Samstag, 6. Mai 2017

"Hallo Welt, ich bin noch da, obwohl ich schon das Ende sah'."

Ich bin verwirrt, ich bin verwirrt, ich bin verwirrt.
Ich weiss legit NICHT was ich tun soll, fĂĽhlen soll, wie ich handeln soll.

Menschen sind so furchtbar.

Ich war mit Simone A. und Schweri inner Stadt,
haben einiges geschafft, angeguckt, getan, gelacht und n bisschen Spass gehabt.
Bis irgendwem irgendwann eingefallen ist: Fuck. Simones Auto steht vor unserer Garage,
wenn mein Vater oder seine Frau noch wegwollten, geht das nicht.
Argh!

Wir haben uns legit gedacht: Scheisse, wie dumm!
Und ich hatte ein furchtbar schlechtes Gewissen.
NatĂĽrlich wars dann prompt so, dass mein Vater mir geschrieben hat,
dass er eigentlich noch einkaufen wollte,
aber der Laden jetzt eh bald zu hat und es jetzt sowieso egal ist.

Baah, ich bin echt gestorben, und hab mir gewünscht, ich könnte mich irgendwie nach Hause beamen.
So ein dummer Fehler aber auch.
Mein Vater und seine Frau rasten aus.

Joah, das sind sie auch.
Oder eher die Frau meines Vaters.

Ich HABE mich entschuldigt,
ich HABE gesagt, dass es dumm war und wir nicht so weit studiert haben.
Und natĂĽrlich war das absolut das falsche.
(Keine Ahnung, hätte ich mich selber geisseln sollen? Nicht, dass ich das Gedanklich nicht getan hätte)
Während mir mein Vater NORMAL erklären konnte, dass es einfach dumm war und im Falle eins Notfalls,
daran will ich gar nicht denken, absolut gefährlich hätte sein können.
's oke, ich sehs ein, und es wird mir ganz sicher nicht mehr passieren.
Aber seine Frau musste DIREKT ankommen, von wegen das wir nur an uns gedacht hätten,
das wir eben ein egoistisches Pack seien und sie gar nicht bedacht hätten, und das sie das nicht akzeptiert und... Zeugs.
Ja, ich gebe zu, ich bin ein bisschen.. ungehalten(?) geworden.
Und habe ihr gesagt, mein Vater hätte uns ja wegfahren sehen, und damit gesehen, dass das andere Auto noch da stand,
aber ist klar, ihm ist das halt auch nicht eingefallen, versteh ich zu 100%.
Wie gesagt, wir haben ja auch nicht dran gedacht.
Ausserdem auch, dass wir sie ja nicht irgendwie vergessen haben,
oder uns gedacht haben youu, lass die mal ärgern und das Auto absichtlich da lassen,
und dass "nur an sich denken" in dieser Hinsicht fĂĽr mich nicht dasselbe ist.

Aberrrr.. das war gefühlt das Dümmste was ich hätte sagen können; dadurch ist sie erstmal richtig ausgetickt,
von wegen das sei eine Frechheit, dass ich sowas sage, es sei sicher nicht ihr Fehler wenn wir nur an uns denken,
und sie seien da sicherlich NICHT verantwortlich oder im Zugzwang und so.
Ich sei frech und das akzeptiert sie nicht und ist doch immer dasselbe mit mir, ich rede mich nur raus und das ist inakzeptabel


Jou. 's oke. Okay.
Ich hab MĂĽhe damit.
Ganz extrem.

Ich weiss nicht - war das wirklich so daneben, was ich gesagt habe?
Ich meine, ich versuch mir vorzustellen, wärs umgekehrt gewesen,
hätte ich doch auch versucht mitzudenken,
und wenn ich gemerkt hätte aah, ich will noch weg vielleicht drauf hingewiesen,
dass die Ausfahrt bitte frei sein soll.
Ich mein KLAR wars wirklich unser Fehler und ich will damit auch nicht sagen,
das es ihre Verantwortung gewesen wäre, uns was zu sagen.
Ich will damit eher ausdrĂĽcken, dass es vielleicht zu gewissen Teilen auch an beiden liegt.
Und anstelle davon, dass sie wieder so austickt und mit solch schweren GeschĂĽtz um sich wirft,
sie vielleicht auch erst mal in sich gehen kann.
Oder nicht?

Nein, ich mein, ehrlich, wenn ihr das hier lest, dann sagt mir das doch bitte.
Meldet mir doch bitte kurz zurĂĽck, wie ihr das seht.
Das würde mir helfen, die Situation einzuschätzen.
Wobei es wohl wirklich mein Fehler war.
Und es gerechtfertigt war, dass sie mich so angeschrien hat.
Je länger ich drüber nachdenke, desto mehr denke ich mir, dass es so ist.

Ich merke, wie ich mich immer weiter von der Frau meines Vaters entferne.
Es ist jedes Mal so ein Theater,
und immer bin ich des Teufels Tochter persönlich,
egoistisch, faul, eine Simulantin und Schnorrerin.
Ich... BIN das aber nicht!
Ich meine, keine Ahnung ob ich das so sagen darf,
oder ob das dann wirklich egoistisch ist oder so; aber ich glaube,
ich habe in den letzten 8 Monaten wirklich lernen dĂĽrfen,
dass ich nicht ganzz so scheisse bin und auch kein Egoist.

Das ist, ich darf den Begriff zwar nicht mehr benutzen, näher am "guten" Menschen dran bin als am "Schlechten".
Und dann kommt sie und macht das Alles jedes Mal wieder komplett zunichte,
und ich weiss nicht mehr wo unten und oben ist und glaube mir wieder,
dass ich ein widerlicher, egoistischer dummer Mensch bin,
der dem Umfeld nur Ärger und Sorgen einbringt,
und am Besten gar nicht existieren wĂĽrde.
Ja, genau das denke ich mir.
Sie hätten doch all diese Sorgen nicht, wenn ich einfach weg wäre.
Und ich hätte all diese Sorgen auch nicht mehr.
Was macht es denn schon aus, wenn ein winziges Zahnrädchen, ohne Zähne, seinen Dienst quittiert.
Ich habe in meinem Leben nichts getan, was der Gesellschaft, der Wirtschaft, was nur IRGENDWEM geholfen hätte.
Nichts wĂĽrde ohne mich jetzt nicht existieren, oder nicht mehr.
Ich habe nichts bewegt, habe nichts erreicht.
Wer merkt das denn schon.

Es schmerzt mich, das ich wieder so denke.
Weil ich inzwischen, irgendwo im Hinterkopf weiss,
dass ich eine Verantwortung habe, verschiendenen Leuten gegenĂĽber.
Nicht zuletzt meinen Freunden, diesen wundervollen, wundervollen Menschen,
denen ich mehr verdanke, als ich in auch 100 Leben jemals zurückgeben könnte.
Diese wunderbaren Menschen, denen ich keine Sorgen bereiten will.
Ich wäge manchmal ab, was wohl die grössere Sorge ist - so, wie ich jetzt bin, in diesem jämmerlichen Zustand,
oder tot.
Ich WEISS, dass es nichts Schlimmeres gibt, als den Tod fĂĽr nahestehende Menschen.
Solange man lebt kann es besser werden.
Wenn man tot ist, ist es fĂĽr immer beschissen.

Ausserdem - nachdem ich Shieldy jetzt die ganze Zeit vorrede,
wie dumm Suizid doch ist und wie weh man damit allen tut und das sich Kämpfen lohnt,
was wĂĽrde da wohl passieren, wenn ich selber Schluss mache.
Ich habe eine VERANTWORTUNG fĂĽr den Jungen, ich muss ihm ein Vorbild sein.
Er macht sich was aus meinen Worten, er hat sonst ja nichts mehr, woran er glauben kann.

Nachdem ich Yami nächtelang zugehört habe, und ihm versprochen habe,
wenn er nur lange genug durchhält, wird alles gut - nach all dem, was würde er sich wohl denken?
Das alles nur gelogen war, und das Leben wirklich nicht Lebenswert ist.

Ich liebe diese zwei Kinder und ich will, dass es ihnen gut geht,
dass es ihnen besser ergeht wie mir, und sie wen zum reden haben in ihrer schlimmsten Zeit.

Ich habe eine Verantwortung.
Meinen Freunden gegenĂĽber, die ich mehr Liebe als alles andere,
den Kids gegenĂĽber, die in meinen Worten Hoffnung finden.

Ich setze mich zu JJ in eine Ecke und umarmen ihn und sage ihm,
dass alles Gut wird und er sich jetzt nicht mehr zu quäle braucht,
weil ich ihm helfe,
und JJ umarmt mich und sagt mir, dass Alles gut wird und ich mich nicht mehr zu quälen brauche,
weil er mir jetzt hilft.
Und ich glaube es ihm, weil er weiss, wie es mir geht,
und er glaubt es mir, weil ich weiss, wie es ihm geht.
Und wir sitzen da die ganze Nacht, bis die Sonne wieder aufgegangen ist und durch das mannshohe Fenster bei ihm im Flur scheint,
und wir erkennen, wir sitzen in seiner Wohnung, dieser fensterlose, texturlose Gang ins Nichts aus den Alpträumen unserer Nacht ist eigentlich nicht so endlos,
und eigentlich hat der Verputz an den Wänden ganz lustige Muster,
wenn man den Tropfen folgt, die da und dort runtergelaufen sind.
Und die Sonne wärmt uns und ich weiss, endlich bin ich befreit von dieser Last,
weil er mich in den Armen hält und mich nie wieder losässt.

Ich heule wie ein Schlosshund, wenn ich daran denke,
weil ich eine absolute Krise habe, nicht weiss, wohin ich soll und wohin ich will,
und weil mich schon wieder dieses GefĂĽhl ĂĽbermannt,
dass ich keinen Schritt mehr gehen kann, nicht vorwärts und nicht rückwärts,
ich kann nicht mal auf der Stelle treten, weil in dem Moment,
in dem Moment in dem ich mich bewege, bricht der Boden unter mir ein und der Himmel erlöscht,
weil in dem Moment, in dem ich die Augen und den Mund öffne,
alles einstĂĽrzt um mich herum, und die schwarze Last auf meinen Schultern aus mir ein Wesen aus Hass und Elend macht.

Ich habe grade die Geschichte, dir mir Simone als Sprachnachricht geschickt hat,
abgehört, und ich kann nicht an mich halten als schon wieder zu heulen,
und ich weiss gar nicht, wieso.
Sie ist so ein Geschenk an die Welt und ich hab sie so lieb,
und ihre Stimme will meine Seele heilen, aber ich lasse es nicht zu,
die Wunden sind offen und brennen, und ich bin doch so wehleidig.
Ich weiss nicht weiter.

Ich weiss nicht, was ich tun soll.




Traumwandler, Niemandslachen,
Tränennass den Mond bewachen.
"Hallo Welt, ich bin noch da,
obwohl ich schon das Ende sah."

"Mond so sag mir, weinst du heut?
schickst Sterne runter zu uns Leut'
Sind Sternschnuppen deine Traurigkeit,
die heute Nacht den Himmel entweiht?"

"Mond, ich rate dir direkt,
bevor es dein Sein befleckt,
kehr der Erde deinen RĂĽcken,
hör auf, Sterne vom Himmel zu pflücken."

"Sink herab ins ewige Nichts,
wo du nicht hörst, siehst und riechst.
Nichts fĂĽhlst & denkst, in den Tod.
Wo dir nie mehr Trauer droht."

"Ich selbst bin traurig, lieber Mond,
seh nicht wofĂĽr das Leben lohnt.
Nimm meine Hand, lass und gehn,
der Wind wird unsre Spur verwehn."

"Der Weg ist weit, zögere nicht,
denn er fĂĽhrt direkt ins Licht."
Zähflüssig Dunkel, die Morgenstunden,
Sekundenzeiger dreht seine Runden.

Die Nacht wird hell. Wir sind erlöst,
wenn die Sonne den Horizont durchstösst.
Der Himmel ist rot, wir habens geschafft.
"Machs gut, lieber Mond, auf eine weitre' Nacht."


Jin, 19.1.2014




2 Kommentare:

  1. Hey,
    Aaaaalso... Klar ich chann's nur vo wiitem iischätze und kenn nur was du mir gschriebe hesch...
    Jo, es isch euen Fehler gsi nid draa z'denke (aber das chann passiere), jo, es isch verständlich dass sie sich ufgregte hend (aber me chans au übertriibe)... So wie's tönt hett hett de Rainer jo relativ menschlich reagiert, warum also isches für sie so es mega Drama gsi?!
    Viellicht hett sie sust au en schlechte Tag gha, was weiss ich, aber so wie's tönt regt sie sich jo echt hüüfig (luutstarch) uf... Also wo d'Mami regelmössig Usraster gha hett, isches dra glege dass sie nervlich eifach voll am End gsi isch, unz'friede mit de ganze Situation und de Welt... Wer weiss, viellicht hett d'Brigitte e midlifecrisis? (Säg ihre dass bloss nid ;) )
    Shit happens, versuech dir nid mega de chopf z'mache, ändere chasches jo eh nümm...

    Viellicht für es nöchst Mol; Falls dir bewusst wird dass eu so öppis wie mit em Auto passiert isch, vllt rasch dihei aalüüte und säge "hey, sorry es isch mir grad jetzt in Sinn cho, mega doof, mir hend's Auto vor de Garage stoh loh... Ah ihr hend no welle go poste? Sölli öppis us de Stadt mitbringe?"

    D'Chance dass sie sich ufreged isch immer no do, aber es Zeigt Eigeinitiative und dass du durchuus a sie denkt hesch, nur isch's dir halt eifach chli spot ufgfalle...

    Ich persönlich find d'Situation jetzt echt nid weltbewegend tragisch, aber da isch nur mini Meinig...

    Freu mich scho wenn ich zrugg bin dir wieder aktiver chöne Gsellschaft leiste dihei =^_^= 4 Monet und 2 Täg bis ich flĂĽĂĽg ♥ Bald...

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    1. Danke danke für deine Einschätzung!
      Das hilft mir wirklich.

      Das mit dem Anrufen ist tatsächlich eine Idee, auch wenn ich keine Ahnung habe, ob das viel bringen würde.
      Aber wie du schon schreibst wäre es Eigeninitiative und würde vielleicht auch zeigen, dass es mir ja eben nicht egal ist.

      Ich habe keine Ahnung, ob es bei ihr auch dran liegt, dass sie grade sonst viel Stress hat, das kann natĂĽrlich schon sein.
      Auch wenn ich eher den Eindruck habe, dass sie einfach so ein Mensch ist.
      Aber eben, ich kann ja auch nicht wissen, was wirklich dahintersteckt und sollte vielleicht auch mehr Geduld haben.

      Danke!
      Ich freue mich auf dich ♥

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