Montag, 20. Februar 2017

Inner City Blues

Ich verstehe dich nicht.
Ich verstehe kein Wort, von dem was du zu mir sagt,
mir anvertraust, mir einprägen willst.

Ich bin der bodenlose Abgrund, die Jaguare, die Schlangen, gefangen auf der kleinen Plattform.
Ich bin die Kreuzworträtsel, um die Tiere zu befreien,
ich bin ein Mittel zum Zweck.
Ich bin alles, ich bin nichts, ich höre dich nicht, ich sehe dich nicht,
ich existiere nicht.

Eingemauert in meiner Bananenmatrix, Gitterstäbe aus Mondlichtfunkeln,
tausend Sterne explodieren ĂĽber mir.

Schrei mich an, schlag mich tot, ich möchte vergehen.
Verunstalte mein Spiegelbild, gehe weg - und der Spiegel bleibt.
Das Spiegel-Ich, silbern-fein, das Spiegel-Ich, illusion.

Geh doch weg, renne, renne um dein fucking Leben,
lass mich hier alleine, es wird alles zu Ende gehen.

Dunkelheit frisst nicht länger an mir, bin eins mit ihr geworden,
ich bin heute Nacht gestorben,
und wieder neu erwacht.
Nicht als ich, nicht als das hier, ein Wunsch nur, körperlos.

Und ohne Stimme und ohne Bestimmung war ich plötzlich so frei.

Menschen lügen, sie lügen so oft, schminken sich schön,
lächeln sich schön, reden sich schön und schöner.
Sei Aufmerksam, schaue sie an, länger als sie es dir erlauben.
Sehe darunter, wie alles zerbricht,
lass sie mit ihrem Wahnsinn nicht alleine.

Halte Abstand, verfolge sie, langsam, ruhig, bestimmt.
Beachte sie, passe auf, und gehe selber unter.

Du bist fremd hier?
Macht nichts, ich auch.

Lass uns tanzen, mit geschlossenen Augen, lass uns bis in alle Ewigkeit tanzen.
Die Musik in uns drin, wir schaffen mit unseren Körpern,
Musik, vom Mond, vom Himmel, von Wasser,
klar und rein und kĂĽhl und sanft.
Ein Wasserfall der unergrĂĽndlichen GefĂĽhle,
eine Heimat, meine kleine, sĂĽsse Sehnsucht.

Drastisch sterben sie alle - alle meine kleinen Planeten,
mein Universum aus Zuckerglas, mein Triebwerk aus Blumen und frischen Orangen.

Bin ich zuletzt,
hier doch nur,
gelandet, gestrandet, verlassen.

Oh bitte,
Welt,
erscheine mir,
zeige
dich
in mir.

Bin ich auch
alleine,
hier,
erscheine mir vollständig.

Erlaube mir,
ein StĂĽcken Kraft,
Sehnsucht,
Rebellion.

Erlaube mir,
leben.

Segne mich,
heile,
mich,
hier.

Ich gebe diese Welt nicht auf.
Ich höre nicht auf zu hoffen,
ich schaue dich an, ich höre dich nun,
ich will,
sein,
und dafĂĽr werde ich alles,
alles,
tun.

Ich gebe niemals auf.

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