Samstag, 12. Februar 2022

Genkaku

There's a child in me,
still hiding behind the old tree
but aren't we all hiding
till the moment we're dying

And maybe I'm free
but freedom just means that I'm lost
it feels like I'm driving
without ever arriving


Far away - blackfield


Zugehörigkeit.
Einen Ort haben, an den ich gehöre.
Einen Ort haben, an dem ich sein darf - sein kann, erwünscht bin, nicht nur geduldet, am Rande registriert, keine emotionalen Almosen, keine Notunterkunft - ein Ort, an dem ich gewollt bin.
Das beschäftigt mich aktuell sehr.

Entgegen jeder Erwartung hat sich Bryn bei mir gemeldet. Er hat mir einen ellenlangen Text geschrieben, alles ein bisschen in Brynisch - Worte, die mehr bedeuten als sie aussagen, die man irgendwie ein bisschen deuten muss, um dahinterzusteigen. Und die - auf jede Art - eine grosse Leere hinterlassen. Wie ein Schwamm, der alles in mir, meine Emotionen, meine Meinungen, Haltungen, meine Gedanken aufsaugt und einbehält, nicht mehr preisgibt und mich zurücklässt, leer, ausgewrungen und ohne zu wissen, wo ich jetzt stehe. Wo er steht. Es sei ihm wichtig, zu betonen, dass er sich nie über mich lustig gemacht habe. Dass ich es doch eigentlich besser wisse - wie er ist.
Ja. Nein. Ich weiss es nicht. Ich weiss grade gar nichts mehr. Ich will ihm nicht absprechen, dass seine Worte aufrichtig sind - ich weiss nur nicht, was sie bedeuten. Ich kann nicht erfassen, was sie mit mir machen sollten. Ich kann nicht erfassen, wie ich mich jetzt fühlen soll. Das liegt vermutlich nicht nur an seinen Worten - aber auch.

Es ist schon irgendwie besser geworden. Wir schreiben wieder ab und an, reden ab und an, aber wirklich wie vorher ist es nicht, und das wird es auch nicht mehr. Ich glaube, das wissen wir irgendwie beide. Weil ich auch da nicht hingehöre. Weil auch da sich wiederholt, was sich permanent durch mein Leben zieht - kein Platz, an dem ich sein kann. An den ich gehöre. Weil mich keine Seite haben will, nicht wirklich, mich vielleicht duldet, als Zeitvertreib, nebenher, aber nicht als unersetzlich sieht. Weil ich nichts zu bieten habe. Nichts, was für irgendwen irgendwie unersetzlich interessant wäre. Nichts.
Weil ich einfach leer bin. Innen wie aussen.

Ich weiss doch, dass es an mir liegt - aber ich weiss nicht, wie ich das ändern kann. Ich weiss nicht, wie. Ich weiss es nicht. Ich weiss nichts.


Ich weiss es nicht.

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