Mittwoch, 3. Januar 2024

Müllerherzen

 Es ist so anstregend. Es ist so anstrengend. Es ist so anstrengend. Ich bin so anstrengend.

Gib mir eine Stunde, eine Halbe, nur 20 Minuten, nur ein bisschen Zeit, in der alles okay ist. Gibt mir nur ein kleines bisschen Heile Welt, das Gefühl davon.
Ich liebe diese Menschen so sehr aber jede Minute, jeder Moment ist so unglaublich kräftezehrend, weil ich einfach nicht aufhören kann zu denken: Was, wenn du hier gar nicht willkommen bist?
Und es ist halt egal wie oft mir das Gegenteil gesagt wird, wie oft ich in Gesten, Worten, Taten lesen darf, dass es nicht so ist, völlig egal, weil mein Herz ein bodenloses Loch ist und alles, was reingeworfen wird, niemals ankommt. Ich will das nicht. Ich will nicht immer nur nehmen nehmen nehmen, ich will kein Zuneigungsvampir sein, der alles aussaugt bis nichts mehr übrig ist.

Ich will auf Augenhöhe sein, ich will fühlen können, wirklich fühlen wie viel Zuneigung mir entgegengebracht wird. Ich will dieses kostbarste aller Geschenke, das ich so reichlich erhalte den ihm verdienten Wert zugestehen können. Ich will nicht verzweifelt sein und mich an jedes Bisschen klammern, ich will nicht Wörter studieren und umdrehen und verzerren und spiegeln, ich will nicht Untertöne deuten und Wortwahlen einander gegenüberstellen; ich will einfach nur Zeit mit euch verbringen, diese geniessen, mit euch lachen, mit euch weinen - ich will die Mühlen meiner Unsicherheit stillegen, wirklich stilllegen und nicht nur sabotieren, das Getriebe versanden damit nichts mehr geht - weil dann wirklich nichts mehr geht. Nicht nach vorne, nicht nach hinten, nicht gewohnt, nicht ungewohnt. Weil dann alles wirklich vorbei ist. Aber ich will aufhören können, langsam aber bestimmt aufhören, die Räder in meinem Kopf in den Ruhestand schicken, einfach nur die Zeit mit euch geniessen.

Aber ich kann nicht. Ich weiss nicht wie. Ich weiss es nicht. Es tut mir leid.

Danke, dass es euch gibt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen