Montag, 8. Juni 2020

Kaktusherz

Die Welt ist ein paar Farbtöne zu dull, zu grau, zu belanglos.
Mein Herz ist ein kleines bisschen zu schwer.
Ah.. ich bin traurig.

Sein ist ein unvermeidlicher Spiegel von all dem, was eigentlich so unfassbar nichtig ist,
eine Zusammenfassung von all den Belanglosigkeiten die einem in seinem Leben begegnen,
und die erst durch dieses Zusammenfassung, überfliegen, komprimieren überhaupt an Wert gewinnen.

Weil sie dann, später mal, als ein Leben gelten.
Weil sie das sind, an das sich später erinnert wird, das Fundament meiner Existenz, der Beweis, das ich gelebt habe.
Aber in sich selber, in dem Moment in dem ich sie erlebe sind all diese Dinge so unfassbar unwichtig dass ich fast lachen will; jeder Tag ist so unfassbar nichtig, so unfassbar.. nichts.
Und entsprechen kann auch ich nichts sein, nicht mehr als diese Zeit in der ich lebe,
nicht mehr als ein paar Seufzer und ein bisschen Wind.

Manchmal ist mein Herz der Donner, laut, präsent, einschüchternd.
Manchmal ist mein Herz der Blitz, nur eine Sekunde lang, dafür grell und eindrücklich.
Manchmal ist mein Herz die Sonne, warm und gross und strahlend.

Heute ist mein Herz der Regen, grau und schwer und unsichtbar.

Heute ist meine Seele geschlossen, Ruhetag.
Da ist ein Schild für alle, die hergekommen sind ohne es zu wissen,
ein Schild für niemanden ausser mir.
Ruhetag wegen Wasserrohrbruch, der ganze Regenbogenlauf unter meiner Haut läuft leck.
Aber sobald die Farben nach aussen sprudeln werden sie grau und schlammig und dick und träge.
Mein Herz ist grau und schlammig und dick und träge.

Ich bin müde.

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