"GlĂĽcklich ist, wer sein Schicksal nicht als Schlag betrachtet."
Moment, vielleicht wird ein Schlag ja von unten betrachtet zu einem "etwas ausheben",
das wiederum könnte ein Symbol für Neuanfang sein, etwas pflanzen das wächst, das lebt.
Oder man begräbt wen, den man vorher erschlagen hat.
Alles eine Frage der Sicht.
Heute ist okay, es ist nicht gut oder es ist eben.
Mein erster "langer" Freitag, hab ja jetzt die eine SchĂĽlerin Freitag Nachmittag nicht mehr *schnĂĽffz*
Morgens beim gemeinsamen FrĂĽhstĂĽck hab ich mich beim Pfleger fĂĽrs BZA abgemeldet,
hatte ja mit meiner BP gestern besprochen, dass ich schau wies geht und wenns nicht geht dann eben nicht.
Irgendwie.. keine Ahnung. Es wär echt ein Zwingen gewesen.
Ich hab Angst davor, wenn jemand mit zwei so Stöckern auf mich zu kommt,
es weckt so viele unangenehme Erinnerungen, es triggert.
(Der Unterschied zwischen Trigger und Erinnerung ist, dass der Trigger ein sehr starkes Gefühl auslöst. Das kann gut oder schlecht sein. Die Erinnerung ist.. einfach nur eine Erinnerung.)
Diese andauernde Hab-Acht-Stellung und der 360° Radar machen mich echt fertig.
Diese dauernde Angst, das mich jemand damit gleich erschlägt ist unerträglich.
Dem wollte ich mich einfach nicht aussetzen, und es war die richtige Entscheidung.
Es war sehr schwer zu sagen "Nein, ich will jetzt nicht!",
beide, meine BP und der Gruppenleitende Pfleger haben mir empfohlen, weiter zu gehen,
und irgendwie setzt da ganz stark mein PflichtgefĂĽhl ein.
Will doch nicht faul sein, will doch nicht feige sein, nur vermeiden.
Aber ich habs trotzdem geschafft und das ist gut.
Ein bisschen stolz bin ich ja auch auf mich deswegen.
Dafür hab ichs nicht geschafft, der einen Mitpatientin für das Gespräch am Mittwoch zu danken.
Es war sehr.. erleuchtend.
Es hat einiges in mir geweckt, und jetzt, nach zwei Tagen bearbeitungszeit weiss ich,
dass es auch ein wenig was gelöst hat.
Statt BZA hab ich meinem "Patenkind" die Station gezeigt und alles ein wenig erklärt.
Hab ich das Patensystem da schonmal erläutert?
Falls ja: Egal, ĂĽberspringts.
Falls nein: Hier habters.
Es ist so, das jeder, der neu in die Klinik kommt, einen Paten aus der bereits vorhandenen Patientengruppe kriegt,
dieser Zeit ein wenig die Räumlichkeiten, erklärt grob wo was ist, wo kann man hin wenn man Ruhe braucht,
wo im Notfall, was wer sowieso.
Ausserdem werden auch so die Wichtigsten Regeln erklärt, wo gehören Jacken & Schuhe hin,
wo darf geraucht werden, wie ist es mit der KĂĽche usw usw.
Ich mach das irgendwie gerne, aus mehreren GrĂĽnden.
Zum einen zeigt es mir, das ich in der Lage bin, mir sowas zu merken.. grade mit merken hab ich so meine MĂĽhe aktuell.
Ausserdem macht es mir das einfacher, auf neue Patienten zuzugehen.
Ich hab halt einen Grund diese anzusprechen, bin ja Pate.
So kommt man leichter ins Gespräch.
Ausserdem ist es einfach auch ein gutes GefĂĽhl wenn sich jemand an mich wendet, weil er etwas wissen will.
Irgendwie schräg.^^
Auf jeden Fall hab ich dann ersma Pate gespielt und bin nachher spontan in die Ergo hoch.
Die Ergotherapeutin ist ja aktuell in Urlaub, deswegen läuft die autonom.
Zuerst war ich ganz alleine, und ich konnte in aller Ruhe meine innere Nicht-Ruhe an Speckstein auslassen.
Das Zeugs ist soooo toll!
Ich liebe Speckstein.
Er ist so weich, er ist so hart. Er ist so bunt, er ist so geduldig mit mir.
Ein bisschen mit der Säge drauf rumgehackt.. hat gut getan.
Und ich konnte endlich mal ein GefĂĽhl benennen.
Ich glaube, ich war sehr wĂĽtend.
Wütend, weil keine fünf Minuten Ruhe ist, weil immer was wehtut, die Ärzte nicht wissen was los ist,
ich meinen Panikattacken ausgeliefert bin, ich ĂĽberfordert bin,
so vieles grade einfach hinten und vorne nicht passt.
Das hat mich unheimlich wĂĽtend gemacht.
Und es hat sehr sehr gut getan, das zu erkennen und den armen Speckstein zu massakrieren.
Aber hey, es ist auch was bei rausgekommen!
Aus einem der Splitter hab ich dann noch was "sinnvolles" gemacht.
Es sieht so toll aus, wenn man Speckstein mit Schleifpapier 1200 schleift.. wunderschön <3
Irgendwann is auch noch ne Mitpatientin dazugekommen.
War echt nett.
Nachmittags war dann Achtsamkeit.
Und DAS ist die Achtsamkeitsgruppe, die ich vermisst habe!
Bei der anderen Gruppe am Donnerstag, wo ich jetzt bisher war, ist es einfach.. ih.
Also, die eine Pflegerin macht das super, aber der Psychologe der da abwechselnd mit ihr macht ist so.. nein.
Das ist so oberdämlich.
Wir machen jedesmal das genau fucking selbe.
Achtsamkeit ist so GROSSARTIG, es gibt so unendlich viele Möglichkeiten!
Aber nein, immer dumme Hirsesäckchen und dummes hin und her gewackel,
Ieeehaaaifbeipsgsdnjawifo.
Jaja, ich bin froh, wieder in der Freitags-Gruppe zu sein.
Da war ich letztes Mal schon.
Die wird von meiner BP & dem einen Pfleger geleitet.
Der eine der...hier schon oft vorgekommen ist, ich glaube das merkt man nur nicht unbedingt :D
Es sind ja nur insgesamt vier Pfleger, zwei Frauen und zwei Männer.
Und "der Pfleger" ist meist der eine halt, bei dem ich BZA, Literaturgruppe und so einiges anderes habe^^
Auf jeden Fall: Achtsamkeit.
Dieses Mal geleitet von "dem Pfleger", es ging ums Thema Anspannung.
Wir haben uns zu Beginn notiert, wo auf einer Skala 1-10 unsere Anspannung liegt.
Dann gabs nen kurzen Mediationsteil, danach wiederum aufgeschrieben, verglichen, hat sich was getan?
Dann wurds fies :D
Wir sollten zu zweit zusammen gehen und der eine erzählt etwas, der andere hört nur zu und darf immer mal wieder "Stop" sagen.
Der andere muss dann sofort aufhören zu reden, ein zwei Sekunden still sein und dann weiter erzählen.
Der "Stopper" darf so oft und so schnell hintereinander Stopp sagen, wie er will.
Das ist echt.. ne Herausforderung :D
Als Stopper will man irgendwie wissen, wie die Story, die der andere erzählt weitergeht,
aber man will auch ein bisschen fies sein und oft Stop sagen,
als Erzähler will man andauernd weiterreden und muss höllisch aufpassen, das Stop nicht zu verpassen.
Dann wird wieder aufgeschrieben, wo die Spannung jetzt liegt.
Ebenso nach der darauffolgenden Runde "Ich packe meinen Koffer" und einer "Chill-Einlage" mit Klassischer Musik.
War gut!
Hatte den Pfleger als Partner, und er hat mir erzählt, was er mit meinen Dosen so anstellen würde in meinem Zimmer,
so LED dranpacken, oder eben einen Sessel draus bauen.
Nach der Gruppe hat er das genauer erklärt.. mehr oder weniger.
"Ja eben, Sie nehmen halt so einen richtigen Sessel, und den spicken sie dann so mit Dosen."
Das.. jaa. Nein. What the fuck :D
Dann war noch Wochenabschlussrunde, da war ich ja auch zum ersten Mal dabei.
Sehr unspektakulär, aber irgendwie gings mir nicht gut.
Ich weiss nicht, wieso, ich war total Angespannt.
Ausserdem musste man per Zublinzeln klar machen, wer als nächstes dran ist,
und ja, als jemand, der Mühe damit hat, anderen in die Augen zu sehen ist das so unmöglich.
Fuck it.
Jetzt grade.. denke ich einfach nicht viel.
Ich tu einfach, ich lasse tun.
Nicht denken, das ist schwierig.
Ich zähle die Stunden bis Montag.
Ach jaaaa!
Neuer Wochenplan, schon verschönert <3
Die "evtl. interaktionelle Gruppentherapie" ist deswegen so eventuell,
weil ich am Tag vorher erst Vorgespräch hab, und da geklärt wird, ob die Gruppe was für mich ist.

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