Dienstag, 2. Mai 2017

The Inner Monologue of JJs lost Feelings

Ich hatte spontan lust, einen Teil meiner Fanfic, an dem ich eigentlich gar noch nicht bin, in Worte zu fassen.
Ernsthaft, JJs Mutter ist meine persönliche Heldin.
Die Frau ist zu Gut für die Welt.

Freuet euch, dies ist eine rare Angelegenheit!
Es ist Jahre her, das ich das letzte Mal etwas Selbstgeschriebenes, Gedichte mal beiseite gelassen, jemandem zum lesen gegeben habe.
Mir ist einfach nicht wohl dabei.
Aber ich lass das jetzt alles mal beiseite, bin mutig und mach das einfach.
Einfach, weil ich will.
So.
Ätsch.

(Ignoriert doch bitte Schreibfehler, ich hab weder nen Betaleser noch lese ich mein Geschreibe selber quer, und ohne Rückkontrolle kann da schon mal das eine oder andere komplett falsch sein)



Come and find me in the dark now
Everyday by myself I'm breaking down

Als JJ erneut erwachte, war das Zimmer abgedunkelt, die Rolläden waren unten und die Vorhänge gezogen.
Er hatte keine Ahnung, welche Uhrzeit grade war, aber er war viel zu müde um sich nach der kleinen Analoguhr über der Zimmertüre umzudrehen.
Verschlafen rieb er sich die Augen und setzte sich mühsam in eine aufrechte Position.
Er fühlte sich immer noch leicht benebelt und hätte keine zwei Dollar auf seine sonst so gut ausgeprägten Reflexe verwettet. Nicht, das er im Moment überhaupt auf etwas, was ihn früher ausgemacht hatte, gewettet hätte.
Es schien so ewig lange her, sein Umzug in die neue Wohnung, der Anfang allen Übels.
Er fragte sich, was mit damit jetzt wohl passieren würde. Hatten seine Eltern den Mietvertrag aufgekündigt? Wollten sie, dass er jetzt wieder zuhause einzog?
JJ verzog das Gesicht, versuchte sich an einem Lächeln, merkte aber schnell, dass es viel zu anstregend war, und gab den Versuch auf.
Vielleicht hatten seine Eltern die Wohnung auch absichtlich weiterbezahlt, damit er dahin zurückkehren konnte, sobald das Krankenhaus grünes Licht gab.
Und das würde ja nicht mehr allzulange dauern, oder? Schliesslich hatte er nichts Ernstes, war eigentlich fit. Wäre da nur nicht dieses Blei in seinem Kopf, der Graufilter vor seinen Augen.

Bestimmt hatten sie die Wohnung nicht gekündigt, dachte JJ sich.
Bestimmt wollten sie ihn, nach allem, was geschehen war, gar nicht mehr zuhause haben. Bestimmt waren sie es leid, ihrem unfähigen Sohn ständig nachzulaufen und hatten keine Lust mehr, sich dauernd zu sorgen.
Bestimmt waren sie nicht einmal ins Krankenhaus gekommen.
Bestimmt wollten sie, und JJ musste leer Schlucken, als er daran dachte, wollten sie sowieso nichts mehr von ihm wissen. Jetzt, wo klar war, das er mindestens eine Saison aussetzten musste.
Ohne den Eiskunstlauf und ohne seine Gewinne hatte er schliesslich nichts mehr zu bieten,
da war einfach nichts mehr, nichts, was ihn in den Augen seiner Eltern hätte wertvoll machen können.
Er hatte nichts mehr, mit dem er ihnen etwas zurückgeben konnte, dafür, dass sie ihn immer unterstützt hatten, dass sie ihn grossgezogen und sich um ihn gekümmert hatten.

Das altbekannte Gefühle des schwarzen Rauches um seinen Kopf, in seinem Kopf meldete sich.
Das Gefühl, nichts mehr zu sehen, zu hören, zu fühlen.
Nichts als schwarz, schwarz, schwarz.
JJ zog die Beine an die Brust und legte Arme und Kopf auf seine Knie.
Er würde jetzt nicht weinen, nicht schon wieder. Hatte er die letzten Wochen nicht schon genug geheult? Wie erbärmlich er war. Es hatte sich nichts geändert.
Nach wie vor schaffte er nichts, ausser zu heulen und anderen Sorgen zu bereiten, er schaffte nichts ausser sich in eine Ecke zu verkriechen.
Nicht einmal sein Versuch, sich dem schwarzen Nichts hinzugeben hatte gefruchtet.
Er war wahrlich unfähig, unfähig auch nur einen Schritt zu machen.

Weder zurück ins alte, noch vor in ein neues Leben. 
Er war furchtbar. Unfähig, Eine Last.

Isabella war weg.
Und seine Eltern würden ihn auch verlassen, ihn, dieses Häufchen Elend in schwarz, in Ketten gelegt.
Auch sie würden gehen.
Und sie hatten Recht damit.


Inmitten seiner dunklen, kreisenden Gedanken fiel JJ erst gar nicht auf, dass plötzlich Stimmen vor seiner Türe zu hören waren. Erst ganz leise wurden sie schlagartig laut und JJ horchte auf.
Es waren die Stimmen seiner Mutter und seines neuen Trainers der neuen Eishalle.
Vermutlich waren sie gekommen, um ihm zu sagen, wie enttäuscht sie waren und das er von nun an alleine klarkommen musste. 

"...wird aber vielleicht kein Comeback haben. In seinem Alter wird das schwer, nach einer Auszeit!"
Das war sein Trainer. Er kannte ihn erst wenige Monate und er war der erste externe Coach für ihn, war er bisher doch immer unter der Leitung seiner Eltern gefahren. Eigentlich war JJ ganz gut mit dem neuen Trainer zurechtgekommen, er war sehr streng, aber das war gut, weil es sicherstellte, dass seine Läufer nicht zwischendurch nachliessen.
JJ starrte die Tür an und lauschte angespannt weiter.
"Natürlich ist es theoretisch möglich, dass er auch nächste Saison wieder einsteigen kann, aber, seien wir ehrlich, gute Frau. Die Tage eines Eiskunstläufers sind von Anfang an gezählt. Das ist kein langlebiges Business. Er hat bereits über zwei Monate Training verpasst! Wenn er es nicht schafft, innerhalb der nächsten zwei Wochen wieder auf die Beine zu kommen, fürchte ich, wird er keine Ergebnisse mehr abliefern"
Natürlich. Genau so war es. 
Es war seine Schuld, dass er die letzten Wochen nicht zum Training gegangen war.
Es war seine Schuld, dass er sich in diesem Nebel in seinem Kopf versteckt und alles aufgegeben hatte.
Es würde keine Ergebnisse mehr bringen. Nie wieder.

Erneut wurden die Stimmen lauter, und dieses Mal sprach JJs Mutter. Sie wirkte sehr aufgebracht.
"Was sagen Sie denn da? Keine Ergebnisse mehr bringen? Ja, vielleicht. Vielleicht wird Jean-Jaques die nächste Zeit keine Ergebnisse mehr bringen, vielleicht nie wieder. Aber ist seine Gesundheit im Augenblick nicht viel wichtiger? Ist es nicht egal, was er für Ergebnisse bringt, solange es ihm dabei gut geht?
"Ich entschuldige mich, Madame Leroy, aber ganz richtig ist das nicht. Immerhin ist er aktuell als einer meiner Schützlinge gelistet, und wenn ein Senkrechtstarter wie er, der bisher nur Top-Leistungen abgeliefert und viele Medaillen eingeheimst hat, urplötzlich nichts mehr gewinnt, leidet mein Ruf darunter! Was soll die.."
Er kam nicht mehr dazu, seinen Satz zu beenden, denn Frau Leroy viel ihm mit erhitzter Stimme ins Wort.
"Ihr Ruf? Ihr RUF?! Hören Sie mir jetzt mal genau zu.
Das da drinnen, das ist mein Kind, dass sich vor zwei Tagen versucht hat das Leben zu nehmen. Das da drinn ist mein Sohn, verstehen Sie? Mein SOHN! Ein Mensch, und keine Zahl in Ihrer Tabelle! Hätten Sie auch nur ein einziges Mal bescheid gegeben, dass er überhaupt nicht mehr zum Training kommt, hätten wir ihm vielleicht schon viel eher helfen können! Aber Ihnen ist das ja egal, solange er seine Leistung bringt. Was spielt es dabei für eine Rolle, dass er sich Tag für Tag schlechter fühlt und zurückzieht und am Ende fast gestorben wäre..! Wenn ich nur daran denke, mein armes Kind ganz alleine da draussen, und keiner hat irgendwas gemerkt. Das muss so schlimm gewesen sein für ihn! Wenn ich nur dran denke, will ich mich selber dafür hassen, dass ich als Mutter so versagt habe!
Aber was macht es Ihnen denn schon aus, denn er ist ja nur eine Vertragsnummer, sein Medaillenspiegel und und die Punktezahl. Er mag zwar 20 Jahre alt sein, aber er ist doch im Grunde genommen noch ein Kind! MEIN Kind, verstehen Sie?
Das Liebste, was ich im Leben habe, sind meine Kinder, und ich werde bei Gott dafür sorgen, dass sie glücklich sind. Sollte sich JJ dafür entscheiden, mit dem Eiskunstlauf aufzuhören, dann werde ich das akzeptieren, und ich werde es mit Freuden annehmen, wenn er dafür wieder lachen kann. Wenn ihm der Druck und der Stress der Wettkämpfe und das dauerhafte Training zu viel ist, dann steht es ihm jederzeit frei, aufzuhören. Ich werde Ihnen im Laufe der Woche die Kündigung des Vertrages schicken. Sollte mein Sohn sich dazu entscheiden, mit dem Eiskunstlauf weiterzumachen, so wird er das garantiert nicht unter Ihnen tun. Mehr habe ich Ihnen nicht zu sagen. Ich wünsche Ihnen einen guten Tag."
Es herrschte eine kurze Weile Stille, dann setzte der Coach zum sprechen an: "Aber, so einfach geht das nicht! Sie haben einen Vertrag mit mir! Jean-Jaques hat eigenhändig unterschrieben, dass er für mindesten drei Jahre unter mir Trainieren und seine Preisgelder mit mir teilen wird! Sie können nicht so einfach..." Wieder schnitt ihm JJs Mutter das Wort ab, dieses Mal war ihre Stimme ganz ruhig und eiskalt:"Ich sagte, GUTEN TAG."
Wieder trat Stille ein, dieses Mal gefolgt von einem wütenden Schnauben und eiligen Schritten, die sich von JJs Zimmer entfernten.

Und da sass er, in dem dämmrigen Zimmer, in eine dicke Decke gehüllt, die Beine noch immer an die Brust gezogen, die Hände nutzlos links und rechts auf der Bettdecke. 
Tränen liefen ihm über Wangen und Kinn, tropften in seinen Schoss.
Ein Gefühl, dass er so lange Zeit nicht mehr gespürt hatte, und von dem er gedacht hätte, es habe ihn mit Isabella verlassen, ergriff besitzt von ihm.
Ein Gefühl, dass wie die Sonne durch den schwarzen Nebel brach, der ihn einhüllte.

Ein Gefühl, dass ihm eine Art Wärme schenkte, die keine Heizdecke der Welt schenken konnte.
Eine Wärme, die sich in ihm ausbreitete, die auch in die kleinsten Winkel seines verstaubten, kalten Herzen drang.
Da draussen stand eine Frau, die ihn nicht ablehnte, nein, für ihn sogar andere Menschen anschrie.
Eine Frau, von der er gedacht hätte, dass sie ihm nie wieder ein Lächeln schenken würde.
Eine Frau, der er mehr Sorgen bereitet hatte, als allen anderen.
Wie sollte er ihr jemals wieder in die Augen sehen können?
Nicht nur hatte er das Geschenk, dass er von ihr erhalten hatte - sein Leben - mit Füssen getreten,

nein, er hatte danach auch noch fest gedacht, dass sie ihn nun für immer hassen würde.
Und während die Tränen unkontrolliert über sein Gesicht liefen, und JJ dachte, diese Mischung aus Wärme und Schmerz würde ihn demnächst zereissen, versuchte er verzweifelt, sein Empfinden in Worte zu fassen.
Waren die schrecklichen Gedanken der letzten Wochen ein schwarzer Nebel, so war dies nun ein angenehmer Windhauch aus Seide, etwas, dass seine Seele streichelte und das Loch, dass der Nebel in ihm gerissen hatte, mit neuem Leben füllte.

Und wusste JJ in seinem verzweifelten und desolaten Zustand doch nicht, mit was er es zu tun hatte,
so gab es doch ein einziges, simples Wort für das, das ihm widerfuhr.
Es war das Gefühl, innig geliebt und gemocht zu werden.
Es war Liebe.






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