Mittwoch, 26. September 2018
Walkin Mind
Im Moment beschäftigt mich etwas unglaublich stark.
Vor.. einiger, mittlerweile doch etwas längerer Zeit, hat mir mal jemand gesagt,
dass meine Grossmutter meiner Mutter vorgeworfen hat, sie würde mich bevorzugen.
Das ist.. irgendwie schwierig für mich.
Damals war meine instinktive Reaktion gewesen, dass das doch überhaupt nicht stimmt,
ich meine.. in meiner Erinnerung ist meine Mutter eine Frau, die mich hasst.
Und doch frage ich mich aktuell immer wieder, was wenn doch?
Die Erinnerungen eines Kindes können unglaublich verzerrt sein,
durch diverse Einflüsse verändert oder gefälscht werden.
Wir hatten das an der Uni, und auch seit da frage ich mich immer wieder: Was stimmt und was nicht?
Ich fürchte mich davor, dass ich mir als Kind alles nur zusammengereimt habe weil ich mit mir selber nicht zurechtgekommen bin,
weil ich nicht damit zurecht gekommen bin, was mir ausserhalb des Elternhauses widerfahren ist.
Und doch habe ich das Gefühl, mit grosser Sicherheit zu wissen, dass manche meiner Erinnerungen stimmen.
Wie meine Mutter mich schüttelt und meinen Kopf gegen die Wand in unserer alten Garage schlägt, weil ich meine neuen Sandalen beim Spielen schmutzig gemacht habe.
Ich weiss noch wie sich das angefühlt hat, und das ich halb damit gerechnet habe,
dass sich meine Mutter entschuldigt und mir sagt, dass das nur ein Versehen gewesen ist.
Aber die Entschuldigung kam nicht. Stattdessen wurde ich zum Strafwischen verdonnert.
Das kann sich ein Kind doch nicht in diesem Masse ausdenken, oder?
Was wenn ich wirklich so mit mir selber beschäftigt gewesen bin als Kind, dass alle anderen unter mir gelitten haben?
Die Vorstellung ist unerträglich.
Ich fürchte mich davor, dass es wirklich stimmt, dass meine Mutter mich bevorzugt hat.
Zum einen, weil ich fürchte, dass wenn wir uns wirklich irgendwann wiedersehen - und daran glaube ich so halb tatsächlich - sie mich dann nicht mehr wiederhaben will, weil ich zu meiner Lebzeiten schlechte Sachen über sie erzählt habe.
Zum anderen, weil das eine Schuld wäre, also bevorzugt worden zu sein, die ich meinen Schwestern gegenüber hätte, die ich niemals wieder gut machen könnte.
Manchmal spiket mein Kopf dann komplett und denkt sich, was wenn Matrix eine Dokumentation mit Hang zum Drama war,
was, wenn wir alle gar nicht wirklich sind, sondern reine Hologramme unserer Vorstellung,
was, wenn alles gar nicht wirklich real ist.
Aber diese Gedanken machen mir keine Angst.
Ich finde sie sogar irgendwie interessant.
Frage mich aber gleichzeitig,
ob das ein Zeichen dafür ist, dass ich mir doch nicht alles ausgedacht habe,
sondern mein Kopf einfach nur jetzt ein wahnsinnig guter Sci-Fi Autor ist.
Aber..
Wenn ich wirklich bevorzugt wurde, und mir alles andere nur eingebildet habe:
Hey, Anna, Tayuya, es tut mir von Herzen leid.
Das wollte ich nicht.
Hey, Mama.
Ich liebe dich trotzdem.
Bitte verstoss' mich kein zweites Mal, sollten wir uns jemals wiedersehen.
Leben ist anstregend.
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