Freitag, 11. Mai 2018

It's such a wonderful, wonderful life

Ich hab grad ne echt beschissene Zeit.
Ich habe die letzten Wochen einige Fehler gemacht, die sich jetzt wohl rächen^^
Zum einen habe ich aufgehört meine Medis zu nehmen.
Irgendwie.. hab ichs teilweise einfach immer vergessen und irgendwann hatte ich dann halt auch keine mehr.
Und ja, das hängt mit der zweiten Dummheit zusammen.
Ich war seit zwei Wochen (oder so?) nicht mehr in der Therapie.
Am Anfang gabs einfach ne Terminkollision, dann hab ich einen Termin vergessen und ja.. dann hat das eine zum anderen geführt und die letzte Woche hab ich damit verbracht, geflissentlich die Mails meiner Betreuerin zu ignorieren.

Es ist nicht so das ich.. nicht hin gehen will oder so. Vielleicht ein bisschen, eher.. es schwankt zwischen "Ach komm, das schaffste auch ohne" und "Ach komm, das schaffste doch selbst mit nicht".
Es macht mich traurig und wütend und hilflos das ich schon so lange Tag für Tag für fucking Tag versuche, dass alles besser wird.
Das ich Therapiestunde um Therapiestunde und mittlerweile 6 Klinikaufenthalte hinter mir habe und es IMMER NOCH NICHT GUT IST.
Ja, klar, es wird manchmal besser.
Aber es wird dann auch wieder schlechter.
Es ist nicht wie einer Erkältung oder einem gebrochenen Bein,
wo es Fortschritte gibt, Heilung und dann biste wieder gesund.
Es ist ein Auf udn Ab und Hin und Her und der beste Tag deines Lebens kann in einer Sekunde zum beschissensten Tag deines Lebens werden.
Und das völlig ohne Auslöser.

Ich war heute so glücklich.
Ich war mit Jil unterwegs, wir haben Bubble Tea getrunken (ich hatte zum ersten mal "richtigen" Bubble Tea und er ist eklig af), wir waren im Jeeg und im Yumihana in Zürich, wir haben ganz viel geredet und gelacht und rumgealbert, wir haben Fotos gemacht und sind nach Winterthur gefahren.
Ich habe mir spontan ein Ticket für die Fantasy Basel gekauft und Jil hat für mich im Metro ein Kleid ausgesucht mit Strümpfen das ich da trag kann,
ich habe mich unglaublich gefreut darauf, meine erste Convention!!
Ich war froh weil ich mit Jil unterwegs sein konnte, weil es ihr grade sehr gut geht und sie grade nicht sterben will.
Sie hat mir von der Torte erzählt, die sie heute gemacht hat (sie ist Konditorin) und wie ihre Chefin sie gelobt hat,
ich habe ihr erzählt das ich jetzt auf 55% bin und das zwar hart aber machbar ist.

Und trotzdem sitze ich jetzt da und denk mir das ich morgen vielleicht gar nicht hingehe weil ich diese Welt nicht ertrage und weil ich mich den Leuten nicht zumuten will,
dass ich mich lieber verkrieche und über meinen Tod nachdenke.

Als ich zurückgekommen bin heute Abend hat mir der eine Pfleger gesagt, dass er die Küche heute wieder aufräumen musste und den gemeinsamen Kühlschrank weil das total dreckig war,
und obwohl ich nichts dafür kann fühle ich mich verantwortlich weil ich ja auch hier wohne und es auch auf mich ein schlechtes Licht wirft.

Ich überlege, meiner Betreuerin eine Mail zu schreiben und ihr zu erklären das ich ein Problem damit habe das sie per September gekündigt hat, weil ich mich im Stich gelassen fühle obwohl das kompletter Bullshit ist, dass es für so schwierig ist wen neues zu suchen weil ich denk Menschen nicht vertrauen kann, egal wie sehr ich versuche, weil ich mir sicher bin das mich auch Therapeuten alle verurteilen für das was ich bin und tue und denke und deswegen nicht reden kann wenn ich vor ihnen stehe.
Dass ich nicht weiss wie damit umgehen und das ich das dumm finde.
Aber ich fürchte mich davor das sie das dumm findet und mit dann direkt schon rauswirft weil ich eine unangebrachte emotionale Bindung zu ihr aufgebaut habe.

Ich möchte gerne in die Welt hinausschreien das alles so scheisse ist und dass die Welt mir antwortet.
Ich wünschte ich würde von den Menschen die mir wirklich wichtig sind häufiger was hören ohne das ich ein gespräch iniziieren muss obwohl ich weiss das ich unfair bin weil sich halt nicht alles um mich drehen kann,
ich will mich selber bestrafen für diese Gedanken und weil ich so egoistisch bin.
Ich weiss die Klingen liegen unter der Wäsche im Bad aber ich will das richtige tun,
auch wenn ich grade nicht weiss was denn jetzt grade richtig ist.
Ich versuche an Oninjo zu denken und an sein weiches Fell und wie schön die Welt von seinem Rücken aus ausschaut, aber dann muss ich daran denken das ich mich ja eigentlich diesem Tier gar nicht zumuten sollte und das ich dieses Glück gar nicht verdiene.

Ich sitze vor den Kommentare der Merch-Verschenkaktion und sehe Menschen die sich freuen und sich bedanken und ich fühle mich absolut leer weil das alles an mir abprallt wie von einem Eisenharnisch weil ich Gutes nicht zulassen kann, dass ich mich dafür hasse weil ich nach all der Zeit doch weiter sein sollte.

Mir fällt ein wie weit ich hinter all den Menschen herhinke die ich liebe weil sie einen normalen Kopf haben oder aber was tun dafür einen zu kriegen und nicht wie ich dasitzen und heulen.

Und ich will im Boden versinken wenn ich daran denke das ich all das eigentlich gar nicht aufschreiben sollte weil es nicht produktiv ist und mir nicht weiterhilft, aber ich es einfach muss weil ich sonst durchdrehe.







1 Kommentar:

  1. Wenn es rausmuss, weil du sonst durchdrehst, muss es raus und dann ist es das Richtige, es aufgeschrieben zu haben.
    Keine Ahnung, ob es dir inzwischen besser geht. Ich hoffe es sehr und ich hoffe, du bist zur Convention gegangen. Obwohl ich immer nur mit einer Zehe in der Mangacomunity war/bin, habe ich mich jedes Mal respektiert und gut aufgehoben gefühlt. Es gibt keine freundlicheren Menschen, als Otakus. Und für eine Person wie mich, die instinktiv _erwartet_, angemotzt, nicht respektiert und klein gemacht zu werden, war das jedes Mal Balsam, wie freundlich alle sind. Wie hilfsbereit. Wenn man sich innerlich schon duckt und statt der erwarteten Reaktion ein Lächeln kommt. Das ist was Wunderschönes.
    (Und boah, Gespräche initiieren ist schwer. Und wenn die Person, mit der du reden willst, sich *auch* schwer damit tut, dann hast du am Ende zwei Personen, die gerne miteinander reden würden, und sich nicht trauen. Auch schon oft erlebt.)
    Instinktiv weißt du, das lese ich aus deinem Post, was das Richtige für dich ist. Dir neue Medis holen. Sie nehmen. Zur Therapie gehen. Dich mit deiner Betreuerin aussprechen. Ich wünsche dir die Kraft, diese Dinge auch umzusetzen <3
    Deine Gedanken und Gefühle sind nicht dumm. Punkt. Eine professionelle Betreuerin weiß das gewiss <3
    Pass auf dich auf <3

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