Sonntag, 28. April 2019

"Los, steh auf"

Ich hab' wieder Episoden wo ich vor lauter Anspannung permanent schreien könnte.
Ich weiss nicht wohin mit dieser Energie in mir drin, diesen Gefühlen die sich aus meinem Herzen in den restlichen Körper fressen,
bis sie meine Haut erreichen, wo sie dann mit Lichtgeschwindigkeit hin und her rasen, mich mit Neonlicht und diesem nur für mich hörbaren, unerträglich schrillen Kreischen erfüllen.
Ich will mir den Kopf gegen die Wand schlagen, damit er endlich still ist.
Ich will mir die Haut aufschneiden, aufreissen und diese Millionen von Tönen und Worten und Satzfetzen und Melodien freilassen,
in der Hoffnung dann endlich wieder ein bisschen ruhe zu haben.

Manchmal steh' ich irgendwo - im Laden, im Bus, zuhause - und plötzlich hört die Erdanziehung auf zu wirken.
Plötzlich schwebt alles davon, was ist, nur um in sekundenschnelle wieder auf den Boden zurückzuprallen und an meiner verkorksten Wahrnehmungsverdrehung zu zerschellen. Meine Bananenmatrix mit ihren ganz eigenen Gesetzen braucht 5 Minuten platz. Ich fühle den bodenlosen Abgrund unter mir und plötzlich ergibt nichts mehr Sinn.

Es ist eklig und nervig, weil es meinen Lebensrhytmus durcheinanderwirft.
Hey, ich hab doch grad Harry Potter gehört.
Ey, jetzt hab ich nicht mitgekriegt welches Lied zuletzt lief.
Gott verdammt, jetzt muss ich das Video kurz zurückspulen weil ich die letzten Sekunden verpasst hab.
Ey, alter. Schalt mal die Welt wieder an. Ich bin grad so gut dabei, zu leben.
Lass mich doch bitte.

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