Montag, 11. Juli 2016

Tag 91/92 | Natürlicher Aggregatszustand: Verwirrt

Es pisst mich so dermassen an das ich heute nicht inner Klinik war.
Zum einen hab verschlafen und zum anderen bin ich richtig schrecklick erkältet.
Deswegen habe ich mich ordnungsgemäss abgemeldet, alles easy.
Aber es ärgert mich so, ich will dahin, ich will bei diesen Leuten sein,
ich will mit meinen Themen vorwärtskommen.
Ich glaube, weil ich im Moment so auf Tempo aus bin,
frustriert es mich so sehr, das es nicht im gewünschten Tempo vorwärts geht.
Dabei ist es gar nicht möglich, da mehr Geschwindigkeit reinzubringen.
Ich werde mit vielen Themen austreten, die ich ambulant weiterbehandeln werde,
ich werde viele Themen in mein weiteres Leben mitnehmen,
vielleicht werde ich manches bis ans Ende meines Lebens nie 100% durchhaben.
Und das ist völlig okay!
Zumindest rational gesehen, weiss ich das auch.
Es ist eben so.
Das Leben ist im Grunde genommen nur ein winziger Ausschnitt aus dem Ganzen,
auch wenn ich nicht weiss was "Das Ganze" in diesem Falle sein soll.
Vielleicht unser kompletter Kosmos, keine Ahnung.

Manchmal denke ich, der 26.8 kommt viel zu schnell, und das jede Minute, die ich da nicht nutze, verloren ist.
Manchmal ist es voll okay, und ich habe gar kein Problem damit, dass ich am 26.8 Austritt habe.

Was mir aktuell viel mehr Sorgen bereitet,
ist die anstehende Hochzeit meines Vaters.
Das ist so ein riesen Scheissanlass auf den ich so absolut keine Lust habe.
Im Ernst, es nervt mich richtig, dass die ausgerechnet jetzt heiraten müssen.
Und das ich dabei sei muss.
Bäh.

Ansonsten hat Mitpatientin R. die letzte Woche,
und C. auch.
Das ist total schade, die werden sehr sehr fehlen.
Generell hagelt es im Moment Austritte wie bekloppt.
Die Gruppe verändert sich.

Mir kann es grade echt nicht schnell genug Abend werden,
damit ich ins Bett kann und morgen wieder dahin.
Ich will was tun!
Sonst fühl ich mich so nutzlos.


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