Na, ganz so witzig wars dann doch nicht.
Heute war.. so dermassen Durchwachsen.
Von "Ich will grade nicht mehr" bis hin zu "So kanns eigentlich grade bleiben" war echt alles dabei.
Das ist so furchtbar anstregend.
Die Maltherapeutin hat da was kluges zu gesagt,
sie meinte, dass es für uns Patienten ja nicht so ist,
dass wir nach Hause gehen, die Füsse hochlegen und den Feierabend geniessen,
wir nehmen das alles aus der Klinik mit nach Hause, denke da nochmals total viel drüber nach und eigentlich ist da kein Cut.
Manche treten früher aus, weil sie Therapie-müde sind.
Das kann ich verstehen.
In den bald 8 Jahren Therapie gabs das bei mir auch.
Du magst einfach keine Psychologen mehr sehen,
keine Medis und keine Wartezimmer und du magst nicht mehr über dich reden und Erkenntnisse haben,
du magst einfach nicht mehr.
Aber nicht das "Ich will sterben"-mag nicht mehr, eben mehr eine Therapie-Müdigkeit.
Manchmal brauchts auch einfach eine Weile ohne.
Ich weiss nicht, was denn Tag heute so ambivalent gemacht hat.
Oder zumindest nicht völlig.
In der Morgenrunde gabs.. einen Spruch.
Ich habe vergessen, worums da ging. Irgendwas, dass verschiedenen interpretiert werden kann, haha.
Dann Einzelgespräch war.. phu.
Es ging mir gut, es war okay.
Aber anspruchsvoll.
Eigentlich mag ich dazu gar nicht viel schreiben,
ich mag grade generell nicht viel schreiben..
Ich hab auf jeden Fall die Aufgabe gefasst,
mich mal zu beobachten, wieviel ich im Alltag werte.
Darum gehts um die Art von Werten, die einem nicht immer bewusst ist.
Beispielsweise; Wenn ich etwas sage, wäge ich vorher immer ab, ob es der Person gegenüber schadet oder nicht,
oder ob die Formulierung so stimmt, ob die Wortwahl stimmt und ob ich das Recht dazu habe,
das zu sagen, was ich sagen will.
Das ist Wertung.
Oder wenn ich denke "Fuck, der Regen ist scheisse", dann ist das Wertung.
Aber eben auch Dinge wie "Ich kann jetzt nicht hingehen und nachfragen, wann die Therapie beginnt, das steht mir nicht zu" ist natürlich eine Wertung - und um diese Art der Wertung geht es primär.
Und es ist so erschreckend, dass ich mich gar nicht weiter beobachten will.
Und weil mein Kopf total abgefuckt ist, wertet er sogar das - "ich muss das machen, es wurde mir aufgetragen,
ich bin schon so lange in Therapie, wieso lerne ich nicht dazu, was kann ich denn überhaupt?"
Und genau jetzt in dem Moment frage ich mich, woher ich eigentlich die Berechtigung nehme,
diesen Blog zu schreiben und andere daran teilhaben zu lassen weil es sowieso nichts wert ist.
Und dieses wiederum werte ich weiter mit "Ich darf mich nicht beschweren das ich werte"
Hah.
Es wird lustig.
Es ist so ein Elend, nichts, NICHTS was ich tue, schreibe, sage, denke, fühle, wirklich NICHTSNICHTSNICHTS ist befreit von diesem Zwang, zu passen, angenehm zu sein.
Rational weiss ich, dass ich ein Mensch bin wie jeder andere.
Aber gefühlsmässig, für mich.. weiss ich nichts.
Garnichts, ausser, dass ich kein Egoist sein darf, Türen immer schliessen und das Licht immer ausmachen soll.
Und das ich keine Berechtigung auf irgendwas habe.
Garnicht.
Das ist.. traurig, rational betrachtet.
(Und eine Wertung)
Aber es ist auch irgendwie merkwürdig, plötzlich so auf zwei Ebenen zu denken und zu agieren.
Da, wo ich denke, wo ich weiss, wo ich mir echt an den Kopf fasse was ich so tu und nicht tu,
und da, wo ICH eigentlich stattfinde.. oder es sollte.
Psychoedukation war.. keine Ahnung. Es war.
Mitpatientin hat mir gesagt, dass es ihr gut tut, das ich da bin.
Das war.. oha.
Ich meine.. oha.
Aber das darf es nicht weilwähwarnichtsogemeinntumgotteswillendasistallessofalschuzhejrbnvdrgfedw
Vergesst es.
(WERTUNG, BITCH)
Einzel-Malen war.. nochmal richtig heftig.
(Wertung Teil indefinit)
Ich habe meine Woche auf einem Bild festgehalten.
Ich liebe dieses Blau. Dieses sanfte, liebe, nette blau.
Dieses.. es muss nicht gut werden, weil es das schon ist-Blau, pastellig und warm.
Ich könnte darin versinken und mich nie wieder schlecht fühlen.
(Wertung.)
Und dann ist da das Schwarz, und ein kleiner Erfolg.
Ich habe es zum ersten mal geschafft, wirklich auszuprechen, dass ich grade nicht mehr mag.
Wow.
(Wertung. Hah.)
Im Gespräch mit der Maltherapeutin hat sich das Bild dann entwickelt - und es ging mir wieder besser,
wieder mehr blau,
bis ich gemerkt habe, das mir das nicht zusteht und das Blau immer dunkler wurde,
aber nicht dieses "Hey, das Leben ist schön, ich fühle mich zuhause!" Indigo-Königsblau,
sondern ein merkwürdig abgehellt-dunkel-Blau.
Bäh.
(Yeah, Wertung.)
Aber da ist blau und das ist toll, und bevor ich noch wahnsinnig werde ab all der dummen, unnötigen, rumfliegenden Wertung gehe ich ins Bett.
Abend war toll.
Zumindest bist jetzt.
v_v
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