Ich denke, "Grenzen" ist ein guter Titel von heute.
Physisch war heute eine echte Katastrophe, aber seit dem Arzttermin heute Abend gehts besser.
Es beruhigt, das jetzt endlich mal umfassendere Tests gemacht werden,
muss irgendwann die Tage auch mal ins Spital fĂĽr umfassende Ultraschalls usw.
Es geht voran. Das ist gut.
In der Klinik gings in der Morgeneinstimmung um Dinge, die im Leben nicht mehr passieren.
Vielleicht sieht man nie wieder Paris, vielleicht isst man nie wieder echte italienische Pizza.
Vielleicht sieht man eine Person nie wieder, vielleicht findet man dieses eine Teil, das man vermisst nie wieder.
Das Thema ist faszinierend.
Da ist so vieles, was man nie wieder sehen, hören, fühlen wird,
oder vielleicht erst gar nie im Leben.
Und wir werden es nicht vermissen, zumindest das Meiste davon.
Man kann nicht alles erleben, alles haben.
Das Leben ist eine Teilwelt, ein kleines StĂĽck von vielen zusammen.
Manchmal denke ich mir, es ist diese Sicht auf das Leben, die mich traurig macht.
Was sind wir denn wert, wenn wir nur ein winziges StĂĽckchen sind?
Ich habe keine Ahnung.
In der Gestaltungstherapie mussten wir aus verschiedenen Kärtchen mit verschiedenen Linien eine auswählen und unsere Stimmung in einer Farbe erklären.
Ich habe mich fĂĽr Gelb-GrĂĽn entschieden.
Einfach etwas das nicht rein ist, ausserdem finde ich Gelb frĂĽh morgens total eklig.
Ich kann das schlussendliche Ergebnis nicht erklären, ich mach morgen ein Bild.
(Ich probiers^^)
Aktuell lese ich eine Buchreihe (Die FĂĽnf Tore) zum zweiten Mal, und ich LIEBE sie!
Ăśber Mittag hab ich mich in das kleine Wohnzimmer unterm Dach in der Klinik zurĂĽckgezogen und weitergelesen.
Und jetzt kann ich Teil drei nicht lesen weil ich in einem Anflug von geistiger Umnachtung nur Band 1,2,4,5&6 gekauft hatte damals, weil.. WEEEILLL. Keine Ahnung.
Aber jetzt muss ich warten bis die Bestellung angekommen ist, meeeeeeeeh T_T
Auf jeden Fall hatte ich Nachmittags dann nur Einzel mim Psychologe,
Blutabnahme wurde auf Morgen verschoben weil noch eine Unterschrift fehlt.
(Yay, happy happy BĂĽrokram)
Im Einzel gings dann auch um Grenzen - Wahrnehmen, verstehen, akzeptieren.
Vorallem aber das Recht, diese einzufordern.
Das ich sagen darf, das mich etwas nervt, das ich mal die Geduld verlieren darf.
Das ich nicht immer unendlich geduldig sein muss.
Ich glaube, jemand, der lange psychisch Krank ist, neigt sehr dazu, einfach nur zu ertragen.
Einfach zu erdulden und zu warten und zu ertragen und immer tiefer zu rutschen und trotzdem zu ertragen.
Es ist verdammt schwer, sich bewusst zu machen, dass man eine Wahl hat.
Das man mal total sauer werden darf, auf die Vergangenheit, die Familie, die Umstände.
Das man auch mal auf Leute, die man doch eigentlich lieb hat und nicht verletzen will,
so richtig wĂĽtend sei darf.
Das ist okay.
Ich kann das noch nicht annehmen.
Ich kann es rational verstehen, aber ich kann es noch nicht umsetzen.
Grenzen setzen.
Stop sagen.
Das ist schwer.
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