Freitag, 1. September 2023

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Ich stosse mich an Menschen und vor allem an mir selber. Ich versuche zu sein, zu werden, zu reden, zu verstehen, ich versuche zu wachsen und Schritte zu gehen, und manchmal geht das. Selten, meist eher unbeholfen, mehr learning through faults, reines try and error, sich stossen und merken, dass es da nicht lang geht. Und dann geht’s da plötzlich doch lang, bei jemand anderem, jedes Labyrinth aus Persönlichkeit und Interaktion ein ganz eigenes, mit eigenen Dead Ends, Stages, eigenen Techniken um sie zu meistern.
Ich hasse Labyrinthe, ich hasse alles, manchmal.
Ich wünsche, dass es einfach mal reicht, dass ich irgendwann die Irrungen und Wirrungen deiner ganz persönlichen Mauern kenne, dass ich irgendwann verstehe, sehe wo ich durch muss, durch darf ohne gegen Wände zu rennen, ohne mich an dir, deinem Wesen zu stossen.
Manchmal wünsche ich mir, das alles wär nicht so kompliziert.

Menschen treffen ist ihr ganz persönliches Buch in die Hand zu nehmen und erstmal festzustellen, dass man gar nichts versteht. Weder die Sprache, in der es geschrieben ist, noch die Logik der Seitenaufteilung, der Interpunktion, nicht einmal, wie rum dieses vermaledeite Buch gehalten wird. Einfach gar nichts. Nach und nach dann dahintersteigen, erkennen wo oben und unten ist, entdecken, wie die Seiten zusammenhängen, funktionieren, verstehen was da steht. Und manchmal merkt man; das, was da steht, dieser Inhalt, ist genau mein cup of tea. Oder eben auch nicht.
Menschen kommen und gehen, und jeder bringt alles mit, alles, was er ist, fühlt, denkt, sieht, alles was ihn ausmacht, und all das will gesehen, verstanden werden.

Ich bin so unendlich müde. Ich verstehe gar nichts. Ich erkenne gar nichts. Jedes Mal, wenn ich glaube, zu wissen, was ich da lese, welchen Weg ich grade gehe, steht da wieder eine neue Wand, eine neue alte Wand, die mir die Sicht nimmt, die Sicherheit zu wissen, woran ich bin. Dann ist da plötzlich, mitten im Text ein Zeichen, ein Buchstaben, Etwas, etwas was ich nicht lesen kann, nicht verstehe. Nicht verstehe. Und ich merke, ich verstehe gar nichts. Nicht dich, nicht mich und nicht, wie das alles zusammenhängt. Und ich verstehe nicht, wie andere sich immer und immer und immer wieder aufraffen, um aufs Neue Wege zu gehen, die sie nicht kennen, Zeilen zu entziffern, die ihnen so fremd sind.
Wie.
Warum.
Warum?
Für den Menschen. Für Nähe, für Wärme auf Distanz. Für den Menschen vor mir. Weil ich wissen will, was in deinen versteckten Ecken steckt, weil ich wissen will, wie du die Welt siehst. Weil ich verstehen möchte, weil ich dich verstehen möchte.
Weil es eben immer weiter geht, nie aufhört. Weil ich eben nicht aufhören möchte, egal wie müde ich bin.
Egal, wie müde ich bin?
Egal.
Ich sehe dich.
Ich verstehe dich nicht, nicht immer. Aber ich sehe dich. Und manchmal, ganz manchmal, ist das, für eine kleine lange Weile okay.

Bitte, lauf nicht davon. Ich ruhe nur.
Ich bin da.
Ich bleibe, wenn du mich lässt.
Versprochen.

Menschen machen mich so unendlich müde.

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