Ja, das liebe Gedicht Nummer 53..
Also.
Es ist für Maya.
Maya ist.. war.. oder ist immer noch(?) ein Mensch, der mir.. sehr viel bedeutet.
Ein Mensch dem ich zu einer bestimmten Zeit tatsächlich mein Leben verdankte.
Und das ganz ohne, dass sie das eigentlich weiss.
Es gab da einen Pferdehof, wo ich reiten gelernt habe und meine ganzen Wochenende und zeitweise auch die kompletten Schulferien verbracht habe.
Dieser Hof war für mich eine Zuflucht, ein Ort wo ich hinkonnte wenn mir im Leben alles zuviel wurde.
Bei den Tieren hat es keinen interessiert das ich nicht wusste, wie ich mit Menschen umgehen soll,
dass ich nicht wusste, wie man Kontakt aufnimmt und Gespräche führt,
es war egal das ich nur schlechte Noten schrieb und keine Ahnung von Körperhygiene hatte,
ein Ort, wo es egal war, dass ich die Uhr nicht lesen und keine Schuhe binden konnte.
Ein Ort, wo ich mich stundenlang in den Stall von Libelle und Lordino verkriechen konnte ohne das es wen störte,
wo ich den Tieren erzählen konnte wie meine Mutter wieder mal ausgerastet ist und mir eine reingehauen hat und ich nicht weiss,
was ich wieder falsch gemacht habe.
Ein Ort, wo ich mithelfen durfte und wo mir gesagt wurde, dass ich etwas kann.
Das ich für mein Alter sehr verantwortungsvoll mit den Tieren umgehe, wo mir zugetraut wurde,
dass ich einen Stall ausmisten kann, dass ich ein Pferd satteln und putzen kann.
Wo mir zugetraut wurde, dass ich das Futter richtig abmessen kann und den Hufschlag in der Halle wieder herrichten.
Kurz: Für die kleine Jin war es ein Ort voller Wunder.
Und inmitten all dieser Wunder war Maya.
Sie war zu der Zeit etwa.. keine Ahnung wie alt, 25? 26?
Auf jeden Fall mindestens 12 Jahre älter als die kleine, 13-jährige Jin damals.
Das hat mich aber tatsächlich wenig gejuckt, nicht nur, weil ich das irgendwie gar nicht gerafft hab,
sondern weil ich in einem Menschen immer schon die Seele gesucht hab und nicht wie er ausschaut, wie alt er ist oder wie er sich gibt.
Maya war Auszubildende auf diesem Hof und im Nachhinein frage ich mich, ob ich ihr nicht einfach nur auf die Nerven gegangen bin.
Man stelle sich das mal vor: Du willst eigentlich nur deinen verdammten Job machen, aber bist irgendwie auf einmal stuck mit einem kleinen Kind das dich mag und dir immer hinterherrennt.
Jesus. Die Geduld die diese Frau mit mir hatte, holy guacamoly
Aber für mich, die kleine Jin, war sie.. ein Engel.
Ein.. Wunder, garantiert nichts Menschliches.
Weil sie so eine unglaublich liebe Ausstrahlung hatte, weil sie so lieb mit den Tieren umgegangen ist,
weil sie sich Zeit für mich genommen und mit mir geredet hat.
Weil sie diesem Hof voller Tiere die leider relativ scheisse behandelt wurden und diesem Kind, das ebenfalls ziemlich scheisse behandelt worden ist, ein Leuchten verleihen konnte.
Nur schon dort mit ihr zu sein, ihr zuzusehen und von ihr zu lernen bei der Arbeit, das war für mich soo krass!
Wir haben auch zusammen den Silbertest gemacht, die zweite Reitprüfung, wir hatten ausserhalb des Hofes per Netlog (lol, das ist WIRKLICH LANGE her hahaha) und msn Kontakt.
Ich habe jedes Jahr püntklich an ihren Geburtstag gedacht und ihr von unserem Haustelefon aus eine SMS geschickt.
Habe Dinge mit Pferden gesammelt um sie ihr zu schenken.
(Und war des Todes verstört als sie mal meinte, sie wollte die Sticker nicht, sie sei zu alt dafür. Oh mein Gott, jetzt im Nachhinein könnte ich ja ein bisschen sterben wenn ich daran denke haha)
Das war auch eine Zeit, in der ich sehr intensiv gedichtet ("gedichtet", was ich damals zumidest dafür hielt) habe, und das erste Gedicht, das ich bewusst einer Person gewidmet habe, war für Maya.
UND ES WAR SO SCHLECHT HOLY
Ja, egal.
Sie hat mich sogar mal eingeladen mit ihr nach Spanien in die Reiterferien zu fahren, aber meine Eltern fanden das dann nicht so geil, was ich wiederrum nicht sooo geil fand.
Dabei.. wer schickt seine 13-jährige Tochter mit einer fast 15 Jahre älteren Frau, die sie Null kennen, in ein Fremdes Land?
Jaaa.. niemand. Genau. Und das kann ich voll verstehen.
Damals fand ich das aber total scheisse und war total beleidigt.
Sie hatte dann auch bald ihre Ausbildung fertig und hat eine Stelle bei einem Hof in St. Gallen angenommen.
Für mich war das da noch eine halbe Weltreise entfernt und wir haben uns seither nie wieder gesehen.
(Dafür hab ich ne Million Bilder von ihrer Abschlussfeier. Ich bin allen auf die Nerven gegangen mit meiner Fotografiererei)
Ich.. erinnere mich an ihr Tattoo, der Pegasus den sie sich wärend ihrer Zeit auf dem Hof hat stechen lassen, an ihren Namen auf netlog und ihr Profilbild.
Ich erinnere mich daran wie wir zusammen Theorie gebüffelt haben für den Silbertest, wie wir zusammen ausreiten waren und wieviel wir gequatscht haben.
Wie mir meine Mutter ein paar hundert Mal gesagt hat ich solle nicht aufdringlich sein, aber ich es einfach nicht lassen konnte und doch immer wieder hingefahren bin.
Wie ich es total cool fand das Maya kurze schwarze Haare hatte, wie sie generell in allem ein Vorbild für mich war.
Wie ich Briefe geschrieben habe für sie und wie ich ihr das Gedicht überreicht habe.
Und, dass ich ihr zum Abschied ein "Bild" gemacht habe,e ine COllage mit Bildern von ihr und ihrem Liebling Donald, mit eben dem Gedicht und irgendwelchen Abkürzungen die ich heute nicht mehr verstehe (so, wie ich mich kenne, verstand ich sie damals auch nicht, aber ich wollte halt cool sein lul)
Wie sie 2015 auf Facebook ein Bild gepostet hat von diesem gerahmten Ding und mir das fürchterlich peinlich war.
Ich denke oft an sie, heute noch, daran, wie ich mich entschlossen habe,
mir nicht das Leben zu nehmen, weil ich dann ja nicht mehr auf den Hof gehen und ihr bei der Arbeit helfen kann.
Es mag so unglaublich.. nichtig erscheinen, aber für mein kleines, junges Ich war es die Welt.
Auch heute habe ich Maya noch bei Facebook, sie hat vor einiger Zeit geheiratet, einen Araber, glaub ich, auf jeden Fall jemand aus einem Land dessen Schriftzeichen ich nicht mächtig bin^^
Deswegen weiss ich auch ihren jetzigen Nachnamen nicht (falls sie ihn überhaupt gewechselt hat. Aber eben, ich kanns ja nicht lesen)
Ich freue mich immer, wenn sie ein Bild von sich oder ihren Hunden postet,
ein Stückchen Leben von jemandem, der so unglaublich weit weg ist, aber meinem jungen Ich so nah war.
Ich frage mich, ob sie sich wohl noch an mich erinnert.
(Vermutlich schon, sonst hätte sie mich nicht in Facebook. Andererseits gibt es ja auch Leute die 3948045 Freunde haben und genau 2 davon kennen. Aber so ein Typ ist - war - sie eigentlich nicht)
Das.. "Problem" das ich jetzt habe mit dem Gedicht, ist, dass es einfach.. KOMPLETT WEIRD kommt, wenn ich nach 290348045 Jahren aus dem Nix so "Ey yolo, guck, mcih gibts noch, du warst übrigens mal mein Held und ich hab über dich geschrieben" komme.
Ich mein.. wat.
Natürlich auch weil mir das Gedicht von damals.. jaaa.. irgendwie peinlich ist.
Ich hab mich in meiner Verzweiflung einfach so hart an diesen Menschen geklammt, und das obwohl wir uns ja eigentlich gar nicht kannten.
(Sie konnte halt nicht weglaufen weil sie da gearbeitet hat haha. Rip Maya's sanity)
Ich.. will ihr schreiben, ein gedicht, und ich will es ihr zeigen, aber ich fürchte mcih irgendwie davor.
Auch, dass es irgendwie frech wäre und so.
Vermutlich auch davor, zu hören, dass ich ihr eigentlich schon immer komplett egal gewesen war.
Ich meine.. das wäre nur natürlich, aber ichz glaube, die kleine Jin die noch in mir drin ist, würde das nicht sooo gut aufnehmen..
Ich fürchte, dass es nur der Idealismus eines kleines Kindes gewesen ist.
Is blöd.
Ma gucken.

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