Meine Top 5 Lieblingsgedichte, 10 hab ich nicht ^^,
ohne konkrete Reihenfolge, wie sie mir grad einfallen:
1. Ame ni mo makezu - Kenji Miyazawa
"not losing to the rain
not losing to the wind
not losing to the snow nor to summer's heat
with a strong body
not fettered by desire
by no means offending anyone
always quietly smiling
every day four bowls of brown rice
miso and some vegetables to eat
in everything
count yourself last and put others before you
watching and listening, and understanding
and never forgetting
in the shade of the woods of the pines of the fields
being in a little thatched hut
if there is a sick child to the east
going and nursing over them
if there is a tired mother to the west
going and shouldering her sheaf of rice
if there is someone near death to the south
going and saying there's no need to be afraid
if there is a quarrel or a lawsuit to the north
telling them to leave off with such waste
when there's drought, shedding tears of sympathy
when the summer's cold, wandering upset
called a nobody by everyone
without being praised
without being blamed
such a person
I want to become"
2. Ringe - Rainer Maria Rilke
"Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang. "
3. Tears - John Vance Cheney
"Not in the time of pleasure
Hope doth set her bow;
But in the sky of sorrow,
Over the vale of woe.
Through gloom and shadow look we
On beyond the years!
The soul would have no rainbow
Had the eyes no tears."
4. Der Panther - Rainer Maria Rilke
"Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein."
5. Du hast sie, Herr - Theodor Sturm
"Ich betete:
Du hast sie, Herr, in meine Hand gegeben,
Dies treue Herz an meine Brust gelegt,
Du hast ihr friedlich, kindlich heiteres Leben
Durch meines Lebens trüben Ernst bewegt.
Drum wolle, Herr, so viel des Glückes geben,
Dass nicht zu sehr die Sorge Raum gewinnt,
Dass der Geliebten anspruchsloses Leben
An meinem Herzen friedlich still verrinnt.
Der Herr sprach:
Ich wandle meiner Weisheit ew'ge Wege,
Von mir beschrieben ist jedwede Bahn;
Wie du gebeten, kann's erfüllt nicht werden,
Doch wie's erfüllt wird, ist es wohlgetan!
Du sollst verwehen wie die Spreu im Winde,
Und sie soll weinen, lang in bitterm Schmerz.
Doch auch verrinnen sollen diese Tränen,
In mild Vergessen tauchen sie ihr Herz.
Und wenn sie dann das matte Haupt erhebet,
Soll sie erblicken sanften Sonnenschein;
Zwei helle Augen will ich ihr entzünden
Und neuer Liebe herzlichen Verein.
Wie du gebeten, kann's erfüllt nicht werden,
Doch wie's erfüllt wird, ist es wohlgetan.
Drum sorge nicht! Wenn lange du verschollen,
Bricht ihres Glückes später Morgen an."
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