Sonntag, 28. Mai 2017

grieve

Genau jetzt ist der letzte Punkt erreicht.

Mein Vater hat mir grade eröffnet, dass es wohl besser für beide Parteien wäre,
wenn ich ausziehen würde.
Und, was soll ich sagen - ja, vermutlich.

Er käme einfach nicht mehr an mich ran und wisse nicht mehr weiter,
und wenn es weiter geht so wie jetzt, dann halte er das nicht mehr aus.

Okay.
Seine Resignation löst in mir etwas aus, das ich ganz schlecht beschreiben kann;
aber ich weiss ganz sicher, das ich versagt habe.
Das ich es letzen Endes halt wirklich nicht geschafft habe, mich zu erklären,
verständlich zu machen, wie es mir grade geht oder was grade passiert.
Ich habe es nicht geschafft, zum Ausdruck zu bringen, das ich mich wirklich bemühe,
und das mir was dran liegt, unser Verhältnis zu richten.

Alles, was ich geschafft habe, war, im noch mehr Sorgen zu bereiten und zur Last zu fallen.

Damit wäre klar, dass der Vorschlag von meinem Psychiater,
im Herbst nochmals in Klinik zu gehen, definitiv gestorben ist.
Ich glaube, mein Vater würde das nicht aushalten.
Und es ist okay, er muss das auch nicht. Es ist nicht sein Fehler, dass ich nicht weiss,
was ich sagen soll und wie ich mich erklären soll.
Es ist niemandes Schuld, dass es für manche Dinge keine Worte gibt.

Es tut mir nur von Herzen leid, dass ich nicht seinen Erwartungen entsprechen konnte,
und das er meinetwegen soviel am Ende war.
Es tut mir von Herzen leid, dass ich ihn nicht hab stolz machen können.
Es tut mir leid, dass ich krank bin, und mit der Welt nicht zurecht komme.
Es tut mir so leid, dass ich so eine Last bin.

Ich will ihm das alles so sagen, aber ich schaffs nicht.
Wiedereinmal schaffe ich es nicht, sowas auszusprechen.

An mich rankommen.. ja, wie? Was? Wer denn?
Wer bin ich denn? Was kann ich dir denn mitgeben von mir?

Mein Schneekugeluniversum ist nicht mehr als eine leere Glaskuppel in der immerzu der Schnee fällt,
ein Ort voller Traumblasen und Leid.
Und wenn ich als Prinzessin in den leeren, wiederhallenden Hallen des Zuckerwattenpalastes stehe,
dann weiss ich wahrlich, das ich nichts bin, nur eine Spiegelung, eine Illusion ohne Hintergrund.
Ein Alien.

Und meine Figuren, meine über alles geliebten Figuren klatschen im Takt der niederfallenden Mondscheintränen,
die ich nicht halten kann, die auf dem Boden in tausende Splitter zerspringen,
jeder einzelne Zeuge meiner Unfähigkeit.

Ich hab so ein schlechtes Gewissen.
Ich fühle mich so schlecht, dass ich diesem Mann das alles antue.

's ist alles keine Lösung,
es scheint mir, es gäbe keine Lösung für all das.
Es tut mir leid.
Es tut mir leid.

Ich werde direkt einsteigen im Brüggli, wenn möglich ab dem 8.6,
ich zieh aus und bin keine Last mehr.
Ich werde wenigsten aus der Ferne versuchen, eine gute Tochter zu sein.
Ein annehmbares Kind.
Jemand, für den er sich nicht mehr schämen muss.
Der Jemand, den er sich wünscht.




Träume sind Bäume,
wir opfern sie für Papier.

-Maeckes

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