Samstag, 24. November 2018

Worlds

Irgendwie sterbe ich ein bisschen wenn ich alte Texte von mir über Siomis durchlese.
Holy shit.
Zum einen weils so kindlich geschrieben ist, und zum anderen weil es so durch und durch nur so von Hilfeschreien trieft.
Like.. diese Gefühle der Jugendlichen sind meine. Jeder einzelne hat etwas von mir mitgekriegt und ich lache und weine ein bisschen, wenn ich mich daran erinnere.
Das Thema des Ankommens, irgendwo dazugehören, geliebt werden ist so.. krass stark vertreten.
Ich meine, selbst ein sozial inkompetentes Brötchen wie Larsrar wir so unglaublich geliebt von seinen Freunden.
Es war ne verdammt lange Reise bis dahin, aber mittlerweile ist er ein fester Bestandteil und so unfassbar wichtig.
Und ich glaube, die Figur des Larsrar ist auch für mich unglaublich wichtig.
Ich würd so von Herzen gerne diese Figuren zu Papier bringen, bin aber a) einfach zu faul mir künstlerisches Talent zu erarbeiten und b).. haben meine Figuren, und damit meine ich alle denen ich je leben eingehaucht habe, keine Gesichter.
Sie.. sehen nicht aus. Nie.
Es gibt zwar immer wieder Beschreibungen und alles, aber ich erinnere mich sehr oft selber gar nicht mehr dran, wenn es nicht grade etwas sehr prägnantes ist.
Weil sie alle Gesichtslos sind, körperlos, mehr ein.. Gefühl. Schwer zu erklären.
Ich frag mich, ob es anderen Schreibermenschen auch so geht damit.
Ja, auf jeden Fall scheue ich mich deshalb davor, eine bildliche Version meiner geliebten Lieben zu schaffen, aus Angst, dass ich sie dann nicht mehr wiedererkenne.
Dass sie mir dann entgleiten.

Aber ich würde auch beispielsweise unheimlich gerne die Szene nach Tonams Tod zeichnen,
sein Zimmer mit der Kommode und dem Schreibtisch, über und über mit Blumen und Kerzen und Blättern ausgelegt, die Worte mit weisser Kreide auf blassgrünen Wänden die von so viel Liebe und Trauer sprechen, die Efeuranken und fantasievollen Muster die in den Türrahmen eingeritzt wurden.
Die Sonne, die ganz schwach durch das offene Fenster scheint und auf das Bett in der Ecke fällt, wo fünf erschöpfte, trauernde Jugendliche für ein paar Stunden Frieden finden.
Eng umschlugen, zweckmässig sich gegenseitig Halt gebend.
Meine armen, armen, tapferen Babys, oh mein Gott.
Ugh.
Mein Herz quillt über.

Schreiben ist etwas wundervoll schmerzhaftes.

2 Kommentare:

  1. Du, das ist normal. Vollkommen normal. Ich erarbeite mir die Gesichter meiner Charaktere oft, indem ich sie zeichne. Ansonsten weiß ich bei den meisten Augen- und Haarfarbe + Größe. So ungefähr. Und die schreibe ich mir vorsichtshalber auf, damit ich es nicht vergesse.
    Und dann zeigen sie mir erst nach vielen Jahren, wie sie so ganz aussehen oder tauchen figürlich vor meinen Augen auf.

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    1. Ich habs ganz verpasst dir zu antworten, sorry o.o
      Ich finds' total spannend, dass es offenbar nicht nur mir so geht, bisher sind mir nur Autor*innen begegnet, die immer ganz klare Vorstellungen hatten.
      Ich frage mich, ob das an der Herangehensweise liegt, also das "Personen erfinden" oder "Personen kennenlernen" im Kopf quasi
      Sowas wie die CIs

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