Inmitten von all dem grauen Einheitsbrei der die Welt grade ist,
schaffe ich mir eine Sekunden-Insel, eine Moment-Insel,
einen Augenblick Licht.
Ich schliesse die Augen und werde hyper-aware wie der Zug dahingleitet, ab und an etwas rüttelt,
ich höre die Räder auf den Schienen gleitend ächzen, die Abteiltüre die im Rhytmus der Fahrt rasselt und rattert, eine Symphonie aus Alltag und dem Bewusstsein, dass diese Welt in diesem Augenblick stattfindet.
Es riecht nach Rauch und alten Sitzbezügen, nach dem Seufzen von Menschen nach einem langen Arbeitstag.
Mir wird bewusst wie weit ausgestreckt die Erschöpfung meines Gegenübers auf der Bank liegt, viel weiter als er selber. Mir wird bewusst wie weit meine eigene Erschöpfung reicht, viel weiter als die Grenzen dieses Planetes.
Ich öffne die Augen und durch diesen grauen Schleier der absoluten Nichtigkeit eines jeden Momentes sehe ich, dass ein kleines Mädchen auf dem Sitz neben mir mit einer Puppe spielt,
selbstvergessen und zufrieden damit, nicht viel mehr zu sein als Zeuge und Akteur diesen Moments.
Und ich denk mir, vielleicht sollte ich auch öfters damit zufrieden sein, wie es grade ist, ohne daran zu denken, wie es grade nicht ist.
Ich sitze - nicht: Ich bin noch nicht zuhause
Mein MP3 Player hat noch Akku - nicht: Ich hab schon wieder vergessen dieses Lied draufzuladen.
Zufriedensein. Dasein. Sein.
Ich.
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