Manchmal hasse ich es, dass ich so investiert sein kann in eine einzige Sache.
Ich denke Tag und Nacht nur noch an etwas, überlege, erlebe, fühle, studiere
Das kann ein toter Vogel am Strassenrand sein, eine Projektarbeit im Büro oder eben - Bücher.
Bücher, Bücher, ich liebe Bücher.
Obwohl ich in letzter Zeit den Manga sei dank nicht allzuviel Neues gelesen habe so Roman-mässig bleibt diese Liebe ungebrochen.
Zur Zeit ist es wieder Die fünf Tore von Anthony Horowitz. Neben den Pitt-Romanen und einigen einzelnen Büchern meine absolute Lieblingsreihe überhaupt.
Sie.
Sind.
So.
Gut.
!
Tragisch, furchtbar traurig, wahnsinnig emotional - aber auch spannend, mitreissend, packend, verschlingend!
Ich liebe die Charaktere, ich liebe die Welt, ich liebe die Entwicklungen die sie alle durchlaufen - und ich liebe die unfassbar tragische heldenhaftigkeit des Protagonisten.
Er ist ein gottverdammter Held und niemand kann mich da umstimmen.
Ufffffffffff....qwii9ajdfoiasdfölk
Ich weiss nicht recht, wie ich all dieser Energie, die ich in mir trage, ausdruck verleihen soll.
Manchmal ertrage ich es fast nicht, weiterzulesen, selbst wenn ich die Story längst auswendig weiss, weil so viele Emotionen auf mich einprasseln und ich mich selber anzünden muss, damit dieses Feuer in mir drinn einen äusseren Ausdruck finden kann.
Das war nicht immer so.
Als ich direkt von der Klinik kam im Winter 2017 hatte ich so ziemlich das Gefühl, dass sich nicht viel geändert hat. Ich konnte die Veränderung nicht begreifen, weil sie noch so neu war.
Aber dies ist eines der Beweise dafür, das sich GRUNDLEGEND etwas geändert hat. Etwas so unglaublich grosses und wichtiges; meine Gefühle.
Dass ich etwas lese und dabei fast sterbe weil ich wahrnehme, was diese Buchstaben in mir hervorrufen, dass ich das kann und auch aushalte, dass ist fast ein Wunder.
Dass ich diese Intensität an Emotionen wahrnehmen kann, dass ich fast wahnsinnig werde weil ich so viel zu sagen habe dazu, das ist etwas unheimlich Gutes, auch wenn es sich für mich im Moment sehr unangenehm anfühlt.
Dass ich nicht wie bisher zwar kognitiv verstehe was ich lese und auch erahnen kann, was es in mir auslösen könnte aufgrund von analysen und vorherigen erfahrungen mit der Welt und deren Funktionsweise, dass ich wirklich WIRKLICH meine Gefühle wahrnehme und nicht nur das, was ich mir rational errechne könnten meine Gefühle sein - das ist krass.
Einfach nur krass.
Gute Dinge passieren.
Seit Kurzem schreibe ich mit Dean auf WhatsApp.
Das ist an sich nichts besonderes, aber es ist so.. ich verstehe diesen Menschen nur schlecht.
Nicht sprachlich oder so, sondern.. ich kann ihn und sein Verhalten nicht lesen und deuten.
Er ist ein äusserst lieber, kommunikativer Mensch der viel nachfragt und sehr zuvorkommend ist.
Aber ich.. verstehe nicht, warum er unbedingt mit mir schreiben will.
Er weiss, dass ich Sex dumm finde und das ich übergewichtig bin, er weiss, dass ich viel Zeit in MC verbringe (von da kennen wir uns) und einen echt nicht so spannenden Beruf habe.
Und doch will er mit mir schreiben.
Warum?
Was hat er denn davon?
Was erhofft er sich?
Wieso?
Ich merke, ich bin misstraurisch und ein bisschen macht mich das traurig.
Natürlich kann man einfach nur so mit jemandem reden wollen.
Aber ich kann das nur schlecht glauben.
Ich fürchte, dass ich Opfer einer Wette geworden bin,
dass ich ein Platzhalter sein soll, dass das alles nur ein Witz ist.
Ich scheue mich davor, Dean zu mögen, weil ich ihn so schlecht lesen kann udn nicht weiss,
was seine Antriebe sind.
Ich bin ein furchtbar misstrauischer Mensch.
Vielleicht ist das der Grund wieso ich zwar sehr viele Bekanntschaften, aber nur wenige Freunde habe.
Nicht, dass man mich falsch versteht; ich finde es in Ordnung so.
Ich brauche keine 2392039 Freunde, aber es ist schön viele Leute zu kennen.
Oberflächlich, ohne grosse Verpflichtung.
Eine.. Freundschaft- wenn man so will. Nicht + sondern -, nicht weil die Bekanntschaften weniger wert sind, sondern einfach weniger tief.
Ich werde einfach schauen müssen, wo uns das Ganze hinführt.
Ein wenig auf der Hut sein schadet nichts, denke ich.
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