Ich sage zwar, dass es stinkt, aber eigentlich.. werde ich im Moment so reich beschenkt vom Leben.
Am 19. Oktober starte ich meine neue Stelle. Ich habe einen Job. Ich habe endlich einen Job. Einen, der mir nicht aus Mitleid gegeben wurde, einer, der mir nicht von irgendwem zugewiesen wurde, einer, wie es tausende da draussen gibt - ein Stück Normalität in meinem sonst selten "ganz normalen" Leben.
Ein Stück Normalität, dass ich mir selber erarbeitet habe. Selber beworben, selber zum Bewerbungsgespräch, selber überzeugt.
Niemand hat für mich gesprochen, gute Worte eingelegt, niemand hat mich darauf hingewiesen, mir gesagt, was ich schreiben und sagen soll. Niemand hat mich zurechtgezupft, damit ich in diesem "Draussen" auch ja Anschluss finde. Nichts retouchiert, nichts überblendet oder schöngeredet.
Ich, als das Ich, dass ich aktuell bin, mit all den Ungewöhnlichkeiten und all den ganz normalen Normalitäten. Ich.
Natürlich ist vieles ein bisschen anders als "normal". Ich bin erst sechs Monate per Arbeitsversuch da, die IV zahlt meinen Lohn und so ein bisschen ist da halt schon noch "Ausnahme".
Aber ich glaube, das ist okay. Auch das gehört zu diesem Ich, das jetzt grade hier sitzt. Es ist okay, dass ich in verschiedenen Facetten leuchte, dass ich manchmal gar nicht leuchte.
Es ist okay, dass die Umstände halt ein bisschen.. umständlicher sind.
Und doch, ich will eigentlich nur Normalität. Das, was für diesen mysteriösen "Grossteil" der Menschen Normalität ist. Einfach ein kleines Leben.
Und ich glaube, ich bin unterwegs dahin. Halt etwas langsamer als andere, aber unterwegs. Und für den Moment ist das alles, was ich mir wünsche.
Ich habe unfassbar Angst vor dem Stellenantritt.
Aber es ist okay. Neue Dinge sind nicht mein strong suit.
Aber es ist endlich okay. Weil ich weiss, dass ich das schaffen kann.
Ich stelle mich der Situation dann, wenn sie da ist. Und bis dahin.. geniesse ich ein kleines bisschen das Gefühl, ganz alleine - nicht ganz, aber doch, irgendwie alleine - diesen kleinen riesigen Schritt in Richtung eines Lebens, das ich mir wünsche, getan zu haben.
Danke, dass ich das erleben darf.
Danke.
Ich freue mich so für dich! Kenne das selbst mit dem "alles ein bisschen umständlicher" sehr gut. <3
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