Montag, 7. Mai 2018

Gedanken.Welt aus Meer 43

Für Cem "Alex" G.


Oh holy, Alex und ich hatten echt ein absolutes Auf und Ab in unserer Beziehung zueinander.
Ich habe ihn über das Selbstmordforum kennengelernt (mit.. 17? oder so?) wo ich auch Mark und Chess getroffen hatte.

Er wohnte damals noch in Winterthur, wir waren beide ohne Arbeit und ohne Schule und so verbrachten wir sehr viel Zeit in irgendwelchen Parks in Winti, Lebensmüde und angetrunken.
Mit Alex war ich ein von zwei mal in meinem Leben wirklich hart wasted, von irgend sonem ekligen Bier das wir im Coop gefunden hatten.
Wir haben Bilder in den Kies gezeichnet, mit Obdachlosen Sandwiches getauscht, uns gestritten und das Leben verflucht.
Uns gefragt vom wievielten Stockwerk des Red Tower of Winterthur man wohl springen muss, um zu sterben.
Die Gesellschaft gehasst und dabei tunlichst versucht zu verstecken, das wir eigentlich nur uns selber nicht mochten.
Es war eine bekloppte, fürchterlich dumme aber notwendige Zeit in meinem Leben, denke ich.

Und so sind wir jetzt im Heute, er wohnt immer noch mit seiner Freundin in Amriswil, arbeitet als Buchhalter bei einer Firma und aus den grossen Reden gegen Gesellschaft und die Welt wurde eine leise, traurige Melancholie die in uns mitschwingt.

Ich muss lächeln wenn ich mir den Verlauf unseres Kontaktes so vor Augen führe.
Es war das, was man wohl ein Abenteuer nennen würde.
Aber trotz allem haben wir irgendwie überdauert, uns zusammengerafft und weitergekämpft.
Und holy, wenn ein Mensch jemals wirklich hart um die Freundschaft zu mir gekämpft hat, dann wars Alex.
Und dafür bin ich ihm zutiefst dankbar.

Schau, dort,
in Justizias
Waagenschale,
verzettelten
wir
uns
viele Male.

Verhedderten
uns
in ihrer Binde,
tasteten nach
uns
wie zwei Blinde.

Schau, dort,
grad auf
der Parkbank,
die
Gitarre,
saubergewischt, blitz und
blank.

Mit Krach und
Geschrei,
taten wir
uns
gegenseitig kund,
unsere Herzen,
offen und
wund.

Hey, Alex,
weisst du
noch?
Haben uns
gefunden,
in diesem
Loch.

Weisst du,
von
Herzen,
schätze ich dich,
unsren Weg,
vergesse ich
sicherlich
nicht'.

Hörst du,
Justizia, ihr Schwert,
surrt im
Wind,
wenn sie uns
das Leben,
nimmt.

Legt sie
beide,
auf ihre Waage,
damit ich lerne,
das
Gleichgewicht
ertrage.

Schau, unsre
Leben,
sie wiegen gleich,
sind beide
an
denselben
Erinnerungen reich.

Sind beide,
soweit gekommen,
zusammen,
und
allein'.
Und doch fand'
ich in
dir,
immer ein
Heim.

Sind Diamanten,
über dieser
Landmine, die wir
Leben nannten,
wie oft
ging sie schon hoch,
in all
der
Zeit,
die
wir uns
kannten?

Schau ich
heute
in den Spiegel von
vergangenen Tagen,
will ich mich
glatt selbst
erschlagen.

Aber, und das
ist doch
hier wichtig,
machen wir
auch nicht
alles
richtig,
haben nicht
aufgegeben,
nicht uns, nicht
dich
nicht
mich,
und so treten wir
nun
vor Justizias
Gericht.

Sie schwingt
Schwert,
und Wagge klirrt,
sie lässt
uns
leben,
denn
sie,
niemals irrt.

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