
Vielleicht, ganz vielleicht, so denke ich mir, hat sich einiges verändern dürfen.
Stabilität einkehren, ruhe finden, Blumensaaten aufkeimen dürfen.
Auf
dem Kriegsruinenfeld des Lebens Blumen pflanzen lernen - das, was ich
will, das ich anstrebe, aus all der dunklen Zeit ein Licht erstellen,
aus gebrochenem Glas, aus Patchworkstoff, aus Gerüsten voller Scharten
und Unebenheiten, rostig, fleckig, aber da.
Ein Lichtlein - all
die Ziele, die ich schon erreichen durfte, Erfahrungen, die ich
überschreiben konnte - eine Persönlichkeit entwickeln und annehmen.
Vielleicht mehr als nur ein Schrittchen, ein Schritt - Schritte, die ich
gegangen bin. Mein Weg, mein Leben - in eine Zukunft.
Schritt für Schritt für Schritt, mich selber annehmen, die wunderschöne
Fähigkeit, in der kleinsten Kleinigkeit die grösste aller Freuden zu
finden, die ermüdende Tatsache, in der kleinsten Nichtigkeit den Abgrund
alles Elends zu treffen.
Gefühle in all ihren Farben und Intensitäten, die Schönheit der menschlichen Natur sehen, verstehen, annehmen.
Irgendwann hoffentlich weiterkommen, im Geiste, im Herzen. Das kleine
Kind tröstend, den Teenager annehmend, den jungen Erwachsenen
ermutigend.
Und vor allen Dingen: Leben wollen.























