Donnerstag, 25. Februar 2016

Tag 2

Tag eins existiert nicht.
DIE WELT GEHT UNTER!

Naja, nicht ganz.

Aber die Idee zu diesem Blog kam erst an Tag zwei, deswegen lebt damit c:

Dies hier soll.. ein Kliniktagebuch sein,

ein Versuch meinerseits.
AusdrĂĽcke fĂĽr EindrĂĽcke finden, Begegnungen und Erlebnisse festhalten und hervorheben,
aufzeigen, wie unglaublich spannend Menschen sein können.
Wie unglaublich freudig manche Tage sind.
Wie unglaublich traurig manche Tage sind.

Berichten, was passiert, in mir und um mich herum.

Das ist nicht spannend, macht euch keine Illusionen.
Aber es ist ehrlich.

Ich bin jetzt seit zwei Tagen (ach ne) hier, als neue Wiederkehrerin, die vor einem Jahr schon einmal die Ehre hatte, diese heiligen Hallen zu bewohnen.

"Hier" ist eine psychiatrische Tagesklinik, heisst, die Patienten sind TagsĂĽber hier und schlafen zuhause.
Es gibt eine Vielzahl an Therapien, viele Gruppenangebote, einige Einzeltstunden.
Und ganz ganz viel Begegnung mit anderen Patienten, Menschen.

Was mir immer als erstes einfällt, wenn ich eine Klinik betrete, ist, dass diese Einrichtungen immer ein Ort des Lachens sind.

NatĂĽrlich wird auch geweint, gebangt, verzweifelt.
Aber es ist der Klang von vielstimmigem Lachen, welcher so viel mehr bleibt.
Es ist so viel einfacher, zusammen ehrlich zu lachen wenn man davor zusammen geweint hat.
Es ist alles so.. offen. So ehrlich. Hier kannst du dich nicht verstecken, du bist offen wie ein Buch, fĂĽr jeden.
Aber das macht (mir) nichts. Es schafft eine einzigartige Atmosphäre.

Heute hatte ich ein Gespräch mit einer Mitpatientin, die geschätzt älter ist als meine Mutter heute wäre,

die einfach so auf mich zugekommen und mir von sich erzählt hat.
Davon, dass sie solche Angst hat, sich zu öffnen und zu erzählen,
dass sie sich so schnell in die Ecke gedrängt fühlt und denkt, dass sie nichts erzählen darf.
Es war ein sehr intensives Gespräch, über ihre Situation, ihre Tochter und wie schwierig es für sie hier ist.
Zuhören, die Hände der Gegenüber beobachten, wie sie fahrig nach einer Aufgabe suchen,
wie sie sich entspannen und wie ein Strahlen auf das Gesicht tritt, Stolz, Zufriedenheit wenn es um das eigene Kind geht,
Augen die sich niederschlagen, es ist eben doch nicht so einfach, eine (kranke) Mutter zu sein.

Begegnung.

Das macht das Leben reich.

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