Uh-oh.
Das Leben bleibt nie stehen.
Es ist Wind und Sturm und Blätter die umherwirbeln,
all die Dinge, die niemals stillstehen.
Manchmal denke ich mir, meine Tagen müssen doch eigentlich viel mehr als nur 24 Stunden gehabt haben, so viel wie schon wieder passiert ist, am passieren ist, passieren soll.
Es geht mir ein bisschen besser.
Es ist, wie mein ehemaliger Psychologe mal sagte: Krisen sind wie Panikattacken - Wellen.
Sie kommen, bauen sich auf, brechen am höchsten Punkt und verebben dann wieder.
Letzte Woche bin ich endlich mal zum Arzt.
Nach nächstelangem wachsein weil mich Panikattacke um Panikattacke nicht schlafen lassen wollte,
und ich wirklich heftige Schmerzen in der Brust hatte, dachte ich mir, dass es nun gerechtfertig ist, das mal abchecken zu lassen.
Ich fürchte mich immer davor, zu übertreiben oder zu oft zum Arzt zu gehen oder sowas, dass man mir überreagieren unterstellt.
Das furchtbare dabei ist, dass "mein" vegetatives Paniksyndrom dadurch ausgelöst werden, dass ich körperliche Symptome verspüre, die sich durch die Panik dann nur noch verstärken und schon sitzt man inmitten eines wundervollen Teufelskreises aus dem man nur schwer ausbrechen kann.
Ja, nun.. ich war also beim Arzt und der hat mich nach kurzer Untersuchung relativ sofort zum EKG angemeldet und irgendson whatever-test mit dem die Herzkranzgefässe gecheckt werden.
Bluttest und noch mehr abhorchen, abtasten blah.
Es war.. niieecht soo geil.
Ich hasse EKGs.
In der Klinik musste ich die regelmässig machen, zur Überwachung der Panikattacken und aus Routinegründen wegen Medis.
Das ist einfach so widerlich wenn sich das Zeug an die Haut saugt und es ist laut und man ist nackt und diese "ruhige" Situation die eigentlich angestrebt wird ist definitiv NICHT vorhanden.
Jesus Maria.
Auf jeden Fall gab es dann entwarnung, das Herz ist gesund, alle Gefässe drumherum sind gesund - aber es tut halt immer noch weh wie sau.
Das schlussendliche Ergebniss war dann, dass ich mir eine Brustmuskelfaser gezerrt habe, vermutlich wegen überanstrengung.
Was genau dazu geführt hat, lässt sich natürlich nicht sagen, aber da ich ein sehr inaktiver Mensch bin und in meinem ganzen Leben noch nie professionell Kugelstoss und/oder Tennis oder so betrieben habe bleibt nur noch eines: Ich habe mir bei einer Panikattacke den Brustmuskel gezerrt, weil ich so hart verkrampft war.
Vielleicht liegts auch daran, dass es so viele waren, aber ernsthaft.. wärs nicht so dumm würde ich drüber lachen.
Da soll nochma einer sagen, es "ist alles in deinem Kopf".
Meine Ärztin meinte auch, dass sie das so noch nie erlebt hat.
Grossartig.
Jetzt bin ich wieder auf Schmerzmedis und krieg das Leben nur so halb mit, was aber in Ordnung ist.
Ich will eigentlich noch viel mehr schreiben.
Ich hab viele Sätze im Kopf und vor allem auf dem Herzen, die ich grade nicht so recht ausformulieren kann.
Etwas darüber, dass ich mir den Kopf zerbreche, wie ich ein guter Mensch sein kann.
Etwas darüber, dass Vanessa bald Geburtstag hat und ich nicht weiss, ob ich ihr was schenken soll,
weil ich sie echt gerne mag, aber das Gefühl habe, dass das merkwürdig wäre und sie von mir vielleicht gar nichts will.
Etwas darüber, dass Zwischenmenschliche Beziehungen ermüdend sind und ich echt nicht weiss, wo ich die ganze Energie für tägliche Interaktionen hernehmen soll.
Etwas darüber, dass mein Vater vor einigen Tagen einfach so angerufen hat, um mir zu meinem Semesterzeugnis zu gratulieren (meine Schwester hatte ihm das erzählt) und mich zu fragen, ob alles in Ordnun sei. Dieser Anruf hatte ein solches punktgenaues Timing, dass ich eine Sekunde lang angst hatte, er hätte aus irgendwelchen Gründen einer meiner letzten Einträge gelesen, auch wenn ich weiss, dass das nicht sein kann.
Etwas darüber, dass Leben anstregend ist.
"Leben ist anstregend."
-Jin, immer
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