Donnerstag, 20. April 2017

Make us Free

Und wir spielen uns was vor,
leugnen und lachen,
spielen Sachen,
vor.

Ich sehe dein Gesicht,
und du siehst mein Gesicht,
und wir wissen nicht,
noch nicht,
wo wir Enden.

Dein Tag X?

Mein Tag X,
soweit entfernt,
komm, ich mach das fix.

Ich sollte was machen, sollte stehen und lachen,
lache doch, ein Elend.
Fluch und Segen diese Maske,
sachte, da bin ich sensibel.

Und während ich hier heule,
gehts dir schlecht,
viel schlechter als mir und doch,
vergleichen kann man das nicht.

Oder?

Weisst du, mit Wärme fühle ich mich geborgen,
wirkt Wunder, heilt Wunden,
von denen ich gar nichts wusste.
Weisst du, ich wünschte, mein Kopf wäre ausgestellt,
abgestellt im Geräteraum,
eingeschlossen, beseelt.

Ich bin ein bisschen dumm, weisst du,
ich bin ein bisschen wehleidig,
nicht ganz so geschmeidig,
mein Kopf ist ein bisschen schwer.
Und meine Gedanken sie kreisen,
sie wanken und reisen,
von Sache zu Sache zu Sache zum Schluss.

Bitte, Gott, hol mich zu dir.


Es ist Dunkel, ein Freund,
wer ist das denn schon?
Hell ist so grell ist so düster geworden.
Will weinen, verlass mich nicht,
oh Gefühl der Grausamkeit,
verlass mich nicht, denn ohne dich,
bin ich schlussendlich nur ich.

Nur ich,
nur ich,
kein Du, kein wir,
nur ich, allein,
stehe ich hier.

Augen zu und durch,
beschwer dich nicht, heul doch nicht,
Stärke kommt nicht von alleine.
Augen zu, Ohren zu, geh doch bitte unter.
Roboterseele, in meinen Adern fliesst Benzin,
und Öl und Drähte in den Ohren,
den Augen, der Nase, mein Hirn ist nicht wirklich da,
bin doch nur Marionette,
der Perfektion so nah.

Ich verzweifel,
still vor mich hin,
ist Fluch und Segen,
meine Maske dahin.

Müde vom Leben,
Lebensmüde,
des Lebens überdrüssig,
undschlüssig,
feige,
Amen.

Ja mach halt,
ja tu halt,
jetzt heul doch nicht,
verzeihe mir nicht,
niemals, das ich bin,
das ich sein will.

's ists spät, 
's ists furchtbar,
ertrage mich kaum,
ertrage die Welt, den Lärm, die Stille,
das Sein, das Hier und Jetzt,
eigentlich nicht, wurde versetzt,
von meiner Hoffnung.

Aber sie kommt,
sie kommt noch,
ich weiss es,
sie ruft schon aus der Ferne,
und ist doch weit weg,
sie ruft mich, sucht mich,
und ich winke halbherzig,
aber winke, und suche nach ihr.


Das Leben ist so mühsam.
Ich weiss nicht weiter.
Ich hab endlich eine Chance, beruflich etwas auf die Reihe zu kriegen,
und genau jetzt, genau JETZT weiss ich wieder nicht weiter.
Zukunft ist eine zu grosse Aufgabe für mich.
Ist mir ne Nummer zu gross.

Ich bedauere mich zusehr, glaube ich.

Der Tag war okay, war mit Lisa unterwegs, sie ist aus London hergekommen,
und ich habe mich total gefreut, sie wiederzusehen.
Ist entspannt und vorallem haben Dugo und ich in ihr noch eine weitere Leidensgenossin gefunden,
was Thema Beziehung und Nähe und so angeht.
Wir sind schon ein seltsames Volk, was?
"Bitte lieb mich, aber ohne mich zu lieben."
"Bitte lieb mich, aber bitte ohne mich."
Hah.
's wär lustig, wärs nicht so tragisch.

Aber ich finde, Weena und ich meistern das ganz gut.
Ich kann offen sein, das ist schön,
und ich glaube, er kanns auch.
Das ist gut.

Das TK-Treffen war auch gut, ich habe mich ausserordentlich gefreut,
dass Simone im Letzten Moment von der Klinik noch Ausgang gekriegt hat und dabei war.
Auch wenn ich wieder ganz extrem merke, dass ihr Tag X wohl irgendwann kommen wird.
Sie entlässt sich am Mittwoch selber aus der Klinik und geht zwei Wochen in Urlaub.
Ich fürchte mich davor, dass sie davon nicht wiederkehrt.
Das Schlimmste an der Sache für mich ist, und irgendwie hasse ich mich ein bisschen dafür,
dass ich vermutlich ewig nicht bescheid wissen würde, wenn sie geht.
Das belastet mich.
(Abgesehen von der Tatsache, das ich sie furchtbar gerne mag und mir wünsche, das es ihr bald besser ergeht)

Ein bisschen weinen möchte ich auch,
wenn Lea mir erzählt, dass sie schon wieder eine Ausbildung abbrechen musste,
weils einfach nicht ging und sie jetzt in der Luft hängt.
Liebe Lea, ich wünsche dir, dass es dir bald besser ergeht.
Ich wünsche dir alles Gute!

Ich fürchte mich vor den Schnupperwochen,
ich fürchte mich vor der Rückkehr meines Vaters und seiner Frau, weil ich nicht wieder Stress will,
aber einfach nicht mehr weiter weiss.
Aber ich willll nicht in ein Wohnheim.
Ich bin ein bisschen stur, aber ich will halt wirklich nicht.

Ich will, das mich jemand in den Arm nimmt,
aber bitte, ohne mich anzufassen.

Ich will mein altes Leben zurück,
ein Leben das ich eigentlich gar nie hatte.

Bitte, gib mir die Geduld, das alles zu ertragen,
bitte, gib mir die Kraft, das alles durchzustehen.

Leben ist anstregend.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen